Kategoriearchiv: Soziales

Projekte: Rollenspielcon

Im Rahmen des 25jährigen Jubiläums der Kirchgemeinde St. Urban hier in Bamberg haben wir uns im Jugendtreff überlegt eine Rollenspielcon auszurichten. Eine Rollenspielcon ist eine Versammlung von Rollenspielnerds und ähnlichen Menschen, die fantastische Spiele spielen. Es wird gespielt und über das Spielen gesprochen. Hier bisher das Planungsfazit, allein schon, damit ich mir das nochmal durchlesen kann.

Vorbereitungen

Nunja, wir haben da sehr viel Glück. Da der Jugendtreff zur Kirche gehört, bekomme ich da einfach mal einen Gemeindesaal, einen Clubraum und drei Gruppenräume für lau. Allerdings brauchen wir Jugendliche, die mitarbeiten und Werbung. Das ist gar nicht mal so einfach. Einfacher wurde es durch Easy-Con ein Con-Anmeldungssystem von Daniela Festi, die ich über meinen Hackerspace und Rollenspielverein kenne. Damit kann man so eine Con organisieren und sogar noch vieles mehr als wir für einen Tag mit ein paar Räumen brauchen. Dann habe ich mich mit der Leiterin des Jugendtreffs zusammengesetzt, den Gemeinderat beredet und Plakate erstellt. Jetzt machen wir gerade Werbung und hoffen, dass Leute kommen.

Punk is not dead. It just got itself some bagpipes and harps.

In Zeiten in denen Helene Fischer ((Kein Link, um Gottes willen, kein Link!)) der musikalische Mainstream ist, und damit das Merkeln auch im modernen deutschen Biedermeier angekommen ist, darf Musik nicht mehr politisch sein. Die Schmerzgrenze für politische Inhalte in Musik ist bei den meisten schon mit Rammstein und deren eher unterschwelligen Botschaften oder Wir sind Helden mit poetischen Meinungen erreicht. Da hört man doch lieber Andreas Bourani dabei zu, wie er sich und der deutschen Nationalmannschaft Relevanz zusingt oder trällert mit der abgehalfterten Führungsriege der CDU Lieder der Toten Hosen mit. ((Am Tag danach warf jemand Campino einen Backstein durchs Fenster um den ein Zettel gewickelt war, der ihm mitteilte, dass er aus der Vereinigung der Punks geschmissen wurde.))

Jetzt werden sicher einige sagen: „Punk ist gar nicht tot.“ Natürlich gibt es immer noch die ganze Sparte mit den drei Akkorden und der Wahrheit, die ist aber mittlerweile in sich selbst ergangen und hat sich eher einem widerborstig-apolitischen Hedonismus oder aber einer weitreichenden Kommerzialisierung ergeben. Da scheint Biertrinken des öfteren wichtiger als irgendeinen Einfluss auf die Gesellschaft zu nehmen.  Die politische Komponente ist größtenteils weg oder wird nicht mehr ernst genommen.

Woher soll Musik mit politischen Inhalten nun noch kommen? Okay. Wir haben Rapper wie Sookee, die das Thema beackern. Die meist eher plakativ, aber da geht was. Was noch? Metal? Da lebt zumeist auch der Hedonismus und wenn er es nicht tut, kann es sein, dass die Message auch mal gern verfassungsfeindlich ist. Deutschrock? Ja, doch. Wenn das nicht alles immer so bieder wäre. Da ist mir dann der HipHop wieder lieber. Mittelaltermusik? Das war doch immer nur romantisch verklärter Scheiß. Das sind die Ewig-gestrigen mit den Dudelsäcken und den Märchen, oder?

Ähja, irgendwie dann doch nicht mehr. Irgendwie kommt von der Harfenfraktion auf einmal Gegenwind. Da gibt es so zärtliche Hinweise von Schandmaul, dass Rechtsradikalismus in dem Bereich nix zu suchen hat. Und das sogar sehr schön tanzbar. Sowas schmettern dann bei Wacken mal mehrere tausend Leute mit.

Okay. Das ist jetzt irgendwie noch bürgerlich. Etwas pro-aktiver wird dann schon Ecke mit der eher akustischen Folkmusik. Da fängt es augenscheinlich harmlos mit der deutschen Band Faun an. Die wirkt zwar sehr hippymäßig und poetisch, bietet allerdings auch Lieder, die von den Zeitgeistfilmen ((Vorsicht, da ist auch Trutherbullshit dabei.)) inspiriert sind und auf den Konzerten, die wie folkige Goamessen wirken, wird gerne mal ein sehr okölogisches Weltbild verbreitet, insbesondere, wenn die Band es schafft auf ihrer Tour neben Merchandise einen kompletten Stand von Greenpeace mitzunehmen.

