Kategoriearchiv: Chaos

Das mit der Integrität…

Ich habe gestern The Intern mit Robert De Niro gesehen. Man mag vieles über den Film denken, und großes Kino ist es sicherlich nicht, aber es gab so eine Sache, die ich tatsächlich mitgenommen habe. Doch vorher eine kurze Synopse, für diejenigen, die den Film nicht kennen und sehen wollen.

Ben Whitaker (Robert De Niro) ist pensioniert, Witwer und langweilt sich. Also bewirbt er sich für das „Senior Internship Program“ eines Internetmodeunternehmens. Er kommt dort mit seiner leicht anachronistisch antiquierten Businesseinstellung an und wird langsam zu einem geschätzten Mitarbeiter der Firma, besonders für die überarbeitete Gründerin Jules Ostin (Anne Hathaway). Es werden Krisen überstanden und am Ende lernen alle was fürs Leben. Es ist das, was man eine schöne Geschichte nennt.

Doch, ich wollte eigentlich woanders hin. Am Anfang des Filmes sagt Whitaker in eine Kamera „I’m a company man. I’m loyal, I’m trustworthy and I’m reliable.“ Was er vergisst zu sagen ist, dass er komplett integer ist und das bedeutet auch, dass er Gewissenskrisen gegenüber seiner Chefin bekommt, wenn er merkt, dass diese von ihrem Mann betrogen wird, aber diese auch dazu anhält sich bei ihrer Sekretärin für gute Arbeit zu bedanken. Whitaker hat klassische Werte, die sich in seiner Kleidung und Einstellung (klassischer Anzug, professionelle Verschwiegenheit, Aufmerksamkeit und niemals vor der Chefin gehen) zeigen, aber diese Werte sind auch etwas, das ihn am Ende von den eher ziellosen Mit-Dreißigern und Endzwanzigern unterscheidet und ihnen auch irgendwie fehlt. Dieses Fehlen von Werten hat sehr viel damit zu tun, dass sich vieles in den Leben junger Menschen an imaginären Zielen, Aufgaben und Herausforderungen orientiert, für die man dann im Zweifel seinen ganzen Wertekanon, den man sich gerade mit Anfang 20 noch revolutionär auf die Fahnen geschrieben hat, aufgibt. Denn auf einmal ist Geldverdienen und Erfolg haben, weitaus wichtiger als den eigenen Anspruch an die Welt selbst gerecht und sich die Frage zu stellen, was die eigenen Handlungen in derselben Welt verursachen. Integrität, wie sie Ben Whitaker zeigt, ist aber etwas, das gerade in der Post-Post-Moderne, in der Strukturlosigkeit und Werteliberalität nur noch von extremen Botschaften eingefangen zu werden scheinen, gar nicht so schlecht erscheint. Denn am Ende allen Erfolges, aller Facebooklikerei, aller Herzen auf Twitter und Instagram, ist Erfolg weniger wichtig als die Frage, wie man ihn erreicht hat, was man dafür aufgegeben hat und ob man sich selbst noch im Spiegel ansehen kann.

Und obwohl es eine Art wertkonservative Avantgarde zu geben scheint, die Werte als Inhalt begreift und nicht als Steigbügel, ist der Rest dieser Gesellschaft noch zu sehr in pseudo-neoliberalem Erfolgsgelaber und nicht-zukunftsfähigem Solipszismus zu gefangen, dass Menschen, die, wie Ben Whitaker, integer sind, als schöne anachronistische Ausnahmen angesehen werden können.

Nürnberger Spielemesse 2016

Ich konnte dieses Jahr die Nürnberger Spielwarenmesse besuchen und deswegen gibt es jetzt einen Blick auf die Spielwarenindustrie, wie sie sich auf ihrer Industriemesse präsentiert. Gewehre bereit Stormtrooper!

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Kitsch für Jungs und Mädchen

Fangen wir mit Kitsch für Jungs und Mädchen an. Die Sektion für Babyspielzeug überzeugte unter anderen mit perfekten Kinderzimmern für Jungs.

