Geister

Der beißende Rauch legt sich langsam über die nächtliche Stadt während du durch die Kälte läufst. Hier und dort stehen Hülsen auf der Straße, aus Pappe, aus Glas oder aus Fleisch. Der Smog des Rituals färbt sich orange im Licht der Laternen. Du siehst in die Schatten und siehst wie sie sich winden. Du gehst weiter und es blitzt rhythmisch auf der leeren Straße. Du näherst dich dem Rettungswagen und blickst an den Häusern hoch. Dort ist ein Lichtschein hinter den Gardinen und aus den Schatten des Fenstersims scheint eine Hand zu greifen. Im orange der Nacht kriechen gierige Krallen zum Lichtschein. Das schwache Leben scheint sie anzuziehen.

Du gehst weiter in die Nacht und passierst eine Gruppe Menschen, Musik dringt aus einer Tür und Papphütchen vermitteln verzweifelte Fröhlichkeit. Die vielen Flaschen auf der Straßen deuten darauf hin, dass man den betäubenden Knall gesucht hat, der das Leben wenigstens heute erträglicher machen soll. Und die vielen Flaschen in den Händen zeigen, dass man lieber auf Nummer sicher geht. Die Schatten der Menschen zerfliessen ineinander, bilden eine schwarze Wolke, die größer zu sein scheint als die wenigen Personen, die da stehen.

Du kommst an deine Tür und dein Schatten wird im Licht immer kleiner und verschwindet. Du denkst, dass du ein leises Fluchen hörst. Vielleicht bist du doch entkommen.

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