Doch da hört es nicht auf. Die Mittelalterrocker Saltatio Mortis fahren mit ihrem letzten Album Das schwarze 1×1 eine noch etwas deutlichere Linie. Hier geht es nicht mehr um gegenseitige Akzeptanz und poetische Naturliebe, sondern hier geht es um amtliche Gesellschaftskritik. Das klingt dann mal ordentlich rockig und bietet eine etwas veränderte Variante der deutschen Nationalhymne.

Doch damit nicht genug. Texter und Sprachrohr Lasterbalk der Lästerliche ((Hey, es ist ne Mittelalterband.)) lässt sich im Blog der Band gerne und länglich über GEMA, Politik und ähnliche Themen aus. Das Ganze länglich und pointiert. Hinzu kommt, dass die Band seit einiger Zeit die Umweltorganisation Sea Shepherd, die dann schon zur pro-aktiven Fraktion der Umweltschutzorganisationen gehören. Sea Shepherd beschäftigt sich primär mit Aktionen gegen Walfang und die Tatsache, dass sie getarnte Schiffe benutzen und auch schon Walfangschiffe geentert haben, sagt wohl genug.

Noch einen Tick politischer und pro-aktiver sind dann nur noch die Holländer von Omnia. Neben einer absoluten Punk/Hippyattitüde und reinem Selbstverlag, treffen sich hier Naturreligion, Gesellschaftskritik und politische Botschaft auf der Bühne und in vielen der neueren Songs. Vom eher philosophischen I don’t Speak Human


über das wütende Dance Until We Die

zum direkten Aufruf zur Intervention in Earth Warrior

gibt es hier eine klare politische Ansage, die man so vielleicht nicht erwartet und die bei den Mittelalterfestival gerade etwas bürgerlich-provinzieller Natur auch gern mal beklagt wird. Insbesondere relativ klare linke Ansagen, die hier getroffen werden schmecken rechtsgerichteten Pseudoteutonen nicht unbedingt.

Der Punk ist also nicht tot. Er hat sich nur Dudelsäcke geholt, spielt Harfe und protestiert gegen den Kapitalismus neben dem Gaukler.

Schlosshof Festival 2014

Ich habe hier lange nicht mehr geschrieben. Deswegen fange ich mal mit der leichten Kost an. Ich war gestern auf dem Schlosshof Festival in Höchstadt an der Aisch. Es ist Teil der fränkischen Burgenfestivals und eher eines der kleineren in der Serie. Ein Tag, sechs Bands im Hof eines Schlosses (duh!) und ein kleiner Mittelaltermarkt dazu. Durch das kurze Line-Up bekommt man dafür gleich ab der zweiten Band größere Namen serviert.

Das Festival war an sich sehr heimelich und wäre noch heimelicher gewesen, wenn es uns nicht alle eingeregnet hätte. Trotzdem haben viele Leute, darunter auch ich durchgehalten und deswegen gibt es jetzt die kleine Berichterstattung.

Umfeld

Höchstadt ist ein kleiner Ort in Mittelfranken und das Schloss ist nicht wirklich groß und so kommt es, dass der Mittelaltermarkt, der irgendwie obligatorisch scheint, sehr klein ausgefallen ist und jedenfalls mir kein Interesse entlocken könnte. Aber dann mache ich das auch schon relativ lange mit und habe die Standard-Markstände gesehen. Die Wege waren breit und die Toilette erstaunlich sauber und nicht mit Schlangen gesegnet. Alles in allem ist es wahrscheinlich noch angenehmer, wenn das Wetter gut ist. Es ist definitiv ein Festival auf dem man auch mit Kind erscheinen kann ((Besonderes Lob an alle Eltern, die ihre Kinder mit Gehörschutz aufs Festival nehmen.)). Es regnete teilweise sehr stark und es muss dem Publikum zu Gute gehalten werden, dass es so lange durchgehalten hat.

