Archiv der Kategorie: Spielerei

Alles über Rollen-, Brett- und auch mal Computerspiele.

Crowdfunderei

Diesmal etwas anderes… mir fiel auf, dass ich relativ viel Zeug in letzter Zeit gefunded habe und da dachte ich mir, das kannste ja auch mal erzählen, vielleicht will ja noch jemand mitmachen.

Los geht es mit dem wohl moralischsten Funding: All Creatures Welcome ist ein Film über das CCCamp und die Congresse. Wenn genug Geld zusammenkommt, dann ist der Film komplett frei. Gehet hin, gebet.

Dann kommt ein Produkt von dem ich mir viel verspreche. Die Prepd Lunchbox ist ein modulares System mit angeschlossener App, bei dem hoffentlich am Ende gesünderes Mittagessen in der Schule rausfällt. Weil das könnte ich dringend gebrauchen.

Wo wir schon in der Schule sind, kommt mit dem Everyday Backpack etwas, was ich sogar schon habe. Mein getreuer Schulrucksack ging nach mehr als 7 Jahren den Weg allen Irdischens und ich suchte einen Ersatz, der nicht so schrecklich lehrerhaft ist wie z.B. die Maxima Classic (Achtung Link führt zu einem wunderbaren Produktvideo.) Der Rucksack ist kleiner als sein Vorgänger, aber es geht alles rein, was ich heute noch brauche: Lehrerkalender, Zettelorganiser und Laptop und Stiftsammlung. Dazu ist das Everyday Backpack noch unheimlich flexibel und sieht nicht scheiße aus.

Wo wir bei Zeug für die Schule sind, kommt jetzt etwas eigenartiges. Ich habe das Butterfly Board gesehen und sofort erkannt, warum ich das haben will. Ich mache regelmäßig impromptu Lernsessions und Nachhilfe mit Leuten und die magischen Worte sind dann meist: „Hast du nen Zettel und nen Stift?“ Nachdem die Jugend dann eh den Zettel sinnlos fotografiert, kann ich Dinosaurier mein kleines flexibles Whiteboard mitschleppen.

Weiter geht es mit Skinners. Nachdem mir aufn Congress viele Leute gesagt haben, dass ich nicht so aussehe, wie ich klinge, kommt jetzt vielleicht der zweite Schock: ich laufe unheimlich gern barfuß rum, wenn es nicht dienstlich ist und die Dinger passen da sehr gut hin.

Als letztes von indiegogo gibt es noch Musik, nämlich ThunderCrow. Rob und Daphyd spielen auch bei Omnia mit und das war Grund genug.

So, bei Kickstarter habe ich hauptsächlich Gaming Kram. Zum einen das Gamefolio System mit dem ich hoffe meine Brettspiele etwas besser zu verstauen. Das müsste eigentlich bald hier eintreffen. Im Endeffekt ist das ne Tasche mit den Folios drin, mit der Spiele einfach transportiert werden können.

Das Spiel, was sicher nicht hineinpasst ist Kingdom Death Monster 1.5. Der höchste Betrag, den ich je in ein Crowdfundig geworfen habe, aber auch ein Spiel, dass ich UNBEDINGT haben wollte. Ich mein, schaut euch die Minis an, und das Feld und die Minis!!!

Als letztes und wohl am längsten laufendes Spiel habe ich noch Geld für die PDFs des Infinity RPGs abgeworfen. Es ist immer noch nicht vollständig fertig, aber nunja… RPG geht immer.

Nürnberger Spielemesse 2016

Ich konnte dieses Jahr die Nürnberger Spielwarenmesse besuchen und deswegen gibt es jetzt einen Blick auf die Spielwarenindustrie, wie sie sich auf ihrer Industriemesse präsentiert. Gewehre bereit Stormtrooper!

IMGP7674

Kitsch für Jungs und Mädchen

Fangen wir mit Kitsch für Jungs und Mädchen an. Die Sektion für Babyspielzeug überzeugte unter anderen mit perfekten Kinderzimmern für Jungs.

IMGP7634

Und Mädchen…

IMGP7635

Wenn man dann älter ist, bekommt man entweder freundlich lächelnde Mädchengesichter.

IMGP7644

Oder doch lieber Superhelden…

IMGP7645

Wobei irgendwie klar ist, dass die Mädchengesichter aus dem Horrorfilm für die selben Menschen bestimmt sind, wie diese wunderbare Schminksammlung:

IMGP7641

Während die Träger der Superheldenrucksäcke bestimmt auch als Zielgruppe für diese wunderbaren Zweitweltkriegsfahrzeuge aus Plastiksteinen gesehen wird.

