Ist das jetzt eigentlich schade?

Unsere Großpolitik hadert ja seit Ewigkeiten mit der Linken. ((Die ist ja so böse linksextrem und wird schon seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet. Das heißt im Klartext: sie sagt die ganze Zeit Dinge, die nicht dem Großkonsens der Restpolitik entsprechen. Ist ja auch furchtbar, wenn jemand eine grundlegend andere Sicht auf Dinge hat und dann mit Tatsachen argumentiert.)) Das zieht sich bis in die Finanzierung der Jugendorganisationen. Gerade unter der aktuellen Familienministerin Christina Schröder gab es schon seit längerem Bestrebungen gerade den antifaschistischen und damit eher linken Projekten und Organisationen die staatliche Förderung zu entziehen. ((Achtung! Link geht zur Jungle World. Das ist ja nicht jedem seine Sache.))

Besonders hat es der armen Frau Schröder die Jugendorganisation der Linken, die Linksjugend Solid, angetan. Deswegen ging sie mit ihrem Ministerium vor dem Berlin-Brandenburger Verwaltungsgericht in den Kampf mit der Linksjugend. Den hat sie heute so schallend verloren, dass sogar in Frage steht, ob die anderen Parteijugenden überhaupt gefördert werden dürfen. Nunja, und da sind wir bei der Frage, die sich mir das stellt: ist das jetzt eigentlich schade?

Immerhin kann von keiner parteilich finanzierten Organisation ((Nur so, ein Großteil der politischen Erwachsenenbildung kommt von Parteienstiftungen oder kommerziellen Anbietern. Die haben sicher alle keine Agenda.)) eine reine ideologiefreie Inhaltsauswahl oder eine sachbasierte Analyse erwartet werden. Das ist ja schon staatsbezahlt relativ schwer zu bewerkstelligen. Also ist da so die Frage, ob eine Verteilung der Finanzen auf neutralere Träger, die eben nicht direkt an den Parteien hängen, aber dafür die Bevölkerung breiter abbilden, besser ist. Schließlich sind die Jugendorganisationen die Kaderschmieden der Parteien und Teil deren Elitenbildung. Das bedeutet, dass sie aus der Sicht der politischen Bildung, die die Mündigkeit des Bürgers im Blick hat, nicht unbedingt ideal sind. Stattdessen sollte dies ansetzen, nachdem die Jugendlichen mal eine neutralere Politiksicht gezeigt bekommen haben.

Aber dafür bräuchten wir ja ma eine politische Bildung, die nicht fünf Minuten vorm Abi stattfindet!

Streitkultur in Beziehungen

Ich wurde ja schon gestern gefragt, was das eigentlich sollte und worauf ich hinaus will. Das hat noch seine Zeit. Ich baue hier noch etwas meine Sammlung für die Argumentation auf. Nicht nur, weil das hilfreich ist, sondern auch, weil es mir kindlichen Spaß bereitet.

Im letzten Post habe ich ein paar der standardisierten Begründungen gesammelt, die man so für das Führen einer Beziehung angeben kann ohne komisch angesehen zu werden, die also sozial akzeptiert sind. Diesmal geht es um die Kommunikation in Beziehungen und hier um den Streit. Streit als Krise der Beziehung bietet dann wiederum Raum um die gemeinsame Wirklichkeit der Beziehung mehr in die Richtung der eigenen Realitätsvorstellung zu rücken als in die des anderen. Es geht hier also auch um Macht ((Es sei an dieser Stelle die Machtdefinition von Max Weber gegeben: „Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht.“)) den anderen in die Ecke zu drängen und ihm damit die eigene Weltsicht aufzudrücken.

In den gegebenen Streitskripten geht es dann auch von den Standardfloskeln bis hin zu dem Punkt, wo man schon im Streit die Trennung vorbereitet.