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Und Mädchen…

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Wenn man dann älter ist, bekommt man entweder freundlich lächelnde Mädchengesichter.

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Oder doch lieber Superhelden…

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Wobei irgendwie klar ist, dass die Mädchengesichter aus dem Horrorfilm für die selben Menschen bestimmt sind, wie diese wunderbare Schminksammlung:

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Während die Träger der Superheldenrucksäcke bestimmt auch als Zielgruppe für diese wunderbaren Zweitweltkriegsfahrzeuge aus Plastiksteinen gesehen wird.

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Und wenn sich Mädchen für Naturwissenschaft interessieren muss uns das nicht aufhalten. Immerhin gibt’s auch die Erde in rosa:

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Und wer sich wehrt, der wird von dieser Puppe angesehen…

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oder bekommt dieses wunderbare Plastikbaby mit Ohrstecker geschenkt.

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Cooles Spielzeug

Ganz vorn beim coolen Spielzeug war der Kettcar mit Nerfgun und Pfeilhalterungen:

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Wir erwarten den Nachbau für Erwachsene in Jahresfrist und die erste Schlacht aufm Congress.

Sehr schön waren auch die liebevollen Modelleisenbahnanlagen, die teilweise sehr ausgefallen aussahen:

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Den Realismus leicht übertrieben…

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aber sehr schöne Fotomotive ergaben.

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Business baby, business.

Doch das ist gar nicht das Spannendste an der Messe gewesen. Das Spannendste ist, dass es sich hier ja um eine Fachmesse ohne Publikum handelt. Es gibt also keine lauten Bühnen, viele Schlipse und Marketingfuzzis, und die Stände der Branchenführer sind bei weitem nicht so einladend, wie die des Mittelstands. Stattdessen wird sich abgeschottet:

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Und bevor es Fragen gibt: Mattel, dasselbe in pink und weiß, Playmobil blau-weiß, Hasbro rot-blau… und so weiter. Wenn sich jemand fragt, wo die Deals geschlossen werden. Hinter diesen netten Damen am Empfang und der Security. Leider werden da so Nasen wie ich nicht reingelassen.

Fazit

Die Spielwarenmesse ist das Branchentreffen und vor allem ein Hort seelenlosen Plastiks, das unter Marketinggesichtspunkten zumeist in fremden Ländern produziert wird. Man merkt, dass hier sehr viel Geld durch die Gegend geschoben wird, wenn man sieht wie auch kleine Unternehmen sich präsentieren. Hinter den Wänden der großen Stände wird, ohne störenden Einfluss festgelegt, was den Geist vieler Kinder im nächsten Jahr bewegen wird. Was vielleicht fehlt, ist eine Präsenz, die hier gesellschaftlich beratend agiert. Dann gäbe es weniger Hello! Barbies, Pinkstinks Artikel und Ausbeutung…

Jahresendwünsche

Grenzen sind spannend. An Grenzen können sich Dinge ändern. Heute ist eine künstliche Grenze, aber die hat auch jede Menge Macht, weil ja alle daran glauben, dass sie existiert. Also, denkt daran, dass sich hier Dinge ändern können…

Ich wünsche euch ein gutes Herüberkommen über diese Grenze… und, dass sich für euch alles zum besseren ändert.

[32c3] Retrospektive

So, nun ist er vorbei, der 32c3. Es waren sehr angenehme Tage in Hamburg. Hier kommt dann mal die Rückschau.

Ich habe es netto in zwei Talks geschafft. Zum einen den sehr empfehlenswerten über Floskeln in der politischen Sprache von Kai Biermann und Martin Haase und zum anderen in den über Landesverrat von Markus Beckedahl. Ansonsten werde ich, genauso wie wahrscheinlich viele von euch, den Congress in Ruhe nachsehen.

Ich habe viel Zeit im Sendezentrum verbracht und dabei die ganzen Podcaster kennen gelernt. Dazu auch neue Kontakte geknüpft aus denen vielleicht in Zukunft neue Projekte erwachsen werden.