Die Bands

Vroudenspil

Vroudenspil ((Freudenspiel gesprochen)) sind eigentlich eine Mittelalterband und das erkennt man auch am Namen. Sie haben sich dem Piratentrend der letzten Jahre angeschlossen und eine durchaus eigenständige Instrumentierung mit wenig Dudelsack und dafür einem Akkordeon. Die Band ist gut, sie eröffnet regelmäßig solche Festivals und spielt solide Musik mit Spaß. Sie haben das Piratending drauf, allerdings fehlt irgendwie der Suspence of Disbelief. Es ist trotzdem gute Musik. Im Gegensatz zu vielen anderen Bands, die ich Festivals eröffnen sehen habe, machen Vroudenspil Spaß, während du noch was essen gehst.

Coppelius

Die feinen Herren von Coppelius gaben sich danach die Ehre. Rockmusik mit zwei Klarinetten, einem Kontrabass, einem Cello und einem Butler. Was soll man da noch sagen. Coppelius haben die Show perfektioniert. Vom affektierten Gesichtsausdruck bis zur gestelzten Ausdrucksweise und „Applaus“ Schildern und Butler Bastille, der während der Stücke Mäntel aufräumt und den Klarinettisten die hohen Zylinder wieder aufsetzt. Was mich etwas gestört hat, war der große Anteil an englischsprachigen Songs. Sie spielen deutsch und englisch und die Mischung der Sprachen irritiert mich immer wieder. Trotzdem haben sie sich ihren Applaus und das Rufen nach „da capo“ sehr verdient.

Omnia

Hach, hach. Ich bin schon ewig Fan, was soll ich also sagen. Omnia machen mit akustischen Instrumenten Musik, die dich nur umbläst. Dazu noch musikalische Vielfalt und Attitüde machen die Konzert immer wieder zu einem speziellen Erlebnis.

Alestorm

Nach der vollen Akustik, die volle Keyboardbreitseite mit den Piratenmetallern von Alestorm. Die Schotten saufen dann halt Whisky aus der Flasche und spielen trotzdem wahnsinnig schnellen Powermetal mit eigenartigem Pirateninhalten. Das endet mit Crowdsurfing zum Bierstand. Definitive Spaßmusik, die live aus ganz anderen Gründen funktioniert als ihre Vorgänger.

Saltatio Mortis

Als die Backstreet Boys des Mittelalters verschrien, haben sich Saltatio Mortis so langsam den Thron des Mittelalterrocks von In Extremo gesichert. Während sich letztere aus meiner Sicht schon lange an zu simplen Texten und dem Nachrennen von Trends auszeichnen ((Jenseits dessen, dass der Sänger sich die Stimme kaputt geschrien hat.)) sind Saltatio Mortis immer eigenständiger geworden. Die Show ist professionell und doch nicht steril. Der Sänger hält das Publikum so auf Trab, dass ich fast Angst hatte abzunehmen. Sie haben den Posten als Headliner nicht nur verdient sondern auch sehr ausgefüllt. Wer mehr als nur das Video sehen will sollte mal bei den Wackenmitschnitt auf arte ansehen.

Fazit

Trotz des Regens eines der bisher besten Festivals auf denen ich war, weil mir das Line-Up wirklich durchgehen getaugt hat. Soviel bin ich seit Jahren nicht mehr gehüpft.

 

Aua…

Das Geschlechterkontinuum für die Erfassung in Fragebögen

Ich hätte es nie gedacht, dass ich hier mal einen wissenschaftstheoretischen Text schreiben würde, aber da ist er. Ich habe vor einiger Zeit das Konzept der dritten Option für das Geschlecht in Fragebögen kennengelernt und dieses Konzept kratzte mich sehr. Denn ich habe das Gefühl, dass diese Option auf ein paar Annahmen beruht, an denen ich zumindest Zweifel anmelden würde, solange sie nicht anständig bestätigt sind. Diese Annahmen wären:

  • trans/intersexuelle Menschen wissen das sie trans/intersexuell sind
  • trans/intersexuelle Menschen reflektieren ihre eigene Sexualität ausreichend
  • trans/intersexuelle Menschen identifizieren sich trans/intersexuell
  • trans/intersexuelle Menschen identifizieren sich nicht mit einem Standardgeschlecht, obwohl sie es könnten

Wenn wir davon ausgehen, dass Bildung keine Rolle dafür spielt, dass jemand trans/intersexuell ist oder nicht, dann wird das mit dem Reflektieren schon schwierig. Dazu kommt, dass jeder dieser Menschen das Recht hat sich nach den Konventionen der Mehrheitsgesellschaft einzuordnen. Denn es hängt hier von der Wahrnehmung der einzelnen Person ab.

