RSS Ersatz

Google ((Ihr wisst schon, die mit „don’t be evil“.)) hat beschlossen den Google Reader zu killen, ihre kostenlose und sich selbst synchronisierende Webanwendung zum Lesen von RSS Feeds. Das ist sehr hübsch, weil man da seine Clients dranhängt und immer weiß, was man schon gelesen hat und dazu noch Updates gezogen bekommt ohne dass das die Geräte machen müssen.

Also musste ich mir eine Alternative suchen. Nun gibt es solche Sachen wie feedbin und feedly. Die sind allerdings wahlweise monatlich kostenpflichtig oder haben das selbe Potential auch wieder zu verschwinden. Dazu habe ich ja öfter den Wunsch meinen Kram selbst zu hosten. Da kam mir ein Tip der Fanboys sehr recht. Für die technisch fortgeschrittenen Nutzer gibt es nämlich Fever.

Fever ist eine PHP/MySQL Anwendung, die man auf seinem eigenen Server installiert und die dann als eigene Webanwendung läuft. Man loggt sich ein und hat einen zentralen RSS-Reader im Netz. Auf Wunsch updated sich das auch automatisch und man braucht nur noch die URL aufrufen und hat seine Feeds in einem ansprechenden Format präsentiert. Ein Vorteil ist, dass man schon im Browser ist und dann gleich seine Infos schön in einer Kaskade an Tabs öffnen kann.

Für mobile Geräte gibt es zum einen eine mobile Seite von Fever selbst. Aber es gibt auch schöne Clients. Ich benutze da auch das empfohlene Sunstroke. Sieht gut aus und wenn man den Server automatisch updated, geht die Übertragung auch fix.

Also, wer seinen Google Reader vermisst und das vielleicht selbst machen möchte, dem sei ein Blick auf Fever empfohlen.

Emailkrypto für Anfänger

Nach PRISM ist es mal wieder im Fokus: die Tatsache, dass wir von Geheimdiensten abgehört werden. ((Und zwar nicht nur amerikanischen, sondern auch unseren eigenen.))

Das ergibt viel Diskussionen, Empörung und so weiter, aber eigentlich zeigt es nur auf ein Problem: wir schützen uns noch nicht genug davor. Klar, jetzt mögen die Post-privacy Advokaten wieder sagen, dass man sich damit einem erzwungenem Privatismus ergibt.

Doch wie kann man sich schützen? SSL ist keine ernsthafte Lösung. ((Die Staaten haben alle ein root-Zertifikat. Schaut lieber nicht in die Liste in eurem Browser.)) Also, nehmen wir halt PGP. Das ist relativ einfach einzurichten und schützt euch (vorerst) dank Ende-zu-Ende Verschlüsselung vor Schnüffeleien. Es ist eigentlich relativ einfach einzurichten.

Der Standard für Windowskisten ((Für Mac frage man mich mal in den Kommentaren. Linuxuser sind Linuxuser und wissen, was sie da zu tun haben.)) ist sich einen Mozilla Thunderbird zu installieren und diesen mit GPG und dem Add-On Enigmail dazu zu bringen Emails verschlüsseln und entschlüsseln zu können. Dann generiert man sich seinen Schlüssel für die jeweilige Emailadresse und schmeisst diese auf den Schlüsselserver und los geht es. Leider gibt es immer (noch) zuwenige Anwender dieser einfachen Technik, aber dank der erneuten Aufmerksamkeit für dieses Thema hoffe ich, dass wenigstens einige von euch dies auszuprobieren.

Eine Frage der Qualität

Die Schulen stehen im 21. Jahrhundert vor großen Herausforderungen. Das liest man zumindest überall und es bemüßigen sich viele Leute an Analysen, Forderungen und ähnlichem. Dazu gehöre ich, der sich schon auf seinen Bierkasten gestellt hat, aber auch die Kultusministerien und Gremien, die diesen angegliedert sind. Im Gegensatz zu mir, hat das bayrische Kultusministerium da natürlich tatsächlich etwas zu sagen und die Entscheidungen und Ideen, die dort entwickelt und getroffen werden, landen dann bei uns Lehrkräften. Eine der aktuell am meisten diskutierten Ideen ist ein Qualitätsmanagement für Schulen. Da mich dies betrifft möchte ich eigentlich nur einmal festhalten, wie dieses strukturiert ist und was mir das am Ende sagt. ((Ja, langweilig, aber das hier ist ja mein Blog.)) Die meisten dieser Informationen findet man auch auf der offiziellen Seite des Projekts. Ich fasse das nur grob zusammen.

Schulqualitätsmanagement – Ein Anfang

Bevor es allerdings wirklich losgeht muss man sich ja erst einmal irgendwie darüber klar werden, was denn eigentlich Schulqualität ist. Die Liste dazu ist so erstaunlich lang, dass es eigentlich gar nicht möglich ist das in einem zu operationalisieren. Die Anforderungen an Schule sind halt so vielschichtig und komplex, dass es auch sehr schwer ist zu sagen, was eine Schule gut macht. ((Vielleicht wäre es auch einfacher sich anzusehen, was eine Schule schlecht macht und das einfach abzustellen und den Rest einfach laufen zu lassen, bis es Probleme gibt.)) Während die Schulverwaltung sehr abstrakte Ziele ansetzt, stört den Lehrer vor allem unwegsame Verwaltung und das eine oder andere pädagogisch-psychologische Problem, dass die Fähigkeiten des einzelnen übersteigt. Dazu kommen noch die Schüler, die klare Vorstellungen haben, wie das so aussehen soll ((Witzigerweise hat das wenig mit „gar keine Schule“ zu tun, und mehr mit freundlichem Umgang, Transparenz und spürbarer Kompetenz.)) und auch die Eltern, die gerne mal dem neurotischen Druck der Gesellschaft erliegen und der Schule nicht vertrauen. ((Leute, ganz ernsthaft: das ist alles nicht ideal, aber wir wissen relativ gut, was wir da tun…)) Am Ende hat aber alles sein Zentrum in den zentralen Schulabläufen, also schlicht Rahmenbedingungen die den Lehrern und der Schulleitung ermöglichen möglichst gut die Wünsche der Eltern, Schüler und Schulverwaltung zu erfüllen.