Etwas erstaunlich war, dass ich irgendwie bekannt bin für den Podcast, den ich da mit Holger mache. Also, ich bin in der Congresswelt C-Promi. Das ist befremdlich, aber wirkt bisher nicht bedrohlich. Ich freue mich, dass diese Sendung so vielen Leuten was bringt.

Alles in allem habe ich das Gefühl, dass ich sehr viel, aber irgendwie noch nicht in der Tiefe mit vielen Leuten geredet habe. Ich denke, dass ich „noch nicht ganz angekommen“ bin. Ist aber nicht schlimm… kommt.

So… das war der 32c3. Jedenfalls der Teil, über den ich reden werde… 

[32c3] Tag 2

Tag zwei war ansonsten geprägt von viel Podcast live sehen, etwas spazieren gehen und guten Unterhaltungen mit den Leuten, die ich hier schon so getroffen habe. Etwas eigenartig ist es, dass ich im Bereich der Podcaster eine sehr (!) leicht Berühmtheit geniesse, die daher kommt, dass ich bei Holger Dauergast bin. Es kamen schon viele Leute und haben sich dafür bedankt, dass wir diese Sendung machen. Das ist irgendwie eigenartig.

Dazu hatte ich die Freude ein paar andere Podcaster zu treffen. Allein die Unterhaltungen waren es schon mal wert. Dazu kommen jede Menge andere Leute, die da irgendwie im Umfeld und spannende Menschen sind.

All is well…

[32c3] Unter dem Headset hört dich keiner sterben…

Ich hatte meinen ersten Einsatz als Translation Engel und als Engel an sich. Als Engel saß ich vor einem Ausgang, den es zu bewachen galt.

Als Übersetzer muss ich echt sagen, dass ich da an meine Grenzen gekommen bin. Ich hatte mich etwas blauäugig für den Talk über Hannah Ahrendt und Privatsphäre entschieden. Der war an sich schon harte Kost, aber die Fragen haben mich dann echt zerlegt. Wenn jemand kontextfrei über Foucault daherbrabbelt, dann bin jedenfalls ich mit meinem Latein am Ende.

Es war eine gute Erfahrung, und beim zweiten Mal wird es besser… wenn ich mich entscheide das nochmal zu versuchen…

[32c3] Selbst- und Fremdfindung

So, ich bin dieses Jahr das erste Mal auf den Chaos Communication Congress gefahren. Das ist das Jahresendtreffen des CCC auf dem ganz viele Hackerinnen und Hacker rumhängen und sich Vorträge und alle möglichen anderen leicht nerdigen Sachen ansehen. Ich habe schon viele nette Menschen getroffen und bin jetzt froh, dass ich mal fünf Minuten Ruhe habe um diesen Blogeintrag anzufangen.

Ich glaube ich erzähle erstmal, was ich so machen möchte und werde:

1. Ich werde Translation Angel werden. Ich bin Englischlehrer also werde habe ich mich gemeldet dabei zu helfen die Vorträge zu übersetzen. Ich weiß ehrlich nicht im geringsten, ob ich das kann, aber ich werde es probieren.

2. Ich habe mich als Podcastmithelfer geoutet. Damit habe ich nicht nur etliche tolle Podcaster kennengelernt, sondern auch sehr viel Zuspruch und Lob bekommen. Das finde ich sehr nett und angenehm.

Alles andere wird sich sehen. Ich habe das Gefühl, dass ich am Ende weniger Talks sehen werde, als ich mir vorgenommen hab. Aber das ist auch egal. Die sind ja alle online…

Das Pfeifen im Walde

Hey, wart ihr schonmal im Dunkeln allein im Wald unterwegs? Schauriger Ort, oder? Die Dunkelheit sorgt dafür, dass man sich alles mögliche im Gestrüpp einbilden kann. Da hilft es nur sich selbst Mut zu machen. Also pfeift man verzweifelt ein fröhliches Liedchen, damit man den Wolf im Dunkeln verjagt oder besser glaubt, dass er sich dadurch verjagen lässt. Deswegen pfeift man, wenn man allein im dunklen Wald ist.

