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In der finsteren Zukunft gibt es nur weiße Männer…

Die Frage der Inklusion von Geschlechtern hat im Spielzeugmarkt schon viele Debatten ausgelöst. Große Ziele waren die Überraschungseier für Mädchen ((Persönliche Anmerkung: die haben doch nen Knall!) oder aber Legos Diversifikation in Jungen und Mädchenlego ((Die auch!))

Doch da gibt es noch Bereiche, in die bisher kaum gesehen wurde. Neben den eher bekannten Formen von Spielwaren gibt es auch noch Randbereiche der Spielwaren. Am ehesten der Masse bekannt sind die Sammelkartenspiele ((Yu-Gi Oh, Pokemon, Magic the Gathering sind hier bekannte Vetreter.)) Diese zeichnen sich durch eine hohe Anzahl an männlichen Spielern aus und verschlingen erstaunlich viel Geld. Sie sind aber nicht mein Hauptthema.

Das sind die noch interessanteren Miniaturenspiele. Diese Spiele basieren auf den Zinnsoldaten, die früher für Schlachtplanungen verwendet wurden und stellen heute komplexe Schlachtsimulationen dar, die auf gestalteten Spielfeldern ((Tabletops)) mit detaillierten Regeln gespielt werden. Das Geschäftsmodell der Spielehersteller basiert dabei darauf, zum einen die Miniaturen zu verkaufen und aber auch die Regeln zu gestalten. Das führt gerade beim Marktführer Games Workshop dazu, dass die Miniaturenverkäufe über die Regeln gesteuert werden. Zum Miniaturenspiel gehört neben Regeln und Miniaturen zur Schlachtsimulation auch eine Hobbykomponente, da die Miniaturen und Schlachtfelder von den Spielern selbst gebastelt werden müssen. Diese Mittel werden zumeist auch von den entsprechenden Firmen verkauft.

Die Kundschaft von diesen Miniaturenspielen und auch den entsprechenden begleitenden Medien ((primär Internetforen und Magazine)) ist aber primär weiß, mittelschichtig und männlich. Das kommt natürlich daher, dass mit diesen Spielen viele typische „Jungentätigkeiten“ ((Ey, ehrlich. Ich spiele sowas jetzt wieder, mir graust es vor dem Gebastel leicht. Ich war da nie wirklich gut.)) bedient werden:

  • handwerkliches Arbeiten
  • taktisches Verständnis im Kampf
  • Wettbewerb

Das ist erst einmal okay so, da es irgendwie historisch gewachsen und auch der Effekt eines sozialen Prozesses ist. Allerdings sollte es auch möglich sein, dass diese Spiele mehr Menschen in ihren Bann ziehen. Ich kenne durchaus junge Frauen, die lieber basteln als ich, warum also nicht? Nunja, es gibt wenig bei diesen Miniaturenspielen, das Frauen oder aber auch nur  anspricht. Gerade bei den Systemen von Games Workshop gibt es eigentlich nur eine Fraktion, die aus Frauen besteht und diese wird immer wieder gerne marginalisiert und ist sogar in den Regelbüchern Opfer von blutigen Gemetzeln geworden. Nur um das mal kurz klar zu machen: GW hat mindestens 60% des Marktes weltweit und ist die klassische Einstiegsdroge für diese Spiele. Neue Spieler werden also an eine düstere Sci-Fi oder Fantasywelt herangeführt, in der Rasse keine Rolle spielt und Frauen nur als Opfer stattfinden. Es werden also Produkte produziert die stereotypisch auf die hauptsächliche Käuferschaft abzielen anstatt Produkte zu kreieren, die den Markt öffnen können.

Doch es gibt da auch schon Licht. In anderen Spielsystemen haben Frauen eine größere Rolle. Das Spiel Infinity, das ich selbst spiele, hat etliche starke Frauenrollen und obwohl es durch seine mangaeske Gestaltung und die teilweise vorhandenen Pin-Up Model Miniaturen durchaus klischeehafte Frauenbilder hat, finden sich eben auch starke eigenständige Frauen und sogar Einheiten, deren ganze Geschichte auf radikalem Feminismus beruhen. Es gibt sogar variable Frauenbilder zu finden in solchen Spielen wie Carnevale. Dort findet man auch alte oder beleibte Frauen. Dasselbe gilt für das Steampunkspiel Wolsung, in dem man Frauen findet, die Wissenschaft betreiben und für die man neben der sexy Miniatur auch eine findet, die nicht halb nackt ist. Was alle diese Spiele dazu noch hervorhebt ist, dass es hier auch eine mehr oder minder beschränkte kulturelle Vielfalt unter den Fraktionen gibt. Es gibt eben neben weißen Männern auch Massai, Asiaten oder Katzenwesen.

