HCH024 – Unterricht mit Smartphones

Ich wurde gefragt, ob ich mal sagen kann, was ich dazu mache und es wurde ein kleiner Rundumschlag durch die Didaktik, mit einem kleinen Abstecher dahin, was ich so im Sozialkundeunterricht mache.

Shownotes

Gewohnheiten…

Ich benutze ja Zeitmanagement und ähnliches um mein Leben zu organisieren. Normalerweise mache ich das über OmniFocus. Das ist furchtbar mächtig, erstaunlich teuer und seit langem meine Waffe der Wahl wegen Sync und so weiter. 

Nun habe ich in letzter Zeit habitica ausprobiert. Das ist ein To-Do Listen Dingsbums mit einem RPG-Community Ansatz. Man bekommt also kleine Belohnungen für getane Arbeit, die sich in Ausrüstung für einen Rollenspielcharakter äußern und dann dabei helfen Quests abzuschließen. In den Quests arbeiten Leute zusammen und dann hat man auch etwas Sozialdruck. So fein so gut. Allerdings doppelt das nun mein OmniFocus und ist nicht so verlässlich. Also ging es für mich zurück zu OmniFocus, weil das einfach beruhigend gimmickfrei und verlässlich ist. Allerdings hatte Habitica die Möglichkeit Gewohnheiten einzutragen, die dann abgehakt werden können.

Nun habe ich zuerst gedacht, dass ich diese Funktion dringend brauche, und dann mal nach Ersatzapps nachgesehen und festgestellt, dass es genau eine Anwendung gibt und da nervt mich meine Apple Watch schon mit.

Und so stellt sich heraus… ich muss mich nicht mehr zu Gewohnheiten dressieren lassen, als ich das eh schon tu.

WMDEDGT – Dezember Edition

Einen wunderschönen Tag wünsche ich euch. Heute ist wieder der 5. des Monats und ich mache wieder beim Tagebuchprojekt von Fr. Brüllen mit.

Los ging es heute relativ früh, nachdem mich das Tier der Nachbarn ausm Schlaf gebellt hat. Um sechs bin ich mit meinem Tier unterwegs gewesen und bin gerade am Frühstücken. Alles ist gut, vor allem hatte ich eine Rückfall zu HIM, weil die Herzensperson auf der Abschiedtour war. Das brachte dann eine Runde „Join me in Death“ und „Wicked Game1

So, jetzt geht es weiter mit der vorerst letzten Kurzarbeit dieses Jahres. Die möchte bis morgen fertig werden, aber nachdem erst um 11 das mit dem Unterricht angesagt ist, kriege ich das hin.

Kurzarbeit ist mittlerweile geschafft. Das mit dem Unterricht auch, dazu noch Leute zu Nachschriften eingeladen2, eingekauft und ein Weihnachtsgeschenk abgeschickt. Dann nach Hause gestürzt und mit dem Schnuffeltier wieder in den Wald. Jetzt sitze ich mit dem Laptop am Arbeitsschreibtisch, weil ich noch Weihnachtsgeschenke mit InkScape zeichnen muss und die Software aufm Laptop und nicht dem Arbeitsrechner ist, ich aber auch ein ordentlich Unterlage dafür brauch.

So, die Weihnachtsgeschenke, in Form von Namensschildern für die Kinderzimmer, sind großflächig fertig gestellt und ich habe zwei Jungs aus dem Jugendtreff mal mit in den Space genommen und ihnen das Nerdwunderland gezeigt.

Und dann bin ich daheim durch die Tür gestürzt mit dem kuschelbedürftigen Hund unterwegs gewesen und schreibe diese Zeilen hier…

  1. Der junge Villa Valo… *miau* []
  2. Probezeiten kommen und es ist ein Scheiß. []

Über Handlungsfähigkeit…

Nachdem es beim letzten Mal um Skills und die Idee ging, dass Inhalte Skills erst wertvoll machen, muss ich auch über eine zweite soziale Dimension reden, die mich da umtreibt. Fähigkeiten und Inhalte sind nämlich leider nur soviel wert, wie sich die einzelne Person zutraut. Und da beobachte ich eine Veränderung in die Richtung, dass immer weniger Leute ihre eigene Handlungsfähigkeit (Agency) und Selbstwirksamkeit in der Welt wahrnehmen. Darauf gestoßen haben mich die Geschichten von Menschen um mich herum, bei denen es sehr viel um Körperbestimmung geht. Fangen wir mal da an, und werden dann irgendwie allgemein.

