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[USA Trip] – New York – Boston

Goodbye New York

So, ich bin dann wieder zurück in Boston und muss sagen, dass ich schon beim verlassen des Zuges aufgeatmet habe. New York scheint für viele eine Traumstadt zu sein. Für mich ist sie es sicher nicht. Es ist die ultimative Anonymität in ständigem Lärm, mit ständiger Hetze und viel zu vielen Menschen. Diese sind zwar unheimlich bunt und vielfältig, aber man wird auch nie ihre Geschichten hören und die fände ich ja unheimlich spannend.

Hello again Boston

Nachdem ich nun auch touristische Unterstützung hier habe, wurde mir erst einmal Harvard gezeigt, das gerade voller Freshmen ist. Den Samstag morgen verbrachte ich auf dem Freedom Trail. Das ist die schon vorher erwähnte Sightseeing Strecke, die einen durch die Orte der amerikanischen Unabhängigkeit in Boston führen. Ich habe bei einer Führung mitgemacht, die von einer afro-amerikanischen Dame geführt wurde, die neben den spannenden Sachen auch den einen oder anderen Seitenhieb gegen die Herren hatte, die sich da als Helden der Unabhängigkeit stilisierten.

Danach ging es nochmal zur Trinity Church, bei der ich dringend dieses klassische Touristenfoto machen musste:

 

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Dann ging es zum MIT Museum, bevor ich eine sehr exklusive Führung durch das Institut bekam und mit MIT Paraphernalia eingedeckt wurde. Das MIT ist schon eine spannende Einrichtung, die durchaus Tradition atmet, aber nicht verstaubt wirkt.

Random Notes

Die Verkäuferin im Harvard Buchladen war toll, sie kannte nicht nur das eine Buch sehr gut sondern war auch total freundlich und so. Etwas, was man ja in Deutschland so nicht kennt. Generell ist die USA mehr Service orientiert und die Leute engagen dich mehr. Irgendwie finden wir Deutschen das ja befremdlich, als würde uns jemand belügen wollen. Doch erstaunlicherweise meinten das viele Leute ernst.

[USA Trip] – New York City Day 2

Brooklyn ist immer noch geil

Die Gegend ist halt unheimlich alternativ und irgendwie gibt es nebenan eine Art Gartenkommune mit Restaurant und als ich gestern abend vom Fotografieren und Tourismus machen zurück kam, gab es auf einmal noch zwei spannende Restaurants mehr. Und der Laden, der Schokolade selber macht. Dazu fuhr hier gerade ein Icecream Van vor, der Musik dudelt. Es ist irgendwie surreal klischeehaft.

Roosevelt Island

Heute war hauptsächlich ausspannen angesagt und weniger komischen Tourismuskram machen. Dazu wurde mir neben dem Central Park auch Roosevelt Island empfohlen. Das ist eine kleine Insel zwischen Manhattan und Brooklyn/Queens, die unter der Queensboro Bridge liegt und nur mit einer Seilbahn erreicht werden kann. Auf Roosevelt Island wird viel gebaut, allerdings gibt es auch an der Südspitze einen kleinen Park, der neben einem verfallenen Krankenhaus für smallpox auch noch mit jeder Menge Beton an Theodor D. Roosevelt erinnert. Das ist aber alles gar nicht so wichtig, wie der Fakt, dass man einen sehr schönen entspannten Blick auf die New Yorker Skyline hat. Und so sind da dann auch einige Fotos zusammengekommen.

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Central Park

Ohne den Central Park würde man in New York wahrscheinlich ersticken. Schlechte Journalisten würden jetzt etwas über die grüne Lunge der Stadt faseln, dabei kann der Central Park dicht bewaldet sein (ist er nicht) und das würde die CO2 Bilanz der Stadt nicht wirklich verbessern. Dazu ist der Park voller Attraktionen und sowas wie ein Naherholungsgebiet. Nachdem ich aber dringend dem Konsum frönen und dafür einmal durch die Stadt fahren musste, habe ich nur grob die Hälfte gesehen. Ich glaube es war kein Verlust.