Trotzdem bleibt festzuhalten, dass die Sensibilitäten dieser Spiele sehr stark von dem Eindruck bestimmt sind, dass die Zielgruppe aus weißen Männern mit anglo-amerikanischem ((Ich fühle mich als Deutscher zum Beispiel mit vielen 2. Weltkriegsspielen nicht wohl. Hier wird halt auch die Seite glorifiziert, die zwar meine ist, die ich aber wirklich verabscheue.)) Hintergrund besteht. Dabei sind diese Spiele eigentlich ein tolles Hobby für jeden. Sie sind sozial, interaktiv, handwerklich und kognitiv fordernd. Ich würde mich freuen, wenn mehr Mädchen ihre Riot Grrlz losschicken um den Jungs in den Arsch zu treten. Doch dafür müssten sie diese erst einmal finden und den Mut besitzen in die leicht abgestandenen Gamerhallen zu gehen, die sehr oft diese maskulin-abschreckende Aura haben, die ihnen aus zuvielen Jahren geschlechtlicher Monokultur aufgeholfen wurde.

Vielleicht sollten wir mal Mädchengamertage machen…

Vom freien Medium zum Medium der Unterdrückung

Die social media Welt und daran angehängt die Reste der alten Medien beschäftigen sich seit gestern mit Bildern von amerikanischen Stars, die sich selbst nackt fotografierten und deren Bilder durch ein Datenleck veröffentlicht werden konnten.

Dazu kann man viel sagen und vieles wird gesagt. Zum Beispiel:

  • dass die ja selbst schuld sind Appleprodukte zu benutzen, bei Android wäre das nie passiert (aber natürlich…)
  • dass sie Nutten und Huren sind und nicht anständig (weil wir ja besser sind, vor allem diejenigen, die um das festzustellen erst einmal alle Bilder gesichtet haben) ((Das erinnert mich immer an den Teil der Parteiprogramms der bibeltreuen Christen, wo gefordert wird, dass Pornografie und Prostitution streng überwacht werden. Die Überwacher testen das dann unter Gefahr für ihre Seele sicher unter Schmerzen.))
  • dass die Bilder noch nicht mal was besonderes sind. (Kommt halt immer drauf an für, wen nicht?)
  • dass Frauen zum einen sich nackt fotografieren dürfen und sollten wie sie wollen und zum anderen die Welt an sich, sich bitte den Kommentar verkneift. (Endlich mal eine Aussage mit Hirn…)

Doch ich möchte einen Schritt weiter vorne anfangen. Der Grund, warum diese Fotogeschichte so ein Problem ist, ist dass hier nicht nur Frauen objektifiziert und sozial unterdrückt werden. Das ist ja irgendwie schon Standard in der schönen neuen Welt der social media. Es ist die Tatsache, dass der Kontrollverlust über Daten immer schneller passiert und dass Meinungen immer schneller ausgetauscht werden können. Doch der Umgang mit diesem Phänomen ist mittlerweile auf dem Niveau der Hexenprozesse von Salem angekommen. Unter dem Vorwand der freien Meinungsäußerung und mit der schweigenden und erigierten Masse im Rücken drücken Minderheiten ihre konservativen Wertvorstellungen in die Welt und unterdrücken damit die Freiheit, die uns das Internet und social media geben sollte. Anstatt endlich genug Raum für jede Nische zu haben, wird erfolgreich versucht eine Gleichschaltung ((Jap, das Wort ist Absicht.)) auf puritanische Werte zu erreichen, die selbst für 50er Jahre rückschrittlich erscheinen können. Anstatt also persönliche Freiheit zu generieren, generiert das social Web einen unheimlich engen Korridor sozialer Konstrukte und Erwartungen, denen man dringend entsprechen muss, möchte man nicht am nächsten Tag vom wütenden Mob zum Galgen gebracht werden.

Die Freiheit man selbst zu sein und vor allem die Freiheit dies jenseits von streng geschützter Privatsphäre in den globalen ((Das ist ja auch ein Lacher für sich. Wer denkt, dass das Web nicht komplett an Kulturgrenzen balkanisiert ist, zählt jetzt mal bitte die Websites im Verlauf, die nicht auf com,de,net oder org enden.)) Medien, die einem zur Verfügung stehen, zu tun, ist verschwunden, da immer mehr unseres Lebens vernetzt werden. Doch anstatt nun in der Weite des Netzes den Menschen ihre Frei- und Schutzräume einzuräumen, werden die Inhalte dieser nur noch auf den öffentlichen Marktplätzen vor der geifernden Masse verhandelt, deren Privatsphäre nur vorerst sicher ist, weil sie selbst noch uninteressant ist ((Es ist ja nicht eine Frage, ob du was zu verbergen hast, sondern nur vor wem.)) oder die sich eh schon komplett in der Öffentlichkeit entkleidet.

Das Letztere ist ja die Vision der post-privacy Befürworter. Diese vergessen hierbei immer, dass soziale Dynamiken keine Rücksicht auf die Einzelperson nehmen und damit post-privacy nicht zur ultimativen Freiheit sondern zur ultimativen Uniformität wird. Denn die Masse wird nicht anfangen das Individuum zu respektieren, sie wird das Individuum dazu zwingen sich anzupassen oder es zerstören. Und damit wird aus dem Traum der ultimativen Freiheit im Netz der Albtraum der ultimativen sozialen Unterdrückung aller durch alle. Die ersten Anzeichen hierfür kann man schon gut erkennen. Der Mob auf Facebook und twitter erschlägt jetzt schon regelmäßig die Dissidenten und zerstört Leben, die nicht den fiktiven Anforderungen entsprechen, die gesetzt werden und denen man selbst dann natürlich auch nie genügen könnte.