Es ist dein Körper…

Die Geschichten, die ich hierzu kenne, sind weniger meine eigenen. Ich bin zwar volltätowiert, aber halt auch ein großer weißer hetero- und cis-gelesener Mann. Leute finden mich eigenartig, aber halten generell den Mund. Anders ist das bei meinem weiblichen Umfeld. Da das aber für sich selbst sprechen kann1, werde ich das nur grob umreißen. Das weibliche Umfeld hat sich nämlich zum einen großflächige Tätowierungen in „unweiblich“2 stechen lassen oder vor der Frage gestanden3, ob es sich ein Piercing stechen lässt. Das führt zu allerlei Einlassungen von außen, die irgendwelche Bilder an das Umfeld herantragen, seien es dezidierte Machtaussagen von Menschen, die glauben, dass romantische Beziehungen Machtbeziehungen sind4, oder aber antiquierte Vorstellungen von Schönheit.5 Dabei ist natürlich klar, dass entgegen dem gesellschaftlichen Mythos die Person selbst erst einmal Hoheit über ihren Körper hat. Auch, und eigentlich dann insbesondere, wenn sie diese nicht vollständig ausüben kann. Ich habe komische Tattoos und das ist mein Ding. Dasselbe gilt für sexuelle Präferenzen und so weiter. Egal wie sehr konservative Politiker und ähnliche Instanzen da hereinreden wollen, ist es grundsätzlich so, dass der Körper zur Person gehört.

Agency

Nach dem eher dogmatischen Statement geht es jetzt um die Frage, was das denn eigentlich bedeutet. Die Konstruktionsmacht der Person durch die Gesellschaft ist stark und wird immer wieder sozial reproduziert. Dabei geht sehr oft die Handlungsfähigkeit der Person im wahrgenommenen Druck der Gesellschaft unter. Die Konformitätsdrohung münzt sich in der individuellen Erfahrung in Gefühle von Ungeliebtheit und damit soziale Erwünschbarkeit um. Du wirst nur geliebt und bist nur wertvoll, wenn du dich richtig verhältst, also mit dem was du tust nicht den Rahmen dessen verlässt, was allgemein als gutes Verhalten konstruiert wird. Also bitte keine großen Bodymods, bitte über sexuelle Gewalterfahrungen durch Machtkonstruktionen schweigen, bitte immer so tun, als wäre jeder Stress willkommen und soundso kein Problem oder bitte immer perfekte Eltern sein und zwar nach allen sich-widersprechenden Elternratgebern gleichzeitig. Dieser Druck nimmt der einzelnen Person die Möglichkeit im Rahmen ihrer Beziehungen und in Bezug auf sich kompetent und eigenständig zu handeln. Individuelle Handlungsfähigkeit und das Nutzen alle Möglichkeiten, die einer Person zur Verfügung stehen sind aber integral für das Selbsterlebnis als eigenständiges Individuum, und das unbenommen von Sozialisation.

Dieses Phänomen wird mit dem Blick in niedrigere soziale Statusgruppen noch deutlicher. Hier wird ja nicht nur sozialer, sondern auch ökonomischer Konformitätsdruck ausgeübt. Die EmpfängerInnen von ALG II und ähnlichen Transferleistungen müssen sich in ihre Leben und damit ihre Handlungsfähigkeit in einem Maße hineinredenlassen, die vielen modernen Pseudopädagogen bei Kindern sofort die Zornesröte ins Gesicht steigen ließe. Die Unwürdigkeit, die da gegenüber Kindern reklamiert wird, ist dann bei Erwachsenen Menschen, die aus ihrer unabhängigen Handlungsfähigkeit viel Identität ziehen umso schlimmer.

Die sozialen Konstrukte, die benutzt werden um Menschen davon zu überzeugen, dass sie gegenüber sich selbst nicht handlungsfähig sind und keine Selbstwirksamkeit mehr haben, sind zutiefst schädlich und normal.

Und nu?

