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Textwelten – Der klassische Nachrichtenartikel

Fangen wir bei der klassischen Schule an. Jeder kennt ihn, jeder hat ihn mal gelesen. Der Berichterstattungsartikel in der Zeitung. Hier wird ist wichtig, dass der Stil und die Wortwahl so tun, als wäre das alles objektiv geschrieben, als würde der Journalist neutral sein und das Gefühl vermittelt, dass in der Nachricht alles wichtige enthalten ist. Dafür bedient sich der Autor eines distanzierten Stils, der Referenzen auf ihn vermeidet und arbeitet meist über definierende Adjektive, wenn er doch Meinung unterbringen will. Wichtig ist beim ganzen Stil den Leser bitte vergessen machen, dass das jemand geschrieben hat. Das sind halt „nur die Fakten“.

Doch besser geht das mit einem Beispiel:

(tb) Am Morgen des 12.Juli 2016 wurden in der Kleingartenanlage „Zur fröhlichen Wassertonne“ in Bamberg Süd, mehrere Pokémon aus ihrem Gehege entwendet. Wie der Besitzer der Pokémon am nächsten Morgen der Polizei erklärte, handelt es sich um Pokémon des Typs Bisasam, Bisaflor, Schiggy und Evoli in einem Gesamtwert von über 2.500€. Der Besitzer erlitt aufgrund des Verlustes einen Nervenzusammenbruch und musste in der örtlichen Nervenklinik behandelt werden. Die Polizei bittet um sachdienliche Hinweise zur Aufklärung des Verbrechens.

So. Das kann man jetzt mal einfach abdrucken und schauen, wie vielen Zeitungslesern überhaupt auffällt, dass das Quatsch ist.1 Wichtig ist hier vor allem, dass der Duktus passt. Bloß keine Schnörkel, keine Adjektive, bitte trockene Vokabeln und schon läuft das. Wenn man die Pokémon gegen Fahrräder oder Kaninchen tauscht, kriegt man den Lokalteil auch locker mit sowas gefüllt.

Interessant ist hierbei, dass dieser Artikel überhaupt nicht den Anschein erweckt, als wäre er von einer Person geschrieben, was er natürlich ist. Die Frage, warum dieser Inhalt, wie in der Zeitung landet wird super webabstrahiert, in dem Persönlichkeit aus dem Artikel entfernt wird. Wie wird aber ausgewählt und sind das wirklich alle Fakten, oder war für weitere Details vielleicht kein Platz? Alles Fragen, die allein schon stilistisch nicht naheliegen. Wenn etwas so geschrieben wird, dann ist es richtig und wahr, auch wenn das am Ende gar kein Evoli sondern ein Vulpix war. Wichtig ist auch, dass dieser Text eben nicht emotional ansprechen soll und deswegen so wirksam ist. Wir verbinden mit Rationalität automatisch das bessere Argument und Seriösität. Dabei kann man wirklich alles rational und seriös formulieren, was ich noch an weiteren Beispielen zeigen werde.

  1. Man kann das auch mal Jan Hofer vorlesen lassen. Da fällt es vielleicht erst auf, wenn im Hintergrund ein weinendes Schiggy abgebildet ist. []

Textwelten – Wie man so klingt, wie man klingen soll.

Eine grundlegende Erkenntnis der Literatur- und Sprachbeschäftigung ist, dass alles Text sein kann. Allerdings haben Texte soziale Funktionen, die von verschiedenen Merkmalen abhängen: Vokabular, Ansprechhaltung und Komplexität des Satzbaus sind nur ein paar der Stellschrauben an denen mal so drehen kann, damit ein passender Text herauskommt.

Das bedeutet auch, dass jegliche Art von Text einfach gefaked werden kann, wenn man weiß, nach welchen Regeln diese Art von Text geschrieben werden und damit auch, was Leser von einem Text erwarten. Das ist insbesondere kritisch, wenn es sich um wissenschaftliche oder journalistische Texte handelt, da diesen beiden Kategorien eine soziale und politische Relevanz zugeordnet wird, die Auswirkung auf die Realität hat. Dabei könnte jeder wissenschaftliche und journalistische Text auch reine Fiktion sein.