Das macht diese dritte Option aber wissenschaftlich zu einem absoluten Problem. Haben wir bei einem Spektrum männlich/weiblich schlicht eine gewissen Menge false-positives und false-negatives, gibt es mit der dritten Option nun das Problem, dass weder dieser, noch den beiden anderen getraut kann, da nicht bekannt ist, ob die Kategorien trennscharf sind, weil Angehörige der neuen Kategorie eben auch den alten zuordnen können. Damit führt diese Kategorie, die teilweise mit einer Argumentation aus der political correctness, eingeführt wird leider dazu, dass die Daten schlechter werden und dass sich entsprechende Menschen im Zweifel nicht besser repräsentiert fühlen.

Dazu ist die dritte Option in sich nicht trennscharf und das führt dazu, dass man das immer mehr ausdifferenzieren muss und dann einen Wust an Optionen hat, die kein Proband mehr versteht.

Deswegen habe ich mir eine andere Variante überlegt, die zum einen die Komplexität der Sexualität abbildet als auch barrierefrei ist. Wie man das operationalisiert und wie das genau in einer Studie aussehen kann, wäre mal eine Aufgabe für die entsprechenden Theoretiker. Ich schlag das nur vor. Es sieht so aus:

Geschlechterkontinuum

Das ist nur ein Beispiel, bei dem die Probanden dann sich selbst einschätzen können und damit weitaus genauere Daten geben, die ich dann sogar besser granulieren und operationalisieren kann. Ich kann auch hier gleich noch sexuelle Orientierungen und so weiter abfragen und dabei immer verständlich sein. Dabei werde ich automatisch alternativen Geschlechtswahrnehmungen gerecht und bekomme gleichzeitig ein realistisches Geschlechterbild meiner Stichprobe. Ich persönlich gehe übrigens davon aus, dass die meisten Menschen keine Extreme ankreuzen würden.

So, food for thought…

Ein Blick in den Kleiderschrank

Nachdem ich den aktuellen Lila Podcast gehört habe, bei dem es um Jungs mit Rock ging, entspann sich auf ADN eine kurze Unterhaltung über maßgeschneiderte Klamotten und warum Männer eigentlich sowas nicht unbedingt tun. Deswegen gibt es jetzt mal meinen Beitrag dazu, der darin besteht, dass ich euch mal zeige, was ich mir im Laufe der Jahre habe schneidern lassen und das auch kommentiere.

Generelle Bemerkungen

Moderne Mode ist schnelllebig und meist billig unter schlechten Bedingungen produziert. Dazu bekommt mal als dicker Mann wenig coole Sachen, wenn man nicht auf Hemden und Unterbauchjeans steht. Maßgeschneiderte Sachen hingegen halten sehr lange, gefallen dann meist auch sehr lange und kosten auch entsprechend. Ich werde mal die groben Preise von dazu schreiben und warum ich diese Sachen liebe. Ein paar Designs sind komplett eigenständig, ein paar nur für große dicke Männer angepasst. Doch, bevor ich durch die Liste gehe, möchte ich erst einmal kurz über die Leute reden, die mir das geschneidert haben.

Hexenkontor

Ich hing schon mit 15-16 in Eisenachs kleinem Mittelalterladen, dem Hexenkontor, rum und nervte Yvonne, die Schneiderin und Inhaberin. So war es dann auch kein Wunder, dass ich mir irgendwann mit 18 das erste Kleidungsstück machen ließ und später das zweite. Yvonne hatte immer ihren eigenen Stil in den Sachen und stellte wirklich qualitativ hochwertige Sachen her, weil sie es überhaupt nicht mochte, den Leuten Schrott zu verkaufen und das merkte man den Sachen an.

Leider musste sie gesundheitsbedingt aufhören, weswegen ich dann irgendwann einen neuen Laden fand.

Senjo Clothing

Senjo Clothing ist eine kleine Firma aus Holland, die neben selbstgeschneiderten Sachen auch produzierte eigene Designs anbietet. Mathilda, die Schneiderin und Chefin hat auch einen Anspruch an ihr Design und an Qualität. Da ich halt groß und fett bin, sind alle meine Sachen tatsächlich handgemacht. Für die Mädels gibt es mehr als für die Jungs, weswegen ich bei den Mädels gerne wildere und gerade den Damen empfehle sich umzusehen. Die Preise für Damensachen sind moderater als für meine, aber dafür sind die teilweise auch professionell, aber immerhin in Europa genäht.

