[USA Trip] – Boston Harbor Isles

Im Hafenbereich von Boston befinden sich mehrere kleine Inseln, die als National Park ausgewiesen sind und per Fähre besucht werden können. Ich war mit Begleitung den ganzen Tag unterwegs und es war entspannend.

Peddocks Island

Wir fuhren zuerst auf Peddocks Island, das ein Fort zum Küstenschutz beherbergte und eher jungleartig bewaldet ist. Was mich besonders beeindruckt hat, war der Lärm, der durch Insekten verursacht werden kann. ((Ich weiß nicht, was es war, aber es war laut.)) 

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Dann ging es weiter nach:

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Spectacle Island

Genannt so, weil es mal aussah wie eine Brille. Aber nachdem die Insel als Müllhalde und Verarbeitungsort für tote Tiere benutzt wurde, ist es eher ein Ei. Ein unbewaldetes Ei, auf dem wir länger nach Schatten oder aber auch nur Sinn unseres Daseins suchten. Das Welcome Center ist nett und man kann schwimmen gehen, Sonntags gibt es Jazz. Ansonsten ist das stinklangweilig.

Beweisfoto, dass ich da war. Dank an Victoria:

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[USA Trip] – New York – Boston

Goodbye New York

So, ich bin dann wieder zurück in Boston und muss sagen, dass ich schon beim verlassen des Zuges aufgeatmet habe. New York scheint für viele eine Traumstadt zu sein. Für mich ist sie es sicher nicht. Es ist die ultimative Anonymität in ständigem Lärm, mit ständiger Hetze und viel zu vielen Menschen. Diese sind zwar unheimlich bunt und vielfältig, aber man wird auch nie ihre Geschichten hören und die fände ich ja unheimlich spannend.

Hello again Boston

Nachdem ich nun auch touristische Unterstützung hier habe, wurde mir erst einmal Harvard gezeigt, das gerade voller Freshmen ist. Den Samstag morgen verbrachte ich auf dem Freedom Trail. Das ist die schon vorher erwähnte Sightseeing Strecke, die einen durch die Orte der amerikanischen Unabhängigkeit in Boston führen. Ich habe bei einer Führung mitgemacht, die von einer afro-amerikanischen Dame geführt wurde, die neben den spannenden Sachen auch den einen oder anderen Seitenhieb gegen die Herren hatte, die sich da als Helden der Unabhängigkeit stilisierten.

Danach ging es nochmal zur Trinity Church, bei der ich dringend dieses klassische Touristenfoto machen musste:

 

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Dann ging es zum MIT Museum, bevor ich eine sehr exklusive Führung durch das Institut bekam und mit MIT Paraphernalia eingedeckt wurde. Das MIT ist schon eine spannende Einrichtung, die durchaus Tradition atmet, aber nicht verstaubt wirkt.

Random Notes

Die Verkäuferin im Harvard Buchladen war toll, sie kannte nicht nur das eine Buch sehr gut sondern war auch total freundlich und so. Etwas, was man ja in Deutschland so nicht kennt. Generell ist die USA mehr Service orientiert und die Leute engagen dich mehr. Irgendwie finden wir Deutschen das ja befremdlich, als würde uns jemand belügen wollen. Doch erstaunlicherweise meinten das viele Leute ernst.

[USA Trip] – New York City Day 2

Brooklyn ist immer noch geil

Die Gegend ist halt unheimlich alternativ und irgendwie gibt es nebenan eine Art Gartenkommune mit Restaurant und als ich gestern abend vom Fotografieren und Tourismus machen zurück kam, gab es auf einmal noch zwei spannende Restaurants mehr. Und der Laden, der Schokolade selber macht. Dazu fuhr hier gerade ein Icecream Van vor, der Musik dudelt. Es ist irgendwie surreal klischeehaft.