Im neuen Projekt „Textwelten“ werde ich versuchen möglichst viele Arten von Texten zu erklären, in dem ich einfach Beispiele fiktionalen Inhalts schreibe und an denen erkläre, was die Art des Textes ausmacht. Diese Übung ist hauptsächlich dafür gedacht, sich in bester Jonathan Swift Tradition über die meisten Leute, die Texte produzieren und glauben, dass diese einen Anspruch auf Wahrhaftigkeit oder Glaubwürdigkeit haben, lustig zu machen. Diese Kategorien werden allesamt sozial mit der Art des Textes generiert und sind damit ein wunderbares Beispiel darüber, wie soziale Konstruktionen Realität erschaffen, ohne dass es dafür eine Sachbasis geben muss. Wer also glaubt, dass das was er oder sie wahrnimmt und dann in Sprache wiedergibt irgendwie Realität abbildet, irrt sich: es generiert Realität. Das bedeutet dann auch, dass hier genauso der Suspence of Disbelief ausgeschaltet werden muss und das passiert über die Konventionen, die hier gezeigt werden sollen. 

London Calling 2016

So, und jetzt mal weg von der Politik, aber nicht Großbritannien. Der Luxus des Englischlehrers ist es, so er sich eine Ungemütlichkeit und eine Horde junge Menschen zumutet, relativ häufig und kostenarm nach Großbritannien zu kommen.1  Und so war ich auch dieses Jahr wieder in London, schaute mir die Stadt an,

St. Paul's Cathedral

Eros and Red Bus

besuchte den Tower und das British Museum und kam dazu, ein paar typische Street Fotos zu machen:

Tourists outside the British Museum

Nachdem ich diesmal auch per Fähre unterwegs war, gab es auch Bilder der Felsen in Dover.

White Cliffs of Dover II

  1. Gleich vorweg, ich bin gespannt, wie das ab jetzt läuft. []

Fotografie, Equipmenttalk und große Fragen

Ich fotografiere ja jetzt seit ein paar Jahren eher hobbymäßig.1 Dafür habe ich mir vor ein paar Jahren eine Spiegelreflexkamera gekauft, genauer eine Pentax K-30. Dazu kamen dann auch noch ein paar Objektive: neben dem Kit 18-55mm, ein 50mm F/1,8, ein 50-200mm und ein Tamron 18-200mm Reisezoom.

Die Kombination aus Reisezoom und K-30 ist mittlerweile meine Go-To Kombination geworden. Ich habe letztens nachgesehen und tatsächlich habe ich in den USA die Bandbreite des Reisezooms auch ausgenutzt. Zwar sind viele Bilder an den Anschlägen 18mm und 200mm geschossen, aber auch dazwischen habe ich mal so alles benutzt.

Doch, die K-30 ist, obwohl sie mir sehr an Herz gewachsen ist, etwas an die Leistungsgrenze gekommen. Also suche ich einen Ersatz für sie. Im Casting sind dafür zwei verschiedene Geräte: zum einen die K-3 II zum anderen die neue K-1.

Was beide Kameras verbindet sind die Eigenschaften, weswegen ich die K-30 ersetzen möchte. Sie haben beide: ein GPS Modul, eine bessere Wackelkompensation, eine höhere Lichtstärke und Auflösung, und den Pixel-Shift Resolution Modus2

Was sie unterscheidet sind, neben dem Preis, ein großes und etliche kleine Details. Zuerst einmal das große Detail: Die K-1 hat einen 35mm Vollformatsensor, die K-3 II einen APS-C Sensor. Das bedeutet, dass ich bei der K-3 II ich nur den Body kaufen muss undsofort eine höherwertige Kameraausstattung habe, während ich für die K-1 zwar die APS-C Objektive verwenden kann, aber eigentlich gleich nochmal Geld für das äquivalente Reisezoom ausgeben muss. Dafür ist die K-1 moderner, mit einem besseren Sucher, einem besseren Shake-Reduction System ausgestattet, macht allerdings auch mit den APS-C Objektiven Bilder mit einer niedrigeren Auflösung als die K-30.

Preislich ist natürlich auch ein Unterschied zu sehen. Die K-1 wird zwisch 1.800€-2000€ kosten, da kämen für das Reisezoom noch ca. 500€ dazu, ich wäre also bei 2.500€ angelangt. Die K-3 Ii kostet derzeit 1000€ für den Body und das war es dann auch. Wenn ich 500€ mehr aufn Tisch lege, habe ich dazu gleich auch noch das Stativ, was ich gerne hätte.