Mäntel

Modell „Gandalf“

Vorderseite

Rückseite

Fangen wir mit den Mänteln an und da mit dem ersten Mantel, den ich mir von Yvonne habe machen lasse.

Der Mantel ist jetzt ungefähr 13 Jahre alt und besteht aus dunkelblauem robustem Baumwollstoff (denk: Jeans). Er ist etwas an den Mantel von Gandalf angelehnt, bodenlang, wenn ich ihn trage und besitzt ausgestellte Arme. Er ist das einzige Kleidungsstück, dass eine kurze Kapuze ohne Zipfel hat, weil ich das damals für blöd hielt. Er hat mittlerweile tolle metallene Knöpfe und besaß schon immer die viereckigen Taschen, in die ein ganzer portabler CD Player passt. Es war noch diese Zeit. Der Mantel ist relativ dünn und kann auch im Sommergetragen werden, da ist er auch gerne mal die Picknickdecke beim Konzert und besitzt dazu eine doppelte Fleeceweste, die ich selten benutzt habe, aber die ihn im Winter erstaunlich warm macht. Zitat: „Damit du nicht frierst Junge!“

Kostenpunkt: ca. 130€

 

Modell „Faerie Warlock“

Ungefähr zwölf Jahre später entschied ich mich dann, mir von Senjo einen neuen Mantel machen zu lassen.

Rückseite

Vorderseite

Diese ist nahezu ein Unikat, da noch einer existiert, bei dem ich mich vermessen hatte und der um die Schultern zu eng war. Die Parameter waren: warm, weite Arme und die ausgefransten Nähte, die auch die Morrigan Weste weiter unten kennzeichnen. Hier ist die Kapuze dann schön zipfelig und lang und geht mir beim Tragen bis zum Hintern. Der Mantel ist ungefähr wadenlang und auch erstaunlich warm im Winter. Er hat tiefe Taschen und ist erfahrungsgemäß bei Temperaturen über 10 Grad Celsius zu warm und ziemlich wasserfest, da er aus einem groben Baumwollgewebe und einem dicken Jersey-Innenfutter genäht ist. Die immer länger werdenden Fransen des Baumwollstoffes sind übrigens das Tollste an dem Kleidungsstück. Man wird auf Straße auch im Winter weniger angesprochen, wenn man diesen Mantel trägt.

Kostenpunkt: durch zweimal machen 600€

Westen

Morrigan Weste

Rückseite

Vorderseite

Die Morrigan Weste von Senjo ist tatsächlich ein Kleidungsstück direkt für die Jungs. Sie ist an eine Weste angelehnt, die Steve ‚Sic‘ Evans van der Harten von Omnia trägt.

Sie gefiel mir auf Anhieb und wird auch regelmäßig getragen. Die ausgestellten, sehr kriegerisch wirkenden Schultern gefallen mir sehr, wie die großen Taschen. Die Kapuze ist noch kurz und verdeckt gerade im Sommer mal gut den Kopf, wenn es regnet oder zu sehr die Sonne scheint. Die Weste ist aus einem leichten Jerseystoff und sehr gut tragbar.

Kostenpunkt: 145€

Wildcat Weste

Rückseite

Vorderseite

Als ich letztes Jahr auf dem Castlefest den Stand von Senjo besuchte meinte Mathilda, dass mir eine Wildcast Weste stehen würde. Also haben wir das mal ausprobiert.

Die Weste besteht eigentlich aus zwei dünnen Lagen Stoff, allerdings ist die innere Lage und die Bordüre aus Kunstfell und damit ist die Weste erstaunlich warm und kuschelig. Ich trage sie gerne im Herbst und Winter. Sie schließt vorne nur teilweise durch die Klammern, aber das reicht. Sie ist aber nicht wirklich wasserfest oder winddicht, also eher was für die schöneren Herbst- und Wintertage. Sehr süß ist der kleine Fellpuschel am Ende der langen Kapuze.

Kostenpunkt: 400€

Beinkleider

Chaosrock

Hachja, ich und das Chaos. Es taucht überall auf, also auch auf meinem Rock. Er ist auch schon etwas älter und trotzdem trage ich ihn immer wieder gern.