Allgemeine Floskeln
Beispiele: Das ist eine Unterstellung!, Das ist reine Provokation!, Das war schon immer so! ((Auch beliebt bei Schülern…))

Diskurszurechtweisungen
Beispiel: Das ist doch kein Argument! Mit dir kann man ja nicht diskutieren! Du drehst einem ja das Wort im Mund rum! ((Diese Art der Argumentation ist übrigens ein Grund für mich, einfach mit jemandem nicht mehr zu diskutieren. Macht keinen Sinn.))

Vorwürfe
Beispiel: Das tust du nur, um mich zu provozieren! Das sagst du nur, weil du sauer bist! An mir liegt es nicht, dass alles so schlecht ist. ((Gerade das Pathologisierende ist total eklig, denn es setzt voraus, dass man den Gegenüber besser kennt als er sich selbst.))

Einklagen
Beispiel: Du willst wirklich gehen? So will ich das nicht mehr! ((Hier sehen wir schon, dass es um Macht geht. Dadurch, dass ich hier ja sagen müsste um die Beziehung zu retten, hat der andere jede Möglichkeit klare Bedingungen an mich stellen, denen ich mich unterwerfen muss. Macht halt.))

Pseudobeschwichtigung
Beispiel: Nimm das doch nicht gleich wieder zu ernst. ((Wenn dir jemand so kommt, trenne dich doch besser gleich.))

Finale Skripte
Beispiel: Ich glaube das hat keinen Sinn mehr mit uns. So will ich das nicht mehr. ((Ist auch ein Druckmittel, dem man eigentlich nachgeben sollte.))

Auch hier wieder der Hinweis, dass es sich um Zitate der BOAG handelt.

Beziehungsbegründungen

Romantische Liebe ist ja eine Erfindung des Bürgertums des 18. Jahrhunderts, das eine Begründung für Beziehungen brauchte, die sich von der Zweckrationalität des Adel und der Baueren ((Heiraten zum Land- und Geldgewinn)) unterschied. Also, jedenfalls war das am Anfang die Begründung. Heute geht es gerade bei dem was man so als Reste des Hochbürgertums sehen kann wieder nur um die Kohle.

Was allerdings davon übrig blieb sind die Vorstellungen, die die Menschen von der Liebe haben und die sind voller Selbstverwirklichung und zwischenmenschlicher Harmonie. ((Genau, so sieht das auch normalerweise aus. HARMONISCH! KLAR?)) Und deswegen sind Beziehungen ein schönes Studienobjekt. Ich möchte hier gerne ein paar Erkenntnisse über die Mythen wiedergeben, die man sich so als Begründung für Beziehungen erzählt, denn Beziehungen sind natürlich auch eine sozial konstruierte Angelegenheit. Nennt man eine Beziehung Beziehung dann muss man sich auch an die entsprechenden Mythen halten, mit denen diese begründet werden. Da Beziehungen aus verschiedenen Mythen bestehen, die die Liebenden, so sie sich auf einen Satz geeinigt haben, mittels Skripten abspielen können. Der Hauptmythos scheint eine dauerhafte vollkommene Liebe zu sein, bei der man gleichzeitig kameradschaftlich, leidenschaftlich und glücklich gebunden ist. Doch auch der Verlauf einer Beziehung ist aufgeteilt und durchgeskriptet und ich stelle euch ein paar meiner Lieblingsskripte vor. Hier schließt sich gleich die Aufforderung an das Publikum an mitzumachen und beizutragen.

Begründungsskripte

Hier gibt es zum einen Standardsituationen und zum anderen Schicksalsmedien mit denen Beziehungsanfänge beschrieben werden. Schaut zu… Boshaftigkeiten in den Fußnoten.

Die Macht der Liebe
Beispiel: Weil wir uns lieben. Es traf mich wie aus heiterem Himmel. ((Ja klar, der/die hat dir nicht gefallen oder so, gell?))