Punk is not dead. It just got itself some bagpipes and harps.

In Zeiten in denen Helene Fischer ((Kein Link, um Gottes willen, kein Link!)) der musikalische Mainstream ist, und damit das Merkeln auch im modernen deutschen Biedermeier angekommen ist, darf Musik nicht mehr politisch sein. Die Schmerzgrenze für politische Inhalte in Musik ist bei den meisten schon mit Rammstein und deren eher unterschwelligen Botschaften oder Wir sind Helden mit poetischen Meinungen erreicht. Da hört man doch lieber Andreas Bourani dabei zu, wie er sich und der deutschen Nationalmannschaft Relevanz zusingt oder trällert mit der abgehalfterten Führungsriege der CDU Lieder der Toten Hosen mit. ((Am Tag danach warf jemand Campino einen Backstein durchs Fenster um den ein Zettel gewickelt war, der ihm mitteilte, dass er aus der Vereinigung der Punks geschmissen wurde.))

Jetzt werden sicher einige sagen: „Punk ist gar nicht tot.“ Natürlich gibt es immer noch die ganze Sparte mit den drei Akkorden und der Wahrheit, die ist aber mittlerweile in sich selbst ergangen und hat sich eher einem widerborstig-apolitischen Hedonismus oder aber einer weitreichenden Kommerzialisierung ergeben. Da scheint Biertrinken des öfteren wichtiger als irgendeinen Einfluss auf die Gesellschaft zu nehmen.  Die politische Komponente ist größtenteils weg oder wird nicht mehr ernst genommen.

Woher soll Musik mit politischen Inhalten nun noch kommen? Okay. Wir haben Rapper wie Sookee, die das Thema beackern. Die meist eher plakativ, aber da geht was. Was noch? Metal? Da lebt zumeist auch der Hedonismus und wenn er es nicht tut, kann es sein, dass die Message auch mal gern verfassungsfeindlich ist. Deutschrock? Ja, doch. Wenn das nicht alles immer so bieder wäre. Da ist mir dann der HipHop wieder lieber. Mittelaltermusik? Das war doch immer nur romantisch verklärter Scheiß. Das sind die Ewig-gestrigen mit den Dudelsäcken und den Märchen, oder?

Ähja, irgendwie dann doch nicht mehr. Irgendwie kommt von der Harfenfraktion auf einmal Gegenwind. Da gibt es so zärtliche Hinweise von Schandmaul, dass Rechtsradikalismus in dem Bereich nix zu suchen hat. Und das sogar sehr schön tanzbar. Sowas schmettern dann bei Wacken mal mehrere tausend Leute mit.

Okay. Das ist jetzt irgendwie noch bürgerlich. Etwas pro-aktiver wird dann schon Ecke mit der eher akustischen Folkmusik. Da fängt es augenscheinlich harmlos mit der deutschen Band Faun an. Die wirkt zwar sehr hippymäßig und poetisch, bietet allerdings auch Lieder, die von den Zeitgeistfilmen ((Vorsicht, da ist auch Trutherbullshit dabei.)) inspiriert sind und auf den Konzerten, die wie folkige Goamessen wirken, wird gerne mal ein sehr okölogisches Weltbild verbreitet, insbesondere, wenn die Band es schafft auf ihrer Tour neben Merchandise einen kompletten Stand von Greenpeace mitzunehmen.

Doch da hört es nicht auf. Die Mittelalterrocker Saltatio Mortis fahren mit ihrem letzten Album Das schwarze 1×1 eine noch etwas deutlichere Linie. Hier geht es nicht mehr um gegenseitige Akzeptanz und poetische Naturliebe, sondern hier geht es um amtliche Gesellschaftskritik. Das klingt dann mal ordentlich rockig und bietet eine etwas veränderte Variante der deutschen Nationalhymne.

Doch damit nicht genug. Texter und Sprachrohr Lasterbalk der Lästerliche ((Hey, es ist ne Mittelalterband.)) lässt sich im Blog der Band gerne und länglich über GEMA, Politik und ähnliche Themen aus. Das Ganze länglich und pointiert. Hinzu kommt, dass die Band seit einiger Zeit die Umweltorganisation Sea Shepherd, die dann schon zur pro-aktiven Fraktion der Umweltschutzorganisationen gehören. Sea Shepherd beschäftigt sich primär mit Aktionen gegen Walfang und die Tatsache, dass sie getarnte Schiffe benutzen und auch schon Walfangschiffe geentert haben, sagt wohl genug.