Dazu benötigt man Strukturen und auch einen klaren Plan der Verbesserung. Das soll dann das Qualitätsmanagement machen. Dafür muss dieses Managementsystem aber auch bestimmte Anforderungen erfüllen. Es muss schlank, flexibel, transparent und dabei auch dokumentierbar sein. Diese Aufgabe versucht man derzeit in meinem Bereich mit dem QMBS ((Qualitätsmangement an beruflichen Schulen)) zu lösen. Das ist das System, das ich hier jetzt erst einmal darstellen möchte. ((Allein schon, weil ich es endlich mal in Ruhe kapieren will.))

Grundlegende Ideen von QMBS

Das System besteht im Endeffekt aus vier Komplexen, die sich um ein zentrales schulisches Qualitätsverständnis drehen. Das Qualitätsverständnis ist individuell für jede Schule festlegbar und gilt als Ausgangspunkt für alle anderen Aktivitäten der Schulqualitätssicherung. Das macht dieses Verständnis jetzt nicht einfacher zu erreichen und die Chance, dass dieses Qualitätsverständnis suboptimal definiert wird ist durchaus vorhanden. Schließlich sind Lehrer Experten für ihre Fächer und Unterricht, aber nicht für Prozessanalyse, schon gar nicht der eigenen Prozesse.

Der erste Komplex, der sich an das Qualitätsverständnis anschließt ist eine interne Evaluation der schulischen Prozesse. Ohne Daten darüber, wie die Schule läuft, können wir ja eigentlich keinerlei Aussagen treffen oder Maßnahmen ergreifen. Dazu braucht es dann also eine standardisierte und reliable Datenerhebung. ((Wie man das in einer Schule anstellt, wenn eigentlich das gesamte Personal keine Bildungsforscher sind, gute Frage… Man wird dabei anscheinend unterstützt.))

Um dann irgendwie die Maßnahmen umzusetzen und auch eine Kontrolle der Umsetzung zu haben, ist dann auch noch eine externe Evaluation vorgesehen. Dabei kommen dann halt Leute vorbei, schauen sich alles an und bereichern die Schule mit ihrer Kompetenz ((Oder wenigstens einem Stapel Papier…)). Das ist vor allem das Mittel der Schulverwaltung um sicher zu gehen, dass hier nach Vorgaben und Ideen gearbeitet wird, die akzeptiert und sinnvoll sind.

Das gibt es dann auch noch einmal auf der persönlichen Ebene. Aus der Idee, dass sich der Einzelne immer verbessern kann, entsteht das Indivualfeedback für Lehrer. Hierbei sollen sich die Lehrer gegenseitig beobachten und unterstützen. Vorgegeben ist da nur, dass man das als Lehrer so einmal im Jahr machen sollte.

Zuletzt muss die ganze Qualitätssicherung natürlich auch noch organisiert werden. Das geschieht im Beriech Prozessteuerung. Hier gibt es dann eine Lenkungsgruppe, die die Schulleitung dabei unterstützen soll, dass da die Qualität gemanagt wird. Da geht es natürlich auch um Beteiligung, aber halt auch Verwaltung.

Dies stellt jetzt erst einmal die grobe Struktur dar, doch da kann man natürlich auch mal ins Detail gehen.

Schulisches Qualitätsverständnis

Das SQV ((Ja, Akronyme sind immer toll!)) steht „in der Mitte allen schulischen Qualitätshandelns“. Es wird sich von der Schule selbst gegeben in einem Prozess, der irgendwie nach Demokratie aussieht. Dabei wird die Lehrerschaft gefragt, wie sie das so sieht und dann werden daraus Leitsätze gebildet nach dem Qualität an der Schule so begriffen wird. Die Schulgemeinschaft soll also für sich klären, was Schulqualität ist und daraus dann Ziele und Aufgaben ableiten.

Das ist auf der einen Seite sehr nett und sicherlich der einzige Weg, wie man überhaupt Schulqualität umsetzen kann, es ist aber auch problematisch, da hier am Ende ein Kompromiss getroffen werden muss. Da bestimmte Personen in einer Schule sämtliche Abläufe wahlweise torpedieren oder zumindest erschweren können, haben diese den Vorteil der bestimmenden Minderheit. Das bedeutet dann leider nicht, dass deren Ideen zur Schulqualität tatsächlich die für die Schule geeignetsten sind. Da hier alles demokratisch läuft, kann es zu Blockaden oder aber zu Manipulationen kommen, die die Legitimität des gesamten Prozesses gefährden. Das gesamte System hängt aber am Qualitätsverständnis und hier wird es dann schon schwieriger.