Emotionaler Kontrollverlust
Beispiel: Ich verliebe mich immer so schnell. ((Ist ja eigentlich schon pathologisch, wenn das so ohne Einfluss geht.))

Abhängigkeit vom Partner
Beispiel: Weil wir uns brauchen. Weil er/sie mich braucht. Weil ich ihn/sie brauche. ((Es gibt da auch preiswert Therapiemöglichkeiten.))

Beziehung brauchen
Beispiel: Weil ich nicht allein sein kann. Weil ich Torschlusspanik hatte. ((Weil ich kein selbstbestimmtes Wesen sein kann ohne mir ein anderes an die Backe zu binden.))

Postmoderne Autonomie
Beispiel: Weil er/sie mich nicht braucht. ((Naja, schon geil, oder?))

Sex
Beispiel: Weil er/sie gut im Bett ist. Weil er/sie der/die erste ist, der/die mich im Bett glücklich machen konnte. ((Joa, endlich mal ein Grund, der ehrlich ist.))

So. Ich danke hier auch der Bochumer Arbeitsgruppe für sozialen Konstruktivismus und Wirklichkeitsprüfung, die mir diese Ideen in den Kopf setzte und deren Arbeitspapier Nr. 8 hier auch zitiert ist.

Interview mit Andrea Bottlinger (wg. Aeternum)

AeternumIch bin erfreut, dass Andrea Bottlinger in meinem Blog zu Gast ist. Andrea und ich kennen uns schon etwas länger und sind uns in etlichen Bereichen der Literatur einig, dass wir uns uneinig sind. Nichtsdestotrotz hat es mich sehr gefreut, dass sie nun neben ihrem ersten Sachbuch Sorge dich nicht. Beame! auch mit Aeternum ihr Romandebut feiern kann.

Ich muss vorausschicken, dass ich nicht die Gelegenheit hatte das Buch zu lesen und sich meine Fragen über den Inhalt eher auf Rezensionen stützen. Diese Fragen stehen für mich aber soundso nicht im Mittelpunkt. Das können andere Leute besser als ich.

Also, dann.

Hallo Andrea! Erst einmal Glückwunsch zum ersten Roman, ich bin ja wirklich beeindruckt mit welcher Konsequenz du den Weg zur Autorenschaft verfolgt hast. Als alter Dauerskeptiker hätte ich das nie geglaubt. Überrascht dich das selbst?

Was jetzt, die Konsequenz oder die Tatsache, dass ich es geschafft habe? Was die Konsequenz angeht, da ist es so, dass ich einfach gerne schreibe. Ich mache das also so oder so, ob es nun gedruckt wird oder nicht. Was die Tatsache angeht, dass ich jetzt tatsächlich mit einem Roman in einem großen Publikumsverlag gelandet bin: Ich habe es mit drei Romanen vorher nicht geschafft. Wenn ich es mit „Aeternum“ auch nicht hinbekommen hätte, hätte ich einfach den nächsten geschrieben und danach den nächsten, bis es irgendwann geklappt hätte. Ich war recht überzeugt davon, dass man mit genug Beharrlichkeit irgendwann zu Ziel kommt. Schon allein aus statistischen Gründen 😉

Du arbeitest ja auch als Lektorin. Hat diese Arbeit deinen Schreibstil und deine Arbeit an Aeternum beeinflusst und hat man dann mehr Mitleid mit dem eigenen Lektor?

Nein. Die meisten Autoren tauschen sich mit anderen Autoren aus und lesen gegenseitig ihre Romane. Das heißt, bis auf wenige Ausnahmen betätigen sich alle Autoren ein wenig als Lektor. Ich habe das nur auf ein Level gehoben, auf dem ich dafür bezahlt werde. Und im Umgang mit meiner Lektorin hat es eher dazu geführt, dass ich mehr mit ihr gestritten habe, glaube ich.

Da sind wir dann auch schon bei dem, worauf ich erst einmal mein Augenmerk legen möchte. Es gibt tausend Philosophien, wie so ein Roman entsteht. Was ist deine?