Roosevelt Island

Heute war hauptsächlich ausspannen angesagt und weniger komischen Tourismuskram machen. Dazu wurde mir neben dem Central Park auch Roosevelt Island empfohlen. Das ist eine kleine Insel zwischen Manhattan und Brooklyn/Queens, die unter der Queensboro Bridge liegt und nur mit einer Seilbahn erreicht werden kann. Auf Roosevelt Island wird viel gebaut, allerdings gibt es auch an der Südspitze einen kleinen Park, der neben einem verfallenen Krankenhaus für smallpox auch noch mit jeder Menge Beton an Theodor D. Roosevelt erinnert. Das ist aber alles gar nicht so wichtig, wie der Fakt, dass man einen sehr schönen entspannten Blick auf die New Yorker Skyline hat. Und so sind da dann auch einige Fotos zusammengekommen.

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Central Park

Ohne den Central Park würde man in New York wahrscheinlich ersticken. Schlechte Journalisten würden jetzt etwas über die grüne Lunge der Stadt faseln, dabei kann der Central Park dicht bewaldet sein (ist er nicht) und das würde die CO2 Bilanz der Stadt nicht wirklich verbessern. Dazu ist der Park voller Attraktionen und sowas wie ein Naherholungsgebiet. Nachdem ich aber dringend dem Konsum frönen und dafür einmal durch die Stadt fahren musste, habe ich nur grob die Hälfte gesehen. Ich glaube es war kein Verlust.

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Random Notes

Man hört übrigens wirklich die halbe Zeit irgendwelche Sirenen im Hintergrund. Die entsprechenden Fahrzeuge blinken dazu wie ein Weihnachtsbaum auf LSD.

Blogger für Flüchtlinge – #bloggerfuerfluechtlinge

Als Lehrer hat man eine Verantwortung und zwar nicht für die Schülerinnen und Schüler sondern auch für die Gesellschaft. Und dazu gehört auch eine Position zu beziehen. Deswegen beteilige ich mich an:

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Und weil das hier mein Blog ist und ich dazu auch etwas schreiben möchte, mache ich das auf meine Art. Schauen wir uns mal kurz an, was das Grundgesetz zu Flüchtlingen zu sagen hat:

Artikel 1

(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

und 

Artikel 16a

(1) Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.

Das wäre alles so gut, gäbe es da nicht am Ende auch noch Absatz 2-5 dieses Artikels, die in der Kurzform besagen, dass das es für sehr viele Leute nicht einmal gilt. Trotzdem nimmt die Menge an Flüchtlingen zu, die auch unter den eher zweifelhaften Bedingungen, die man da von Staatsseite so anlegt, deutsches Asyl bekommen. Und das ist nur Recht und billig, allerdings ist die Art, wie diese Menschen in unserem Land untergebracht werden, ein direkter Widerspruch zur Idee aus Artikel 1 GG. Und daraus leitet sich eine moralische Verpflichtung für uns alle ab. Das ist unser Land, und es sind unsere Regeln, die hier von unseren Volksvertretern gebeugt werden. Wenn wir möchten, dass wir nach diesen Regeln behandelt werden, dann müssen wir auch dafür sorgen, dass andere nach ihnen behandelt werden. Denn nur dann können wir auch moralisch einfordern, dass wir von unserem Staat entsprechend behandelt werden. Soziale Kälte gegenüber anderen wird irgendwann als Begründung dafür benutzt werden, soziale Kälte gegenüber uns walten zu lassen. Dann sind es nicht mehr die Fremden, die stören, sondern die Unterschicht, die Sozialwissenschaftler oder die Blogger.

Wir sollten diese Art von sozialer Kälte nicht dulden und gemeinsam etwas dagegen unternehmen. Solidarität und Hilfe für Flüchtlinge tut Not. Das dachten sich auch Nico Lumma, Stevan Paul, Karla Paul und Paul Huizing. Sie möchten das ihr eine der folgenden Sachen tut:



[USA Trip] – New York City Day 1

Amtrak

Diese Zeilen stammen direkt aus dem Amtrak Zug, der mich nach New York City bringt. Der Zug hat nicht nur funktionierendes offenes WLAN ((Hallo, deutsche Bahn!)), er ist auch erstaunlich schnell unterwegs für amerikanische Züge. Das scheint allerdings der Tatsache geschuldet zu sein, dass der Nordosten der USA den besten Eisenbahnausbau des ganzen Landes hat.