Interne Evaluation

Eine Schule intern zu evaluieren ist, mit gegebenen Mitteln, eigentlich ganz einfach. Man baut einen Fragebogen, bei dem sich der empirische Sozialforscher nicht gleich durch Lachen oder Suizid aus der Welt entfernt, und schmeisst diesen den Schülern und Lehrern entgegen. Dann setzt man sich hin, oder lässt jemanden hinsetzen, und macht dann Datenanalyse. Ein paar hübsche Tortendiagramme ((Tortendiagramme sind übrigens das Comic Sans des Statistikers…)) später hat man grundlegende Informationen über die Schule gesammelt. Das ist durchgehend sinnvoll und praktikabel. Das einzige Manko ist dann die Frage, welche Problemfelder eigentlich überhaupt analysiert werden und das fällt auf das Qualitätsverständnis zurück.

Eine interne Evaluation der Abläufe kann eigentlich nur hilfreich sein, solange sie professionell durchgeführt ist. Das ist dann auch der einzige Punkt an dem dies in der Schulrealität gerne mal scheitern kann. Aber hierfür gäbe es sicher Hilfe, weswegen dies eigentlich etwas ist, was man machen kann und wahrscheinlich auch sollte.

Externe Evaluation

Das wird bei externen Prozessen noch einfacher. Eigentlich kann man sich der externen Evaluation einfach ergeben und im Behördensystem muss man das halt schlicht einfach tun. Damit wird es aber auch erst problematisch, da hier eigentlich Werte von außen an die Schule herangetragen werden, die wiederum nicht mit dem schulischen Qualitätsverständnis übereinstimmen müssen und dank der Breite der pädagogischen Welt auch gerne komplett im Widerspruch zum Qualitätsverständnis stehen können. Das führt entweder zur Entwertung des externen Feedbacks oder aber zu zusätzlichem Konformitätsdruck auf die Schule. Beide Szenarien sind nicht sonderlich hilfreich. Hier hängt sich das Problem wieder am Qualitätsverständnis der Schulen auf.

Generell ist zu sagen, dass eine externe Evaluation mit klaren und transparenten Anforderungen und Regeln sicherlich sinnvoll sein kann, wenn diese dann Rücksicht auf die schulinternen Vorstellungen von Qualität nimmt.

Individualfeedback

Der nächste Bestandteil ist das individuelle Feedback für jeden Lehrer. Dies wird generell als freiwilliges Angebot formuliert. Es wird davon ausgegangen, dass Lehrer Feedback wünschen und sich fortbilden wollen. Dazu gibt es dann individuelles Feedback, dass sich die Lehrkraft selbst aussuchen kann. Zwar wird in allen Texten betont, dass dieser Prozess unabhängig von etwaigen Beurteilungsszenarien ist, aber man darf es dem dauerkontrollierten Beamten nicht übel nehmen, wenn er da skeptisch ist. Die Akzeptanz solcher Methoden hilft sicherlich die Qualität an Schulen zu verbessern, doch die Beurteilungs- und Kontrollpraxis in staatlichen Schulen kann dafür sorgen, dass sie wenig Akzeptanz erfahren werden, da man gelernt hat Feedback und Kontrolle wahlweise zu ignorieren oder zu fürchten. ((Ich weiß nicht, was davon schlimmer ist.))

Bei einer entsprechenden Schulkultur ist Individualfeedback sicherlich eine gute Idee und hilfreich. Diese Schulkultur herzustellen ist ähnlich komplex wie das entsprechende Qualitätsverständnis herbeizuzaubern.

Prozesssteuerung

Der letzte Bestandteil ist dann auch der wichtigste, denn ohne eine entsprechende Organisation ist ein Management nicht möglich. Mit diesem Teil beschäftigt sich die Prozesssteuerung. Wie der Namensbestandteil Steuerung schon angibt, geht es hier nicht um einen demokratischen Prozess, sondern die Aufgabe obliegt der Schulleitung und einer Lenkungsgruppe ((Die Begrifflichkeiten sind klasse, oder?)). Diese Gruppe soll Qualitätsmassnahmen entwickeln, kontrollieren und dokumentieren.

Abhängigkeiten sollen natürlich nicht gegeben sein, aber sie sind am Ende informell natürlich da. Damit kann befürchtet werden, dass die Menschen, die den Prozess lenken sich durch den Prozess verändern müssen oder zumindest ihre Umstände verändert sehen. Das ist dann natürlich für diese Menschen ein Problem und im Endeffekt ein Grund, dass die Organisatoren des Qualitätsmanagements eigentlich nur viel Papier, aber keine Ergebnisse abliefern.

Und nun?

Nun, die Idee einer irgendwie gearteten Sicherung von Schulqualtität ist an sich nicht schlecht, wenn die grundlegenden Fragen geklärt sind. Diese Fragen sind:

  • Was ist denn Schulqualität?
  • Wie ist sie operationalisiert?
  • Welche Relevanz hat sie für die Betroffenen?

Diese Fragen werden durch QMBS nur wenig beantwortet, weil es eigentlich später ansetzt. Im Mittelpunkt steht halt ein Qualitätsverständnis, das schwammiger nicht sein kann und auch schwieriger nicht vereinbart werden kann. Da die Alternative, nämlich global vorgegebene Qualitätsstandards als schlechter gesehen werden, ist dies ein saurer Apfel, in den man beißen muss, will man Schulqualität herstellen. Der primäre Kritikpunkt, der mir hier auffällt ist, dass das Qualitätsverständnis positiv formuliert wird. Es ist viel einfacher zu sagen, was man nicht haben will, als immer positiv etwas zu formulieren. Meist bleiben diese Formulierungen auch leer.