Und da ist dann auch die Frage: ich brauche eigentlich den größeren Bildwinkel der K-1 nicht. Vorallem, weil ich mit dem neuen Reisezoom auch genau die BIldwinkel habe, die ich jetzt schon mag. Ein 24mm für die K-1 wäre eine Neuerung, da reden wir dann über noch mehr Kosten. Mehr Shake-Reduction ist halt geil, aber für mich ist das GPS das Killerfeature.

Es wird also wahrscheinlich die K-3 II werden. Religion ist mir Fern. Nach diesem Artikel bin ich mir auch sicher, dass ich mich kaum verbessere, wenn ich die K-1 kaufe. Die K-3 II ist aktuell und tatsächlich ein Gerät wo ich dachte: „Die isses!”

  1. Ich empfinde es als sehr angenehm, dass ich damit kein Geld verdienen will, muss oder sonstwas. Unglaublich befreiend… []
  2. Der bewegliche Sensor rotiert viermal um genau einen Pixel und schießt dabei ein Foto. Daraus wird ein Bild mit der vollen Sensorauflösung und besseren Farbinformationen errechnet. []

Projekte 2016

Ich hab noch gar keine Projekte für 2016 ausgerufen, oder? Das lag daran, dass ich mir noch nicht ganz sicher war, von welchen ich euch erzähle, welche, wie aussehen und so weiter. Los geht es.

Fotografie

Hach, hach… ich bin mir noch nicht sicher. Pentax hat eine Vollformatkamera angekündigt, die ähnlich wie die K3-II eine Erfüllung aller meiner Wünsche ist. Nachdem das Objektivbajonett gleich bleibt, kann ich alle Objektive verwenden, die ich habe. Die K3-II wäre die zweite und ursprüngliche Idee. Allerdings bietet die nicht so viele Möglichkeiten wie die Vollformat und ich hatte eigentlich nicht vor, nach diesem Ubgrade für die nächsten Jahre eine Kamera zu kaufen. Mal sehen.

Rollenspielcon und Infinity

Findet beides wieder statt. Ich habe mir vorgenommen meine Armee aufzustocken, Terrain zu kaufen und mal langsam alles wenigstens grundlegend zu bemalen. ITS 2017 sollte möglich sein.

Reisen

Es ist noch nicht alles klar, aber vielleicht(!) steht das Castlefest wieder auf der Liste. Ansonsten möchte ich die fränkische Schweiz bereisen und da mal Fotos machen.

Erst Ei dann Gack…

Und dann… dann gibt es dieses Jahr noch Projekte, über die ich erst rede, wenn sie fertig sind. Wenn es soweit ist, werde ich darüber reden. Bis dahin gilt die Überschrift…

Projekte 2015 – Endabrechnung

So, auch dieses Jahr hatte ich mir einige Projekte aufgegeben.

Gehen wir sie mal durch…

Fotografie

Ich hab ein paar schöne Shootings mit Isa gehabt und natürlich viel in den USA fotografiert. Es ist in mir mehr die Erkenntnis gewachsen, dass die Technik der Kamera nicht so wichtig ist, wie das Auge des Fotografen und ein paar der Bilder sind nur entstanden, weil ich hingesehen habe anstatt wegzusehen.

Sonnensegel

Das Sonnensegel hängt, auch dank der Mithilfe meines Vaters, der mir beim Seilspannen geholfen hat. Der Sommer auf der Terrasse war dadurch um ein vieles besser.

Infinity

Die Nomadenarmee ist viel gewachsen und wenig bemalt. Ich habe mir eine neue Tasche für die Armee kaufen müssen, weil die alte voll war. Terrain ist nicht viel passiert. Ich hoffe, dass 2016 mehr Terrain, mehr bemalen und ITS Spiele sehen wird.

Rollenspielcon

Die zweite Urbanicon war definitiv besser und wir werden das nochmal machen. Es gab weniger Leerlauf und eine tolle D&D Runde.

Reisen

Ich war in Berlin und habe mir eine furchtbare Erkältung geholt und ich war in den USA und habe in upstate Massachusetts wunderbare Ruhe, in New York den Terror der Großstadt und die Moderne und in Boston eine Mischung aus Tradition und Wärme gefunden. Es war gut.