Pekahuna Cooking Crew

Wer schon einmal in Bamberg war, hat wahrscheinlich erfahren, dass die Stadt eher urtypisch fränkisch ist und das auch mit der besten Bestrebung aller möglichen Gruppen in die Zukunft[tm] einzutreten bleiben wird. Das macht die Stadt auf der einen Seite liebenswert auf der anderen lässt es die Auswüchse der Moderne, wenn sie dann mal auftreffen leicht verzweifelt erscheinen.

Zu den Phänomenen, die von dieser Verzweiflung betroffen sind, gehört unter anderem die Welle an Burgerrestaurants, die, nachdem ich von ihr schon vor zwei Jahren aus Berliner Podcasts gehört habe, auch hier aufgeschlagen hat. Der neuste Zuwachs ist das Restaurant der Pekahuna Cooking Crew, das sich mit seinem Platz in der Nähe des Bahnhofs nicht unbedingt die malerischste Ecke der Stadt ausgesucht hat.

Nachdem ich zu Halloween noch hungrig war, zog es mich vorm abendlichen Besuch des Backspace um die Ecke zum Burgeressen. Das Restaurant und das Personal verstrahlt einen leicht-gehobenen Hipsterflair, der von etwas zu lauter HipPop Musik untermalt wird. Natürlich bekommt man die Speisekarte als Kladde und es gibt tausende total fancy Dipsaucen zu den Pommes, die auch stilecht fries genannt werden und diesem Namen dann gerecht wurden.

Als alkoholfreie Getränke gibt es primär Fritz Kola, weil die ist ja in und ich wählte mir die Orangenlimo, die nichts ist, worüber man besonders enthusiastisch werden kann.

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Ich entschied mich nach etlichem Überlegen für den BBQ Burger, der mit 14€ das teuerste Angebot auf der Karte ist und eine Portion Chilli Cheese Fries entschieden. Die kamen dann auch und der Burger ist schon mal ein Garant für Maulsperre, aber sehr lecker angemacht.

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Man kann den Burger dann nach dem Aufheben nicht mehr hinlegen, was dazu führte, dass ich die Chili Cheese Fries dann einzeln essen musste. Das war aber auch besser so. Die sind nämlich fast eine Mahlzeit für sich und ziemlich scharf.

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Die Fries haben, genauso wie Burger und Limo, gut geschmeckt. Allerdings sind die Preise, trotz der guten Qualität für Bamberg schon eher hoch. In einer Stadt in der man problemlos ein Schäuferla mit einem halben Liter lokales Bier für um die 10€ erhalten kann, wird es problematisch, wenn diese Art von Restaurant nicht mehr neu und ungewöhnlich ist. Die meisten Burgerbratereien sind zwar qualitativ einfacher, aber auch preiswerter. Das Vertrauen in die Kunden für High-End Edelburger würde ich langfristig nicht teilen. Das Essen ist sein Geld wert, aber ich weiß nicht, wie oft Leute dafür bereit sind öfter zu zahlen und ob das preiswerte Mittags- und Mitnahmegeschäft hier hilft.

Das wird die Zeit zeigen. Ich werde auf jeden Fall nochmal bei der Pekahuna Cooking Crew essen.

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