Projektupdate Infinity

So, wir haben mittlerweile genug Terrain und Miniaturen zum Infinity spielen zusammen und ich bin göttlich am Verlieren die meiste Zeit. Damit habe ich nicht wirklich kein Problem, wobei ich leider noch nicht auf einem großen Tisch spielen konnte. Und da sind wir dann auch schon irgendwie beim Thema.

Nachdem es genug Papierterrain gibt, um den Tisch zu füllen, kommt jetzt der Bastelteil. Der Backspace hat glücklicherweise nicht nur einen 3D-Drucker, sondern bietet auch die Möglichkeiten Miniaturen zu bemalen und vielleicht längerfristig auch Spaß mit einem Lasercutter zu haben. Die Bastelseite des Hobbys gewinnt also an Fahrt.

Dann muss ich nur noch anfangen taktisch schlau genug zu sein und zu gewinnen.

Wer ist eigentlich dieses „wir“?

Ich bin etwas durch mahas Vorträge über Sprache vielleicht zu sensibilisiert, aber in einiger Kommunikation, die mir in letzter vor die mentale Flinte kam, fiel mir etwas auf. Einzelne Menschen, die etwas von mir möchten, verwenden das Wörtchen wir, wenn sie eigentlich nur erst einmal als Einzelperson auftreten.

Wir kann, wie man aus mahas Vortrag vom 25c3 erfährt, drei verschiedene Bedeutungen haben:

  • das inklusive wir nimmt den adressierten Menschen mit ein „Wir alle“
  • das exklusive wir nimmt den adressierten Menschen aus „Wir Lehrer“ gegenüber Schülern
  • das extensive wir erweitert die Gruppe ins Unendliche „Wir dürfen nicht zulassen.“

Das erste wir, das mir begegnete war in einer Anfrage, die zwar von einer Einzelperson kam, aber ein paradoxes wir enthielt. Das war einfach zu lösen, denn am Ende steckte da doch eine Gruppe dahinter.

Spannender ist da schon ein persönliches Gespräch, das mir passierte. Da sprach die Person gegenüber dann immer wieder von einem wir, dabei ist weder klar, warum noch für welche Gruppe dieses wir gehen sollte, ging es in dem Gespräch technisch gesehen um einen Gedankenaustausch. Aber dieses wir macht daraus etwas anders. Denn auf einmal spricht da wer für jemand anderes und hält sich vor allem für ein Teil der Gruppe, für die er denkt zu sprechen. Das ist dann schon spannend, weil das erste ist eine Chimäre, wenn das zweite nicht stimmt. Trotzdem war dem so… also kommt hier eine Eigenzuschreibung hervor und so offenbahrt man mehr über sich als man wollte.

Sprache ist schon was tolles…

Drei Akkorde und die Wahrheit

Irgendwie muss jeder so seine Position in der Welt finden…

Ich hatte vor einiger Zeit ein Gespräch in dem jemand zu mir sagte:

Ich hab gemerkt, dass ich hier nichts verändern kann, also habe ich mich damit arrangiert.

Die Idee, dass man sich gerade in Berufen wie meinem einrichtet, alles am Arsch vorbei gehen und sich diesen dann auch schön versilbern lässt, ist nicht selten. Immerhin kann man am System eh nichts ändern und es geht ja auch um nichts… außer der Bildung unserer Kinder und Jugendlichen. Aber natürlich man wird langsam müde immer wieder gegen die willfährigen Erfüllungsgehilfen und Problemseher anzutreten, die Chancenaversität für Risikovermeidung halten und bei denen Strukturkonservativismus zur Ideologie und zum Selbstzweck geworden ist. Die Menschen leben in einer Welt, in der das Laufen des Systems gleichgesetzt wird mit seiner Sinnhaftigkeit. Es würde das ja alles nicht geben, wenn es notwendig wäre. Die Systemfrage, darf hier im übrigen nicht gestellt werden, weil nicht nur die Selbstdefinition der Vertreter, sondern auch deren Geldbeutel direkt an diesem hängt. ((Da sein mal angemerkt, dass die modernen Verwaltungen gerne politisch neoliberal-kalte Entscheidungen treffen, zu sich selbst aber mehr als freundlich sind, wenn es darum geht die eigene Leistung finanziell zu würdigen.)) Es zeigt sich also mal wieder, dass niemand bereit ist Sachen zu wissen, wenn ihr Gehaltscheck vom Nichtwissen derselben abhängt.