Ist man zu zweit erzählt man sich gegenseitig, wie wenig Angst man zu haben braucht. Aber das ersetzt auch nur das Pfeifen. Der Wald ist immer noch dunkel und der Wolf ist immer noch da draußen.

Wir leben in Zeiten, die immer dunkler werden. Die Menschheit wußte noch nie so sehr bescheid über die Welt wie heute. Wir waren noch nie so informiert, aber das führt nur dazu, dass wir noch mehr Angst vor dem Dunkeln haben und immer besser wissen, wie der Wolf aussieht: Klimawandel, Neoliberalismus, sozialer Abstieg, Krieg oder extremistische Vollpfosten mit Sprengstoffgürteln.
Deswegen wird immer lauter gepfiffen. Sei es das Schreien der Flachnasen auf irgendwelchen Demos, die Durchhaltereden der Regierung oder aber das monotone Mantra des Politikfernsehens, das uns einlullt, das alles ist nur das Pfeifen im Walde, während der Wolf näher kommt. Wenn man sich ansieht, wie hier alle immer nur ironisch sind, während sie sich mit Hedonismus betäuben, sich über die Dummheit der anderen aufregen ohne selbst etwas dagegen zu tun, oder betroffen eine sinnlos Geschichte nach der anderen aufschreiben, weil sie selbst nur noch etwas spüren, wenn sie betroffen sind, dann weiß man, wie laut das Pfeifen ist. Und man merkt, dass keiner eine Lösung zu haben scheint, geschweige denn über eine nachdenken will. Schließlich sind sie alle zu sehr mit Pfeifen beschäftigt. Das Dunkel scheint immer manifester zu werden und der Wolf ist schon nahe, also muss man lauter pfeifen, oder?

Oder?

Oder wie wäre es, wenn man mal die Strategie wechselt? Der Wolf hat Angst vorm Licht, also zünden wir in der Dunkelheit ein Licht an. Dann kann man zum einen den Weg viel besser sehen, und zum anderen finden einen vielleicht auch andere verlorene Menschen. Die müssen dann auch nicht mehr durch die Dunkelheit irren und gemeinsam sind dann alle eine schwerere Beute für den Wolf.
Aber wo kommt jetzt dieses Licht her? Darauf gibt es viele Antworten, aber die schönste kommt für mich von Aristoteles. Dieser sagte, dass jeder von uns ein „telos“ hat, ein Ziel, und wenn wir dieses erfüllen, dann tun wir das beste für uns und die Welt. Unser telos ist das nach dem wir streben und in uns angelegt, hat aber auch etwas mit unseren Talenten zu tun. Man sollte das tun, was einem zukommt und nicht versuchen etwas anderes zu tun, denn dann erfüllt man nicht sein Ziel in der Welt. Wenn wir alle das tun, was wir gut können, dann machen wir die Welt besser. Das geschieht durch alles mögliche: gute Kunst, schöne Fotos, tolle Musik, schöne Podcasts, inspirierender Unterricht, tolle Gute-Nacht Geschichten, gut gebaute moderne Autos, geile Astrophysik, leckeres gutes Brot.
Alles das ist besser als im Wald zu pfeifen. Wenn man durch das, was man tut ein Licht anzündet, anstatt sich selbst einzureden, dass da draußen im Dunkeln der Wolf verschwindet, weil man möglichst viel Lärm macht, dann wird der ganze Wald weniger bedrohlich.

Tell me your story.

Ich mag es durch die Gegend zu laufen und mich aktiv umzusehen. Aktives Umsehen bringt einem nicht nur die eine oder andere Fotoidee und damit etwas für eines meiner Dauerprojekte, sondern auch Impulse zum nachdenken. Eines davon kommt von Menschen, die man so auf der Strasse sieht. Und das können alle möglichen Leute sein: von jungen Müttern, die mit abgehetzt an der Kasse des Supermarkts stehen und mit einem quengelnden Kind über alte Damen in Pelzmänteln, denen das Kleingeld für die Butter fehlt, bis zum genervten Busfahrer, bei allen frage ich mich regelmäßig, was ihre Geschichte ist.