Er ist zweifarbig und besteht im Endeffekt aus verschiedenen Stoffresten, die an einen breiten Ledergürtel mit zwei Schließen angebracht sind. Am Ledergürtel sind D-Ringe, an die man allerlei dranhängen kann. Er ist sehr leicht und gerade im Sommer gut zu tragen. Allerdings darf ich nicht mehr so viel abnehmen, sonst rutscht er noch mehr, oder ich muss ihn enger machen lassen. Das musste ich auch schon mal, weil das Leder sich am Anfang dehnte. Generell verleiht ihm das ein schönes selbstgemachtes Flair.

Kostenpunkt: 100€ wenn ich mich recht erinnere

Aladdin Trousers Special Edition

Die Aladdin Trousers gibt es eigentlich nur in dünnem Jersey. Da ich aber laut Mathilda für die Mullberry Trousers nicht wirklich geschaffen bin, was ich glaube, gab es halt diese Sonderedition.IMG_0788

Die Hose ist aus silberig-schwarzem Cord und plustert sehr schön. Ähnlich wie der Rock ist das im Sommer toll, weil luftig und wenig schwitzig. Der Bund ist aus elastischem Gewebe aber ich habe kurz nach dem Kauf schon so abgenommen, dass da nur Gürtel helfen. Der passende Gürtel ist übrigens sehr lang und brauchte auch schon neue Löcher.

Kostenpunkt: 70€

 

Accessoires

Die Archer Sleeves sollen noch kurz Erwähnung finden. Sie sind die kleine Hilfe, wenn die Westen im Herbst oder Winter langsam zu kalt werden.

Zukunftsmusik

In nächster Zeit kommen noch eine Morgana Jacket und eine zweite Aladdin Hose, diesmal in dunkelrot, dazu. Erstere, weil meine Fleecejacke kaputt ist und zweitere, weil man ja mal was braucht bei dem der Rest einen wieder blöd anschaut.

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Warum Wie besser ist als Was…

In letzter Zeit saßen etliche junge Menschen vor mir, die Hilfe brauchten um Sachen zu verstehen wie Strom, die deutschen Literaturepochen oder aber die Problemlage bei Teenschwangerschaften. Im Laufe dieser Momente gab es eine Gemeinsamkeit. Die jungen Leute hatten allesamt ihre Texte gelesen und ihre Zettel und Formeln gelernt. Gerade beim Strom wurde ich mehrfach darauf hingewiesen, dass ich die für den Widerstand nicht auswendig kannte oder rumgedreht habe. Sie hatten alle eine sehr gute Idee vom Was. Und das verwundert mich gar nicht. Immerhin sorgt die Struktur des Schulsystems dafür, dass Schüler viel Zeug schnell auswendig lernen können. Der Druck ist auch entsprechend.

Doch es gibt neben Wissen auch noch eine zweite Anforderung im Schulsystem. Diese wird schon früh angegeben und heißt Transfer. Transfer ist die Aufgabenform bei der man Wissen anwendet. Heir geht es um Prinzipien und Theorieanwendung. Es geht also um das Wie. Meine eigene Erfahrung ist, dass die jungen Leute in der Schule von Transfer sehr überrascht und teilweise überfordert sind. Eine Idee, die dabei schnell bei der Hand ist, ist diejenige von dümmer werdenden Schülern. Diese Erklärung ist aber irgendwie unbefriedigend. Denn unsere Schüler heute haben keine anderen Gehirne als die Menschen eine Generation vor ihnen. Also stellt sich die Frage, warum man mir die Widerstandsformel vortragen kann, aber nicht weiß was Strom eigentlich ist? Kann es sein, dass dieser Teil nicht erzählt oder besser hinter verschwurbelten Formeln versteckt wurde? Kann es sein, dass es sinnvoller wäre klar zu machen, dass Literaturepochen ein Teil der Kulturgeschichte sind, anstatt die Schüler mit einem Zettel und der Idee, dass die ja auch Geschichtsunterricht haben hängen zu lassen? Kann es sein, dass man zwar ein Referat über soziale Probleme verlangt aber nie klar macht, was eigentlich dieses Soziale und sowas wie Gesellschaft ist? Oder wie man eigentlich so ein Problem strukturiert? Wie man so ein Referat hält und wie so ein Handout am besten aussieht?

Nun, das steht alles in den Lehrplänen und das soll auch alles behandelt werden. Es scheint nur so zu sein, dass jeder denkt, dass es der andere tut. Nur leider wissen die Leute, die später mal Verantwortung für diese Gesellschaft haben wenig über das Was wissen, weil sie es wieder vergessen, aber auch nichts über Wie wissen, weil das irgendwie unter die Räder kommt und dieser Tatbestand eher mit Klischees erklärt wird als, dass er als Problem gesehen wird.