Normalerweise reiht man ein Wort ans andere. Wenn man Glück hat, entsteht dabei etwas, das nicht nur Sinn ergibt, sondern auch gut klingt.

Ich selbst habe relativ große Probleme mich jeden Tag an den Schreibtisch zu schleppen und in dem kleinen Rahmen kreativ arbeitend zu sein, in dem ich das so bin. Wie schafft man als Autorin sowas?

Ich werde unruhig, wenn ich länger nicht kreativ bin. Ganz ohne Deadline würde ich zwar nicht jeden Tag schreiben, aber für mich ist es einfach wichtig, regelmäßig irgendwas Kreatives zu tun. Also ist es gar nicht so schwer.

Und weiterführend, kam irgendwann mal der Moment, in dem du deine Charaktere nicht mehr sehen konntest?

Wenn man seine Charaktere nicht mehr sehen kann, hat man irgendwas falsch gemacht, denke ich. Du bist doch Rollenspieler. Wenn du einen Charakter wirklich schon lange spielst, dann hängst du ja eher immer mehr an ihm. Je länger du dich mit ihm beschäftigst, desto mehr Tiefe bekommt er, desto genauer wird das Bild, das du von ihm hast. Und du denkst nie: „Ach, verdammt, jetzt muss ich schon wieder zu dieser Rollenspielrunde und diesen blöden Typen spielen, den ich mir ausgedacht habe.“ Romancharaktere sind genauso.

Du hast dich entschieden, dass der Roman in Deutschland und zwar primär in oder unter Berlin spielt. Ich finde die Entscheidung Deutschland als Ort für einen Roman zu wählen gut, wie kam es dazu und welche Möglichkeiten bietet Berlin, die die Standards wie London nicht bieten?

London oder New York macht ja jeder. Ich dachte mir, ich nehme mal was, wozu man als deutscher Leser mehr Bezug hat. Berlin bietet mir letztendlich nicht mehr Möglichkeiten als London oder New York, sieht man mal davon ab, dass ich leichter dorthin fahren konnte und dass ich Leute dort kenne, die mir bei den Details geholfen haben. Aber ich hätte die Geschichte auch anderswo erzählen können.

Und die wichtigste Frage für die Leser: Wird es eine Fortsetzung geben?

Geplant war „Aeternum“ als Einzelroman. Es gibt aber Hintertürchen für eine Fortsetzung, sollte der Verlag Interesse daran haben.

Doch zurück zum Prozess des Schreibens. Wie ist Aeternum handwerklich entstanden? Was sind deine Werkzeuge zum Romanschreiben?

Ich fange immer mit den Protagonisten an und überlege mir, was deren Ziele sind. Dann denke ich mir jemanden oder etwas aus, der oder das entgegengesetzte Ziele hat, und ergründe dessen Motivation. Daraus entsteht automatisch ein Konflikt, und damit habe ich meine Geschichte. Dann schreibe ich, werfe meinen Plan mindestens dreimal um, schreibe Kapitel mehrmals neu, bis ich zufrieden bin, und stelle fest, dass Nebencharakter X viel wichtiger geworden ist, als ich erwartet hatte, was meinen Plan noch einmal etwas abändert …
Irgendwann bin ich fertig, und dann überarbeite ich so lange, bis ich einen Rappel bekomme und den Roman für fertig erkläre. Und Werkzeuge? Notizbuch und Laptop.

Welches Werkzeug würdest du dir noch wünschen?

Ich würde mir wünschen, dass Google Street View flächendeckend funktioniert. Das ersetzt Recherchereisen natürlich nicht, aber wenn ich vergessen habe, irgendwas vor Ort nachzusehen, bin ich immerhin nicht komplett aufgeschmissen. Und ich hätte gerne eine richtig große Bibliothek in erreichbarer Nähe.