Das System und seine Vertreter wehren sich also gegen Widerspruch. Vor allem, wenn dieser aus den eigenen Reihen kommt, wird oft mit Erstaunen reagiert. Immerhin wähnt man den Kollegen doch als qua Amt und Aufgabe ideologisch gleichgeschaltet. Und wenn nicht, dann hat meist die Ausbildung versagt. Unbequeme Ideen werden an den Rand gedrängt und das System wehrt sich gegen den Störfaktor. Bevorzugt versucht man der Person, die nicht auf der wahrgenommenen Linie ist klar zu machen, dass mit ihr etwas nicht stimmt, wenn sie nicht diese Ansichten vertritt. Eine Strategie, die gerade bei denjenigen verbreitet ist, die in ihrer angeblichen Offenheit besonders engstirnig sind. ((Sonderekelpunkte gibt es für die Leute, die glauben, dass sie dank irgendeiner pädagogischen oder psychologischen Ausbildung befähigt seien alles neutral und objektiv zu sehen und deswegen den Fehler grundsätzlich immer nur beim Gegenüber zu suchen haben. Diese Art anderen Motive zu unterstellen, die man eigentlich nur bei sich selbst findet, ist nur ekelhaft sondern auch der Anfang von Gehirnwäschen und Gleichschaltung. Die perfide Idee, dass abweichende Meinung ein Indiz für abweichende Persönlichkeit ist, ist gerade unter Menschen im Bildungssystem immer noch zu sehr vorhanden. Weder die moderne Psychologie, noch ein einfacher menschlicher Ethos können diesen Standpunkt noch rechtfertigen.))

Die Frage allerdings ist, was bedeutet das für einen selbst? Das ist schwierig zu sagen. Soll man, wie oben zitiert, sich arrangieren? Vielleicht. Allerdings kann man sich auch einfach nur seine Kämpfe aussuchen und damit mehr Energie für diejenigen haben, die einem wichtig sind. Soll man dauerhaft blockieren und zum enfant terrible werden, mit dem keiner mehr redet? Sicherlich nicht. Man möchte ja am Ende der bessere Mensch sein. Also ist es besser zu warten, bis die andere Seite sich entlarvt in dem sie einem den Dialog unter unbegründeten Vorwürfen kündigt. Dialogbereitschaft unter Nicht-aufgeben der grundlegenden eigenen Position macht in der merkelisierten Welt der Verhandelbarkeit von allem die Gegenseite nahezu kirre. Natürlich ist man erst einmal dem anderen ausgeliefert, weil dieser mehr Spielraum und weniger Prinzipien hat, aber dann hat die Person gegenüber die Räume geöffnet, und man selbst kann in diese auch eintreten und zum eigenen Gunsten verhandeln. Selbst unsere Bundeskanzlerin hat no-gos und sowas tut dann im Zweifel genau diesen Leuten auch weh. Dazu sollte man nie vergessen, dass sich jedes System hacken lässt, wenn man nur seine Regeln kennt…

Wenn man also etwas in einem System verändern möchte, dann hilft es am Ende eben nicht allein, „drei Akkorde und die Wahrheit“ zu haben, wie das der Punk predigt. Natürlich braucht man Haltung, die man aus meiner Sicht dringend besitzen wie die Bereitschaft zum Stellen der Systemfrage immer haben sollte, aber man sollte sich auch überlegen welche Kämpfe man kämpft und mit wem man es da zu tun hat. Wenn man schon für seine Überzeugungen aufsteht, sollte es eine gewisse Gewinnwahrscheinlichkeit geben. Denn sonst ist man heldenhaft für nichts gestorben…

Geschichtsstunde

„Hallo liebe Kinder, heute beschäftigen wir uns mit dem Anfang des 21. Jahrhunderts.  Das letzte Mal beschäftigten wir uns mit den Anschlägen vom 11.September 2001 und den Kriegen, die dadurch gerechtfertigt wurden. Öffnet bitte die erste Mediendatei auf eurem Tablet. Was könnt ihr darauf sehen?