IMGP7642

Und wenn sich Mädchen für Naturwissenschaft interessieren muss uns das nicht aufhalten. Immerhin gibt’s auch die Erde in rosa:

IMGP7660

Und wer sich wehrt, der wird von dieser Puppe angesehen…

IMGP7632

oder bekommt dieses wunderbare Plastikbaby mit Ohrstecker geschenkt.

IMGP7623

Cooles Spielzeug

Ganz vorn beim coolen Spielzeug war der Kettcar mit Nerfgun und Pfeilhalterungen:

IMGP7637

Wir erwarten den Nachbau für Erwachsene in Jahresfrist und die erste Schlacht aufm Congress.

Sehr schön waren auch die liebevollen Modelleisenbahnanlagen, die teilweise sehr ausgefallen aussahen:

IMGP7652

Den Realismus leicht übertrieben…

IMGP7656

aber sehr schöne Fotomotive ergaben.

IMGP7659

Business baby, business.

Doch das ist gar nicht das Spannendste an der Messe gewesen. Das Spannendste ist, dass es sich hier ja um eine Fachmesse ohne Publikum handelt. Es gibt also keine lauten Bühnen, viele Schlipse und Marketingfuzzis, und die Stände der Branchenführer sind bei weitem nicht so einladend, wie die des Mittelstands. Stattdessen wird sich abgeschottet:

IMGP7663

Und bevor es Fragen gibt: Mattel, dasselbe in pink und weiß, Playmobil blau-weiß, Hasbro rot-blau… und so weiter. Wenn sich jemand fragt, wo die Deals geschlossen werden. Hinter diesen netten Damen am Empfang und der Security. Leider werden da so Nasen wie ich nicht reingelassen.

Fazit

Die Spielwarenmesse ist das Branchentreffen und vor allem ein Hort seelenlosen Plastiks, das unter Marketinggesichtspunkten zumeist in fremden Ländern produziert wird. Man merkt, dass hier sehr viel Geld durch die Gegend geschoben wird, wenn man sieht wie auch kleine Unternehmen sich präsentieren. Hinter den Wänden der großen Stände wird, ohne störenden Einfluss festgelegt, was den Geist vieler Kinder im nächsten Jahr bewegen wird. Was vielleicht fehlt, ist eine Präsenz, die hier gesellschaftlich beratend agiert. Dann gäbe es weniger Hello! Barbies, Pinkstinks Artikel und Ausbeutung…

Projekte – Urbanicon

Auch dieses Jahr findet wieder die Urbanicon statt. Das war letztes Jahr schon ein Projekt und ist es auch dieses Jahr. Der Versuch, eine kleine Eintagesrollenspielcon in Bamberg zu etablieren geht also in die zweite, und vielleicht letzte, Runde. Letztes Jahr war es eher kuschelig und wenig besucht und wenn sich dieses Jahr keine Besserung einstellt, dann werden wir das wohl lassen.

Die Con findet am 24.10.2015 im Gemeindezentrum St. Urban am Babenbergerring statt. Weitere Infos findet man bei Easy-Con.

Projektupdate – Infinity

So, es tut sich mal wieder etwas an der Front der eigenartigen Zinnminiaturenspiele. Ich habe mir dieses Jahr vorgenommen, jeden Monat 30€ für Miniaturen und sowas zurückzulegen. Dafür habe ich jetzt mal meine Startarmee erweitert.

Ich spiele immer noch die Nomaden, die laut der Hintergrundgeschichte rebellische Außenseiter sind. Sie sind diejenigen, die gerne dagegen sind und der KI, die den Rest der Menschheit kontrolliert, absolut misstrauen. Aus spielerischer Sicht, haben sie sehr gute Medium Infantry, die besten Hacker und sehr spannende Roboteinheiten. Das bedeutet auch, dass man sich sehr gut mit Tricks am Gegner abarbeiten kann, aber es vermeiden sollte rohe Gewalt anzuwenden, da sind irgendwie andere Leute besser.

Die neuen Einheiten zeigen das auch irgendwie, anstatt die großen bösen Kampfroboter, habe ich mir Medium Infantry zugelegt, die den Gegner böse überraschen kann und kleine Kampfroboter, die flexibel einsetzbar sind zusammen mit den spezialisierten Hackern.