Inwiefern sind deine Katzen ein wichtiger Einfluss geworden?

Abgesehen davon, dass manchmal unverhofft Dinge wie „dsfghj“ in diversen Textdokumenten auftauchen? Hm … sie haben mich in dem Glauben bestärkt, dass die Welt insgesamt ein bisschen bekloppt ist und dass man ihr nicht gerecht wird, wenn man in seinen Texten nur Drama und noch mehr Drama schreibt. Da haben wir zwei kleine Raubtiere, denen die Natur von Geburt an einen Killerinstinkt und fiese Mordwaffen mit auf den Weg gegeben hat und die keine Ahnung was erlebt haben, bevor sie ins Tierheim und dann zu uns kamen. Und dann kann ich unserer ausgewachsenen Killerkatzendame dabei zusehen, wie sie bei dem Versuch, ihren eigenen Schwanz zu jagen, von der Küchenbank fällt.

Kommen wir zu ein paar Fragen zur Öffentlichkeitsarbeit, die man als Autorin so tun muss. Du hast ja ein Blog sowie einen Twitter- und Facebookaccount. Sind diese neuen Kommunikationsmittel ein absolutes Muss für eine junge Autorin?

Ich mach das alles vor allem, weil es mir Spaß macht. Man sollte es auch nur deshalb tun. Um sich damit zu beschäftigen, ohne Spaß daran zu haben, bringt es einem zu wenig.

Über welches Medium denkst du, dass du die meisten Leute erreichst?

Über den Buchhandel. Es ist immer noch so: Je mehr Exemplare von einem Roman in den Buchläden liegen, vorzugsweise in großen Stapeln, desto mehr wird davon verkauft. Um mal ein paar Zahlen zu nennen: Meinen Blog lesen vielleicht 50 oder 70 Leute regelmäßig. Das heißt, im allerbesten Fall verkaufe ich darüber 70 Bücher. Das ist nicht sehr viel. Dasselbe gilt für Twitter und Facebook. Ich habe derzeit 300 Twitter-Follower. Ich würde schätzen, mindestens die Hälfte davon folgt mir nur in der Hoffnung, mir wiederum ihr selbst herausgegebenes EBook zu verkaufen. Und vom Rest interessiert sich ganz sicher auch nicht jeder für Urban Fantasy. Jetzt ist Aeternum ja erhältlich und es gehört ja zum Autorenleben auch dazu, dass man sein Werk präsentiert.

Du warst auf der Leipziger Buchmesse und machst nun diese Blogtour. Man würde davon ausgehen, dass die Messe die größere Rolle spielt. Siehst du das auch so?

Das kann ich schlecht sagen. Ich habe wirklich keinerlei Vorstellungen, wie viele Leute ich über die Blogtour erreichen werde. Und bei der Buchmesse weiß man ja auch nie genau, wer wirklich der Lesung zuhört und wer gerade nur da sitzt, um die schmerzenden Füße etwas auszuruhen.

Die moderne Medienwelt von der wir ja schon reden ist sehr vielfältig. Kannst du dir auch vorstellen vom Buch zu anderen Medienarten wie Hörbücher, Podcasts oder ähnliches zu gehen?

Ich hoffe, dass irgendwer mal ein Hörspiel zu einem meiner Romane macht. Das fände ich cool. Ich arbeite momentan auch mit einer Zeichnerin zusammen an einem Comic, von dem wir noch nicht wissen, ob wir versuchen, es Verlagen anzubieten, oder ob wir ein Webcomic daraus machen. Ich probiere alles mal aus, was verspricht, Spaß zu machen.

Und eine kurze persönliche Frage zum Abschluss: Wirst du irgendwann mal ein Buch über Vampire schreiben, die durch Zitronen umgebracht werden?

Ich glaube, das Vampire-Zitronen-Thema hat der große Meister Terry Pratchett schon ausreichend abgearbeitet. Da will ich mir nicht anmaßen, gleichzuziehen 😉

Ich danke für die Beantwortung meiner Fragen und wünsche dir natürlich noch viel mehr Erfolg und jede Menge weitere Romane.