Noch einen Tick politischer und pro-aktiver sind dann nur noch die Holländer von Omnia. Neben einer absoluten Punk/Hippyattitüde und reinem Selbstverlag, treffen sich hier Naturreligion, Gesellschaftskritik und politische Botschaft auf der Bühne und in vielen der neueren Songs. Vom eher philosophischen I don’t Speak Human


über das wütende Dance Until We Die

zum direkten Aufruf zur Intervention in Earth Warrior

gibt es hier eine klare politische Ansage, die man so vielleicht nicht erwartet und die bei den Mittelalterfestival gerade etwas bürgerlich-provinzieller Natur auch gern mal beklagt wird. Insbesondere relativ klare linke Ansagen, die hier getroffen werden schmecken rechtsgerichteten Pseudoteutonen nicht unbedingt.

Der Punk ist also nicht tot. Er hat sich nur Dudelsäcke geholt, spielt Harfe und protestiert gegen den Kapitalismus neben dem Gaukler.

Schlosshof Festival 2014

Ich habe hier lange nicht mehr geschrieben. Deswegen fange ich mal mit der leichten Kost an. Ich war gestern auf dem Schlosshof Festival in Höchstadt an der Aisch. Es ist Teil der fränkischen Burgenfestivals und eher eines der kleineren in der Serie. Ein Tag, sechs Bands im Hof eines Schlosses (duh!) und ein kleiner Mittelaltermarkt dazu. Durch das kurze Line-Up bekommt man dafür gleich ab der zweiten Band größere Namen serviert.

Das Festival war an sich sehr heimelich und wäre noch heimelicher gewesen, wenn es uns nicht alle eingeregnet hätte. Trotzdem haben viele Leute, darunter auch ich durchgehalten und deswegen gibt es jetzt die kleine Berichterstattung.

Umfeld

Höchstadt ist ein kleiner Ort in Mittelfranken und das Schloss ist nicht wirklich groß und so kommt es, dass der Mittelaltermarkt, der irgendwie obligatorisch scheint, sehr klein ausgefallen ist und jedenfalls mir kein Interesse entlocken könnte. Aber dann mache ich das auch schon relativ lange mit und habe die Standard-Markstände gesehen. Die Wege waren breit und die Toilette erstaunlich sauber und nicht mit Schlangen gesegnet. Alles in allem ist es wahrscheinlich noch angenehmer, wenn das Wetter gut ist. Es ist definitiv ein Festival auf dem man auch mit Kind erscheinen kann ((Besonderes Lob an alle Eltern, die ihre Kinder mit Gehörschutz aufs Festival nehmen.)). Es regnete teilweise sehr stark und es muss dem Publikum zu Gute gehalten werden, dass es so lange durchgehalten hat.

Die Bands

Vroudenspil

Vroudenspil ((Freudenspiel gesprochen)) sind eigentlich eine Mittelalterband und das erkennt man auch am Namen. Sie haben sich dem Piratentrend der letzten Jahre angeschlossen und eine durchaus eigenständige Instrumentierung mit wenig Dudelsack und dafür einem Akkordeon. Die Band ist gut, sie eröffnet regelmäßig solche Festivals und spielt solide Musik mit Spaß. Sie haben das Piratending drauf, allerdings fehlt irgendwie der Suspence of Disbelief. Es ist trotzdem gute Musik. Im Gegensatz zu vielen anderen Bands, die ich Festivals eröffnen sehen habe, machen Vroudenspil Spaß, während du noch was essen gehst.

Coppelius

Die feinen Herren von Coppelius gaben sich danach die Ehre. Rockmusik mit zwei Klarinetten, einem Kontrabass, einem Cello und einem Butler. Was soll man da noch sagen. Coppelius haben die Show perfektioniert. Vom affektierten Gesichtsausdruck bis zur gestelzten Ausdrucksweise und „Applaus“ Schildern und Butler Bastille, der während der Stücke Mäntel aufräumt und den Klarinettisten die hohen Zylinder wieder aufsetzt. Was mich etwas gestört hat, war der große Anteil an englischsprachigen Songs. Sie spielen deutsch und englisch und die Mischung der Sprachen irritiert mich immer wieder. Trotzdem haben sie sich ihren Applaus und das Rufen nach „da capo“ sehr verdient.

Omnia

Hach, hach. Ich bin schon ewig Fan, was soll ich also sagen. Omnia machen mit akustischen Instrumenten Musik, die dich nur umbläst. Dazu noch musikalische Vielfalt und Attitüde machen die Konzert immer wieder zu einem speziellen Erlebnis.

Alestorm

Nach der vollen Akustik, die volle Keyboardbreitseite mit den Piratenmetallern von Alestorm. Die Schotten saufen dann halt Whisky aus der Flasche und spielen trotzdem wahnsinnig schnellen Powermetal mit eigenartigem Pirateninhalten. Das endet mit Crowdsurfing zum Bierstand. Definitive Spaßmusik, die live aus ganz anderen Gründen funktioniert als ihre Vorgänger.

Saltatio Mortis

Als die Backstreet Boys des Mittelalters verschrien, haben sich Saltatio Mortis so langsam den Thron des Mittelalterrocks von In Extremo gesichert. Während sich letztere aus meiner Sicht schon lange an zu simplen Texten und dem Nachrennen von Trends auszeichnen ((Jenseits dessen, dass der Sänger sich die Stimme kaputt geschrien hat.)) sind Saltatio Mortis immer eigenständiger geworden. Die Show ist professionell und doch nicht steril. Der Sänger hält das Publikum so auf Trab, dass ich fast Angst hatte abzunehmen. Sie haben den Posten als Headliner nicht nur verdient sondern auch sehr ausgefüllt. Wer mehr als nur das Video sehen will sollte mal bei den Wackenmitschnitt auf arte ansehen.