Die Miniaturen sehen sehr gut aus, sind allerdings noch nicht bemalt, also führe ich hier lieber mal nichts vor.

Alles in allem, bin ich spielerisch sehr zufrieden und habe langsam ein Gefühl für meine Fraktion und auch die Regelfeinheiten entwickelt.

Projekte: Rollenspielcon

Im Rahmen des 25jährigen Jubiläums der Kirchgemeinde St. Urban hier in Bamberg haben wir uns im Jugendtreff überlegt eine Rollenspielcon auszurichten. Eine Rollenspielcon ist eine Versammlung von Rollenspielnerds und ähnlichen Menschen, die fantastische Spiele spielen. Es wird gespielt und über das Spielen gesprochen. Hier bisher das Planungsfazit, allein schon, damit ich mir das nochmal durchlesen kann.

Vorbereitungen

Nunja, wir haben da sehr viel Glück. Da der Jugendtreff zur Kirche gehört, bekomme ich da einfach mal einen Gemeindesaal, einen Clubraum und drei Gruppenräume für lau. Allerdings brauchen wir Jugendliche, die mitarbeiten und Werbung. Das ist gar nicht mal so einfach. Einfacher wurde es durch Easy-Con ein Con-Anmeldungssystem von Daniela Festi, die ich über meinen Hackerspace und Rollenspielverein kenne. Damit kann man so eine Con organisieren und sogar noch vieles mehr als wir für einen Tag mit ein paar Räumen brauchen. Dann habe ich mich mit der Leiterin des Jugendtreffs zusammengesetzt, den Gemeinderat beredet und Plakate erstellt. Jetzt machen wir gerade Werbung und hoffen, dass Leute kommen.

In der finsteren Zukunft gibt es nur weiße Männer…

Die Frage der Inklusion von Geschlechtern hat im Spielzeugmarkt schon viele Debatten ausgelöst. Große Ziele waren die Überraschungseier für Mädchen1

Doch da gibt es noch Bereiche, in die bisher kaum gesehen wurde. Neben den eher bekannten Formen von Spielwaren gibt es auch noch Randbereiche der Spielwaren. Am ehesten der Masse bekannt sind die Sammelkartenspiele2 Diese zeichnen sich durch eine hohe Anzahl an männlichen Spielern aus und verschlingen erstaunlich viel Geld. Sie sind aber nicht mein Hauptthema.

Das sind die noch interessanteren Miniaturenspiele. Diese Spiele basieren auf den Zinnsoldaten, die früher für Schlachtplanungen verwendet wurden und stellen heute komplexe Schlachtsimulationen dar, die auf gestalteten Spielfeldern3 mit detaillierten Regeln gespielt werden. Das Geschäftsmodell der Spielehersteller basiert dabei darauf, zum einen die Miniaturen zu verkaufen und aber auch die Regeln zu gestalten. Das führt gerade beim Marktführer Games Workshop dazu, dass die Miniaturenverkäufe über die Regeln gesteuert werden. Zum Miniaturenspiel gehört neben Regeln und Miniaturen zur Schlachtsimulation auch eine Hobbykomponente, da die Miniaturen und Schlachtfelder von den Spielern selbst gebastelt werden müssen. Diese Mittel werden zumeist auch von den entsprechenden Firmen verkauft.

Die Kundschaft von diesen Miniaturenspielen und auch den entsprechenden begleitenden Medien4 ist aber primär weiß, mittelschichtig und männlich. Das kommt natürlich daher, dass mit diesen Spielen viele typische “Jungentätigkeiten”5 bedient werden:

  • handwerkliches Arbeiten
  • taktisches Verständnis im Kampf
  • Wettbewerb

Das ist erst einmal okay so, da es irgendwie historisch gewachsen und auch der Effekt eines sozialen Prozesses ist. Allerdings sollte es auch möglich sein, dass diese Spiele mehr Menschen in ihren Bann ziehen. Ich kenne durchaus junge Frauen, die lieber basteln als ich, warum also nicht? Nunja, es gibt wenig bei diesen Miniaturenspielen, das Frauen oder aber auch nur  anspricht. Gerade bei den Systemen von Games Workshop gibt es eigentlich nur eine Fraktion, die aus Frauen besteht und diese wird immer wieder gerne marginalisiert und ist sogar in den Regelbüchern Opfer von blutigen Gemetzeln geworden. Nur um das mal kurz klar zu machen: GW hat mindestens 60% des Marktes weltweit und ist die klassische Einstiegsdroge für diese Spiele. Neue Spieler werden also an eine düstere Sci-Fi oder Fantasywelt herangeführt, in der Rasse keine Rolle spielt und Frauen nur als Opfer stattfinden. Es werden also Produkte produziert die stereotypisch auf die hauptsächliche Käuferschaft abzielen anstatt Produkte zu kreieren, die den Markt öffnen können.