Vielen Dank.

Andreas Roman Aeternum kann man überall finden, wo es Bücher gibt, besonders aber beim lokalen Buchhändler, der unterstützt werden sollte.

Creative trips…

Aus der Principia Discordia erfolgt heute die Lesung der Seite 00063 nach dem offiziellen diskordischen Nummerierungssystems.

Ordnung der Unordnung oder auch Unordnung der
Ordnung vorzuziehen, ist eine Lebensart, die sowohl aus
Kreativität als auch aus Destruktivität zusammengesetzt ist.
Wenn man nun Kreativität der Destruktivität vorzieht, dann ist
das ein total kreativer Trip, der sowohl aus Ordnung als auch
aus Unordnung zusammengesetzt ist. Um es genau auszu-
drücken – wir Brauchen nur kreative Unordnung gemeinsam
mit, und gleichwertig zu, kreativer Ordnung zu akzeptieren
und bereit dazu sein, destruktive Ordnung als unerwünschtes
Gegenteil von destruktiver Unordnung abzulehnen.

Der Fluch des Graugesichts verursachte die Teilung in
Ordnung/Unordnung als essentielle positiv/negativ Polarität,
anstatt kreativ/destruktiv als die essentielle positiv/negativ
Polarität als Fundament zu verwenden. Dadurch verursachte
er, daß die Menschheit noch immer an den destruktiven
Aspekten der Unordnung leidet und außerdem den Zugang zu
einem kreativen Gebrauch von Unordnung nicht finden kann.
Heutige Zivilisation spiegelt diese unglückliche Teilung wider.

Principia1

POEE verkündet, daß die andere
Unterteilung von kreativ/destruktiv vorzu-
ziehen ist, und wir arbeiten darauf hin, krea-
tive Unordnung sowie kreative Ordnung als
etwas Positives und Begehrenswertes darzu-
stellen, und daß destruktive Ordnung genau-
so wie destruktive Unordnung unnötig und
unerwünscht ist.

Gehet hin und denkt über diese Weisheit bei einem HotDog nach.

Show don’t tell…

Es ist eine kleine psychologische Weisheit, dass das, was einem Menschen erzählen, meistens das ist, was sie selbst hören wollen. Sie erzählen sich also selbst, wie toll sie sind, sie erzählen sich selbst, dass sie dich lieben oder, dass du ihnen sehr wichtig bist. Das ist alles nur Gequatsche und hat wenig mit dem zu tun, was die Person am Ende tut. Stattdessen hat es sehr viel damit zu tun, was die Person denkt, wer sie ist und wie sie sich ihre Welt konstruiert. Das bringt uns dann zum ersten Schluss: man sollte immer etwas darauf hören was man so erzählt und sich die Frage stellen, was das über einen selbst sagt.

Dazu kommt dann der zweite Teil, auf den sich dann auch die Überschrift bezieht. Wenn man nämlich will, dass Menschen einen ernst nehmen, wenn man sich auch so verhält, wie man erzählt. Oder besser: es zum größten Teil versucht. Immer klappt das doch eh nicht. Man muss also zeigen, dass man Menschen liebt, dass sie einem wichtig sind und das beginnt dann wiederum mit Zuhören und handeln. Wenn man dem anderen, egal wer er ist, nur Kram erzählt, dann wird dieser das irgendwann nicht mehr glauben. Man muss konsistent reden und handeln, weil ansonsten wird man irgendwann gar nicht mehr in seinem sozialen Verhalten ernst genommen.

Also, zeigt, was ihr meint und quatscht net.

Prelude…

to Through the Looking Glass by Lewis Carroll

Child of the pure unclouded brow
And dreaming eyes of wonder!
Though time be fleet, and I and thou
Are half a life asunder,
Thy loving smile will surely hail
The love-gift of a fairy-tale.