Ja, Marlene.“

„Dort marschieren Menschen auf der Strasse. Sie scheinen gegen Islamisierung zu protestieren. Dazu haben sie Schilder mit ‘Lügenpresse’.“

„Richtig. Dies passierte 2014 und 15 in Dresden. Die Stadt selbst hatte aber nur eine sehr geringe Ausländerquote und eine noch niedrigere Quote an Muslimen.“

„Aber ist das nicht unlogisch?“

„Ja, Ahmed ist es. Menschen sind selten logisch. Um dem Problem auf den Grund zu gehen sehr euch bitte die nächsten Mediendateien an. Da findet ihr Statistiken und verschiedene Aufzeichnungen.“

——–

„Gut, zu welchem Ergebnis seid ihr gekommen?“

„Die Menschen haben vor irgendetwas Angst gehabt. Die Politiker haben diese Angst geschürt, weil es einfacher zu sein schien, die Bevölkerung dadurch zu kontrollieren.“

„Gut, Ebru.“

„Aber die Muslime haben genauso mitgemacht. Sie haben sich nicht an ihre Weisung der Friedfertigkeit orientiert und sich provozieren lassen.

„Ja, aber würde dich das nicht provozieren immer nur als der Böse gesehen zu werden? Ich hab das selbst nicht erlebt, aber meine Eltern erzählen mir manchmal davon, wie es war, für seine Religionsgenossen verantwortlich gemacht zu werden. Wenn du dazu noch arm bist und dich nicht in deiner Heimat daheim fühlen darfst, dann setzt dir das schon zu. Und dumme Menschen werden dann aggressiv.“

„Ja, dumme Menschen!“

„Nana, Günther. Die gesellschaftliche Ungerechtigkeit im Bildungssystem den Opfern dieser Probleme zuzuschreiben ist einfach, aber nicht gerechtfertigt.“

„Na gut.“ 

„So, kann jemand nochmal zusammenfassen, was wir aus dieser Periode lernen können? Ja, Ebru.“

„Wir können lernen, dass Angst dazu führt, dass Menschen dumme Sachen machen und dass es immer wieder Menschen gibt, die dies benutzen um Vorteile daraus zu ziehen. Dazu, dass Religionen keine Ausrede für irgendein Verhalten sein können und Zivilisation nicht ersetzen.“

„Das ist doch ein schöner Abschluss. In der nächsten Stunde reden wir dann darüber, wie es weiterging. Diese Phase nennt man heute „die neue Inquisition“.“

Über Teams und Kollektive

Was ist eigentlich ein gutes Team? Je nach philosophischer Ausrichtung ist die Antwort auf diese Frage sehr unterschiedlich. Eine Antwort, die ich letztens bekommen habe ist aus der holistischen Fraktion. Da heißt Team eigentlich nur, dass man gut zusammenarbeitet. Das Ziel ist festgelegt, man arbeitet gemeinsam darauf hin. Alles ist schön. Man versteht und unterstützt sich, alles ist gut.

Diese Art von Team kann man auch als Kollektiv begreifen. Das Wort ist etwas verbrannt, weil es auch in den sozialistischen Staaten des 20. Jahrhunderts für die Gruppe der Allgemeinheit benutzt wurde. In der DDR war jeder Betrieb ein Kollektiv. Man arbeitete gemeinsam auf die Planerfüllung hin und soll diese aber nicht hinterfragen. Denn das Kollektiv hat vorher eine Entscheidung getroffen und geht jetzt diesen Weg.

Diese Idee scheint gut zum monolithischen Charakter der DDR zu passen, doch heute wo alles irgendwie agile ist, scheint es bessere Wege zu geben. Im Zuge der Postmoderne wurde die Idee des Kollektivs durch die Idee des Individuums nahezu verdrängt. Man ist heutzutage ich-zentriert und damit ist auch schwer zu vermitteln, dass man sich einer festen Struktur, der das angebliche WIr entgegenstrebt unterordnen muss. Es muss in einem modernen Team jedem Mitglied klar gemacht werden, dass es in dessen Interesse ist, auf das Ziel zuzuarbeiten. Eine a-priori Setzung von im Zweifel engen Zielen ohne demokratischen Abgleich ist, wenn man die größtmögliche Unterstützung haben möchte, nicht mehr zielführend. Stattdessen sind breite Ziele und Mitbestimmung der Weg um zu einem Gruppenerfolg zu gelangen.