Hilft eigentlich nur etwas dagegen zu tun. Weil der einfache Ratschlag „Dann mach doch, was du willst.“ ist zwar richtig, aber auch zynisch. Denn Menschen, die immer wieder die Erfahrung gemacht haben, dass ihre eigene Handlungsfähigkeit in Frage gestellt wird, egal wie wohlmeinend das getan wurde6, trauen sich irgendwann selbst nicht mehr zu das Richtige zu tun, obwohl das nicht existiert.7 Also braucht es die wohlmeinende Hilfe von außen, die Menschen immer wieder darauf zurückführt, dass sie ihre Entscheidungen selbst treffen müssen. Man kann eine Meinung äußern, aber diese Meinung als für die andere Person als wichtig oder gar richtig aufzufassen ist übergriffig. Es ist nett zu wissen, was die anderen denken. Das bedeutet nicht, dass das auch nur im geringsten eine Richtlinie ist. 

  1. Und ja nichts dem Feminismus mehr hilft, als wenn Männer für Frauen sprechen… []
  2. Fragt mich, bitte, bitte nicht, was das ist. Es wurde mir berichtet. Ich dachte weiblich sei das mit den Brüsten und der Vulva, und davon gerne auch was optional. []
  3. Und die anscheinend im Sinne dieses Textes beantwortet. []
  4. Bitte hören Sie hierzu unser soziologisches Kaffeekränzchen zu Liebe []
  5. Hören Sie hierzu das passende Kaffeekränzchen über Schönheit. []
  6. Ich als Lehrer und total wohlmeinender Mensch muss auch aufpassen, dass ich das nicht tu… Es ist eben nicht einfach. []
  7. Hier kann man dann auch endlich mal von Gaslighting sprechen… []

Bitte nicht beim Skill stehen bleiben…

Ich habe ja viel mit Bildung und so Kram zu tun, immerhin arbeite ich da ja, und eine Sache, die mir immer wieder auffällt, ist wie wenig eigentlich darauf geachtet wird, dass die jungen Menschen mit den ganzen tollen Kompetenzen und Fähigkeiten, die sie so von uns beigebracht (bekommen sollen)1 eigentlich nichts anfangen können. Warum das so ist, versuche ich hier mal zu erklären.

Theorie und Praxis

Theorie und Praxis stehen sich im Verständnis vieler Menschen immer antagonistisch gegenüber. Theorie ist grundsätzlich so komisches Rumgedenke, dass in Schulen und Unis gemacht wird und da als Grundlage von hohem Sozialstatus gilt.2 Praxis hingegen ist das was in der Realtität wichtig ist. Der Theoretiker ist als schlauer als der Praktiker, der wiederum weiß, wie es wirklich geht.

Beide Vorstellungen sind natürlich totaler Käse. Theorie informiert Praxis und Praxis informiert Theorie. Nur im Wechselspiel zwischen beiden kann irgendetwas entstehen. Es hilft halt nicht, eine Schraube anziehen zu können, wenn ich nicht weiß, welchen Zweck diese Schraube im Großen und Ganzen so hat. Der Ingenieur ist halt ohne den Naturwissenschaftler, der Neues erforscht, gelangweilt und aufgeschmissen, wie der Naturwissenschaftler ohne den Ingenieur nicht forschen kann. Soziale Theorien sind nur so gut, wie sie empirischen Erkenntnissen entsprechen.

Theorie und Praxis befinden sich also nicht in einem Kampf, sondern eher in einem Tanz um die gemeinsamen Probleme.

Der Unterschied zwischen den Mitteln und den Inhalten

In den letzten Jahren hat im Bildungssystem ein steter Trend weg von Inhalten hin zu Skills stattgefunden. Die vielbeschworenen Kompetenzen haben da den Weg geebnet und die Konstruktion der „Wissenskompetenzen“ zeigt auch, wie kaputt der Kompetenzbegriff hier schon ist. Kompetenz sollte eigentlich bedeuten, dass eine Person Probleme eigenständig lösen kann und das auch bei ähnlichen Problemen, die diese Person nicht vorher mal eingeübt hat. Aussehen tut es dann so, dass immer mehr hochformalisierte Skills ohne große Freiheitsgrade gelehrt werden. Es ist halt einfacher eine Musterlösung auswendig lernen zu lassen, als Menschen die Unsicherheit zuzumuten einfach einen Text zu produzieren. Das ist natürlich ein komplett unnötiger Skill, aber selbst wenn wir sowas wie Integralrechnung nehmen, dann wird es auch nicht besser, wenn die Relevanz für die Lebenswelt fehlt. Nun werden die Mathematiker sagen, es geht hier um die Schulung des logischen Denkens und der Punkt ist in Ordnung, allerdings wäre das auch einfacher vermittelbar, wenn es da mal Inhalte gäbe.3 