Während interne Evaluation und Individualfeedback absolut sinnvolle Ideen sind, können sie am Ende an veralteten Vorstellungen in der Lehrerschaft scheitern. Aber sie werden sicherlich in Zukunft zu sinnvollen Standards werden. ((Dass die erst jetzt die Idee haben, dass das vielleicht sinnvoll wäre, sagt mehr über unsere Schulverwaltung, als man wissen möchte.)) Die externe Evaluation spielt hier eine untergeordnete Rolle, weil QMBS es sie nur insofern betrifft, dass man dafür sorgt, dass man zu ihr kompatibel ist. ((Egal wie hirnrissig die Kriterien dann sind.))

Die Prozessteuerung ist am Ende das Sorgenkind dieses Konzepts. Sie macht eigentlich alles schlecht, was man sich hier erhofft. Sie ist weniger flexibel und hat eine Chance viel Filz und wenig Inhalte zu produzieren. Dies scheint mir die eigentliche Achillesferse dieses Systems zu sein. Es wird viel Geld und Zeit in etwas investiert, dass eigentlich Schule schlanker und effizienter machen sollte. Die Anfangsinvestition an Zeit und mentaler Arbeit ist hoch und verspricht keinerlei Ergebnisse oder auch nur Ergebnisansätze.

Dementsprechend ist mein Bild vom QMBS das einer guten Idee, die nicht gut umgesetzt ist. Es ist gut gemeint aber im Detail nicht gut gemacht.

The Zap Code

The life-code of Zap McClannad (the all purpose inner personal Neo-Celtic Pagan Folk Hero).

this is Poetry and Art…
these are guide lines…
this is NOT a DOGMA…

The Zap-Code ((As purported by SteveSic of Omnia))

l:  „Do what you will,
You know what you should.
and if a thing is worth doing,
it’s worth doing good“

2:  „Take what you will,
but, no more than you need.
for the balance of life
is disrupted by greed“

3:  „Give some to the Gods
of all that you have,
for they can give you their blessings
or they can cut you in half.“

4:  „Care for nature around you,
all the trees and green things,
for we’re in life together.
We should All do our thing“

5:  „True friendship , strong as iron,
will never turn to rust.
An everlasting curse rewards
betrayel of this trust“.

6:  „To your Clan and to commonfolk
be respectfull and mild,
and to all of your enemies
be nasty and wild!“.

7:  „Choose your friends wisely,
all that glitters is not gold.
A promise made must be fulfilled,
as Fire burns and Ice is cold“.

8:  „Feed your guests, should you have them.
Share your mead and your bread.
Don’t drink too much of the ale-horn,
don’t be first in your bed“.

9:  „Do not boast about powers
you do not possess.
For the True deed, makes the false speech
completely worthless…“

10:  „When bad times are upon you,
don’t forget they won’t last.
With a light heart and courage,
They will soon be in the past“.

11:  „Laugh each day, ‚cause it feels good
and make love,don’t make strife.
With enough sex and laughter
you will live a full life“.

12:  „Don’t be frightened to love
don’t be too tough to cry.
Give your feelings expression
and your spirit will fly“.

13:  „If rules are wise, respect them
If they’re foolish, then don’t.
If your work has purpose, do it!
If it’s pointless, then don’t!“.

14:  „Don’t think you can do nothing,
when you see all is wrong.
For you are Clan McClannad!
and you’re one of the strong!“

15:  „In a heart filled with honour
there is no room for fear.
Trust in Zap and DON’T PANIC!
and your head will stay clear.“

16:  „Keep your sword and spear sharpened,
when a conflict you feel.
So if harsh words don’t solve it‘
you can trust in cold steel!“.

17:  „Take good care of your body,
take good care of your soul.
for you need BOTH in this life
to take you  to your goal.“

18:  „Follow no other leader,
they are all full of crap.
For the Gods they are many,
but there’s only one Zap!“.

Demokratienormalitätsupdate – Zynikerversion

So, Deutschland versinkt gerade in den Fluten. Das Jahrhunderthochwasser von 2002 ((Das war vielleicht auch etwas früh…)) wird durch das von 2013 abgelöst. Bevor das nächste dann gegen 2022 kommt. Das hilft natürlich andere kleine Probleme zu verdrängen. Da wäre einmal dieser Aufstand in der Türkei. Fangen wir doch mit dem mal an. ((Keine Sorge, ich hab sogar eine Pointe am Ende.))

Also hier kurz die Lage, wie sie sich mir durch die Medien darstellt. Alles begann mit einem Protest gegen die Abholzung hunderter Bäume in einem zentralen Platz. Diese wurde von der Polizei bedroht und entglitt in eine veritable Straßenschlacht, bei der die Polizei nicht nur sämtliche Vorräte an Tränengas verbraucht, sondern auch gleich noch zu schwerer Waffen gegriffen hat. Dabei galt dann erst einmal, dass die Regierung in ihrem Vorgehen komplett kompromisslos vorging und die Bevölkerung in großen Mengen dagegen stand. Die Medien wurden geknebelt, so dass unsere Berichterstattung in Deutschland weitaus detaillierter ist als die in der Türkei selbst. Internet wurde mal kurz abgestellt, es roch schon leicht nach arabischem Frühling. Doch dann hat sich die Situation beruhigt und die türkische Regierung rudert zurück, nachdem mehrere hundert Menschen mitunter sogar schwer verletzt wurden.