I have not seen thy sunny face,
Nor heard thy silver laughter:
No thought of me shall find a place
In thy young life’s hereafter—
Enough that now thou wilt not fail
To listen to my fairy-tale.

A tale begun in other days,
When summer suns were glowing—
A simple chime, that served in time
The rhythm of our rowing—
Whose echoes live in memory yet,
Though envious years would say “forget”.

Come, hearken then, ere voice of dread,
With bitter tidings laden,
Shall summon to unwelcome bed
A melancholy maiden!
We are but older children, dear,
Who fret to find our bedtime near.

Without, the frost, the blinding snow,
The storm-wind’s moody madness—
Within, the firelight’s ruddy glow,
And childhood’s nest of gladness.
The magic words shall hold thee fast:
Thou shalt not heed the raving blast.

And, though the shadow of a sigh
May tremble through the story,
For “happy summer days” gone by,
And vanish’d summer glory—
It shall not touch with breath of bale,
The pleasance of our fairy-tale.

Anleitung zum offenen Netz

Ich habe ja letztens darüber geschrieben, dass man am besten selbst seinen eigenen Content hosten sollte. Dann fiel mir auf, dass die meisten Leute wahrscheinlich gar nicht wissen, welche Technologien da draußen so sind und wie man sie nutzen kann. Einer der Hauptgründe für die Popularität in Facebook ist dessen angebliche einfache Zugänglichkeit. Diese existiertbauch bei vielen anderen Technologien, sogar sowas wie serverinstallierten Contentmanagementsystemen (CMS). Deswegen hier mal die Liste an Sachen, die man neben oder anstatt der blau-weißen Großplattform verwenden kann. Weiterlesen

Aqua Jogging

Ich gehe ja regelmäßig schwimmen. Das soll ja gut tun und wenn nicht ist es wenigstens ein gutes Alibi um dann später zum Meckes gehen zu können. Jetzt bin ich im Urlaub bei meinen Eltern und meine Mutter nahm mich mit zu ihrem Schwimmtermin. Also, ich schwomm und sie machte Aqua Gymnastik Jogging Zeug mit Anleitung.

Und nunja, das bringt dann die herrliche Möglichkeit der Beobachtung. Es gibt ja nichts lyrischeres als eine Gruppe Männer und Frauen mittleren bis gesetzteren Alters, die zu den Anweisungen einer leicht gebeutelt aussehenden Trainerin in ausladenden Bewegungen durch das Wasser stapfen. Die Damen tragen dabei natürlich, dem Alter angemessen, zumeist diese einteiligen Badeanzüge, die inklusive der farblichen Absetzung eine stoffgewordene Allegorie auf die verschwundene Lust des Alters implizieren. Die Herren entscheiden sich ja immer noch für diese wunderbaren Dreiecksbadehosen, die aus dem kompletten Mann eine Art blinden Fleck machen, da die Sehnerven beim Anblick der Hose temporär zusammenbrechen.

Dann wird mit Ernsthaftigkeit gewasserjoggt. Die Sache gewinnt ja eher ihre Homuristik durch die Trainerin, die ernsthaft motivierend am Rand die Bewegungen mit ihren Armen vorzeigt und durch die Kommunikation, die da im Becken herrscht. Denn dies ist natürlich eine soziale Veranstaltung. Die Damen unterhalten sich bei der langsamen Bewegung durch das Becken natürlich über alles mögliche und es entwickelt sich also ein rückenschonender, leicht schnatternder Entengang. Alles ist dann eingebettet in das leichte Plätschern des Wassers und das rhythmische Schlagen der Kraulzüge des nebenan trainierenden Sportschwimmers. Es ergibt sich ein wahrhaft fantastisches Ballet, das man da so aus dem Nichtschwimmerbecken beobachten kann, während neben einem die Kinder heimlich in das Wasser pinkeln.