New York City

Ich kam an der Pennsylvania Station (kurz Penn Station), einer absoluten Scheußlichkeit als Bahnhof an und durfte mich dann erst mal der Frage stellen, wie ich zu meinem Hostel komme. Die schwierigste Frage dabei war eigentlich, was denn bei der U-Bahn Downtown und Uptown heißt. Nachdem das gelöst war, war das erreichen des Hostels kein Problem mehr. Das Hostel ist ziemlich gut ausgestattet und liegt in einer sehr hipsterigen Gegend, die ich dann auch erst einmal in der brütenden Sonne erkundet habe. Die Strassen sind voller Street Art und es gibt Bioschokolade und Bio-Supermärkte.Total hipsterig, aber geil.

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Broadway und One World Trade Center

Dann ging es auf in die Innenstadt vom Union Square aus bin ich einfach solange südlich gelaufen, bis ich an der Brooklyn Bridge angekommen bin und dann Richtung Westen zum One World Trade Center. Es wird zwar viel Werbung für das Memorial gemacht, ich war aber sehr froh, dass das Observatory nicht vor Pathos und Patriotismus strotzt. Trotzdem wird da ziemlich viel Wind gemacht. Nunja. Der Blick ist atemberaubend, vor allem bei Nacht. Ich muss mich den Fotos aber erst konzentriert widmen, also kommen die später.

Brooklyn nachts

Die Gegend hier ist echt geil und voller junger Leute. Um die Ecke ist eine Biokommune und eher abgefahrene Hippieläden. Dafür, dass alles leicht abgerissen wirkt, ist es sehr hip.

Random notes

Ich hatte mein Think like a Proton – stay positive T-Shirt an. Wieder haben vier Leute gesagt, dass es toll ist und eine Psychologin hat sich angeregt mit mir unterhalten, bis ihr Freund/Mann sie weggeschoben hat, damit sie mich nicht mehr vollabert. Dabei war das spannend. 

[USA Trip] – Boston

Nachdem ich halbwegs meinen Jetlag weggepennt hatte, bin ich typisch deutsch früh aufgestanden und – noch typischer – losgelaufen. Das bringt einem auch in den USA neue Perspektiven.

Ich lief am MIT vorbei bis zur 

Als ich mich dann bereit fühlte den örtlichen Nahverkehr, brauchte ich auch nur noch zehn Minuten um herauszufinden, dass ich die ganze Zeit Süden mit Norden verwechselt habe. Boston hat tatsächlich ein öffentliches Nahverkehrssystem, dass man so bezeichnen kann. Es ist das älteste der USA und man merkt es ihm an. Boston gewinnt damit die Auszeichnung für die langsamste U-Bahn der Welt.

Touristisches

Nachdem ich irgendwie am Boston Common angekommen war, fand ich auch die Touristeninformation und eine nette Dame gab mir zu den schon guten Reisehilfen von Victoria noch eine Karte. Sie empfahl mir den Freedom Trail, eine vier km lange Strecke auf der man verfolgen kann, welche wichtige Rolle Boston in der amerikanischen Unabhängigkeit gespielt hat, oder den Besuch von Fenway Park. Letzterer stand eh auf meiner Liste und so wanderte ich die komplette Commonwealth Avenue herunter, an Statuen vorbei, zum ältesten Ballpark in Major League Baseball.