Skills sind also ohne Inhalte sinnlos. Trotzdem gibt es einen festen Glauben, dass die Fähigkeit eine komplexe Handlung auszuführen an sich schon eine Qualifikation bedeutet. Das erkennt man unter anderem in der Lehrerbildung. Ist die Person im Referendariat in der Lage einen Stundenablauf zusammenzulügen und eine Überschrift an die Tafel zu malen, kann sie auf Kinder losgelassen werden. Menschliche Eignung spielt eine eher untergeordnete Rolle, wenn nicht gerade Unterordnung in eine Hierarchie gemeint ist. Dass dann am Ende irgendwie wichtig ist, was da so erzählt wird, dass inhaltliche Kompetenz und vor allem auch intellektuelle Kompetenz eine immanente Rolle spielen, wird halt gerne vergessen, wenn der Stundenablauf gut aussieht.

Der wahre Skill ist halt genau da, wo ihn keiner vermutet und informiert von Inhalten, die auch gewusst und verstanden sein wollen.

In die Zukunft…

Nachdem ich öfter von jungen Menschen gefragt werde, was sie denn mit ihrer Zukunft anfangen sollen, möchte ich meine Perspektive geben.4 Zum einen ist formale Bildung heutzutage nur noch wertvoll, weil sie Zettel generiert, die Sozialstatus bedeuten. Das ist großflächig ein Cargo Cult der Moderne: Ich habe einen Zettel und kann auf einmal was. Auf dem Weg zu dem Zettel kann Bildung stattfinden, aber das ist nicht verpflichtend und auch nicht so häufig wie gedacht wird. Deswegen gibt es immer mehr Bereiche in denen formaler Bildung misstraut wird und in der die formularische Ausbildung sogar kontraproduktiv sind. Das ist vor allem in kreativen und künstlerischen Berufen der Fall. Die haben einen handwerklichen Anteil, aber die wahre Bildung ist das, was die Menschen beim Ausprobieren des Handwerks an Erfahrungen sammeln. Das ist auch ein Kontrapunkt zum immer verschulteren Hochschulwesen, das Ausbildungen, in denen Dinge getan werden, durch Studiengänge ersetzt, in denen hauptsächlich Dinge gelernt werden. Dazu kommt, dass formale Ausbildungen den Blick unheimlich einschränken. Oder wie es Neil Gaiman in dieser Commencement Speech so schön sagt:

First of all: When you start out on a career in the arts you have no idea what you are doing.

This is great. People who know what they are doing know the rules, and know what is possible and impossible. You do not. And you should not. The rules on what is possible and impossible in the arts were made by people who had not tested the bounds of the possible by going beyond them. And you can.

If you don’t know it’s impossible it’s easier to do. And because nobody’s done it before, they haven’t made up rules to stop anyone doing that again, yet.

Oder wie ich als Lehrer gerne sage: „Wenn wir SchülerInnen nicht sagen, dass etwas zu schwer ist, dann merken die das nicht und tun es einfach.“ Formale Bildung tut das aber die ganze Zeit und die Reaktion der Schülerschaft auf Freiheitsgrade in Aufgaben ist oft die von Angst und Unsicherheit und selten die von Freude. 

Das Unterscheidungsmerkmal für gute Arbeit wird also immer mehr der Inhalt und die Anwendung der Skills, die es zweifelsohne braucht. Und das ist auf jedem Level wahr… und manchmal sogar wahrer für die „kleinen“ Jobs wie Handwerker als für die tollen akademischen Berufe, die sehr oft nur glorifizierte Bürojobs sind.

Es ist halt wichtig, nicht zu glauben, dass irgendetwas gut zu können, ein Garant für Erfolg oder Anerkennung oder auch nur ein Wert ist. Das wird alles erst wertvoll, wenn es mit Inhalten, Menschlichkeit und Authentizität gefüllt wird. Also bitte nicht beim Skill stehen bleiben… 

  1. Glaubt das jemand ernsthaft, dass das so funktioniert? o.O []
  2. Herr Bourdieu an die Infotheke bitte! []
  3. Das wird dann mit absolut peinlichen „lebensweltlichen“ Aufgaben probiert, die primär zeigen, dass die Menschen, die sie erstellt haben, in ihrer Lebenswelt keine Notwendigkeit für diese Inhalte haben. []
  4. Achtung: ich bin so hoch privilegiert was das alles angeht, dass es total ironisch ist, dass ich das tue. Es ist mir bekannt, dass ich lebenszeitverbeamtet bin und mir überhaupt keine Mühe geben muss… entsprechende Einlassungen darf man sich klemmen. []