Spannend ist hier, dass die Äußerungen der Demonstranten sich schnell von einem einfachen Umweltprotest zu einem Protest gegen die Regierung Erdogan gewandelt hat. Dies ist ein Hinweis darauf, dass es eigentlich um mehr geht, als die Nachrichtenlage so angehen lässt. Die Reaktion der Regierung auf die Proteste ist auch ein Hinweis, dass es da um mehr geht. Nun gut, aber vielleicht etwas langsamer. Mein Geschichtslehrer meinte immer zu mir, dass es einen Unterschied zwischen Anlass und Ursache für Konflikte gibt. Das scheint hier auch der Fall zu sein. Anlass war sicherlich die Sache mit dem Park, Ursache wohl kaum. Da scheint eher eine grundlegende Missstimmung zwischen der Bevölkerung und der Regierung zu sein. ((Auch hier…)) Das führt natürlich zu Spannungen und ein überreligiöser Hardliner wie Erdogan ((Unvergessen hier auch, dass er gerade bei den als überkonservativ bekannten Türken in Deutschland sehr beliebt ist und auch hier mit eher konservativen Ansichten antrat.)) greift dann gerne schnell zur groben Keule. Dass dies im Lichte dessen, was rund um die Türkei gerade passiert seiner Angst geschuldet sein kann ist verständlich, aber kann leider auch der Beginn einer wunderbaren self-fulfilling prophecy sein. Wir warten mal ab.

Aber die Türkei ist nicht das einzige Land in dem gerade Demonstranten Probleme mit Polizeigewalt hatten. Natürlich kann das nur ein ähnlich demokratisch fragwürdiger Staat sein, wie die Türkei. Oder Deutschland… Wir hatten mal wieder Blockupy Proteste in der Bankenmetropole Frankfurt ((Also, die Banken sind für mich immer noch das atypischste an Frankfurt…)). Das Ziel ist es den Kapitalismus zu attackieren. Der Sinn hiervon ist eine eigene Diskussion wert. ((Will heißen: ich finde das erstmal grundsätzlich unnötig und halte es für eine falsche Strategie für vielleicht sogar den falschen Zweck.)) Eigentlich wäre das mir auch keine Erwähnung wert, hätte die Frankfurter Polizei nicht strukturell und in der Konsequenz die Demonstration durch Gewaltanwendung und Einkesselung in die Medien gebracht. Es wurde von vorneherein unverhältnismäßig rabiat vorgegangen, obwohl dies wohl eigentlich nicht nötig gewesen wäre. Dafür gab es dann halt auch den entsprechenden Medieneffekt, bei dem die Polizei nicht wirklich gut weggekommen ist, vor allem nicht wenn gleichzeitig das Thema auch international hochschwappt. ((Naja, mittlerweile schwappt ja die Donau hoch. Alles vergessen…)) Doch bedenklich, weil vermeidbar, ist dieses Vorgehen der Polizei schon. Es scheint aber irgendwie auch ein Trend zu werden.

Dieser Trend ist der Grund für die Überschrift, die ich mir gewählt habe. Die Demokratie ist irgendwie in einem schlechten Zustand. Es ist nicht nur Erdogan, der Verachtung für seine Bevölkerung zeigt, auch die Technokraten der EU und die politischen Eliten Deutschlands zeigen in ihren Einstellungen zum Sozialsystem und der Austeritätspolitik in der Eurokrise, dass ihnen die Märkte wichtiger sind als ihre Bevölkerung und dass ein entsprechender Protest gegen diese Märkte ((egal wie blödsinnig er sein mag…)) eine Gefahr darstellt, die groß genug ist, damit man mal draufhaut. Die Entfremdung zwischen den Eliten, die von der Bevölkerung gewählt werden und die eigentlich in deren Sinne handeln sollten, ist ein ständiger Prozess, der zu vielen Fragen führt. ((Unter anderem der, wie eigentlich politische Bildung in diesen Zeiten aussehen muss. Da muss ich auch mal drüber reden…)) Derzeit scheinen die Konfrontationen immer größer zu werden und man kann nur hoffen, dass diese Entfremdung nicht zu einem aufflammenden Extremismus führt, in dem wir alle nur den kurzen ziehen. Es sei den Eliten, egal ob in der Türkei oder in Europa dringend geraten nicht zu vergessen, dass sie am Ende nicht von Märkten und Religionen abhängig sind sondern von Menschen und, dass diese Menschen zumindest das Gefühl haben möchten, dass sie im Mittelpunkt und nicht im Weg der Politik stehen.

Unterwegs

Bamberg fing heute morgen kalt an und entwickelt sich gerade in Richtung Frühling. Immerhin: Ende der Woche ist Sommer, schön dass das Beachtung findet.

Auf dem Weg in die Stadt begegnet dir dann deine verwirrte Bankberaterin, die du später noch mit den Auswirkungen von zu viel Freizeit beehrst. Sie lässt du links liegen und beachtest das Volk nicht mehr, dass da so stupide rumsteht.

Klopapier braucht es für den Verein und Spezialsalz, die fünf Minuten später in den kalten Vereinsräumen deponiert werden und die Ouvertüre zu einem ruhigen Spaziergang durch unbekannte Gassen sind.

Dann auf den Kanal blicken und die Liebesschlösser verachten. Warum tut man das? Gibt das irgendwelchen Halt? Und: wieviele weinende Männer standen hier schon nachts mit einem Bolzenschneider oder dem heimlichen Zweitschlüssel?