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Random Notes

Man hört übrigens wirklich die halbe Zeit irgendwelche Sirenen im Hintergrund. Die entsprechenden Fahrzeuge blinken dazu wie ein Weihnachtsbaum auf LSD.

[USA Trip] – New York City Day 1

Amtrak

Diese Zeilen stammen direkt aus dem Amtrak Zug, der mich nach New York City bringt. Der Zug hat nicht nur funktionierendes offenes WLAN1, er ist auch erstaunlich schnell unterwegs für amerikanische Züge. Das scheint allerdings der Tatsache geschuldet zu sein, dass der Nordosten der USA den besten Eisenbahnausbau des ganzen Landes hat.

New York City

Ich kam an der Pennsylvania Station (kurz Penn Station), einer absoluten Scheußlichkeit als Bahnhof an und durfte mich dann erst mal der Frage stellen, wie ich zu meinem Hostel komme. Die schwierigste Frage dabei war eigentlich, was denn bei der U-Bahn Downtown und Uptown heißt. Nachdem das gelöst war, war das erreichen des Hostels kein Problem mehr. Das Hostel ist ziemlich gut ausgestattet und liegt in einer sehr hipsterigen Gegend, die ich dann auch erst einmal in der brütenden Sonne erkundet habe. Die Strassen sind voller Street Art und es gibt Bioschokolade und Bio-Supermärkte.Total hipsterig, aber geil.

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Broadway und One World Trade Center

Dann ging es auf in die Innenstadt vom Union Square aus bin ich einfach solange südlich gelaufen, bis ich an der Brooklyn Bridge angekommen bin und dann Richtung Westen zum One World Trade Center. Es wird zwar viel Werbung für das Memorial gemacht, ich war aber sehr froh, dass das Observatory nicht vor Pathos und Patriotismus strotzt. Trotzdem wird da ziemlich viel Wind gemacht. Nunja. Der Blick ist atemberaubend, vor allem bei Nacht. Ich muss mich den Fotos aber erst konzentriert widmen, also kommen die später.

Brooklyn nachts

Die Gegend hier ist echt geil und voller junger Leute. Um die Ecke ist eine Biokommune und eher abgefahrene Hippieläden. Dafür, dass alles leicht abgerissen wirkt, ist es sehr hip.

Random notes

Ich hatte mein Think like a Proton – stay positive T-Shirt an. Wieder haben vier Leute gesagt, dass es toll ist und eine Psychologin hat sich angeregt mit mir unterhalten, bis ihr Freund/Mann sie weggeschoben hat, damit sie mich nicht mehr vollabert. Dabei war das spannend. 

  1. Hallo, deutsche Bahn! []

[USA Trip] – Boston

Nachdem ich halbwegs meinen Jetlag weggepennt hatte, bin ich typisch deutsch früh aufgestanden und – noch typischer – losgelaufen. Das bringt einem auch in den USA neue Perspektiven.

Ich lief am MIT vorbei bis zur 

Als ich mich dann bereit fühlte den örtlichen Nahverkehr, brauchte ich auch nur noch zehn Minuten um herauszufinden, dass ich die ganze Zeit Süden mit Norden verwechselt habe. Boston hat tatsächlich ein öffentliches Nahverkehrssystem, dass man so bezeichnen kann. Es ist das älteste der USA und man merkt es ihm an. Boston gewinnt damit die Auszeichnung für die langsamste U-Bahn der Welt.

Touristisches

Nachdem ich irgendwie am Boston Common angekommen war, fand ich auch die Touristeninformation und eine nette Dame gab mir zu den schon guten Reisehilfen von Victoria noch eine Karte. Sie empfahl mir den Freedom Trail, eine vier km lange Strecke auf der man verfolgen kann, welche wichtige Rolle Boston in der amerikanischen Unabhängigkeit gespielt hat, oder den Besuch von Fenway Park. Letzterer stand eh auf meiner Liste und so wanderte ich die komplette Commonwealth Avenue herunter, an Statuen vorbei, zum ältesten Ballpark in Major League Baseball.