Fenway Park

Ich buchte mir eine Führung und muss ehrlich sagen, dass so ein Ballpark gegenüber einem Fußballstadion ein ganz eigenartiges Gefühl der Intimität bei relativer Größe beschert. Fenway ist eine sehr historische Stätte und wohl der verbauteste Ballpark in der Major League. Im Gegensatz zu modernen Bauprojekten ist das Gebäude in die Mitte der Stadt gebaut und damit mussten die Dimensionen des Feldes an die Gegebenheiten angepasst werden. Dazu wurde auf der linken Seite eine hohe Mauer gebaut, auf der Fans sitzen können und die von Pitchern als Green Monster bezeichnet wird, weil es reicht über sie drüber zu schlagen, damit man einen Home Run erzielt.

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Leider ging meiner Kamera der Saft aus während ich in Fenway unterwegs war und damit gibt es nicht so viele tolle Bilder, aber das iPhone tut schon. Mehr von Fenway kurz vor der Rückreise, weil ich mir ein Spiel der Red Sox gegen die Philadelphia Phillies ansehen werde.

Auf dem Rückweg lief ich bei Uburger vorbei. Ein typischer amerikanischer Burgerladen. Anständige handgeschnittene Pommes und ein wirklich selbstgebauter Burger. Es ist schon nach zwei Tagen klar, dass ich in Deutschland kaum noch Burger essen gehen können werde.

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Boston Duck Tours

Als zweites auf meiner Liste standen die Boston Duck Tours. So touristisch ist es immer praktisch sich einen Überblick zu verschaffen und wenn man das in einem Amphibienfahrzeug machen kann, dann umso besser. Die Tour ist nicht billig, aber zu empfehlen. Es werden einmal alle Sehenwürdigkeiten und die Grundlagen der Stadtgeschichte abgehakt.Mein ConDUCKtor hatte dazu einen Hang für schmerzhafte Wortwitze und Selbstironie.

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Mit dem Amphibienfahrzeug über den Charles River zu tuckern war nicht nur angenehm, sondern bietet wirklich einen guten und zweiten Blick über die Stadt. Dazu durften die Kinder an Bord das Gefährt lenken, was sicher ein Erlebnis ist.

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Random Notes

Die Ventile öffentlicher Pissoirs sind wohl das männlichste, was mir bisher untergekommen ist. Hat man da in Deutschland eine graue Fläche oder auch mal einen kleinen Hahn, den man drückt, hängt hier ein gewaltiges verchromtes Monsterventil über dem Becken. Dessen Betätigung sorgt dann für einen gurgelnden Rinnsal absoluter Antiklimaktik. 

Es gibt überall freies WLAN. Überall. Zwar immer fein mit einem Captive Portal, aber das war es auch. Das Zeug ist meistens schnell und stabil. Es ist faszinierend. Nun weiß ich, warum mein iPhone so eine WLAN anzeigen Funktion hat. 

T-Mobile USA ist alles, was man als T-Mobile Kunde in Deutschland haben möchte. Schnelle freundliche Bedienung, für 23$ zwei Wochen prepaid unlimited data aufm Handy, Schnelles LTE und kein Scheiß. Nunja, man ist da halt nicht Marktführer. 

Irgendwie muss ich mir einen Akzent zulegen. Hier hält mich keiner für einen Touristen, allerdings viele für taub, weil ich mal nachfragen muss, wenn man mir doch zu sehr nuschelt.

Es gab ungelogen vier Leute, die mich auf mein Nyan Cat T-Shirt angesprochen haben und wissen wollten, woher man das bekommt. Meine Damen und Herren bei getdigital: Marktlücke.

[USA Trip] Frankfurt – Reykjavik – Boston

ICE 1220

Ich sitze gerade im ICE 1220 und das WLAN funktioniert. Ich lebe anscheinend in einer Parallelwelt in der das geht. Dazu bin ich in den pünktlichen Zug eingestiegen, mit dem ich dann fünf Minuten Verspätung gehabt hätte, wäre ich nicht in den Regionalexpress eingestiegen für den er hat warten müssen und damit sogar wieder zehn Minuten früher in Würzburg gewesen. Jetzt sitze ich in der 1. Klasse des besagten ICE und es ist leer und leise, zwei Sachen, die laut Freunden in ICEs nicht passieren. Aber das ist wie das WLAN. Irgendwie lebe ich in einer Parallelwelt.