Fazit

Trotz des Regens eines der bisher besten Festivals auf denen ich war, weil mir das Line-Up wirklich durchgehen getaugt hat. Soviel bin ich seit Jahren nicht mehr gehüpft.

 

Aua…

Das Geschlechterkontinuum für die Erfassung in Fragebögen

Ich hätte es nie gedacht, dass ich hier mal einen wissenschaftstheoretischen Text schreiben würde, aber da ist er. Ich habe vor einiger Zeit das Konzept der dritten Option für das Geschlecht in Fragebögen kennengelernt und dieses Konzept kratzte mich sehr. Denn ich habe das Gefühl, dass diese Option auf ein paar Annahmen beruht, an denen ich zumindest Zweifel anmelden würde, solange sie nicht anständig bestätigt sind. Diese Annahmen wären:

  • trans/intersexuelle Menschen wissen das sie trans/intersexuell sind
  • trans/intersexuelle Menschen reflektieren ihre eigene Sexualität ausreichend
  • trans/intersexuelle Menschen identifizieren sich trans/intersexuell
  • trans/intersexuelle Menschen identifizieren sich nicht mit einem Standardgeschlecht, obwohl sie es könnten

Wenn wir davon ausgehen, dass Bildung keine Rolle dafür spielt, dass jemand trans/intersexuell ist oder nicht, dann wird das mit dem Reflektieren schon schwierig. Dazu kommt, dass jeder dieser Menschen das Recht hat sich nach den Konventionen der Mehrheitsgesellschaft einzuordnen. Denn es hängt hier von der Wahrnehmung der einzelnen Person ab.

Das macht diese dritte Option aber wissenschaftlich zu einem absoluten Problem. Haben wir bei einem Spektrum männlich/weiblich schlicht eine gewissen Menge false-positives und false-negatives, gibt es mit der dritten Option nun das Problem, dass weder dieser, noch den beiden anderen getraut kann, da nicht bekannt ist, ob die Kategorien trennscharf sind, weil Angehörige der neuen Kategorie eben auch den alten zuordnen können. Damit führt diese Kategorie, die teilweise mit einer Argumentation aus der political correctness, eingeführt wird leider dazu, dass die Daten schlechter werden und dass sich entsprechende Menschen im Zweifel nicht besser repräsentiert fühlen.

Dazu ist die dritte Option in sich nicht trennscharf und das führt dazu, dass man das immer mehr ausdifferenzieren muss und dann einen Wust an Optionen hat, die kein Proband mehr versteht.

Deswegen habe ich mir eine andere Variante überlegt, die zum einen die Komplexität der Sexualität abbildet als auch barrierefrei ist. Wie man das operationalisiert und wie das genau in einer Studie aussehen kann, wäre mal eine Aufgabe für die entsprechenden Theoretiker. Ich schlag das nur vor. Es sieht so aus:

Geschlechterkontinuum

Das ist nur ein Beispiel, bei dem die Probanden dann sich selbst einschätzen können und damit weitaus genauere Daten geben, die ich dann sogar besser granulieren und operationalisieren kann. Ich kann auch hier gleich noch sexuelle Orientierungen und so weiter abfragen und dabei immer verständlich sein. Dabei werde ich automatisch alternativen Geschlechtswahrnehmungen gerecht und bekomme gleichzeitig ein realistisches Geschlechterbild meiner Stichprobe. Ich persönlich gehe übrigens davon aus, dass die meisten Menschen keine Extreme ankreuzen würden.

So, food for thought…

Projektupdate Fotografie

So, es ist etwas her, dass ich über den Fortschritt beim Umgang mit der Kamera geredet habe.

Es gibt mehreres zu berichten. Zum ersten war ich unterwegs und habe Fotos gemacht. Das Übliche: Landschaft und Natur. Diesmal war ich mal wieder im Auenpark in Marktredwitz und habe das alte Gartenschaugelände fotografiert.

Danach war habe ich Langzeitsaufnahmen bei Nacht im Bamberger Hain ausprobiert. Das einzige gute Foto ist allerdings dieses hier:

Unbenannt

 

Als ich dann noch etwas am Bamberger Dom unterwegs war, stellte ich mit Schrecken fest, dass man Nachts am Fluss besser nicht Objektive wechselt, was mich zum Problem der Sensorreinigung führte. Ich habe bei den Fotoläden gefragt und dort dauert das dank Einschicken um die 2 Wochen und kostet um die 60 Euro. Das wollte ich alles nicht, also ein entsprechendes Set bei enjoyyourcamera bestellt und festgestellt, dass man das mit entsprechender Vorsicht in einer halben Stunde ordentlich hinbekommt. Der Sensor ist wieder sauber.