Fenway Park

Ich buchte mir eine Führung und muss ehrlich sagen, dass so ein Ballpark gegenüber einem Fußballstadion ein ganz eigenartiges Gefühl der Intimität bei relativer Größe beschert. Fenway ist eine sehr historische Stätte und wohl der verbauteste Ballpark in der Major League. Im Gegensatz zu modernen Bauprojekten ist das Gebäude in die Mitte der Stadt gebaut und damit mussten die Dimensionen des Feldes an die Gegebenheiten angepasst werden. Dazu wurde auf der linken Seite eine hohe Mauer gebaut, auf der Fans sitzen können und die von Pitchern als Green Monster bezeichnet wird, weil es reicht über sie drüber zu schlagen, damit man einen Home Run erzielt.

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Leider ging meiner Kamera der Saft aus während ich in Fenway unterwegs war und damit gibt es nicht so viele tolle Bilder, aber das iPhone tut schon. Mehr von Fenway kurz vor der Rückreise, weil ich mir ein Spiel der Red Sox gegen die Philadelphia Phillies ansehen werde.

Auf dem Rückweg lief ich bei Uburger vorbei. Ein typischer amerikanischer Burgerladen. Anständige handgeschnittene Pommes und ein wirklich selbstgebauter Burger. Es ist schon nach zwei Tagen klar, dass ich in Deutschland kaum noch Burger essen gehen können werde.

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Boston Duck Tours

Als zweites auf meiner Liste standen die Boston Duck Tours. So touristisch ist es immer praktisch sich einen Überblick zu verschaffen und wenn man das in einem Amphibienfahrzeug machen kann, dann umso besser. Die Tour ist nicht billig, aber zu empfehlen. Es werden einmal alle Sehenwürdigkeiten und die Grundlagen der Stadtgeschichte abgehakt.Mein ConDUCKtor hatte dazu einen Hang für schmerzhafte Wortwitze und Selbstironie.

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Mit dem Amphibienfahrzeug über den Charles River zu tuckern war nicht nur angenehm, sondern bietet wirklich einen guten und zweiten Blick über die Stadt. Dazu durften die Kinder an Bord das Gefährt lenken, was sicher ein Erlebnis ist.

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Random Notes

Die Ventile öffentlicher Pissoirs sind wohl das männlichste, was mir bisher untergekommen ist. Hat man da in Deutschland eine graue Fläche oder auch mal einen kleinen Hahn, den man drückt, hängt hier ein gewaltiges verchromtes Monsterventil über dem Becken. Dessen Betätigung sorgt dann für einen gurgelnden Rinnsal absoluter Antiklimaktik. 

Es gibt überall freies WLAN. Überall. Zwar immer fein mit einem Captive Portal, aber das war es auch. Das Zeug ist meistens schnell und stabil. Es ist faszinierend. Nun weiß ich, warum mein iPhone so eine WLAN anzeigen Funktion hat. 

T-Mobile USA ist alles, was man als T-Mobile Kunde in Deutschland haben möchte. Schnelle freundliche Bedienung, für 23$ zwei Wochen prepaid unlimited data aufm Handy, Schnelles LTE und kein Scheiß. Nunja, man ist da halt nicht Marktführer. 

Irgendwie muss ich mir einen Akzent zulegen. Hier hält mich keiner für einen Touristen, allerdings viele für taub, weil ich mal nachfragen muss, wenn man mir doch zu sehr nuschelt.

Es gab ungelogen vier Leute, die mich auf mein Nyan Cat T-Shirt angesprochen haben und wissen wollten, woher man das bekommt. Meine Damen und Herren bei getdigital: Marktlücke.

