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Schlosshof Festival 2014

Ich habe hier lange nicht mehr geschrieben. Deswegen fange ich mal mit der leichten Kost an. Ich war gestern auf dem Schlosshof Festival in Höchstadt an der Aisch. Es ist Teil der fränkischen Burgenfestivals und eher eines der kleineren in der Serie. Ein Tag, sechs Bands im Hof eines Schlosses (duh!) und ein kleiner Mittelaltermarkt dazu. Durch das kurze Line-Up bekommt man dafür gleich ab der zweiten Band größere Namen serviert.

Das Festival war an sich sehr heimelich und wäre noch heimelicher gewesen, wenn es uns nicht alle eingeregnet hätte. Trotzdem haben viele Leute, darunter auch ich durchgehalten und deswegen gibt es jetzt die kleine Berichterstattung.

Umfeld

Höchstadt ist ein kleiner Ort in Mittelfranken und das Schloss ist nicht wirklich groß und so kommt es, dass der Mittelaltermarkt, der irgendwie obligatorisch scheint, sehr klein ausgefallen ist und jedenfalls mir kein Interesse entlocken könnte. Aber dann mache ich das auch schon relativ lange mit und habe die Standard-Markstände gesehen. Die Wege waren breit und die Toilette erstaunlich sauber und nicht mit Schlangen gesegnet. Alles in allem ist es wahrscheinlich noch angenehmer, wenn das Wetter gut ist. Es ist definitiv ein Festival auf dem man auch mit Kind erscheinen kann ((Besonderes Lob an alle Eltern, die ihre Kinder mit Gehörschutz aufs Festival nehmen.)). Es regnete teilweise sehr stark und es muss dem Publikum zu Gute gehalten werden, dass es so lange durchgehalten hat.

Die Bands

Vroudenspil

Vroudenspil ((Freudenspiel gesprochen)) sind eigentlich eine Mittelalterband und das erkennt man auch am Namen. Sie haben sich dem Piratentrend der letzten Jahre angeschlossen und eine durchaus eigenständige Instrumentierung mit wenig Dudelsack und dafür einem Akkordeon. Die Band ist gut, sie eröffnet regelmäßig solche Festivals und spielt solide Musik mit Spaß. Sie haben das Piratending drauf, allerdings fehlt irgendwie der Suspence of Disbelief. Es ist trotzdem gute Musik. Im Gegensatz zu vielen anderen Bands, die ich Festivals eröffnen sehen habe, machen Vroudenspil Spaß, während du noch was essen gehst.

Coppelius

Die feinen Herren von Coppelius gaben sich danach die Ehre. Rockmusik mit zwei Klarinetten, einem Kontrabass, einem Cello und einem Butler. Was soll man da noch sagen. Coppelius haben die Show perfektioniert. Vom affektierten Gesichtsausdruck bis zur gestelzten Ausdrucksweise und „Applaus“ Schildern und Butler Bastille, der während der Stücke Mäntel aufräumt und den Klarinettisten die hohen Zylinder wieder aufsetzt. Was mich etwas gestört hat, war der große Anteil an englischsprachigen Songs. Sie spielen deutsch und englisch und die Mischung der Sprachen irritiert mich immer wieder. Trotzdem haben sie sich ihren Applaus und das Rufen nach „da capo“ sehr verdient.

Omnia

Hach, hach. Ich bin schon ewig Fan, was soll ich also sagen. Omnia machen mit akustischen Instrumenten Musik, die dich nur umbläst. Dazu noch musikalische Vielfalt und Attitüde machen die Konzert immer wieder zu einem speziellen Erlebnis.

Alestorm

Nach der vollen Akustik, die volle Keyboardbreitseite mit den Piratenmetallern von Alestorm. Die Schotten saufen dann halt Whisky aus der Flasche und spielen trotzdem wahnsinnig schnellen Powermetal mit eigenartigem Pirateninhalten. Das endet mit Crowdsurfing zum Bierstand. Definitive Spaßmusik, die live aus ganz anderen Gründen funktioniert als ihre Vorgänger.