Breite Ziele und Mitbestimmung sind dann aber auch genau das Problem, das es bei diesen Prozessen zu managen gilt und dessen Management zu oft noch mit Autokratie versucht wird zu erschlagen anstatt durch Kommunikation zu lösen. Kommunikation bedeutet hierbei auch, dass die Projektführung eine oppositionelle Meinung versucht zu integrieren und nicht einfach Akkomodation oder gar Assimilation des Oppositionellen verlangt. Das kann am Ende dazu führen, dass sich die Gruppenziele ändern. Der Oppositionelle ist dabei nicht per se teamunfähig, sondern weißt mit seiner Anwesenheit auf das strukturelle Problem der Gestaltung eines Teams als Kollektiv hin: um erfolgreich arbeiten zu können muss das Ziel der Arbeit auch immer zur Debatte stehen. Denn nur dann kann man Pyrrhussiege oder komplette Debakel vermeiden. Die Systemfrage muss immer stellbar sein und befriedigend beantwortet werden können, sonst hat sich das Team mitsamt seiner Aufgabe als soziales Konstrukt überlebt.

Diese Idee des Hinterfragens ist übrigens nicht neu. Schon in den polytheistischen Religionen finden sich Trickstergottheiten, deren Aufgabe die Bildung durch Hinterfragen und Karikieren war. Die Aufgabe, meist übernommen durch Schmanenen und ähnliche soziale Sonderrollen, war hier immer, den status quo zu hinterfragen und damit die Leitenden und Führenden ehrlich gegenüber ihren Zielen und Aufgaben zu halten. Für einen guten Plan war es immer auch wichtig jemanden zu haben, der die Löcher in ihm findet. Der Narr war frei zu sprechen, damit er einen davon abhielt zu scheinheilig zu sein.

Immunisiert man aber die Ziele einer Gruppe von der Kritik der Beteiligten, dann erwartet man schlicht dumpfe Loyalität für ein Ziel, das im Zweifel nicht jedes Mitglied der Gruppe teilt und schafft sich damit auch das Problem an, dass diejenigen, die man auf ein Ziel angesetzt hat nicht zurückmelden können, wenn dieses Ziel seinen Zweck verfehlt. Das Ziel ist nämlich sakrosant und der Kritiker daran stellt nicht nur das Ziel sondern das System in Frage und das kann ein starres System nicht zulassen, da solche Angriffe seine Existenz direkt bedrohen.

Aus einer wirtschaftlichen Perspektive ist so ein Vorgehen höchst unklug, da man zwar eine Investition tätigt, aber sich vor jeder Überprüfung des Sinns dieser Investition immunisiert. Den etwaigen Verlust hat man dann zwar nicht gegenüber sich selbst zu verantworten, aber man hat auch alle Möglichkeiten aufgegeben genau diesen Verlust abzuwenden. So wird aus einem Team eine Schicksalsgemeinschaft, die dann am Ende auch nur noch dem Schicksal ausgeliefert ist.

Es ist also wichtig, dass in einem Team immer auch das Ziel zur Disposition steht, da man ansonsten weder mit einer vollständigen Mitarbeit der Mitglieder noch einer Anpassung des Zieles an eine sich ändernde Realität rechnen kann.

Normalitätsupdate 13.01.2015

Seit dem 1.1.2015…

Kurzreisen: Berlin!

So, das erste Projekt ist schon auf dem Weg. Ich werde in den Faschingsferien endlich[™] mal wieder nach Berlin fahren. Das wird wohl vom 15.2. bis 19.2. der Fall sein. Ich habe schon Unterkunft und Zug besorgt. Dazu sind schon die ersten Termine festgeklopft. Ich werde mir den Bundestag ansehen und mich da führen lassen. Dazu wird es wohl einen Besuch im Computerspielemuseum geben und alles weitere, was man mir so vorschlägt. Ob ich die Berliner Unterwelten schaffe, weiß ich nicht.

Wer mich dringend sehen will, kann sich melden. Wer Vorschläge hat, was ich noch tun sollte melde sich einfach in den Kommentaren.

Projekte 2015

So, natürlich gibt es auch 2015 wieder Projekte, damit ich für mich Ziele formuliere, die ich einhalten möchte. Ein paar sind Fortführungen von 2014, ein paar sind neu. Die Größe variiert auch stark.

Fotografie

Wie man gleich sehen wird, wird es dieses Jahr sicherlich genug Anlässe geben meinen Flickr Account weiter zu füllen. Dieses Ziel bleibt bestehen. Mal sehen, was ich dieses Jahr noch vor die Linse kriege. Ich lege mich da mal weniger fest.

Sonnensegel

Letztes Jahr habe ich mir Gartenmöbel und Grill für die Terrasse zugelegt und dabei festgestellt, dass ich eine schöne sonnige Terrasse habe. Will heißen, dass ich sehr oft in der Sonne saß ohne Schutz und das ist dann doch unangenehm im Sommer. Also möchte ich mir ein Sonnensegel über die Terrasse spannen. In der zum Wohnzimmer passenden Modefarbe Orange soll es an Stahlseilen über der Terrasse hängen und dadurch flexibel und cool sein. Leider kosten Custom Sonnensegel etwas Geld, aber ich denke, dass es sich lohnen wird.