Mit noch dreckigem Sensor ging es dann aber erst einmal in den Felsengarten von Sanspareil um ein Shooting mit Isa zu machen. Sie ist die talentierte junge Dame hinter Painting with my mind. Da sie auf ihren eigenen Fotos immer etwas ernst schaut, wollte ich auch mal ihr lächeln zeigen. Das hat geklappt.

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Auf diesem Bild sieht man auch den schönen Effekt von niedriger Blende an einem Festbrennweitenobjektiv. Ich shoppte mir dieses preiswerte 50mm F1,8 und es macht einen tollen unscharfen Hintergrund. Ich bin sehr begeistert und sie sieht auf dem Bild toll aus.

Ein Blick in den Kleiderschrank

Nachdem ich den aktuellen Lila Podcast gehört habe, bei dem es um Jungs mit Rock ging, entspann sich auf ADN eine kurze Unterhaltung über maßgeschneiderte Klamotten und warum Männer eigentlich sowas nicht unbedingt tun. Deswegen gibt es jetzt mal meinen Beitrag dazu, der darin besteht, dass ich euch mal zeige, was ich mir im Laufe der Jahre habe schneidern lassen und das auch kommentiere.

Generelle Bemerkungen

Moderne Mode ist schnelllebig und meist billig unter schlechten Bedingungen produziert. Dazu bekommt mal als dicker Mann wenig coole Sachen, wenn man nicht auf Hemden und Unterbauchjeans steht. Maßgeschneiderte Sachen hingegen halten sehr lange, gefallen dann meist auch sehr lange und kosten auch entsprechend. Ich werde mal die groben Preise von dazu schreiben und warum ich diese Sachen liebe. Ein paar Designs sind komplett eigenständig, ein paar nur für große dicke Männer angepasst. Doch, bevor ich durch die Liste gehe, möchte ich erst einmal kurz über die Leute reden, die mir das geschneidert haben.

Hexenkontor

Ich hing schon mit 15-16 in Eisenachs kleinem Mittelalterladen, dem Hexenkontor, rum und nervte Yvonne, die Schneiderin und Inhaberin. So war es dann auch kein Wunder, dass ich mir irgendwann mit 18 das erste Kleidungsstück machen ließ und später das zweite. Yvonne hatte immer ihren eigenen Stil in den Sachen und stellte wirklich qualitativ hochwertige Sachen her, weil sie es überhaupt nicht mochte, den Leuten Schrott zu verkaufen und das merkte man den Sachen an.

Leider musste sie gesundheitsbedingt aufhören, weswegen ich dann irgendwann einen neuen Laden fand.

Senjo Clothing

Senjo Clothing ist eine kleine Firma aus Holland, die neben selbstgeschneiderten Sachen auch produzierte eigene Designs anbietet. Mathilda, die Schneiderin und Chefin hat auch einen Anspruch an ihr Design und an Qualität. Da ich halt groß und fett bin, sind alle meine Sachen tatsächlich handgemacht. Für die Mädels gibt es mehr als für die Jungs, weswegen ich bei den Mädels gerne wildere und gerade den Damen empfehle sich umzusehen. Die Preise für Damensachen sind moderater als für meine, aber dafür sind die teilweise auch professionell, aber immerhin in Europa genäht.

Mäntel

Modell „Gandalf“

Vorderseite

Rückseite

Fangen wir mit den Mänteln an und da mit dem ersten Mantel, den ich mir von Yvonne habe machen lasse.

Der Mantel ist jetzt ungefähr 13 Jahre alt und besteht aus dunkelblauem robustem Baumwollstoff (denk: Jeans). Er ist etwas an den Mantel von Gandalf angelehnt, bodenlang, wenn ich ihn trage und besitzt ausgestellte Arme. Er ist das einzige Kleidungsstück, dass eine kurze Kapuze ohne Zipfel hat, weil ich das damals für blöd hielt. Er hat mittlerweile tolle metallene Knöpfe und besaß schon immer die viereckigen Taschen, in die ein ganzer portabler CD Player passt. Es war noch diese Zeit. Der Mantel ist relativ dünn und kann auch im Sommergetragen werden, da ist er auch gerne mal die Picknickdecke beim Konzert und besitzt dazu eine doppelte Fleeceweste, die ich selten benutzt habe, aber die ihn im Winter erstaunlich warm macht. Zitat: „Damit du nicht frierst Junge!“

Kostenpunkt: ca. 130€

 

Modell „Faerie Warlock“

Ungefähr zwölf Jahre später entschied ich mich dann, mir von Senjo einen neuen Mantel machen zu lassen.

Rückseite

Vorderseite

Diese ist nahezu ein Unikat, da noch einer existiert, bei dem ich mich vermessen hatte und der um die Schultern zu eng war. Die Parameter waren: warm, weite Arme und die ausgefransten Nähte, die auch die Morrigan Weste weiter unten kennzeichnen. Hier ist die Kapuze dann schön zipfelig und lang und geht mir beim Tragen bis zum Hintern. Der Mantel ist ungefähr wadenlang und auch erstaunlich warm im Winter. Er hat tiefe Taschen und ist erfahrungsgemäß bei Temperaturen über 10 Grad Celsius zu warm und ziemlich wasserfest, da er aus einem groben Baumwollgewebe und einem dicken Jersey-Innenfutter genäht ist. Die immer länger werdenden Fransen des Baumwollstoffes sind übrigens das Tollste an dem Kleidungsstück. Man wird auf Straße auch im Winter weniger angesprochen, wenn man diesen Mantel trägt.