Doch es gibt da auch schon Licht. In anderen Spielsystemen haben Frauen eine größere Rolle. Das Spiel Infinity, das ich selbst spiele, hat etliche starke Frauenrollen und obwohl es durch seine mangaeske Gestaltung und die teilweise vorhandenen Pin-Up Model Miniaturen durchaus klischeehafte Frauenbilder hat, finden sich eben auch starke eigenständige Frauen und sogar Einheiten, deren ganze Geschichte auf radikalem Feminismus beruhen. Es gibt sogar variable Frauenbilder zu finden in solchen Spielen wie Carnevale. Dort findet man auch alte oder beleibte Frauen. Dasselbe gilt für das Steampunkspiel Wolsung, in dem man Frauen findet, die Wissenschaft betreiben und für die man neben der sexy Miniatur auch eine findet, die nicht halb nackt ist. Was alle diese Spiele dazu noch hervorhebt ist, dass es hier auch eine mehr oder minder beschränkte kulturelle Vielfalt unter den Fraktionen gibt. Es gibt eben neben weißen Männern auch Massai, Asiaten oder Katzenwesen.

Trotzdem bleibt festzuhalten, dass die Sensibilitäten dieser Spiele sehr stark von dem Eindruck bestimmt sind, dass die Zielgruppe aus weißen Männern mit anglo-amerikanischem6 Hintergrund besteht. Dabei sind diese Spiele eigentlich ein tolles Hobby für jeden. Sie sind sozial, interaktiv, handwerklich und kognitiv fordernd. Ich würde mich freuen, wenn mehr Mädchen ihre Riot Grrlz losschicken um den Jungs in den Arsch zu treten. Doch dafür müssten sie diese erst einmal finden und den Mut besitzen in die leicht abgestandenen Gamerhallen zu gehen, die sehr oft diese maskulin-abschreckende Aura haben, die ihnen aus zuvielen Jahren geschlechtlicher Monokultur aufgeholfen wurde.

Vielleicht sollten wir mal Mädchengamertage machen…

  1. Persönliche Anmerkung: die haben doch nen Knall!) oder aber Legos Diversifikation in Jungen und Mädchenlego ((Die auch! []
  2. Yu-Gi Oh, Pokemon, Magic the Gathering sind hier bekannte Vetreter. []
  3. Tabletops []
  4. primär Internetforen und Magazine []
  5. Ey, ehrlich. Ich spiele sowas jetzt wieder, mir graust es vor dem Gebastel leicht. Ich war da nie wirklich gut. []
  6. Ich fühle mich als Deutscher zum Beispiel mit vielen 2. Weltkriegsspielen nicht wohl. Hier wird halt auch die Seite glorifiziert, die zwar meine ist, die ich aber wirklich verabscheue. []

Quiz mit Strategie: Bezzerwizzer

Es kommt die Weihnachtszeit und damit auch etwas die Zeit der Familienspiele. In einem Impulskauf griff ich ins Regal und trug Bezzerwizzer nach Hause. Dort angekommen stellte ich mit etwas Bestürzung fest, dass es ein Spiel von Mattel ist. Den Schreck überwunden habe ich es mit ein paar Gegnern getestet.

Spielablauf

Es spielen mindestens zwei Menschen und maximal vier Teams gegeneinander. Jedes Team hat eine Farbe und zieht sich vier verschiedene Fragekategorien. Diese sind breit gefächert von Religion bis zu Medien oder Sprache. Diese vier gezogenen Kategorien setzen die Teams auf ihrem Spielplan auf einen Punktwert von eins bis vier. Danach beantworten sie abwechselnd reihum die Fragen in aufsteigender Reihenfolge. Die Punkte werden gleich auf dem Spielplan gesetzt. So weit, so langweilig und Standard.

Die Teams haben die Möglichkeit auf verschiedene Arten taktisch in das Spiel einzugreifen. Zum einen bekommen sie einen zwap Stein, mit dem sie einmal alle Kategorien auf dem Spielplan tauschen können. Zum anderen zwei bezzerwizzer Steine mit denen sie andere Teams herausfordern können und Punkte dafür bekommen, wenn sie deren falschbeantwortete Fragen richtig beantworten. Das ist nicht ganz risikofrei, denn da kann man auch Strafpunkte bekommen.