Infinity

Ich habe mit Infinity angefangen und dieses Jahr wird es weitergehen. Am Ende des Jahres soll eine Armee der Nomads stehen, mit der ich verschiedene Strategien verwirklichen kann. Dazu muss auch Terrain für einen Spieltisch beschafft und gebaut werden, da Infinity sehr viel Gebäude und Terrain braucht um gut spielbar zu sein.

Rollenspielcon

Wir haben beschlossen eine neue Rollenspielcon zu machen, also machen wir wieder eine im Oktober. Ich werde früher mit Planungen anfangen und damit hoffentlich mehr Leute anlocken können. Das Gemeindehaus ist ideal für so eine Vorstellung und es wird hoffentlich besser besucht dieses Jahr.

Kurzreisen

Ich will wieder durch die Gegend reisen, weil es gut tut. Die Sommerferien sind schon mit dem nächsten Spiegelstrich belegt, aber ansonsten wird es die eine oder andere kleine Reise geben. Je mehr desto besser. Nachdem Ostern mit der Schulfahrt nach London belegt ist und Pfingsten voller Fachabitur sein wird, werde ich versuchen mehr über Wochenende und so weiter zu tun. Mal sehen, wie das geht. Ich bin übrigens auch besuchbar, wenn man lieb fragt!

Boston

Ja, ich habe einer lieben Freundin versprochen nach Boston zu fliegen und sie zwei Wochen von der Arbeit abzulenken ((Was ich nicht schaffen werde…)). Ich werde also, so das alles klappt die USA bereisen und zwei Wochen lang rottiges British English in die Gesichter von Amerikanern sprechen.

Das sind die Projekte für 2015. Viel zu tun, viel, das eben nicht Arbeit ist und das ist gut so.

Machen wir 2015 zum Jahr der Empathie!

Ich habe vor ein paar Tagen mit Holgi über das Phänomen PEGIDA geredet. Im Nachgang und vor allem im Lesen des einen oder anderen Kommentars fiel mir auf, dass das grundlegende Problem Empathie zu sein scheint. Empathie nicht nur für diejenigen gegen die PEGIDA demonstrieren sondern auch diejenigen, die da als PEGIDA demonstrieren. Im Zentrum des ganzen Problems steht das Missverstehen der Protestierenden für die Fremden und das Missverstehen der Gesellschaft für den Protest und die Sorgen, die da verbalisiert werden.

Soundso muss man sagen, dass Empathie an vielen Stellen in diesem vergangenen Jahr 2014 eine vermisste Eigenschaft und Einstellung war. Der Netzfeminismus kippte durch mangelnde Empathie jeder Seite in ein verlorenes Thema. Das Wort Putinversteher wurde zum Schimpfwort für Menschen, die eine zweite Sichtweise zur sozial erwünschten Meinung gegenüber Russland einnehmen. Armut als Schicksal empfängt bis heute keine Empathie, genausowenig wie die Flüchtlinge aus Bürgerkriegen und anderen Nöten in Afrika, die auf rostigen Kübeln übers Mittelmeer tuckern und dabei fast ertrinken. Aber selbst an den kleinen Stellen fehlt die Empathie, unter meinen Schülern, unter vielen Mitmenschen, es wird wenig daran gedacht, wie der andere denkt, es wird die eigene Weltsicht als absolut hingenommen. Meinungen können sich unterscheiden, aber man sollte in der Lage sein, die Meinung des anderen nachvollziehen zu können. Das fehlte immer wieder stark.

Deswegen rufe ich jetzt hier auf meiner persönlichen Bierkiste dazu auf, dass 2015 das Jahr der Empathie werden soll. Und das ist auch ganz einfach. Egal wie sehr man die Position der anderen Person ablehnt, versucht zu verstehen woher sie kommt. Denn dann kann man zum einen miteinander in Diskurs treten und zum anderen auch erfahren, inwiefern man wirklich allein steht mit seiner Weltsicht und welche strukturellen Probleme hinter den Aussagen des Gegenübers steht. Also lasst uns versuchen 2015 zum Jahr der Empathie zu machen. Das macht das Anpacken vieler Probleme erst möglich.