Und eigentlich wäre es ziemlich einfach, sich Zeit zu nehmen und mit diesen Menschen zu reden. Einfach mal hinstellen und interessiert und respektvoll nachfragen. Seine Geschichte zu teilen, macht viele Menschen glücklich, denn sie fühlen sich wertgeschätzt. Doch dafür hat man wenig Zeit. Ich mache das öfter bei meinen Schülern, dass ich mir von denen erzählen lasse, wie ihr Leben so ist. Doch mit Leuten auf der Strasse klappt das nur selten und wenn dann ist mir nicht wichtig, die Geschichte zu personalisieren. Die Geschichte ist wichtig erzählt zu werden, aber wir brauchen nicht die Person für die Geschichte.

Denn die Person ist den Lesern doch eh scheißegal. Sie steht für uns selbst, damit wir uns etwas begreiflich machen können, das uns total fremd ist. Also brauchen wir doch nicht Person, die die Geschichte erlebt hat, da hinzustellen. Die Geschichte spricht für sich und wir sprechen aus der Reaktion auf die Geschichte. Es ist sogar fragwürdig, ob es wirklich ethisch vertretbar ist, immer die Person hervorzuzerren, die eine meist eher bedrückende Geschichte erlebt hat. Vor allem, damit man dann das Thema am Ende eh verallgemeinert und damit klar macht, dass es jeden betreffen kann und bevorzugt etwas ist, worüber man „schon immer mal schreiben wollte“.

Dabei bleibt am Ende die Person und ihre Geschichte auf der Strecke. Aus einem Menschen, der an sich interessant ist mit seiner Geschichte, wurde ein Abziehbild gemacht. Deswegen sind die Geschichten wichtig, aber nicht, wer sie erzählt. Denn die Geschichte lässt uns etwas fremdes erfahren, aber nur wenn sie für sich steht und nicht Mittel für eine Geschichte wird, die jemand anders erzählen wollte.

Kurioses Bamberg – Die Luther Marter

Auf dem Weg zum Supermarkt laufe ich schon seit mehreren Jahren an einer Stele vorbei, die mir wenig sagte, außer dass sie irgendwas Katholisches ist. Letztens kam ich an ihr vorbei, da stand ein älterer Herr und malte an den Bildern in der Säule herum. Diese Gelegenheit nutzte ich um mal dumm zu fragen, was das eigentlich ist. Und weil Wissen weitergeben Spaß macht, erfahrt ihr jetzt etwas über die Luther Marter.

Also, die Säule sieht so aus:

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Sie steht am Rand der Waizenburger Straße in Bamberg. Sie wurde im Jahre 1551 aufgestellt nachdem die Häcker, die Bamberger Gärtner, den Reformator Martin Luther nicht ihre herrliche katholische Stadt gelassen haben. Luther zog dann weiter Richtung Würzburg und man stellt diese Stele auf.

Die Stele hat drei Heiligenbilder. Auf der Frontseite, die der Straße zugewandt ist findet sich der heilige Hubertus.

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Sein Anspruch hat er unter anderem, weil er einen Hirsch mit einem Kreuz zwischen dem Geweih nicht erlegt hat. Die passende Szene ist auf der Stele zu sehen. Auf der rechten Seite findet sich der heilige Urban.

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Urbanus soll ein Gehilfe von Petrus gewesen sein und später Bischof in Makedonien geworden sein. Nach ihm ist auch die Filialkirche in nahen Wohngebiet benannt.

Auf der linken Seite der Stele ist der heilige Jakobus abgebildet.

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Man kann ihn unter anderem an der Muschel erkennen. Dies zeigt, dass die Straße, an der die Stele steht, Teil des Jakobswegs ist, dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela.

Der ältere Herr, den ich beim Ausbessern der Bilder traf war tatsächlich der Maler und kehrt hin und wieder zu ihnen zurück um Witterungsschäden auszubessern. Er hat die Bilder vor ungefähr zehn Jahren gemalt.