WMDEDGT – 5.11.2017

So… dann schaue ich mal, ob ich das heute wieder hinkriege. Erstmal vorneweg: Sonntage sind bei mir Arbeitstage. Ich habe so ne Art rollende Woche, bei der Freitag nachmittag und Samstag frei ist und Sonntag morgen am Schreibtisch stattfindet. Aber schauen wir mal…

5:30 Uhr

Viel zu früh wach. Aber gut, anziehen und eine blinkende Flocke durch die noch existierende Nacht führen. Zu Glück habe ich mir die Party gestern Nacht gespart. Zwischendrin den Herzmenschen auf Instagram gesehen und gleich mal wieder festgestellt, wie sehr ich mich darüber freuen kann, dass sie so viel Spaß hat.

6:45 Uhr

Die To-Do Liste für den Haushalt sagt Treppenhaus wischen und Küche und Bad also wird das nach dem Frühstück gemacht und der Keller gleich dazu, weil ich mit „Hausordnung“ dran bin. 😉

7:45 Uhr

Eine Blutdruckmessung später diesen Blogpost angefangen. Auf der Liste stehen: 3 Kurzarbeiten erstellen und ca. 25 Aufsätze lesen. Letztere sind so halb auf Freitag verschoben, weil vorher die Kurzarbeiten geschrieben werden wollen. Ich fange dann also wohl mit den Kurzarbeiten an.

Okay, Prokrastination ist ja was tolles, und ich hab dann mal noch kurz Wäsche in die angeschmissen und erstmal die Wochenplanung gemacht.

9:20 Uhr

Kurzarbeit 1 nimmt langsam Form an. Nebenbei prokrastiniere ich damit rum einen Direktposter für mein Blog auf Twitter zu finden, nachdem IFTTT irgendwie stinkt. Kann sein, dass dieser Post schon anders beworben wird. Update 9:49 Uhr: Die Kurzarbeit ist halbfertig, aber dafür habe ich jetzt direkte Crossposts von meinem WordPress. Die Podcasts stelle ich wahrscheinlich die Tage um. Ich mach da mal ein To-Do…

10:00 Uhr

Wäsche aufgegangen und die erste Kurzarbeit ist fertig.1 Die Aufsätze sind auf Dienstag/Mittwoch verschoben. Onwards!

10:45 Uhr

Die nächste Arbeit ist fertig. Noch eine weiter… die ist jetzt die schwierigste, weil ich die Thematiken der anderen etwas umdrehen muss, um noch genug Fragenvielfalt zu haben.

11:02 Uhr

Das ging jetzt fix. Ich hab alle Kurzarbeiten fertig und werde jetzt noch schnell eine neue Seite für die Schulhomepage bauen. Zum Glück brauche ich heute kein Mealprep zu machen, weil die tolle rote Linsensuppe schon auftaut für morgen.

14:35 Uhr

Ich sitze halb-nass auf der Couch. Vor mir Flocke ungefähr 1/4 nass. Ich war zwischenzeitlich schwimmen (1000m – 35 min), habe Mittag gemacht und war danach noch ne Dreiviertelstunde bei beschissenstem Wetter mit dem enthusiastischen Tier im Wald. Die Heizung ist an, die Jacke am Trocknen und ich komme erstmal runter. Perspektivisch gibt es noch einen Eintrag und dann ist das fertig. 😉

17:00 Uhr

Ich sitze im Jugendtreff und warte auf die junge Dame, die mir nochmal ihre Seminararbeit zeigen wollte. Gegen 18:30 geht es mit blinkendem Hund nach Hause, dann ins Auto und zu Hagen Rether! \o/

  1. Hoch lebe das Archiv! []

Sondierungen als postmodernes Drama

Stefan Schulz vom Aufwachen Podcast hat sich in Folge 247 gewünscht, dass sich jemand mit literaturwissenschaftlichen oder theaterwissenschaftlichem Hintergrund mit den Sondierungsgesprächen von CDU/CSU, FDP und Grünen zu beschäftigen.