Testeindruck

Nachdem ich eher so Quizprofi bin, bin ich gegen ein ganzes Team angetreten und die erste Feststellung ist, dass die Fragen teilweise sehr einfach und teilweise sehr weit draussen sind. Die Schwere entsteht hier einfach in dem Spezialwissen abgefragt wird. Das macht das Spiel gerade gegen Menschen mit diesem Wissen frustrierend.

Das taktische Element des Spiels wurde von meinen Testern zu wenig genutzt, unter anderem weil man frustriert über die Schwere der Fragen war und keine Chance sah.

Fazit

In einem Umfeld mit ungefähr gleich-gebildeten Spielern, die sich auch taktisches Spielen zutrauen ist bezzerwizzer okay. Dieser Kram mit dem “z” finde ich persönlich albern und es ist ein schönes Spiel, wenn man mal nichts komplexes spielen will. Das taktische Element macht es im Zweifel interessanter als Trivial Pursuit, aber das war dann auch schon. Bezzerwizzer ist also Quizspieldurchschnittskost.

Nochmal: Beyond, diesmal Two Souls

Es scheinen in letzter Zeit Beyond-Wochen bei mir zu sein. Nach Andreas Cyberpunkroman kam auch der “Nachfolger” von Heavy Rain raus. Beyond: Two Souls ist das neuste Werk von Quantic Dream und wieder mehr ein interaktiver Film als ein Videogame im klassischen Sinne. Das hat mich damals bei Heavy Rain fasziniert und es faszinierte mich bei Beyond: Two Souls noch mehr. Die Geschichte ist diesmal irgendwo zwischen Bildungsroman und Fantasy angelegt und im Gegensatz zu Heavy Rain wurden mit Ellen Page und Willem Dafoe bekannte Schauspieler zum Motion/Perfomance Capture gearbeitet. Die Hauptfigur Jodie Holmes wurde Ellen Page sogar auf den Leib geschrieben und das merkt man. Doch erst einmal kurz zur Story.

Ich erzähle hier nicht mehr als man aus den offiziellen Materialien auch erfährt. Jodie Holmes ist ein besondere junge Frau. Sie wird ständig von Aiden, einer Entity begleitet, die der Spieler auch kontrolliert, begleitet. Wir erleben dabei 15 Jahre aus Jodies Leben, die mehr als spannend sind und an verschiedensten Orten und unter verschiedensten Umständen spielen, dabei reihen sich stille Charaktermomente an spannende Actionsequenzen. Man wird in dieses Leben gezogen und fühlt sich am Ende komplett mit dem Charakter verbunden und entwickelt nicht nur ein Gefühl für die Person Jodie sondern auch für die Persönlichkeit von Aiden.

Heavy Rain hat mich schon begeistert, weil es eigentlich ein sehr langsames aber emotional und sozial intensives Spiel ist und mir damit mehr liegt als actiongeladenes Geballer. Es gibt wahnsinnig viele Momente, die einen denken lassen, dass man den Charakter das so nicht tun lassen möchte, weil er nicht so ist. Und die Charakterentwicklung ist dann auch das befriedigendste am Spiel. Es gibt, wie immer sehr viele Möglichkeiten das Spiel zu gestalten und diese alle zu finden gibt auch einen großen Wiederspielwert.

Also, Beyond: Two Souls ist eine durchgehende Kaufempfehlung. Das Spiel hat ein hohes Suchtpotenzial und ist mal etwas ganz anders, als das, was man sonst so geboten bekommt. Wie damals Heavy Rain setzt es einen ganz anderen Maßstab an die Idee des Videospiels und ich würde mir weitaus mehr von diesen interaktiven Filmen wünschen.

Quarriors! – Rise of the Demons Erweiterung

Ich habe ja schon über Quarriors! und die Erweiterung Quarmageddon geschrieben. Nun war ich im Urlaub und konnte nicht widerstehen mir ein weitere Erweiterung zu kaufen. Das ist zwar auf Englisch und ich habe nun ein sprachgemischtes Spiel, aber das interessiert mich nicht wirklich.