[USA Trip] Frankfurt – Reykjavik – Boston

ICE 1220

Ich sitze gerade im ICE 1220 und das WLAN funktioniert. Ich lebe anscheinend in einer Parallelwelt in der das geht. Dazu bin ich in den pünktlichen Zug eingestiegen, mit dem ich dann fünf Minuten Verspätung gehabt hätte, wäre ich nicht in den Regionalexpress eingestiegen für den er hat warten müssen und damit sogar wieder zehn Minuten früher in Würzburg gewesen. Jetzt sitze ich in der 1. Klasse des besagten ICE und es ist leer und leise, zwei Sachen, die laut Freunden in ICEs nicht passieren. Aber das ist wie das WLAN. Irgendwie lebe ich in einer Parallelwelt.

Okay. Nicht ganz. Das Bordrestaurant hat nichts zu essen, weil die Kühlung ausgefallen ist und ich muss nun bis zum Flughafen warten, bevor ich etwas sinnlos ungesundes essen kann. 

Frankfurt Flughafen

Frankfurt, die Perle Hessens, ist immer noch dieselbe. Ich bin direkt am relativ modernen Flughafenbahnhof ausgestiegen. Immerhin kann ich hier jetzt schon mal üben, wie das Anschauen von Wolkenkratzern funktioniert. Wird in New York noch nützlich sein.

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Nachdem ich ja im Zug nichts zu essen bekommen habe, musste ich mich am Flughafen versorgen. Hier gab es nur eine sehr schnuckelige Flughafenbar mit annehmbaren Preisen, an der das bizarrste der folgende komplett overengineerte Coca Cola Bierdeckel war:

 

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Der Burger war zwar nicht hochklassig, aber für den Ort okay. Der Flug nach Reykjavik war pünktlich.

Reykjavik

In der isländischen Hauptstadt angekommen, gab es erstmal größere Verwirrung, da ernsthaft niemand meinen Pass sehen wollte und ich hier einfach so mit freiem WLAN rumsitzen kann. Das ist schon irgendwie luxuriös. Dafür habe ich jetzt ca. 10 Stunden Aufenthalt und nur so komische Sitze zum pennen. Isländisch ist eine schöne und eigenartige Sprache.

Boston

Ich bin durch. Nach fünf Stunden weiterem Flug, bin ich da und durch. Das ist alles unheimlich amerikanisch hier. Also wirklich… erster Eindruck: amerikanisch. Dieses Land aus den Fernsehserien gibt es also wirklich. Mehr, sobald ich wieder zurechnungsfähig bin.

[USA Trip] Your Itinerary, Sir.

So. In ein paar Tagen geht es los auf den Sommerurlaub. Ich werde das versuchen bildlich und textlich hier zu begleiten und bevor es losgeht gibt es schonmal den vorläufigen Reiseplan. Allein schon damit ich da nichts vergesse:

  • Flug Frankfurt – Reykjavik – Boston
    • Zwischenstop 10h in Reykjavik
  • Boston
    • Duck Tour
    • Tour durch Fenway Park
    • generelles Ansehen der Innenstadt
    • Boston Harbour
  • New York City
  • Boston
    • geil essen gehen 🙂
    • geiler essen gehen 😀
  • Northeast US
    • Mietwagen und los
    • Atlantikküste hochfahren
    • Acadia National Park(?)
    • überall anhalten wo es spannend aussieht.

Wer noch Vorschläge hat, da unten ist ein Kommentarfeld. 😀

32C3 – Ich wäre da dann auch dabei.

Nachdem ich mich schon länger damit trage auf den Chaos Communication Congress zu fahren, habe ich mich entschieden, da auch dieses Jahr aufzutauchen. Das bedeutet hauptsächlich erst einmal, dass man mich wohl in der Backspace Assembly finden kann, wenn ich nicht irgendwo anders herumlungere. Und da ich ein alter bequemer Sack bin, habe ich mir schon mal ein Hotel geschossen.