Von einer Eigenartigkeit zur nächsten. Der künstlich fröhliche, übergriffige Malteser Werber möchte erst wissen wer du bist, bevor er versucht die Geld abzunehmen. Verzweiflung ist eine gute Droge, manchmal betäubt sie sogar Selbstachtung und Menschenkenntnis. Man sieht ja an den besten Tagen nicht fröhlich und positiv aus. Hat er nicht gemerkt.

Einmal die Straße hoch, einmal runter und jetzt gutes Essen. Die Sonne scheint immer noch. Hoffentlich regnet es dann noch, damit wenigstens etwas Fröhlichkeit weggespült wird.

Zu viel Nerd ist auch nicht gut.

Ich habe mich in den letzten Tagen viel unterhalten können, und dabei fiel mir auf, dass das Wort Nerd mittlerweile sehr inflationär für einen Menschen benutzt wird, irgendeine Art von spezialisiertem Wissen, gerade im technisch-naturwissenschaftlichen, aber auch im sozial- und geisteswissenschaftlichen Bereich besitzt. Dabei wird versucht die eigentlich negative Konnotation des Begriffes als etwas positives umzudeuten. Das kann langfristig gelingen, aber derzeit scheint es mir etwas kontraproduktiv das Nerdtum an sich hochleben zu lassen. Ja, ohne die Nerds würde unsere moderne Welt nicht funktionieren, aber eigentlich sind das doch gar nicht die Nerds. Es ist das, was man Wissenschaft nennt und diese wird nun mit einem neuen erst einmal abwertenden Begriff versehen. Alles ist auf einmal Nerd oder nerdig. Insbesondere die Sachen, die nur einen halben Zentimeter außerhalb des gesellschaftlichen Gemeinkonsenses liegen. Dabei macht man sich besonders, wenn man sich mit diesen Sachen beschäftigt, und das ist ja gerade in. Doch die meisten Menschen, die sich mit genau diesen Themen, die außerhalb der gesellschaftlichen Durchschnittswahrnehmung liegen, sind eben keine Nerds, also keine technikaffinen-fortschrittsbegeisterten Menschen, es sind Wissenschaftler. Menschen, die es sich zur (Lebens-)Aufgabe gemacht haben ein bestimmten Bereich unseres allgemeinen Unwissens zu vernichten. Das sind keine Sonderlinge, wie der Nerdbegriff so hergibt, es sind meist Menschen, die daran arbeiten diese Weltzivilisation ((ja, die gibt’s nicht, ich werde aber doch träumen dürfen…)) zu einer besseren Version zu machen. Sie beschäftigen sich mit Grundfragen des Weltaufbaus ((Und zwar egal ob es die physische, psychische oder geistige Welt ist.)) und spielen nicht nur damit rum. Es ist ihre Aufgabe und wir bezahlen ihnen (ZU WENIG!) Geld dafür, dass sie sich mit Fragen beschäftigen, die wir mit unserer Schulbildung nicht einmal im geringsten überreißen.

Das soll nun nicht bedeuten, dass ich die Nerdfraktion hier kleinreden will. ((Immerhin gehöre ich auch teilweise dazu…)) Es geht mir eher um die Unterscheidung zwischen den Leuten, die sich mit Technik und Wissenschaft nicht nur beschäftigen, weil es ihnen Spaß macht ((Das sei gegeben, die meisten Wissenschaftler lieben ihre Fachgebiete natürlich.)), sondern auch weil sie dafür Geld bekommen und die Gesellschaft diese Dienste braucht. Das unterscheidet sich vom Nerd in einem bestimmten Detail. Die Nerdkultur ist auf eine do-it-yourself, research-it-yourself Basis angelegt, die zwar Ergebnisse hervorbringen kann, aber im größeren Teil auf Erkenntnissen der Wissenschaft beruht. Technik neu anzuwenden ist eben nicht dasselbe wie die Möglichkeit zu haben Technik neu zu entwickeln und die Grundlagen dieser Welt zu finden.

Deswegen ist es problematisch, wenn nahezu alles nerdig ist, dass eigentlich Wissenschaft ist. Ich habe kein Problem meine Begeisterung für U-Boote als nerdig zu bezeichnen. ((Achja, hier in Bälde Vortrag im Backspace.)) Wenn es aber um Zitate und Sprache geht, nunja, das mag für viele Leute sehr abgefahren aussehen, aber es ist mein Job das zu wissen. Es macht mir natürlich einen riesigen Spaß, aber es ist eben mehr als nur ein Sprachhobby. Der Unterschied zwischen den U-Booten und der englischen Sprache ist hier, dass ich mich in einem Bereich professionalisiert habe, im anderen nicht. Dementsprechend, bin ich vielleicht auch Sprach- und Literaturnerd, aber eigentlich mehr, denn es ist ein Gebiet in dem ich auch professionalisiert arbeiten und sogar forschen kann. Das trifft für U-Boote jenseits komischer kulturgeschichtlicher Betrachtungen nicht vor.

Deswegen ist nicht alles nerdy und jeder Mensch, der spezialisiertes Wissen hat ein Nerd. ((Spannend hier: schonmal von Buchhaltungsnerds gehört? Die müßte es ja auch geben…)) Unsere Wissenschaft und deren Personal verdient mehr als mit einem Begriff bezeichnet zu werden, der früher komplett derogativ zeigte, wie intellektuellenfeindlich diese Kultur ist. Wenn ihr also ma wieder einen Wissenschaftsvortrag sehr, nennt den Vortragenden „Wissenschaftler“ und gebt ihm ein Bier aus, und bei den Damen: nennt sie „Wissenschaftlerin“ und gebt ihr einen Cider aus.