Ich bin jetzt kein Theatermensch, also beschäftige ich mich etwas weniger mit der Inszenierung. Dafür fiel mir eines dieser postmodernen Theaterstücke ein, die ich im Studium allein dafür genossen habe, weil sie ein Publikum komplett kirre machen.1 Ich stelle erst einmal das Stück vor und dann ziehe dann Parallelen.

Synopse: Tom Stoppard – The Real Inspector Hound

Das Stück, das sich auf der einen Seite an den Sherlock Holmes Klassiker The Hound of Baskervilles anlehnt und auf der anderen ein Kommentar über journalistische Theaterkritiker. Zum Bühnenbild gehört die Tribüne, auf der die zwei Kritiker Moon und Birdboot sitzen, die sich ein eher lahmes Whodunnit Stück ansehen. Moon ist eigentlich nur da, weil der Oberkritiker Higgs nicht kann und Birdboot findet die Schauspielerin von Felicity ziemlich nett, obwohl er verheiratet ist. Er scheint hauptsächlich daran interessiert zu sein junge Schauspielerinnen gegen sexuelle Gefallen hochzuschreiben.

Der Plot des Stück-im-Stück ist einfach zusammen gefasst: in einem Herrenhaus am Arsch der Welt liegt ne Leiche rum.2 Es wird per Holzhammerexposition bekannt gegeben, dass ein Wahnsinniger in den Sümpfen um das Herrenhaus unterwegs ist. Dazu kommt ein doppelbödige Liebesgeschichte, bei der Cynthia, eine der Personen im Stück im Stück, das Interesse zweier männlicher Charaktere geweckt hat, während Birdboot gleichzeitig anfängt sich mehr für ihre Schuspielerin zu entscheiden. Während sich Moon und Birdboot über das eher dröge Stück unterhalten klingelt auf der Bühne das Telefon. Moon geht ran und Birdboots Frau ist dran. Das führt dazu, dass Birdboot auf der Bühne ist, während das Stück wieder losgeht und prompt aus dem Off erschossen wird, nachdem er die Leiche als Oberkritiker Higgs erkennt. Moon wird zum Inspector Hound und dann als der falsche erkannt und auch erschossen. Woraufhin in einer dreifachen Enthüllung herauskommt, dass der Täter der drittrangige Kritiker ist, der Moon, Birdboot und Higgs ausm Weg haben wollte. 

Sondierung als postmodernes Drama

Nun, die aktuellen Sondierungsgespräche sind aus meiner Sicht auf vielen Ebenen ähnlich. Wir haben einmal ein lock-room-mystery bei dem sich keine der Personengruppen gegenseitig trauen können und dazu eine Gruppe der Zuschauer, die Teil des Stücks sind und sich doch gleichzeitig für distanziert halten. Wie in Stoppards Stück geht es eigentlich überhaupt nicht um das angebliche Kriminalstück auf der Bühne, sondern um die Zuschauer, die sich die echte Bühne teilen. Ihre Befindlichkeiten, wie die von Moon und Birdboot, sind am Ende wichtig. Das gilt für die Balkonfotos, wie die politischen Kommentatoren, die sich darüber aufregen, dass Sondierungspapiere vertwittert werden. Wir lernen als Beobachter des gesamten Dramas eigentlich hauptsächlich etwas über die professionellen Zuschauer, die das Geschehen auf der Bühne beurteilen sollen.

Und so sind es auch bei den Sondierungen die Fragen, die uns Beobachter umtreiben. Was treibt die Kommentatoren an? Warum stehen da jeden Tag Fotografen sinnlos im Regen um Angela Merkels Gesäß an einen Sims gelehnt zu fotografieren? Die wirtschaftliche Verzweiflung und gleichzeitig arrogante Blasiertheit von Moon und Birdboot scheint eine gute Parallele darzustellen. Auch diese sind da, weil sie da sein müssen und ihre Motive haben nichts mit dem Inhalt des Stückes zu tun.

Was sagt uns das über die Protagonisten, die sich unbeobachtet für Beobachter und Bewerter halten? Birdboot, der entscheidet, welche junge Schauspielerin hochgeschrieben wird, je nachdem ob sie sich mit ihm ins Bett legt, scheint eine einfache Parallele zu Boulevardpresse wie aber auch seriöserer Medien zu sein. Die Selbstimportanz der politischen Kommentatoren ohne Einblick ist faszinierend.