Ich sage das nochmal vorher an, wenn ich weiß, was ich aufm Congress genau mache. Aber das ist nun auch offiziell ein Projekt.

London Calling 2015

So, auch dieses Jahr war ich wieder in London mit meinen Schülern. Dieses Mal war es eher stürmisch und kalt. Wie jedes Jahr ist etwas schief gegangen, aber diesmal ist es wenigstens nur darauf zurückzuführen, dass Ryanair unberechenbar ist. Dafür bekamen wir die Erfahrung in Black Cabs durch das mitternächtliche London zu düsen. Der nächste Tag begann sehr spät. Ich wollte zu Schülerinnen und Schülern schon immer ma sagen: „Ich will sie vor um 11 nicht sehen.“ Dann ging es in die Innenstadt und in einen dieser Touristenbusse zur Stadtrundfahrt.

Wir haben dabei einen guten Überblick über die Stadt bekommen. Es war allerdings auch kalt genug, das ich mir eine Erkältung holte. Der Bus bietet allerdings die Möglichkeit die ganze Stadt im Überblick zu erkunden und sich eine schöne englischsprachige Moderation anzuhören.

Tower Bridge and HMS Belfast

London Eye and Houses of Parliament

Houses of Parliament 2

 

Piccadilly Circus

Am Abend waren wir dann indisch essen, was die Schülerinnen und Schüler leicht überforderte, aber ansonsten sehr spaßig war.

Am zweiten Tag ging es dann in den Tower of London. Wir hatten eine der Führungen durch einen Yeoman Warder und konnten uns dann in Ruhe die Museum und Kronjuwelen ansehen.

Beefeater with Stereotypical Background

Raven at the Tower of London

Hier waren wir zum Mittagessen auf Betreiben der Schülerschaft bei Jamie Oliver’s Diner, das sehr lecker aber auch nicht wirklich preiswert war.

Der letzte Tag führte uns in British Museum. Viel Kunst, viel erzählt, aber keine Bilder. Der Rückflug war eher unspannend. London war wie immer gut. Ich habe eine Flasche Whisky und eine Erkältung mitgebracht. Alles gut, wie immer.

Kurzreisen: Berlin – Kieze und Schnellzüge

ICE 1511

Ich sitze auf dem Heimweg im ICE Richtung München. Mir gegenüber sitzt ein junger Mann, der definitiv jünger als ich aussieht und mich gleichzeitig mehrfach despektierlich gemustert hat. Er sieht aus, als wäre das einzige, was er auf seinem Rechner macht, Wagner hören, während er Spreadsheets ausfüllt.1 Nun gut ich sehe immer noch aus wie ein Greenpeaceaktivist, der nach dem letzten Einsatz auf hoher See noch nicht zum Duschen gekommen ist. Vielleicht kann den jungen Mann ja in ein Spiel römische Mühle verwickeln. Er sieht aber irgendwie unhappy aus…

Ich habe mir übrigens auf dem Bahnhof Rolf Dobellis Die Kunst des klaren Denkens gekauft und schon sehr genossen.

Ku-Damm

Gestern war ich total random unterwegs und fing aus Schulbewusstsein gegenüber dem westlichen Teil der Stadt am Ku-Damm an. Der Apple Store ist sehr apple-ig ansonsten hatte ich kein Konsumbedürfnis und fand das alles nur genauso befremdlich, wie die Oxford Street in London.

Kreuzberg – Markthalle Neun

Auf Holgis Empfehlung hin machte ich mich dann auf nach Kreuzberg in die Markthalle Neun. Kreuzberg ist etwas industrieller als Neukölln, aber genauso liebenswert in seiner Kiezigkeit. Man merkt an der Auswahl der Geschäfte, dass der Stadtteil hipper ist als Neukölln, aber das war es auch. Die ungefähre Stunde, die ich dort durch die Strassen wanderte zeigte auf der einen Seite viel Armut, aber auch einen gewissen jugendlichen Trotz mit dem sich Geschäfte und Menschen gegen diese stellen. Es scheint fast so, als wäre es prekärer als Neukölln, das eher bürgerlicher wirkt. Wohlgemerkt bin ich kein Berliner Sozialforscher oder -politiker und kann das eigentlich nur aus dem Gefühl heraus sagen. Ich würde in beiden Gebieten gerne leben, viel lieber als den Trabantenstädten von Mitte oder in der verzweifelten Elite des Prenzlauer Bergs.