Saltatio Mortis

Als die Backstreet Boys des Mittelalters verschrien, haben sich Saltatio Mortis so langsam den Thron des Mittelalterrocks von In Extremo gesichert. Während sich letztere aus meiner Sicht schon lange an zu simplen Texten und dem Nachrennen von Trends auszeichnen ((Jenseits dessen, dass der Sänger sich die Stimme kaputt geschrien hat.)) sind Saltatio Mortis immer eigenständiger geworden. Die Show ist professionell und doch nicht steril. Der Sänger hält das Publikum so auf Trab, dass ich fast Angst hatte abzunehmen. Sie haben den Posten als Headliner nicht nur verdient sondern auch sehr ausgefüllt. Wer mehr als nur das Video sehen will sollte mal bei den Wackenmitschnitt auf arte ansehen.

Fazit

Trotz des Regens eines der bisher besten Festivals auf denen ich war, weil mir das Line-Up wirklich durchgehen getaugt hat. Soviel bin ich seit Jahren nicht mehr gehüpft.

 

Aua…

Ein Blick in den Kleiderschrank

Nachdem ich den aktuellen Lila Podcast gehört habe, bei dem es um Jungs mit Rock ging, entspann sich auf ADN eine kurze Unterhaltung über maßgeschneiderte Klamotten und warum Männer eigentlich sowas nicht unbedingt tun. Deswegen gibt es jetzt mal meinen Beitrag dazu, der darin besteht, dass ich euch mal zeige, was ich mir im Laufe der Jahre habe schneidern lassen und das auch kommentiere.

Generelle Bemerkungen

Moderne Mode ist schnelllebig und meist billig unter schlechten Bedingungen produziert. Dazu bekommt mal als dicker Mann wenig coole Sachen, wenn man nicht auf Hemden und Unterbauchjeans steht. Maßgeschneiderte Sachen hingegen halten sehr lange, gefallen dann meist auch sehr lange und kosten auch entsprechend. Ich werde mal die groben Preise von dazu schreiben und warum ich diese Sachen liebe. Ein paar Designs sind komplett eigenständig, ein paar nur für große dicke Männer angepasst. Doch, bevor ich durch die Liste gehe, möchte ich erst einmal kurz über die Leute reden, die mir das geschneidert haben.

Hexenkontor

Ich hing schon mit 15-16 in Eisenachs kleinem Mittelalterladen, dem Hexenkontor, rum und nervte Yvonne, die Schneiderin und Inhaberin. So war es dann auch kein Wunder, dass ich mir irgendwann mit 18 das erste Kleidungsstück machen ließ und später das zweite. Yvonne hatte immer ihren eigenen Stil in den Sachen und stellte wirklich qualitativ hochwertige Sachen her, weil sie es überhaupt nicht mochte, den Leuten Schrott zu verkaufen und das merkte man den Sachen an.

Leider musste sie gesundheitsbedingt aufhören, weswegen ich dann irgendwann einen neuen Laden fand.

Senjo Clothing

Senjo Clothing ist eine kleine Firma aus Holland, die neben selbstgeschneiderten Sachen auch produzierte eigene Designs anbietet. Mathilda, die Schneiderin und Chefin hat auch einen Anspruch an ihr Design und an Qualität. Da ich halt groß und fett bin, sind alle meine Sachen tatsächlich handgemacht. Für die Mädels gibt es mehr als für die Jungs, weswegen ich bei den Mädels gerne wildere und gerade den Damen empfehle sich umzusehen. Die Preise für Damensachen sind moderater als für meine, aber dafür sind die teilweise auch professionell, aber immerhin in Europa genäht.

Mäntel

Modell „Gandalf“

Vorderseite

Rückseite

Fangen wir mit den Mänteln an und da mit dem ersten Mantel, den ich mir von Yvonne habe machen lasse.

