Man ist kein Schamane, man wird einer…

Ich habe gestern in einer langen Autofahrt den aktuellen Soziopod über den Rücktritt des Papstes gehört und möchte mich mit einem kleinen Beitrag anschliessen.

Im Podcast wird Bezug darauf genommen, dass Benedikt der XVI. in die Kirche hereingewachsen ist, aber keinerlei religiöses Erwachungserlebnis hatte. Doch dieses scheint für einen Papst also einen Oberpriester eher notwendig zu sein, jedenfalls in der öffentlichen Erwartung, die wir an einen Papst stellen. Und Benedikt XVI. meinte auch, dass er kein Papst werden wollte, vielleicht weil er ein guter Theologe ist, aber halt auch jemand der keine komplette innere Überzeugung hat. Er ist halt ein intellektueller Christ, kein emotionaler wie sein Vorgänger und das mag durchaus ein Grund sein, warum er von dem Amt zurücktritt.

Und dieses Phänomen findet sich immer wieder. In den schamanistischen Traditionen wird auch immer davon geredet, dass der Schamane zum Schamanen wird, wenn er eine schwere persönliche Krise durchlebt hat. Sei es eine schwere Krankheit oder aber eine psychische oder soziale Krise. Dies gilt dann auch Initiationsritus, eine Änderung, die ihm eine tiefere Einsicht oder eine andere Ansicht der Welt gibt. Das ist vergleichbar mit den Erweckungsgeschichten aus dem Christentum, in dem viele Heilige ihre Stellung durch Schmerzen, Leiden und Krisenüberwindung bekommen haben. Das zieht sich bis ins Märtyrertum.

Am Ende mögen wir von diesem Papst mitnehmen, dass nicht jeder für ein Amt geeignet ist, das so hoch emotional und spirituell aufgeladen ist.

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