Markthalle Neun

Irgendwann hatte ich die Markhalle Neun gefunden. Ein großer Backsteinbau, der mich wünschen lässt, dass es solche Industrie- und Handelsdenkmäler auch in meiner Nähe gäbe. Natürlich braucht Bamberg das nicht, aber es rührt schon romantisch an mir. In der Halle gibt es neben einem Aldi und einem Kik jede Menge alternativ aussehender Streetfoodstände. Mir wurde das Pulled Pork empfohlen und diese Empfehlung gebe ich jetzt komplett weiter. Von der selbstgemachten Limonade bis zum Essen selbst, war es eine äußerst leckere und puristische Erfahrung. Das Fleisch war unheimlich zart, die Saucen erstaunlich lecker und alles wirkte sehr naturbelassen aber im Einklang miteinander. Auch die anderen Stände, vom italienischen Brot bis zur Kantine, die jeden Tag für die Besucher der Halle kocht, sahen sehr gut aus, wenn ich selbst auch leider kein Hunger mehr hatte.

Pilled Pork und Beef Brisket Plate

  1. In Wirklichkeit zockt er übrigens Strategiespiele… []

Kurzreisen: Berlin – Ausblicke und Einblicke

Der Tag fing mit der Erkenntnis an, dass ich mir irgendetwas geholt habe, das sich in meinem Hals festgesetzt hat. Hoffentlich wird das nicht schlimmer und stirbt unter dem Haufen Medizin mit dem ich es bewerfe. Andererseits muss ich schon am Samstag wieder arbeiten, was irgendwie durch eine Erkältung vermieden werden könnte.

Fernsehturm

Ich ging dann los und musste mich am Morgen entscheiden, ob ich erst zur Museumsinsel gehe oder auf den Fernsehturm. Der rutschte als Option auf die Liste, weil es schönes klares Wetter war. Und er wurde dann auch gleich das erste Ziel.

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Ich stand dann auch erst einmal fröhlich in einer langen Schlange, konnte aber ein frühes Ticket ergattern und war dann auch relativ schnell oben. In der tiefen Morgensonne war fotografieren nicht ganz so einfach, aber ich habe es dann geschafft nach ordentlichem Rumbearbeiten ein paar Bilder zu bekommen.

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Museumsinsel

In meiner WelcomeCard der BVG war ein Tagesticket für die Museumsinsel enthalten und ich habe wieder gemerkt, dass mir Ausstellungen von alten Objekten wenig sagen, wenn ich keinen Kontext habe und dass Audioguides sehr anstrengend sind. Dazu kam, dass das Museumspersonal irgendwie so wirkte, als würde ich es stören. Ich habe die Nofretete gesehen und einen goldenen Hut und festgestellt, dass mir da alles weniger sagte, als es sollte und vielleicht auch wollte. Ich fand das British Museum irgendwie cooler.

Neukölln – Schillerburger

Es zahlt sich aus, wenn man Leute kennt, die die Stadt kennen. Also fragte ich Holgi, wo man noch so essen gehen sollte und kam seiner ersten Empfehlung Schillerburger nach. Der liegt in Neukölln und ich war das erste Mal in einem Kiez, in dem ich sofort wohnen würde. Weder die Boheme der Innenstadt, noch die emotionslosen Plattenbauten um das Hotel würden mich anziehen. Neukölln wiederum? Sofort.

Der Burger war geil und die Fahrt wert:

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