Kostenpunkt: durch zweimal machen 600€

Westen

Morrigan Weste

Rückseite

Vorderseite

Die Morrigan Weste von Senjo ist tatsächlich ein Kleidungsstück direkt für die Jungs. Sie ist an eine Weste angelehnt, die Steve ‚Sic‘ Evans van der Harten von Omnia trägt.

Sie gefiel mir auf Anhieb und wird auch regelmäßig getragen. Die ausgestellten, sehr kriegerisch wirkenden Schultern gefallen mir sehr, wie die großen Taschen. Die Kapuze ist noch kurz und verdeckt gerade im Sommer mal gut den Kopf, wenn es regnet oder zu sehr die Sonne scheint. Die Weste ist aus einem leichten Jerseystoff und sehr gut tragbar.

Kostenpunkt: 145€

Wildcat Weste

Rückseite

Vorderseite

Als ich letztes Jahr auf dem Castlefest den Stand von Senjo besuchte meinte Mathilda, dass mir eine Wildcast Weste stehen würde. Also haben wir das mal ausprobiert.

Die Weste besteht eigentlich aus zwei dünnen Lagen Stoff, allerdings ist die innere Lage und die Bordüre aus Kunstfell und damit ist die Weste erstaunlich warm und kuschelig. Ich trage sie gerne im Herbst und Winter. Sie schließt vorne nur teilweise durch die Klammern, aber das reicht. Sie ist aber nicht wirklich wasserfest oder winddicht, also eher was für die schöneren Herbst- und Wintertage. Sehr süß ist der kleine Fellpuschel am Ende der langen Kapuze.

Kostenpunkt: 400€

Beinkleider

Chaosrock

Hachja, ich und das Chaos. Es taucht überall auf, also auch auf meinem Rock. Er ist auch schon etwas älter und trotzdem trage ich ihn immer wieder gern.

Er ist zweifarbig und besteht im Endeffekt aus verschiedenen Stoffresten, die an einen breiten Ledergürtel mit zwei Schließen angebracht sind. Am Ledergürtel sind D-Ringe, an die man allerlei dranhängen kann. Er ist sehr leicht und gerade im Sommer gut zu tragen. Allerdings darf ich nicht mehr so viel abnehmen, sonst rutscht er noch mehr, oder ich muss ihn enger machen lassen. Das musste ich auch schon mal, weil das Leder sich am Anfang dehnte. Generell verleiht ihm das ein schönes selbstgemachtes Flair.

Kostenpunkt: 100€ wenn ich mich recht erinnere

Aladdin Trousers Special Edition

Die Aladdin Trousers gibt es eigentlich nur in dünnem Jersey. Da ich aber laut Mathilda für die Mullberry Trousers nicht wirklich geschaffen bin, was ich glaube, gab es halt diese Sonderedition.IMG_0788

Die Hose ist aus silberig-schwarzem Cord und plustert sehr schön. Ähnlich wie der Rock ist das im Sommer toll, weil luftig und wenig schwitzig. Der Bund ist aus elastischem Gewebe aber ich habe kurz nach dem Kauf schon so abgenommen, dass da nur Gürtel helfen. Der passende Gürtel ist übrigens sehr lang und brauchte auch schon neue Löcher.

Kostenpunkt: 70€

 

Accessoires

Die Archer Sleeves sollen noch kurz Erwähnung finden. Sie sind die kleine Hilfe, wenn die Westen im Herbst oder Winter langsam zu kalt werden.

Zukunftsmusik

In nächster Zeit kommen noch eine Morgana Jacket und eine zweite Aladdin Hose, diesmal in dunkelrot, dazu. Erstere, weil meine Fleecejacke kaputt ist und zweitere, weil man ja mal was braucht bei dem der Rest einen wieder blöd anschaut.

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Reading: Dresden Files

Ich wurde schon vor einiger Zeit auf die Dresden Files aufmerksam. Das ist eine Urban Fantasy Serie von Jim Butcher und als solche eigentlich schon ziemlich bekannt. Ich komme relativ spät zu der Party, aber habe in den letzten Monaten mal kurz die letzten 15 Romane aufgeholt. Das übrigens als e-Book und diese Darreichungsform ist durchaus angenehm.

Worum gehts?

Harry Blackstone Copperfield Dresden ist ein Wizard, also ein Zauberer. Er steht damit sogar in Chicagos gelben Seiten und arbeitet als Consultant für die Abteilung der lokalen Polizei, die mit den etwas eigenartigen Straftaten zu tun hat. Er ist ein echter Zauberer und verfügt neben passendem Stab und ähnlichen Utensilien auch über einen Geist in einem Totenschädel, der nahezu alles weiß. Dazu gesellen sich im Laufe der Bücher echte Paladine, Schwarzmagier, Faeries, tibetanische Tempelhunde, Sexvampire und vieles andere übernatürliche Gewürm. Dabei wird die Geschichte an sich immer epischer, aber gleichzeitig auch persönlicher. Die Welt steht auch dem Spiel und Underdog Harry Dresden ist anscheinend derjenige, der sie retten muss.