Der Mantel ist jetzt ungefähr 13 Jahre alt und besteht aus dunkelblauem robustem Baumwollstoff (denk: Jeans). Er ist etwas an den Mantel von Gandalf angelehnt, bodenlang, wenn ich ihn trage und besitzt ausgestellte Arme. Er ist das einzige Kleidungsstück, dass eine kurze Kapuze ohne Zipfel hat, weil ich das damals für blöd hielt. Er hat mittlerweile tolle metallene Knöpfe und besaß schon immer die viereckigen Taschen, in die ein ganzer portabler CD Player passt. Es war noch diese Zeit. Der Mantel ist relativ dünn und kann auch im Sommergetragen werden, da ist er auch gerne mal die Picknickdecke beim Konzert und besitzt dazu eine doppelte Fleeceweste, die ich selten benutzt habe, aber die ihn im Winter erstaunlich warm macht. Zitat: „Damit du nicht frierst Junge!“

Kostenpunkt: ca. 130€

 

Modell „Faerie Warlock“

Ungefähr zwölf Jahre später entschied ich mich dann, mir von Senjo einen neuen Mantel machen zu lassen.

Rückseite

Vorderseite

Diese ist nahezu ein Unikat, da noch einer existiert, bei dem ich mich vermessen hatte und der um die Schultern zu eng war. Die Parameter waren: warm, weite Arme und die ausgefransten Nähte, die auch die Morrigan Weste weiter unten kennzeichnen. Hier ist die Kapuze dann schön zipfelig und lang und geht mir beim Tragen bis zum Hintern. Der Mantel ist ungefähr wadenlang und auch erstaunlich warm im Winter. Er hat tiefe Taschen und ist erfahrungsgemäß bei Temperaturen über 10 Grad Celsius zu warm und ziemlich wasserfest, da er aus einem groben Baumwollgewebe und einem dicken Jersey-Innenfutter genäht ist. Die immer länger werdenden Fransen des Baumwollstoffes sind übrigens das Tollste an dem Kleidungsstück. Man wird auf Straße auch im Winter weniger angesprochen, wenn man diesen Mantel trägt.

Kostenpunkt: durch zweimal machen 600€

Westen

Morrigan Weste

Rückseite

Vorderseite

Die Morrigan Weste von Senjo ist tatsächlich ein Kleidungsstück direkt für die Jungs. Sie ist an eine Weste angelehnt, die Steve ‚Sic‘ Evans van der Harten von Omnia trägt.

Sie gefiel mir auf Anhieb und wird auch regelmäßig getragen. Die ausgestellten, sehr kriegerisch wirkenden Schultern gefallen mir sehr, wie die großen Taschen. Die Kapuze ist noch kurz und verdeckt gerade im Sommer mal gut den Kopf, wenn es regnet oder zu sehr die Sonne scheint. Die Weste ist aus einem leichten Jerseystoff und sehr gut tragbar.

Kostenpunkt: 145€

Wildcat Weste

Rückseite

Vorderseite

Als ich letztes Jahr auf dem Castlefest den Stand von Senjo besuchte meinte Mathilda, dass mir eine Wildcast Weste stehen würde. Also haben wir das mal ausprobiert.

Die Weste besteht eigentlich aus zwei dünnen Lagen Stoff, allerdings ist die innere Lage und die Bordüre aus Kunstfell und damit ist die Weste erstaunlich warm und kuschelig. Ich trage sie gerne im Herbst und Winter. Sie schließt vorne nur teilweise durch die Klammern, aber das reicht. Sie ist aber nicht wirklich wasserfest oder winddicht, also eher was für die schöneren Herbst- und Wintertage. Sehr süß ist der kleine Fellpuschel am Ende der langen Kapuze.

Kostenpunkt: 400€

Beinkleider

Chaosrock

Hachja, ich und das Chaos. Es taucht überall auf, also auch auf meinem Rock. Er ist auch schon etwas älter und trotzdem trage ich ihn immer wieder gern.