Facebook Chat ohne Messenger

Facebook schickte mir die Tage so eine freundlich-bestimmte Email, die mir erklärte, dass ich jetzt auf meinem Mobilgerät doch nicht mehr Nachrichten über die Facebook-App schreiben kann, weil es ja dafür den Messenger gäbe, über den sie (Facebook) festgestellt haben, die Leute viel schneller antworten. Dass es Menschen (mich) gibt, die den Messenger für noch eine schlimmere Nervensäge und Schnorchelmaschine halte, als Facebook selbst. Dazu möchte ich nicht noch mehr Balkanisierung auf meinem Handy, als ich schon habe. Die tausendste Single-Purpose App ist wirklich zuviel. Dazu geht einem da Teil noch mehr aufn Sack und ich hab schon mehrere Messenger, davon einen, der jetzt Facebook gehört. Also das muss nicht sein, weswegen es jetzt hier mal eine kleine Anleitung gibt, wie man sich dieses Programm erspart.

Was nicht wirklich bekannt, aber bei Facebook auch tatsächlich dokumentiert ist, ist die Tatsache, dass der Facebook-Chat auf Jabber beruht, dem dezentralisierten Messengerprotokoll. Jabber ist das ICQ des 21. Jahrhunderts in dezentralisiert. Um Facebook nun über Jabber und damit ohne Webpage und den bekloppten Messenger zu nutzen nehme man einen Jabberclient und konfiguriere ihn wie folgt:

  • Benutzername: euer Facebook Benutzername, das ist der String, der hinter der URL steht, wenn ihr eure eigene Facebookstartseite aufruft. Vorname.Nachname.XXXX@chat.facebook.com
  • Euer Passwort
  • Als Server: chat.facebook.com

Und schon ist die Nummer geritzt. Wenn ihr Facebook so eingestellt habt, dass ihr über Anmeldungen informiert werdet, spammen die euch auch fein mit Emails voll, wenn ihr euch mit dem Client anmeldet.

Es macht übrigens andere Nutzer komplett kirre, wenn ihr ihnen erklärt, dass ihr zwar in Facebook reinchattet, aber die Seite nicht offen habt.

Kurzurlaub in Wien

Ja, es ist schon mehr als eine Woche her, aber jetzt mal der Eintrag zu meinem Kurzurlaub in Wien. Ich benutzte die Bahn, die mich nahezu reibungslos und komfortabel nach Wien brachte. Da die erste Klasse nur 10€ teuerer war als die zweite fuhr ich luxuriös in der Luxusklasse. Angekommen in Wien checkte ich ins Motel One am Westbahnhof ein und muss sagen, dass ich für den Preis sehr zufrieden war. Schlicht, aber sauber und wohnlich trifft es hier. Das Frühstück hat mich zufrieden gestellt und das sagt schon viel.

Der erste Tag brachte dann nur noch einen Rundgang durch die Stadt. Es war leicht diesig, weswegen ich euch die entsprechenden Fotos erspare. Allerdings war ich auch in der Schatzkammer der Habsburger. Hier gab es einmal den kompletten Schatz zu sehen, darunter die Krone des Kaisers des heiligen römischen Reiches deutscher Nationen.

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Am nächsten Tag ging es nach Schloss Schönbrunn.

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Und dessen Schlosspark. Das Wetter war eher so mau, aber das tut dem Pompösen da keinen Abbruch.

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Dann war ich im Tierpark Schönbrunn und schaute mir unter anderem die Wölfe an.

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Abends war ich dann noch im Metalab und am nächsten Tag wurde ich mit schönem Wetter für die Hofburg beehrt.

Unbenannt

 

Dann ging es wieder zurück. Wien war nett uns sehr erholsam. Mehr Fotos in meinem Flickr Fotostream.

Die Geschichte mit dem Strandbuggy

Ich fand diese Geschichte in Double Share aus den Trader Tales von Nathan Lowell. Der Kontext ist, dass der Protagonist der Geschichte von seinen Untergebenen gefragt wird, ob sie in einer anderen Abteilung helfen sollten und dabei kommt die Frage auf, ob es fair ist, wenn man sich extra Arbeit macht und andere davon dann einen Vorteil haben. Das Gedankenexperiment, das dann gegeben wird ist einfach sehr einleuchtend.