Dresden an sich ist genrebewusst und geht in den Büchern durch jegliche Art von Hölle und überlebt nur durch seine Renitenz und Sturheit, sowie durch eiserne Prinzipien. Dazu kann er auch gegenüber Autoritätsfiguren nicht seinen Mund halten und hat ein Talent dafür, dass alles um ihn herum schief geht.

Warum ist es gut?

Also, ich schreibe ja keine Reviews über Schrott, ausser er ist wirklich katastrophaler Schrott. Was die Dresden Files auszeichnet ist, dass es zwar Urban Fantasy ist, aber eigentlich primär eine Geschichte über Menschlichkeit und den Wert dieser. Es scheint am Ende immer das menschliche, imperfekte, improvisierte Element zu sein, das zum einen am Ende den Sieg bringt, aber zum anderen auch klar macht, wer die Monster sind. Und die Monster sind nicht immer übernatürlichen Ursprungs. Die Dresden Files bieten also neben Humor, Spannung und Action auch einen Blick in die menschliche Seele und das, was uns eigentlich wichtig sein sollte. Harry ist ein Held, weil er Ungerechtigkeiten nicht erträgt, nicht weil er „heldenhaft“ handelt.

Also, geht hin und lest die Dresden Files. Als e-Book auch echt erschwinglich.

Warum Wie besser ist als Was…

In letzter Zeit saßen etliche junge Menschen vor mir, die Hilfe brauchten um Sachen zu verstehen wie Strom, die deutschen Literaturepochen oder aber die Problemlage bei Teenschwangerschaften. Im Laufe dieser Momente gab es eine Gemeinsamkeit. Die jungen Leute hatten allesamt ihre Texte gelesen und ihre Zettel und Formeln gelernt. Gerade beim Strom wurde ich mehrfach darauf hingewiesen, dass ich die für den Widerstand nicht auswendig kannte oder rumgedreht habe. Sie hatten alle eine sehr gute Idee vom Was. Und das verwundert mich gar nicht. Immerhin sorgt die Struktur des Schulsystems dafür, dass Schüler viel Zeug schnell auswendig lernen können. Der Druck ist auch entsprechend.

Doch es gibt neben Wissen auch noch eine zweite Anforderung im Schulsystem. Diese wird schon früh angegeben und heißt Transfer. Transfer ist die Aufgabenform bei der man Wissen anwendet. Heir geht es um Prinzipien und Theorieanwendung. Es geht also um das Wie. Meine eigene Erfahrung ist, dass die jungen Leute in der Schule von Transfer sehr überrascht und teilweise überfordert sind. Eine Idee, die dabei schnell bei der Hand ist, ist diejenige von dümmer werdenden Schülern. Diese Erklärung ist aber irgendwie unbefriedigend. Denn unsere Schüler heute haben keine anderen Gehirne als die Menschen eine Generation vor ihnen. Also stellt sich die Frage, warum man mir die Widerstandsformel vortragen kann, aber nicht weiß was Strom eigentlich ist? Kann es sein, dass dieser Teil nicht erzählt oder besser hinter verschwurbelten Formeln versteckt wurde? Kann es sein, dass es sinnvoller wäre klar zu machen, dass Literaturepochen ein Teil der Kulturgeschichte sind, anstatt die Schüler mit einem Zettel und der Idee, dass die ja auch Geschichtsunterricht haben hängen zu lassen? Kann es sein, dass man zwar ein Referat über soziale Probleme verlangt aber nie klar macht, was eigentlich dieses Soziale und sowas wie Gesellschaft ist? Oder wie man eigentlich so ein Problem strukturiert? Wie man so ein Referat hält und wie so ein Handout am besten aussieht?

Nun, das steht alles in den Lehrplänen und das soll auch alles behandelt werden. Es scheint nur so zu sein, dass jeder denkt, dass es der andere tut. Nur leider wissen die Leute, die später mal Verantwortung für diese Gesellschaft haben wenig über das Was wissen, weil sie es wieder vergessen, aber auch nichts über Wie wissen, weil das irgendwie unter die Räder kommt und dieser Tatbestand eher mit Klischees erklärt wird als, dass er als Problem gesehen wird.

London Calling

Es war mal wieder soweit. Ich begab mich mit einer Kollegin und etlichen Schülern nach London auf Exkursion und hatte natürlich auch die Kamera dabei. Wir haben alle üblichen Touristenspots abgehakt.

Die da wären:

White Tower II

Der Tower of London

View from the top of HMS Belfast

Die HMS Belfast

Dazu weiß ich nun, wo es in London geilen Kebab gibt, habe einige Tage in einem jüdischen Viertel gelebt und es geschafft meinem Rückensport auch in London nachzugehen.