Mit Rise of the Demons wird eine neue Grundkarte dem Spiel hinzugefügt: Corrupted Quiddity, also korrumpierte Grundkraft. Dies sind zehn graue Würfel, die man nur als Wirkung eines der neuen Corrupted Creatures bekommen kann und die zum einen Seiten haben, die einem eben keine Grundkraft geben oder sogar dazu führen, dass man sich einen neuen Würfel Corrupted Quiddity nehmen muss. Damit vermehrt sich diese nutzlose Würfelart immer mehr im Beutel und nimmt einem natürlich Platz weg.

Die neuen Monsterkarten sind alles korrumpierte Versionen der Monster aus dem Urspiel außer dem Dämon, der komplett neu dazu kommt. Er ist besonders stark und kann auch auf Level 4 beschworen werden. Dafür hat er auch besonders hässliche Nebenwirkungen für den Spieler, auch denjenigen, der ihn spielt. Dazu gibt es noch einen neuen Zauberspruch, der diese korrumpierte Idee fortführt und damit auch ein zweischneidiges Schwert ist.

Generell bietet Rise of the Demons die Möglichkeit deutlich direkter fies zu seinen Mitspielern zu sein. Sie macht das Spiel aber auch teilweise etwas einseitig. Ein weiteres Problem ist, dass Corrupted Quiddity teilweise gar nicht eingesetzt werden kann, weil einem die passenden Monster fehlen, die es ermöglichen es den anderen Spielern draufzudrücken. Deswegen sollte man ein Spiel mit Rise of the Demon tatsächlich um diese Erweiterung aufbauen oder sie weglassen. Zwischenformen gehen, aber sind irgendwie eigenartig oder sinnfrei zu spielen.

Quarriors! Quarmageddon! Spiel Review

Auf dem letzten Spieleseminar des Neulandhauses habe ich Quarriors! und die Erweiterung Quarmageddon kennengelernt. Da es mir so gut gefallen hat, dass ich schon Geld auf es geworfen habe.

Spielkonzept

Das Spielkonzept ist ähnlich Spielen wie Dominion oder Thunderstone. Man baut ein sogenanntes Deck aus Monstern auf, die dann gegeneinander kämpfen und für einen Siegpunkte erkämpfen. Der Unterschied zwischen Quarriors und den genannten Spiele ist, dass bei Quarriors die Monster keine Karten sondern Würfel sind. Das bedeutet, dass man diese wunderbare Kiste voller Spezialwürfel erhält.

Quarmageddon Kiste

Spielaufbau

Da die Würfel natürlich nicht so einfach ausgetauscht werden können, entsprechen sie gleich mehreren Monstern des gleichen Typs. So gibt es jeweils eine normale, starke und mächtige Version des jeweiligen Monsters. Die Monster sind für alle Spieler gleich zugänglich und werden durch Zaubersprüche und ein paar grundlegende Würfel ergänzt. Ist das Spiel dann einmal aufgebaut sieht es so aus:

Quarmageddon Spielaufbau

Die Spieler haben ein paar Würfel mit Mana und einfachen Monstern und können dann Monster erwerben, wenn sie gegen einander antreten. Eine Runde besteht aus dem ziehen von sechs Würfel, ihre Aktivierung durch Würfeln und dem Setzen dieser Würfel gegen die anderen Spieler. Monster kämpfen in dem man die Werte auf den Würfeln miteinander vergleicht. Überlebt ein Monster alle anderen Spieler erhält man Siegpunkte. Der Spieler, der zuerst die angegebene Menge an Siegpunkten erhalten hat, gewinnt.

Die unterschiedlichen Eigenschaften der Monster und Zaubersprüche sorgen für ein wiederholbares und komplexes Spielerlebnis. Da das Spiel einen großen Raum für strategische und taktische Überlegungen hat, ist es auch langfristig gut spielbar und hat auch genug Tiefe um für erfahrene Spieler nicht langweilig zu werden.

Fazit

Ich habe sehr viel Spaß mit dem Spiel gehabt. Es ist kompetitiv und vielschichtig und hat gegenüber Tradingcardspielen den Vorteil, dass man nicht sehr viel Geld dafür ausgeben muss, sein Deck zu verbessern. Die Möglichkeiten sind vielfältig, aber innerhalb des Spiels und seiner Add-ons abgeschlossen. Mehr als die Monster, die es gibt, gibt es eben nicht. Das macht zwar das Spiel berechenbar, aber auch fair für alle Spieler.

Das Spiel ist ausreichend schnell, auch wenn man mit vier Spielern spielt, besonders, wenn diese das nicht zum ersten Mal tun. Gerade Spielern, die strategische Spiele bevorzugen, wird Quarriors und Quarmageddon viel Spaß machen.