Er ist zweifarbig und besteht im Endeffekt aus verschiedenen Stoffresten, die an einen breiten Ledergürtel mit zwei Schließen angebracht sind. Am Ledergürtel sind D-Ringe, an die man allerlei dranhängen kann. Er ist sehr leicht und gerade im Sommer gut zu tragen. Allerdings darf ich nicht mehr so viel abnehmen, sonst rutscht er noch mehr, oder ich muss ihn enger machen lassen. Das musste ich auch schon mal, weil das Leder sich am Anfang dehnte. Generell verleiht ihm das ein schönes selbstgemachtes Flair.

Kostenpunkt: 100€ wenn ich mich recht erinnere

Aladdin Trousers Special Edition

Die Aladdin Trousers gibt es eigentlich nur in dünnem Jersey. Da ich aber laut Mathilda für die Mullberry Trousers nicht wirklich geschaffen bin, was ich glaube, gab es halt diese Sonderedition.IMG_0788

Die Hose ist aus silberig-schwarzem Cord und plustert sehr schön. Ähnlich wie der Rock ist das im Sommer toll, weil luftig und wenig schwitzig. Der Bund ist aus elastischem Gewebe aber ich habe kurz nach dem Kauf schon so abgenommen, dass da nur Gürtel helfen. Der passende Gürtel ist übrigens sehr lang und brauchte auch schon neue Löcher.

Kostenpunkt: 70€

 

Accessoires

Die Archer Sleeves sollen noch kurz Erwähnung finden. Sie sind die kleine Hilfe, wenn die Westen im Herbst oder Winter langsam zu kalt werden.

Zukunftsmusik

In nächster Zeit kommen noch eine Morgana Jacket und eine zweite Aladdin Hose, diesmal in dunkelrot, dazu. Erstere, weil meine Fleecejacke kaputt ist und zweitere, weil man ja mal was braucht bei dem der Rest einen wieder blöd anschaut.

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Die Geschichte mit dem Strandbuggy

Ich fand diese Geschichte in Double Share aus den Trader Tales von Nathan Lowell. Der Kontext ist, dass der Protagonist der Geschichte von seinen Untergebenen gefragt wird, ob sie in einer anderen Abteilung helfen sollten und dabei kommt die Frage auf, ob es fair ist, wenn man sich extra Arbeit macht und andere davon dann einen Vorteil haben. Das Gedankenexperiment, das dann gegeben wird ist einfach sehr einleuchtend.

Gegeben ist, dass jemand ein Wagen mieten muss, um zu seinem Hotel am Strand zu kommen. Diese Person bezahlt den Wagen und zwar vollständig, weil sie ihn ja benutzen will. Was ist nun, wenn eine zweite, ihr bekannte Person auch zum Strand möchte? Die zweite Person mag vielleicht anbieten sich an den Spritkosten zu beteiligen oder ähnliches. Man wird sich sicher einig, denn man will ja zum Strand. Ist das fair? Sicher. Ist es auch fair, wenn die andere Person nichts dazuzahlt? Müssen tut sie nämlich nicht. Es sieht zwar so aus, als wäre es besonders großzügig, wenn man die andere Person mitnimmt, aber man hat den Strandbuggy eh schon bezahlt und die Fahrt mit mehr Leuten ist nicht nur umweltfreundlicher sondern hat im Zweifel sogar einen Mehrwert für sich. Wenn jemand die Spritkosten mitträgt, ist das schön, aber man fährt eh in die selbe Richtung.

Geister

Der beißende Rauch legt sich langsam über die nächtliche Stadt während du durch die Kälte läufst. Hier und dort stehen Hülsen auf der Straße, aus Pappe, aus Glas oder aus Fleisch. Der Smog des Rituals färbt sich orange im Licht der Laternen. Du siehst in die Schatten und siehst wie sie sich winden. Du gehst weiter und es blitzt rhythmisch auf der leeren Straße. Du näherst dich dem Rettungswagen und blickst an den Häusern hoch. Dort ist ein Lichtschein hinter den Gardinen und aus den Schatten des Fenstersims scheint eine Hand zu greifen. Im orange der Nacht kriechen gierige Krallen zum Lichtschein. Das schwache Leben scheint sie anzuziehen.