Wahrscheinlichkeiten

Eine spannende Sache, die Menschen in meinem näheren Umfeld des öfteren beeindruckt, ist die Fähigkeit bestimmte soziale Begebenheiten, gerade zwischen Menschen mit einer gewissen Sicherheit vorauszusagen. Das ist jetzt kein Alleinstellungsmerkmal. Gerade in den sozialen Berufen findet sich diese Fähigkeit des öfteren. Ich möchte aber mal ein bisschen erklären, wie das funktioniert. ((Also, wie es theoretisch funktioniert. Normalerweise hat man meist so ein intuitives vorahnungsähnliches Gefühl. Also ich jedenfalls.))

Bevor wir in die zwischenmenschliche Sache einsteigen, muss ich etwas über Wahrscheinlichkeiten erklären. Wenn wir einen sechsseitigen Würfel vier mal werfen, ist jeder Wurf an sich gleichverteilt. Das bedeutet, dass das Ergebnis 3,5,6,1 genauso wahrscheinlich ist wie 6,6,6,6. Doch dies entspricht nicht der menschlichen Intuition. Wir würden das zweite Szenario für unwahrscheinlicher halten. Deswegen gibt es auch keine multiple choice Tests, bei denen nachfolgend immer dieselbe Antwort richtig ist. Das macht nämlich die Probanden fertig, die denken, dass das doch gar nicht sein kann. ((Vertraut mir da… ich hab das ma aus Versehen bei einer Schulaufgabe gemacht. Die haben leichte Schweißausbrüche gehabt…))

Diese mathematische Wahrscheinlichkeit gibt es in menschlichen Beziehungen und Handlungen noch viel weniger, denn hier gibt es immer Abhängigkeiten. Zu den Faktoren von denen die Wahrscheinlichkeiten abhängen gehören: soziale Konstruktionen, Sozialisationsfaktoren, demographsiche Voraussetzungen und emotionale Komponenten. ((Okay, ja das ist, wenn man weit genug weg steht, fast alles dasselbe.)) Gehen wir das mal kurz durch.

Also Sozialisationsfaktoren sind vom Prinzip her solche Sachen wie ethnischer Background, religiöse Ansichten und ähnliche Sachen, die dem Menschen früh genug mitgegeben werden, ohne dass er sich groß dagegen wehren kann. Aus diesen erwachsen einige, aber nicht alle, soziale Konstruktionen. Bei diesen geht es um die verschiedenen sozialen Mythen, die in unserer Gesellschaft existieren und auch um die Frage, wie derjenige und diejenige sich zu diesen Konstrukten verhält. Zu diesen Konstrukten kommen, die mit den Sozialisationsfaktoren verbundenen, demographischen Voraussetzungen, die im Laufe des Lebens aus denselben erwachsen. Die emotionalen Komponenten sind dann schlicht die Metaebene dessen im Bereich der Gefühle. Hier werden die ganzen anderen Faktoren auch emotional gespielt und wahlweise überhöht oder gemindert.

So, wenn wir also das alles über eine Person wissen, ((Oder es gut genug raten können.)) dann ist es relativ einfach vorauszusagen, wie diese Person sich in bestimmten sozialen Interaktionsszenarien am wahrscheinlichsten verhält. Daraus lassen sich dann anhand von abstrakten Situationen sogar Voraussagen über den Ausgang einer sozialen Interaktion zwischen zwei gegebenen Menschen machen. Das aber immer nur mit bestimmten Wahrscheinlichkeiten.

Die Geschichte mit dem Strandbuggy…

Hier eine kleine Geschichte für euch… sie stammt aus den Trader Tales von Nathan Lowell, die ich euch hiermit ans Herz lege. Die Geschichte fand ich sehr schön, weil sie etwas zeigt, dass Identifikation und Rationalität mehr miteinander zu tun haben als man denkt.

Das Setting ist etwas Space Opera, also nicht wundern. Die Story geht ungefähr so:

Es wird die Frage gestellt, warum man etwas für das Raumschiff an sich tun sollte. Und der Portagonist gibt folgendes Gedankenbeispiel:

Stellt euch vor, ihr habt einen Strandbuggy gemietet um zum Strand zu fahren. Ihr habt ihn schon bezahlt und seid unterwegs. dann trefft ihr eine Bekannte, die auch zum Strand möchte. Ihr nehmt sie mit. Muss sie euch dafür etwas vom Sprit zahlen?

Die Antwort ist nein. Denn das Ding ist eh bezahlt und ihr wäret soundso gefahren. Die Bekannte macht das Erlebnis nur besser.

Sprich, wenn man etwas tut, dass man soundso tun möchte und dabei nette Gesellschaft hat oder aber andere Menschen hat, die davon einen Vorteil haben und die auch das eigene Erlebnis bereichern, dann braucht man dafür kein Geld verlangen, denn man hat einen Mehrwert bekommen. Wenn man von dem Menschen keinen Mehrwert hat, dann nennt man das meist Mitfahrzentrale. Da ist der gemeinsame Zweck das Fahren, nicht die Gemeinsamkeit, weswegen man dann auch Geld für verlangen kann.

Am Ende kann man das auch verallgemeinern: Nehmt jeden auf die Fahrt im Strandbuggy mit, wenn ihr soundso fahrt und ihr die Leute mögt. Wenn der Zweck eurer Reise der Zweck des anderen ist, dann muss derjenige entweder einen großen Wert für euch haben, sonst sollte es besser mal zahlen.