Gegeben ist, dass jemand ein Wagen mieten muss, um zu seinem Hotel am Strand zu kommen. Diese Person bezahlt den Wagen und zwar vollständig, weil sie ihn ja benutzen will. Was ist nun, wenn eine zweite, ihr bekannte Person auch zum Strand möchte? Die zweite Person mag vielleicht anbieten sich an den Spritkosten zu beteiligen oder ähnliches. Man wird sich sicher einig, denn man will ja zum Strand. Ist das fair? Sicher. Ist es auch fair, wenn die andere Person nichts dazuzahlt? Müssen tut sie nämlich nicht. Es sieht zwar so aus, als wäre es besonders großzügig, wenn man die andere Person mitnimmt, aber man hat den Strandbuggy eh schon bezahlt und die Fahrt mit mehr Leuten ist nicht nur umweltfreundlicher sondern hat im Zweifel sogar einen Mehrwert für sich. Wenn jemand die Spritkosten mitträgt, ist das schön, aber man fährt eh in die selbe Richtung.

Der Jahresrückblick 2013

Das Jahr geht zuende und was darf da nicht fehlen, genau der Jahresrückblick. Da es hier im Blog ja eher um das Denken über die Welt geht, wird es der Jahresrückblick der Konzepte.

Schock oder Sicherheit

Die Welt war 2013 im Schock. Also mit Welt meine ich natürliche die westliche Welt ((Der Rest hat seine Verwandten unter eingestürzten Nähereien, in zerstörten Städten und den Überresten von Kriegsgebieten gesucht, versucht etwas zu essen zu haben oder schlicht zu überleben.)) und Schock war in manchen Bereichen der Gesellschaft eher so das Pokerface, das die endgültige Sicherheit ausdrückt, das unsere Bürgerrechte oder auch Menschenrechte den Herrschenden und vor allem ihren nahezu autonomen Untergebenen scheißegal sind. Hier dann natürlich besonders, wenn es sich um Herrschende anderer Staaten handelt. Erst war die Bevölkerung schockiert, dass sie jenseits der freiwilligen Herausgabe aller Daten an Facebook und Google diese in Kopie auch noch einmal bei der NSA abgeben, dann war die Regierung schockiert, dass sie wie ein Bürger behandelt wird.

Stasis

Es bleibt 2013 auch vieles, wie es war. Die Bevölkerung hat ihr Interesse an Stasis eindeutig in verschiedenen Wahlen Ausdruck verliehen und die Regierung ist dem mit dem neuen Koalitionsvertrag nachgekommen. Die SPD hat uns mal wieder verraten und die Verachtung der Regierenden für die Bevölkerung ist genauso groß wie vorher und wir dürfen erwarten, dass keinerlei der immanenten Probleme gelöst oder aber auch nur erkannt werden. Damit bleibt dann auch die Erwartung, dass die Politikerverdrossenheit weiter mit dem revolutionären Potenzial steigt. Blieb also alles beim Alten.

Empörung

Gerade im Internet, aber auch in den Mainstreammedien, hat die Tendenz zur Empörung zugenommen. Die sozialen Medien haben sich als Ort der Empörung (twitter) und als Quelle der Empörung (Facebook) etabliert. Die extremen alternativen Positionen haben sich alle fröhlich eingemauert und sind für Argumente nicht mehr zugänglich. Der gesellschaftliche Fortschritt wird dem Aufregen über die Position des jeweils anderen geopfert. Denn die Welt hinter meinen Augen ist wichtiger als das Schicksal der Welt auf deren Existenz wir uns geeinigt haben.

Tidbits

Hier noch die kleinen und großen Fakten, die man für 2013 nicht vergessen sollte.

  • Die Menschheit hat ihr Potenzial nicht ausgeschöpft.
  • Politischer Protest wird Mainstream.
  • Es hören mehr Menschen bei Omniakonzerten auch auf die Ansagen.
  • Russland ist definitiv keine Demokratie mehr.
  • Die USA haben noch die Wahl, ob sie wieder eine werden.
  • Deutschland ist verzweifelt, dass das Grundgesetz eine Abschaffung der Demokratie verbietet.
  • Shopping Queen ist die Sendung des Jahres.
  • Auch im deutschen Fernsehen wird jetzt gebacken.
  • Markus Lanz macht immer noch Wetten Dass?!
  • Die Presselandschaft ist trotz Leistungsschutzrecht am Sterben.
  • Im Pazifik schwimmt immer noch ein Floß aus Plastikmüll.
  • Fukushima schmilzt immer noch vor sich hin.