Okay. Nicht ganz. Das Bordrestaurant hat nichts zu essen, weil die Kühlung ausgefallen ist und ich muss nun bis zum Flughafen warten, bevor ich etwas sinnlos ungesundes essen kann. 

Frankfurt Flughafen

Frankfurt, die Perle Hessens, ist immer noch dieselbe. Ich bin direkt am relativ modernen Flughafenbahnhof ausgestiegen. Immerhin kann ich hier jetzt schon mal üben, wie das Anschauen von Wolkenkratzern funktioniert. Wird in New York noch nützlich sein.

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Nachdem ich ja im Zug nichts zu essen bekommen habe, musste ich mich am Flughafen versorgen. Hier gab es nur eine sehr schnuckelige Flughafenbar mit annehmbaren Preisen, an der das bizarrste der folgende komplett overengineerte Coca Cola Bierdeckel war:

 

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Der Burger war zwar nicht hochklassig, aber für den Ort okay. Der Flug nach Reykjavik war pünktlich.

Reykjavik

In der isländischen Hauptstadt angekommen, gab es erstmal größere Verwirrung, da ernsthaft niemand meinen Pass sehen wollte und ich hier einfach so mit freiem WLAN rumsitzen kann. Das ist schon irgendwie luxuriös. Dafür habe ich jetzt ca. 10 Stunden Aufenthalt und nur so komische Sitze zum pennen. Isländisch ist eine schöne und eigenartige Sprache.

Boston

Ich bin durch. Nach fünf Stunden weiterem Flug, bin ich da und durch. Das ist alles unheimlich amerikanisch hier. Also wirklich… erster Eindruck: amerikanisch. Dieses Land aus den Fernsehserien gibt es also wirklich. Mehr, sobald ich wieder zurechnungsfähig bin.

[USA Trip] Your Itinerary, Sir.

So. In ein paar Tagen geht es los auf den Sommerurlaub. Ich werde das versuchen bildlich und textlich hier zu begleiten und bevor es losgeht gibt es schonmal den vorläufigen Reiseplan. Allein schon damit ich da nichts vergesse:

  • Flug Frankfurt – Reykjavik – Boston
    • Zwischenstop 10h in Reykjavik
  • Boston
    • Duck Tour
    • Tour durch Fenway Park
    • generelles Ansehen der Innenstadt
    • Boston Harbour
  • New York City
  • Boston
    • geil essen gehen 🙂
    • geiler essen gehen 😀
  • Northeast US
    • Mietwagen und los
    • Atlantikküste hochfahren
    • Acadia National Park(?)
    • überall anhalten wo es spannend aussieht.

Wer noch Vorschläge hat, da unten ist ein Kommentarfeld. 😀

Freiheit – Gleichheit – Sicherheit

Holger Klein hat in den WRINT Podcasts ((Disclaimer: ich mach da mit. Hört es euch an.)) in letzter Zeit öfter gesagt, dass er eine Verschiebung zur Angst in unserem Verhalten wahrnimmt. Das wiederum brachte mich zum denken und diesem Text.

Einer der großen Widerstreite in der politischen Philosophie ist, welches grundlegende Prinzip für politisches Handeln besser für das Gemeinwohl ist. Die liberalen Denker betonen immer das Prinzip der Freiheit, während sozialistische Denker das Prinzip der Gleichheit betonen. Dazwischen liegen sehr viele Facetten und Möglichkeiten, die erstmal kurz auseinandergelegt werden müssen.