Grafisches Erzählen im Comic

Nachdem ich gestern den Vortrag auf der Nerdnite gehalten habe, gibt es jetzt das alles noch einmal in Textform zum ruhigen Nachlesen und mitdenken. Deswegen fangen wir dann auch mal vorne an.

Repräsentationen von Realität

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Das nebenanstehende Objekt hat, je nachdem in welcher Sprache man es bezeichnet, ganz unterschiedliche Lautkombinationen, die von der Sprechergemeinschaft vereinbart wurden um auf es zu referenzieren. In der deutschen Sprache ist es ein Baum und in der englischen ein tree. Was es tatsächlich ist können wir nicht sagen, denn Sprache ist ein Referenzsystem für Objekte in der Realität. Gleichzeitig kann jeder von euch auf dem Bild sofort erkennen, was es für ein Objekt ist.

Damit ist auch klar, wo der Unterschied zwischen diesen beiden Arten der Repräsentation von Objekten ist. Visuelle Repräsentation ist direkter und immer detailreicher. Es werden viele Informationen gleichzeitig vermittelt und von unserem Gehirn verarbeitet. ((Übrigens sogar mehr als wir immer denken. Da wird ziemlich stark gefiltert.))

Bei dem Text, den ihr hier gerade lest, ist es genau anders. Text ist abstrakt. Zwar kann ein Wort mehrere Haupt- und Nebenbedeutungen haben, allerdings ist sehr viel mehr Text notwendig um die Informationen eines Bildes darzustellen, gerade wenn man alle Informationen verbalisieren wollen würde.

Das hat jetzt für eine Comic natürlich Konsequenzen. So wird das Geschichtenerzählen in einen visuellen und in einen verbalen Bereich aufgeteilt. Während die visuellen Informationen primär die Handlung und die Umgebung darstellen, wird Text für Gespräche aber auch abstraktere Informationen, wie Zeitsprünge oder Einordnungen benutzt. Letzteres ist ja ziemlich normal, aber wie die visuellen Informationen von uns so verarbeitet werden, ist eher spannend.

Besonderheiten sequenzieller Bilderzählungen

Nehmen wir mal einen schönen Comic von Jeph Jacques: Questionable Content. Öffnet den mal in einem zweiten Tab und folgt meinen Erklärungen. ((Und wenn ihr den noch nicht gelesen habt, gehet hin und lest ihn!))

Fangen wir mal mit der Frage des Handlungsverlaufs an. Wie ihr seht, haben wir eine Figur, die sich durch die Gegend bewegt. Im ersten Panel ist sie noch auf der Straße, während wir im zweiten Panel die Tür des Cafés hinter ihr zugehen sehen. Jeder weiß sofort, dass sie sich von dem einen zum anderen Bild bewegt haben muss. Dies passiert aber eigentlich im Gutter.  Der Gutter ist der schwarze Strich zwischen den Bildern. Dieser Strich beinhaltet die gesamte Handlung zwischen beiden Bildern. Wir füllen diese durch Deduktion aus. Das bedeutet, dass unser Gehirn aus den beiden Bildern eine Handlung ableitet, die dazwischen stattgefunden haben muss. ((Nuja, eigentlich muss sie das nicht, aber das menschliche Gehirn neigt dazu Plausibilitäten aufzumachen und zu gestalten.))

Damit kann man dann natürlich auch Spaß haben und nichtlineare Zeitverläufe gestalten. Schaut euch mal genau an, wie die Zeit zwischen den verschiedenen Panels vergeht. Die Unterhaltung in Panel 3-5 ist sicherlich viel kürzer als die Bewegung, die am Anfang des Comics stattgefunden hat, aber sie nimmt mehr Panels ein, als die anfängliche Bewegung. Das kann dann übrigens noch auf die Spitze getrieben werden, wenn man anfängt die Zeit für das Sprechen auch noch hereinzurechnen. Dann fällt einem auf, dass Reden eine zeitlose Handlung im Comic sein kann.

Spaß mit Semiotik

Die Semiotik ist die Wissenschaft und Lehre von den Zeichen und Symbolen. Es gibt noch ein Phänomen, dass bei der absoluten Kombination von Text und visuellen Mitteln auftreten kann. Zuerst begegnet ist mir das in Neil Gaimans Sandman, in dem auch viel Gebrauch davon gemacht wurde. Im Sandman werden nämlich die Sprechblasen der Charaktere in vielen Fällen grafisch gestaltet. Der Hauptprotagonist Dream, sowie seine Schwester Deilirium haben grafisch gestaltete Sprechblasen. Dream besitzt invertierte Sprechblasen, während Delirum in unsteter Schrift und mit   psychodelischen Farben hinterlegt spricht.

Beides passt gut zu den Charakteren, aber die spannendere Frage ist, was verstehen wir eigentlich. Was bedeutet es eigentlich, wenn ein Charakter in psychodelischen Farben spricht? Hier wird uns ein Gefühl, ein Eindruck vermittelt, der zwar eigentlich jedem klar ist, aber kaum verbalisierbar und beschreibbar ist. Hier entwickelt das Medium Comic Kommunikationsmöglichkeiten gegenüber der Leserin, oder besser ihrem Gehirn, die das normale Textmedium nicht hat. Leider werden diese Möglichkeiten noch zuwenig in den Comics genutzt, die ich bisher so konsumiert habe.

Fazit

Das Besondere am Comic ist also die Kombination aus visuellen und verbalen Repräsentationen der Realität und bietet damit Autorinnen Möglichkeiten ihre Leserinnen auf mehr Ebenen anzusprechen, die ihnen mit reinem Text nicht zur Verfügung stehen.