Und natürlich: Wer ist der/die wahre Kanzler(in)? und: Welche der Personen in den Sondierungen wird am Ende die Kritiker erschießen?3 

  1. Das sei bitte nicht mit dieser prätentiösen Scheiße verwechselt, wie man sie z.B bei diesem Trump Theaterstück findet. Dramatische Mittel müssen immer einen Sinn verfolgen, der den Zuschauer transzendieren lässt. []
  2. Übrigens seit Anfang des Stückes, die aber freundlich ignoriert wird, bis sie wichtig wird. Postmoderne FTW! []
  3. Ich tippe da auf Christian Lindner… []

Samhain 2017

Es ist wieder Samhain, die Nacht der Toten und der Grenzen… heute ist wieder eine dieser Grenzen. 

Letztes Jahr ging es im Text Neuanfänge und ich sprach darüber, dass Samhain ein Ort der Grenzen und damit ein Symbol des Neuanfangs ist. Auf der anderen Seite gibt es in der Philosophie des Jahreskreises keine wirklichen Enden. Es endet der Zyklus, aber nicht der Kreis. Und deswegen geht es dieses Jahr darum weiterzugehen.

Also, geht weiter auf euren Wegen… und seht euch um, mit wem ihr geht. Nehmt die Menschen in eurer Nähe an die Hand und geht gemeinsam. Die Welt ist dunkel, insbesondere heute Nacht. Tragt eure Lampen gemeinsam und findet eure Wege…

Happy Samhain!

Das mit dem #mealprep…

Wer mir auf Instagram und twitter folgt hat schon bemerkt, dass ich seit Anfang des Schuljahres regelmäßig am Sonntag Fotos von so Essenskisten poste. Das hat für etwas Verwirrung gesorgt, also werde ich das mal kurz erklären.

Vorraussetzungen

Das zentrale Element hier ist ein typischer Schultag. Im Durchschnitt hat man fünf von sechs Stunden und in den offiziellen Pausen spricht man mit der Schülerschaft oder rennt durch die Gegend. Für Lehrer bleiben maximal die Freistunden, so vorhanden, um irgendwas zu essen. Das Angebot in der Schule besteht meist aus belegten Semmeln und Leberkäsbrötchen. Dazu kommt Mittagessen der rustikaleren Art. Das wird alles vom Hausmeisterehepaar zubereitet und ist vollkommen okay. Allerdings aber auch teurer als selbst zu kochen und leider nicht unbedingt gesund.

Ganz konkret sieht das für dieses Jahr so für mich aus: Montags habe ich von 8:45 bis 16 Uhr Unterricht. Dazwischen liegen zwei 15 Minuten und eine 45 Minuten Pause. Der Rest ist reden, Tafel anmalen und so weiter. Donnerstag und Freitag sind jeweils fünf von sechs Stunden verplant. Für diese drei Tage wäre es irgendwie gut etwas zu essen dabei zu haben und wie gesagt, die Optionen in der Schule sind okay, aber weder finanziell noch gesundheitlich zukunftsfähig.

Prepping…

Nerd und Hipster, der ich bin, bin ich auf der Suche einer Lösung über die indiegogo Kampagne von prepd gestolpert. Das ist eine hipsterige Lunchbox mit passenden Containern und einer App, die Rezepte anbietet. Und obwohl man die Container auch anders füllen kann, bin ich immer wieder erstaunt wie die etwas eigenartig anmutenden Kombinationen gut harmonieren. Deswegen habe ich langsam aber sicher auch Lieblingsgerichte.1 Es ist dazu eine Befreiung einfach jeden Tag zu wissen, was man zu essen mit in der Schule hat, was drin ist und so weiter. Alles in allem bin ich bisher sehr glücklich mit dem Konzept, vor allem, weil leckeres Essen immer toll ist.2

  1. Avo and Eggs!! []
  2. Vom Neid der KollegInnen reden wir ma gar nicht.. []

Übergänge

Übergänge

Die Straßenbeleuchtung hat noch halb die Augen geschlossen
Ein blaues Blinken fliegt durch die Dunkelheit des Parks
Das orangene Licht wirft willkürliche Schatten an den Hauswänden entlang
In der S-Bahn legt sich ein müder Kopf auf eine müde Schulter
Der Geruch der durchtanzten Nacht mischt sich mit frischem Kaffee To Go

Das Blinken wird zum Hund
Das Licht führt nach Hause
Der Ofen offenbart warme Brötchen
Eine Tür öffnet sich, eine andere schließt sich.

Wir sind hier
Aus der Welt, in der Welt
Im Nirgendwo des Morgens