Du gehst weiter in die Nacht und passierst eine Gruppe Menschen, Musik dringt aus einer Tür und Papphütchen vermitteln verzweifelte Fröhlichkeit. Die vielen Flaschen auf der Straßen deuten darauf hin, dass man den betäubenden Knall gesucht hat, der das Leben wenigstens heute erträglicher machen soll. Und die vielen Flaschen in den Händen zeigen, dass man lieber auf Nummer sicher geht. Die Schatten der Menschen zerfliessen ineinander, bilden eine schwarze Wolke, die größer zu sein scheint als die wenigen Personen, die da stehen.

Du kommst an deine Tür und dein Schatten wird im Licht immer kleiner und verschwindet. Du denkst, dass du ein leises Fluchen hörst. Vielleicht bist du doch entkommen.

Romantische Selbstreproduktion

Wir denken gerne mal, dass wir gebunden sind. Das Soziale umarmt uns immer wieder und erzählt uns, wie unser Leben zu sein hat. Die Narrative der postmodernen Pseudoleistungsgesellschaft sind erdrückend: sei flexibel, sei modern, sei preiswert und du wirst belohnt werden. Die Welt wird begriffen als rein rationale Angelegenheit in der unser Tun als Akteure einer Wirtschaft in der Mitte stehen. Diese Welt wird also von den Mythen und Märchen des finalen Kapitalismus bestimmt. Das heißt, dass viele Menschen sich diesen angeblichen Zwangslogiken ergeben haben. Das ist auch der Fall, wenn es sich um die irgendwelche „Alternativkulturen“ handelt. Diese haben meist einen romantischen Ursprung und ziehen ihre Energie aus dem selben abscheulichen Menschenbild, dass uns vorgesetzt wird. Diese romantische Verklärung ist also nur die Betäubungspille für diejenigen, die sich unwohl mit dieser kalten Welt der Ausbeutung fühlen. Da wird man dann eingelullt in die Wärme des romantischen Gequatsches, in ein wohliges Gefühl des angeblichen Verständnisses, dass aber seine Prämisse und sein Ziel der Gegenwehr aus den selben unmenschlichen Prinzipien unserer Gesellschaft zieht. Würden wir diese Prinzipien tatsächlich ändern, dann würde auch die Romantik sterben.

Und mit ihr würden die vielen salbungsvollen Floskeln sterben, die wir uns erzählen um darüber hinweg zu täuschen, dass wir eigentlich nichts gegen diese Welt unternehmen wollen. „Genieße dein Leben, denn der harte Teil kommt noch!“, „Wir müssen uns mehr den Gefühlen widmen und uns wieder zur Natur zurückkehren.“ und „Erfülle deine Träume, weil später kannst du es nicht mehr.“ Das ist alles der romantische Backlash, der auf der Annahme beruht, dass der finale Kapitalismus das einzige Paradigma ist. Also auf der Annahme, dass wir nur rationale Wesen in einer kapitalistischen Welt werden und nur das werden können. Dagegen kann man sich fein wenden, aber das Prinzip ändert man damit nicht, man verfestigt es. Man blickt verklärt zurück oder sagt sich, dass die Zukunft schlecht wird, weil man die Idee nicht in Frage stellt.

Und so ist das romantische Geschwafel selbstproduzierend, weil es die selbe Welt braucht, über die es lamentiert anstatt sich gegen diese Welt zu wenden. Doch wenn es diese Welt nicht mehr gibt, wenn es, Eris befürchte, sogar eine gute Welt wird, über die man sich kaum beschweren kann, dann sitzen die ganzen verschnieften Romantiker da und haben auch ihren Lebenszweck verloren. Das geht nicht, also bleibt alles beim Alten, denn wenn sich die Dinge, über die wir weinen ändern, dann macht uns das selbst im größten Vorteil unglücklich und das muss verhindert werden.