Freiheit

Hach, die Freiheit. Jeder trägt sie im Mund, ein Lieblingswort von Politikern, laut denen sie das Wichtigste ist, was geschützt werden muss. Das klingt auch immer wie eine komplizierte Aufgabe, dabei ist nichts zu tun eigentlich nicht schwer. Denn Menschen sind an sich frei. Wir haben vollständige Handlungs- und Entscheidungsfreiheit bis zur Selbsttötung. ((Ja auch ihr. Falls euch jetzt auffällt, dass ihr sie nicht benutzt: Glückwunsch! Ihr seid ein funktionierendes Mitglied der Gesellschaft.)) Leider kommt uns dann das Soziale in die Quere, denn damit dies funktionieren kann muss die Freiheit der einzelnen Person eingeschränkt werden. Sonst hauen wir uns die ganze Zeit auf die Fresse und so und das ist ja unschön. Also absolute Freiheit ist jetzt irgendwie unerwünscht. So, gemäßigte und geregelte Freiheit ist besser. Das wäre dann auch die Aufgabe von Politik diese herzustellen. Jedenfalls, nachdem was da immer erzählt wird.

Gleichheit

Der Freiheit gegenüber steht die Gleichheit. Freie Menschen sind ungleich, weil sie alle in ihren Anlagen verschieden sind. Will man sie nun gleich machen schränkt man ihre Freiheit ein. Das ist, wie oben schon beschrieben, teilweise nötig, weil in sozialen Gruppen Regeln existieren müssen, damit diese funktionieren und diese behandeln dann (hoffentlich) alle gleich. Möchte man jedoch größtmögliche Gleichheit erreichen, muss die Freiheit der einzelnen Person auch größtmöglich eingeschränkt werden, denn die kleinste Entscheidungsfreiheit macht uns ja ungleich. Das führt dann irgendwie zum Polizeistaat und klappt am Ende eben doch nicht. Gleichheit ist also irgendwie das Gegenteil von Freiheit.

Aber halt! Die Neoliberalen haben da eine Lösung. Es kann Gleichheit und Freiheit geben. Es ist nur eine andere Art von Gleichheit: Chancengleichheit. Hier sind nicht die Menschen gleich, sie haben nur die gleichen Chancen. Es klingt also wie Gleichheit, ist aber eigentlich Freiheit und dazu nicht einmal die gemäßigte Freiheit, die oben erwähnt wird, sondern absolute Freiheit. Weil, es müssen ja nur die Chancen für jeden gleich sein und das lässt sich nominell einfach herstellen, wenn man solche Details wie Erbschaft und Kontinuität von Eigentum ignoriert. Chancengleichheit ist also weder das, was die Freiheitsfans, noch was die Gleichheitsfans möchten. Deswegen ist sie die Art von Gleichheit, die am meisten verkauft wird.

Sicherheit

Spätestens seit dem 11.September 2001 hat sich ein neues Paradigma in diese Diskussion geschlichen. Die Sicherheit ist heutzutage die normative Grundlage von Politik. Dabei ist komplett unklar, was Sicherheit bedeutet. Es scheint sich hierbei auch nicht um einen definierten gesellschaftlichen Wert zu handeln, sondern um ein diffuses Gefühl der Regierten. Sicherheit ist dabei komplett agnostisch gegenüber der Frage von Gleichheit und Freiheit, wobei Freiheit aus einer Sicherheitsperspektive kritisch gesehen werden muss. Immerhin kann Freiheit das Sicherheitsgefühl beschädigen. Die Leute da draußen könnten eigenständig Sachen tun, die technisch gesehen immer gefährlich sind. Gleichzeitig ist aber auch zu wenig Freiheit ein Problem für die Sicherheit, weil dann hat man Revolutionen und sowas und das ist auch unsicher. Letzteres ist aber kein Problem, wenn Sicherheit eine Ideologie ist, die sich in der Gesellschaft durchsetzt, weil dann geben die Menschen ihre Freiheiten freiwillig auf! Und sie bekommen dafür nicht einmal mehr Gleichheit. Sie bleiben schön an der Stelle der sozialen Ungleichheit, wo sie gerade sitzen und sind glücklich darüber, dass sie sicher sind. ((Dann noch etwas Facebook und schon ist alles okay.))