Discounterleid

Ich kann durchaus verstehen, dass es in dieser Wirtschaft und Welt einen logischen Platz für Discountsupermärkte gibt. Doch ich habe da meine Probleme mit. Es gibt hier so einen großen Discounter bekannten Namens in den ich manchmal mit Freunden gehe und bei dem es mittlerweile legendär ist, dass es mir nach dem Besuch nicht wirklich psychisch gut geht. Das ist leider kein Witz und ich klinge sicher wie ein arrogantes Arschloch mit tierischen first-world problems, aber man möge mir bitte zuhören, bevor man mich shitstormed oder ähnliches. ((Hey, ehrlich? Ich kenne die Zugriffszahlen hier. Den Shitstorm möchte ich sehen… Und wo ihr dabei seid, flattrt mich doch gleich.))

Warum ist das mit dem Discountsupermarkt so ein Problem? Weil hier etliche Sachen, die mich an unserer Welt stören geballt aufeinander treffen, und das in einer Atmosphäre, die an sich schon furchtbar ist. Discountsupermärkte sind ein Sinnbild für die Unmenschlichkeit dieser unserer Welt. Große, künstlich beleuchtete Räume voller Produkte, die aufgrund ihrer Preise schon eine moralisch zweifelhafte Herkunft haben, aufgereiht in engen Gängen, die einen riesigen Überfluss zeigen, den wir nicht brauchen und durch die unterbezahlte Bedienstete, die mit etlichen der Besucher das Schicksal teilen, möglichst preiswerte Produkte kaufen zu müssen, um ihr Überleben zu sichern. Wir haben also den billigen Überfluss für den unsere Welt und die produzierenden Menschen belastet und ausgebeutet werden, der dann an Menschen verkauft wird, die von jemandem anders genauso weit ausgebeutet werden, dass sie sich dieses Zeug kaufen müssen. ((Jaja, auch für ein paar Menschen, die glauben ihren Reichtum durch einen Einkauf hier zu sichern. Es gibt halt auch Arschlöcher in der Welt.))

Und so ist es also, dass der Discountsupermarkt mir nicht nur die Sinne schwummrig macht, weil er wie ein heller Sarg aus Konsum wirkt, er ist auch alles, was an dieser Welt schlecht ist. Der massenhafte Konsum einer aufs Wachsen fixierten Wirtschaft auf Kosten der Menschen und der Natur. Hier ist alles so billig, dass man sich fragt, wie es überhaupt hergestellt werden kann und die Menschen, die hier arbeiten wirken zu oft so, als hätte man ihnen ihr Potenzial mit ihrem Blut ausgesaugt. Und ich fühle oft, wie meine Lebensenergie von diesen Läden aufgesaugt wird.

Zeugnisbemerkungen… from Hell!

Die Schülerin war bemüht eine süße Mütze zu tragen.

Der Schüler sähe in einer fliederfarbenen Hose auch gut aus.

Der Schüler konnte hervorragend einen Cheeseburger essen.

Die Schülerin hat anerkennende Leistungen beim Erstellen einer Spontanskulptur erbracht.

Der Schüler war sehr erfolgreich beim Küssen seiner Freundin immer Zunge zu zeigen.

Die Schülerin ist hervorragend geeignet bei zukünftigen Wettbewerben im Schnellschminken anzutreten.

Der Schüler war bemüht seinen adoleszenten Hass auf die Lehrkraft zu verbergen.

Die Schülerin zeigte hervorragende Mitarbeit bei der Studie zu Kaubewegungen junger Menschen.

Der Schüler war immer bemüht die Lehrkraft nicht merken zu lassen, dass er sich seinem Mobiltelefon widmet.