Damit aber Sicherheit überhaupt als gesellschaftlicher Wert und Ideologie funktioniert, braucht es Gefahren und deren Vermittlung. Das bedeutet, dass es die Aufgabe von Sicherheitspolitik ist Unsicherheit dar- und herzustellen und generell allem und jeden einzureden, dass die Welt furchtbar unsicher ist. Nun, ehrlich: das ist sie. Aber dagegen können wir kaum etwas tun, schon gar nicht politisch. Politische Lösungen sind meist soundso Verbote, die nur darin wirken, dass man sich nicht um gesellschaftliche Probleme kümmern muss und die Verantwortung bei den Menschen liegt, die diese Probleme haben. Das Verbieten von allem, was unsicher ist, ist unmöglich. Komplette Kontrolle ist unmöglich, nicht einmal teilweise Kontrolle ist realistisch. Trotzdem kaufen unheimlich viele Menschen diese Sicherheitsideologie. Man möchte nämlich nicht daran erinnert werden, dass ein Schritt auf die Strasse der eigene Tod ist, dass einem das Haus überm Kopf einstürzen kann und so weiter. Sicherheit ist das Pfeifen im Walde und gesellt sich damit zur Biedermeierromantik sinnloser Agitation ohne Wirkung, die unsere aktuelle Gesellschaft auszuzeichnen scheint. Diese ist besonders deutlich wenn die angebliche Sicherheit des Weltbildes oder sogar der Welt bedroht ist. Seien es Fremde, der kleinbürgerliche Wohlstand oder das Paradigma des gesunden täglichen Rindersteaks für 5€, sobald an den sicheren Wahrnehmungen der Welt gewackelt wird, kommt die Reaktion wie ein Vorschlaghammer auf die angeblichen Störenfriede hernieder und die Politik ist Gewehr bei Fuß bereit zu helfen, denn Sicherheit ist wichtiger als Freiheit oder Gleichheit, weil steuerbar.

Und nu?

Am Ende dieser Betrachtung kann eigentlich nur eines stehen: wir brauchen eine Politik, die die Freiheit der/s Einzelnen regelt. Während Gleichheit zu Staatsterrorismus führt, führt der aktuelle Trend zur Sicherheit nicht nur zu diesem, sondern auch noch dazu, dass die Probleme, die eine gleichheitsorientierte Politik totregeln wollen würde, überhaupt nicht mehr verhandelt werden, solange sie das Sicherheitsempfinden der Bürger nicht beeinträchtigen und danach im Sinne der einfachen Lösung meist nur Verboten werden. Politik unter der Ideologie von Sicherheit muss sich um nichts mehr kümmern, wenn sie alles verbietet und hat gleichzeitig die komplette Kontrolle über Menschen, die diese freiwillig aufgegeben haben. Es zeigen sich jetzt schon die ersten Demagogen, die dies ausnutzen wollen und einer von diesen wird mit Sicherheit erfolgreich sein und die Welt erneut in Brand stecken.

Agitierte Hilflosigkeit

Es gibt ein Phänomen, das mir in Unterhaltungen mit jungen Menschen immer wieder untergekommen ist. Sie sind meist politisch stark engagiert und sehen Missstände in der Welt. Allerdings wissen sie weder um die Ursachen noch die Gegenmassnahmen zu diesen Problemen. Das wäre die Aufgabe politischer Bildung, aber die findet ja nur noch rudimentär statt und kann im Zweifel nicht jedes Problem lösen. ((Dafür bräuchten wir Politiklehrer mehr Zeit, mehr Mittel und eine frühere Einführung des Politikunterrichts.))