Die Schülerin wird besonders belobigt, da sie beim Sportfest mehrere betrunkene Lehrkräfte vor dem Ertrinken im eigenen Auto gerettet hat.

Der Schüler zeigte viel Kompetenz beim Ignorieren jeglicher Ratschläge des Rhetorikkurses.

Die Schülerin war bemüht sich nicht mehr als dreimal im Unterricht das Nasenpiercing herauszureißen.

The Zap Code

The life-code of Zap McClannad (the all purpose inner personal Neo-Celtic Pagan Folk Hero).

this is Poetry and Art…
these are guide lines…
this is NOT a DOGMA…

The Zap-Code ((As purported by SteveSic of Omnia))

l:  „Do what you will,
You know what you should.
and if a thing is worth doing,
it’s worth doing good“

2:  „Take what you will,
but, no more than you need.
for the balance of life
is disrupted by greed“

3:  „Give some to the Gods
of all that you have,
for they can give you their blessings
or they can cut you in half.“

4:  „Care for nature around you,
all the trees and green things,
for we’re in life together.
We should All do our thing“

5:  „True friendship , strong as iron,
will never turn to rust.
An everlasting curse rewards
betrayel of this trust“.

6:  „To your Clan and to commonfolk
be respectfull and mild,
and to all of your enemies
be nasty and wild!“.

7:  „Choose your friends wisely,
all that glitters is not gold.
A promise made must be fulfilled,
as Fire burns and Ice is cold“.

8:  „Feed your guests, should you have them.
Share your mead and your bread.
Don’t drink too much of the ale-horn,
don’t be first in your bed“.

9:  „Do not boast about powers
you do not possess.
For the True deed, makes the false speech
completely worthless…“

10:  „When bad times are upon you,
don’t forget they won’t last.
With a light heart and courage,
They will soon be in the past“.

11:  „Laugh each day, ‚cause it feels good
and make love,don’t make strife.
With enough sex and laughter
you will live a full life“.

12:  „Don’t be frightened to love
don’t be too tough to cry.
Give your feelings expression
and your spirit will fly“.

13:  „If rules are wise, respect them
If they’re foolish, then don’t.
If your work has purpose, do it!
If it’s pointless, then don’t!“.

14:  „Don’t think you can do nothing,
when you see all is wrong.
For you are Clan McClannad!
and you’re one of the strong!“

15:  „In a heart filled with honour
there is no room for fear.
Trust in Zap and DON’T PANIC!
and your head will stay clear.“

16:  „Keep your sword and spear sharpened,
when a conflict you feel.
So if harsh words don’t solve it‘
you can trust in cold steel!“.

17:  „Take good care of your body,
take good care of your soul.
for you need BOTH in this life
to take you  to your goal.“

18:  „Follow no other leader,
they are all full of crap.
For the Gods they are many,
but there’s only one Zap!“.

Unterwegs

Bamberg fing heute morgen kalt an und entwickelt sich gerade in Richtung Frühling. Immerhin: Ende der Woche ist Sommer, schön dass das Beachtung findet.

Auf dem Weg in die Stadt begegnet dir dann deine verwirrte Bankberaterin, die du später noch mit den Auswirkungen von zu viel Freizeit beehrst. Sie lässt du links liegen und beachtest das Volk nicht mehr, dass da so stupide rumsteht.

Klopapier braucht es für den Verein und Spezialsalz, die fünf Minuten später in den kalten Vereinsräumen deponiert werden und die Ouvertüre zu einem ruhigen Spaziergang durch unbekannte Gassen sind.

Dann auf den Kanal blicken und die Liebesschlösser verachten. Warum tut man das? Gibt das irgendwelchen Halt? Und: wieviele weinende Männer standen hier schon nachts mit einem Bolzenschneider oder dem heimlichen Zweitschlüssel?

Von einer Eigenartigkeit zur nächsten. Der künstlich fröhliche, übergriffige Malteser Werber möchte erst wissen wer du bist, bevor er versucht die Geld abzunehmen. Verzweiflung ist eine gute Droge, manchmal betäubt sie sogar Selbstachtung und Menschenkenntnis. Man sieht ja an den besten Tagen nicht fröhlich und positiv aus. Hat er nicht gemerkt.

Einmal die Straße hoch, einmal runter und jetzt gutes Essen. Die Sonne scheint immer noch. Hoffentlich regnet es dann noch, damit wenigstens etwas Fröhlichkeit weggespült wird.

Wahrscheinlichkeiten

Eine spannende Sache, die Menschen in meinem näheren Umfeld des öfteren beeindruckt, ist die Fähigkeit bestimmte soziale Begebenheiten, gerade zwischen Menschen mit einer gewissen Sicherheit vorauszusagen. Das ist jetzt kein Alleinstellungsmerkmal. Gerade in den sozialen Berufen findet sich diese Fähigkeit des öfteren. Ich möchte aber mal ein bisschen erklären, wie das funktioniert. ((Also, wie es theoretisch funktioniert. Normalerweise hat man meist so ein intuitives vorahnungsähnliches Gefühl. Also ich jedenfalls.))

Bevor wir in die zwischenmenschliche Sache einsteigen, muss ich etwas über Wahrscheinlichkeiten erklären. Wenn wir einen sechsseitigen Würfel vier mal werfen, ist jeder Wurf an sich gleichverteilt. Das bedeutet, dass das Ergebnis 3,5,6,1 genauso wahrscheinlich ist wie 6,6,6,6. Doch dies entspricht nicht der menschlichen Intuition. Wir würden das zweite Szenario für unwahrscheinlicher halten. Deswegen gibt es auch keine multiple choice Tests, bei denen nachfolgend immer dieselbe Antwort richtig ist. Das macht nämlich die Probanden fertig, die denken, dass das doch gar nicht sein kann. ((Vertraut mir da… ich hab das ma aus Versehen bei einer Schulaufgabe gemacht. Die haben leichte Schweißausbrüche gehabt…))

Diese mathematische Wahrscheinlichkeit gibt es in menschlichen Beziehungen und Handlungen noch viel weniger, denn hier gibt es immer Abhängigkeiten. Zu den Faktoren von denen die Wahrscheinlichkeiten abhängen gehören: soziale Konstruktionen, Sozialisationsfaktoren, demographsiche Voraussetzungen und emotionale Komponenten. ((Okay, ja das ist, wenn man weit genug weg steht, fast alles dasselbe.)) Gehen wir das mal kurz durch.

Also Sozialisationsfaktoren sind vom Prinzip her solche Sachen wie ethnischer Background, religiöse Ansichten und ähnliche Sachen, die dem Menschen früh genug mitgegeben werden, ohne dass er sich groß dagegen wehren kann. Aus diesen erwachsen einige, aber nicht alle, soziale Konstruktionen. Bei diesen geht es um die verschiedenen sozialen Mythen, die in unserer Gesellschaft existieren und auch um die Frage, wie derjenige und diejenige sich zu diesen Konstrukten verhält. Zu diesen Konstrukten kommen, die mit den Sozialisationsfaktoren verbundenen, demographischen Voraussetzungen, die im Laufe des Lebens aus denselben erwachsen. Die emotionalen Komponenten sind dann schlicht die Metaebene dessen im Bereich der Gefühle. Hier werden die ganzen anderen Faktoren auch emotional gespielt und wahlweise überhöht oder gemindert.

So, wenn wir also das alles über eine Person wissen, ((Oder es gut genug raten können.)) dann ist es relativ einfach vorauszusagen, wie diese Person sich in bestimmten sozialen Interaktionsszenarien am wahrscheinlichsten verhält. Daraus lassen sich dann anhand von abstrakten Situationen sogar Voraussagen über den Ausgang einer sozialen Interaktion zwischen zwei gegebenen Menschen machen. Das aber immer nur mit bestimmten Wahrscheinlichkeiten.