Doch zurück zu den jungen Menschen. Die stehen nur vor einer Welt, die sie empört und die so komplex ist, dass es keine einfachen Antworten geben kann. Sie wurden allerdings im Bildungssystem darauf trainiert, die einfache Antwort zu suchen und sind des öfteren damit überfordert überhaupt über eine Lösung, vor allem außerhalb ihres beschränkten Erfahrungshorizonts nachzudenken. Dabei ist da eigentlich wenig Vorwurf zu machen. Immerhin leben wir im modernen Biedermeier, wo jeder seinen Kopf in den Sand steckt und agitierter, aber durchgehend zahnloser, Privatismus auf Facebook gelebt wird. Slacktivism ist ja auch nichts weiter, als eine neue Variante als Kleinbürger Geld in den Klingelbeutel zu werfen, ohne sich wirklich politisch zu beteiligen. Das passt auch gut zur verzweifelten  Romantik, die unsere Zeit auszuzeichnen scheint. Es wird die ganze Zeit die Emotion, der Andere, die Toleranz ((Ein beschissener Begriff. Lat. tolerare bedeutet ertragen. Toleranz ist also die Fähigkeit etwas zu ertragen, was ich nicht mag. Da ist also der gewünschte Standard des menschlichen Miteinanders: ich finde etwas scheiße, aber ich bin ein guter Mensch, weil ich ertrage, dass ich es scheiße finde. Respekt wäre hier definitiv besser: ich finde es scheiße, aber es darf existieren und ich muss respektieren, dass es existieren darf. Bevorzugt sollte ich dafür kämpfen, dass es das tut.)) betont, um einen Gegensatz zu einer erlebten Welt der technokratischen Nivellierung konservativer Werte zu schaffen. Man geht auf Mittelaltermärkte und zieht sich an wie Bauernbübchen aus dem nicht minder romantischen 19. Jahrhundert, verklärte Hippies, Sennerinnen, verarmte Punks oder Ritter aus schlechten Hollywoodhistoriendramen, ohne es wirklich ernst zu meinen. Da wird dann fein bigott die vegane Fahne hochgehalten, während man Coke life trinkt und McDonalds scheiße gefunden, während man bei Subway den Ökosandwich mampft. Es wird jede dissente Meinung, die die Filterblase penetriert, geshitstormt und gehashtagt, damit man sich bloß nicht damit auseinandersetzen muss, dass man selbst schon wieder weniger Gehaltserhöhung als den Inflationsausgleich bekommen hat.

Aber solange die Meute der ebenso hilflos Empörten glaubt, dass Tweets die Welt ändern, freuen sich die Machteliten, dass es keine ernsthafte gesellschaftliche Opposition gibt, weil sich diese ja nur virtuell abspielt. ((Keine Sorge, ich bin nicht besser. Ich erzähle nur über Politik und schreibe ins Netz.)) Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen führt dieser ganze Spaß nun dazu, dass sie die ganze Zeit wütende Bilder von Tierschützern, Naturschützern, Rechtsradikalen, Linksradikalen, Neoliberalen oder sonstwelchen ideologischen Gruppen und dadurch gut agitiert werden, allerdings in ihrem politischen Verhalten komplett hilflos sind, weil man es geschafft hat ihnen die Werkzeuge und Erkenntnisse, die es braucht um sich kompetent zu verhalten aus der Hand zu nehmen. ((Die sind ja auch zu gefährlich.)) Und so zeigt sich bei jungen Menschen immer öfter agitierte Hilflosigkeit. Sie möchten die Welt ändern, aber sie glauben in postmoderner Abgeklärtheit nicht daran und haben auch nicht mehr die Mittel ernsthaft wirksam politisch mitzuwirken, da alle Mittel, die sie für wichtig halten, nicht wichtig für die Entscheidungsträger sind. Im Internet schreien, interessiert die Gesellschaft immer noch amüsiert, aber relevant ist es noch nicht. Damit bleibt vielen jungen Menschen nur agitierte Hilflosigkeit von der zu sehen ist, wie sie sich kanalisiert.