Archiv der Kategorie: Politik

Über Geschichten, Wahrheit und kaputte Gemeinschaft

Wisst ihr noch, wie das so in alten Romanen auftaucht? So die Dorfgemeinschaft, die sich eine Meinung über einen gebildet hat und jedes Argument aus deren Warte sieht, aber nie mit der Person offen redet? Wo alles ein Beweis dafür ist, dass die Geschichten, die erzählt werden, wahr sind? Das ist jetzt für die komplette Welt normal. Jeder kann eine Geschichte erzählen und ihre Wahrheit spielt keine Rolle, solange die Geschichte gut ist.

Die AfD erzählt Geschichten vom alten guten Deutschland, die Medien erzählen Geschichten von der eigenen Wichtigkeit, die Radikalfeministinnen vom bösen dauervergewaltigenden Mann, die Veganer vom bösen weltzerstörenden Fleischfresser und alle erzählen diese Geschichten hauptsächlich sich selbst.

Jake Applebaum is anscheinend ein Arschloch und vielleicht ist er ein Vergewaltiger und Nötiger. Schön, dann möge man ihn bitte anzeigen. Wenn die Menschen, die betroffen sind das Gefühl haben, dies nicht zu können, dann hat die Gesellschaft, in der sie leben, versagt und muss sich darum kümmern, dass dies nicht mehr passiert.

Was definitiv nicht hilft, weder den Betroffenen noch der Gesellschaft, ist, sich hinzustellen und allen Geschichten zu glauben und eine Welt zu befürworten, wo die beste Geschichte gewinnt und nicht die Fakten. Das ist übrigens dieselbe Welt in der Menschen glauben müssen, dass wenn sie fundierte Anschuldigungen gegen jemanden haben, sie nicht zur Polizei gehen können. Das ist nämlich auch eine Geschichte, die zu gerne geglaubt und erzählt wird.

Wir können uns kein globales Gemeinwesen leisten, in dem jegliche Wahrheit von der Performance der Geschichtenerzähler und unserer Vorliebe für bestimmte Geschichten abhängt. Dann sind wir nämlich in einer totalitären Willkürdystopie angekommen, in der Demagogen immer Recht haben.

 

HCH008 AfD Grundsatzprogramm Besprechung 8 - Schule, Hochschule und Forschung

Die AfD zur Bildung. Sagen wir’s mal so, ich sehe das alles anders.

HCH007 AfD-Grundsatzprogramm Besprechung 7 - Kultur, Sprache und Identität

Das berühmte „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ Kapitel.

HCH006 AfD-Grundsatzprogramm Besprechung 6 - Familien und Kinder

In diesem Kapitel kann man dann die konservative Pastorale sehen, die von der AfD herbeigesehnt wird.

HCH005 AfD-Grundsatzprogramm Besprechung 5 - Arbeitsmarkt und Sozialpolitik

Auch über die Sozialpolitik wurde schon viel geredet. Hier noch einmal am Text orientiert.

HCH004 AfD Grundsatzprogramm Besprechung 4 - Außen- und Sicherheitspolitik

Es geht weiter mit der Außen- und Sicherheitspolitik.

HCH003 AfD Grundsatzprogramm Besprechung 3 - Innere Sicherheit und Justiz

Da ist dann Kapitel 3 Innere Sicherheit und Justiz. Es wird eher abstrus. Ich bitte auch Juristen sich das anzusehen, weil die das noch besser beurteilen können.

HCH002 AfD Grundsatzprogramm Besprechung 2 - Euro und Europa

Es geht weiter mit Euro und Europapolitik. Nicht viel neues hier.

Shownotes:

Subsidiaritätsprinzip

Subsidiaritätsprinzip in Deutschland

 

HCH001 AfD Grundsatzprogramm Besprechung 1 - Demokratie und Grundwerte

 

Mit schön deutsch-sperrigem Namen gibt es jetzt zum Anhören meine Besprechung des AfD Grundsatzprogrammes. Ich mache das Kapitel für Kapitel, damit es nicht zu lang wird.

Zugrunde liegt der Text des Leitantrags zum Grundsatzprogramm, der auf dem Parteitag verwendet wurde. Ich lasse Minderheitenvoten weg.

Shownotes:

Gewaltenverschränkung im Überblick

Grundprinzipien des Staates

Digitale Geräte und Unterricht – wir könnten auch einfach aufgeben…

Es sind wieder Abiturprüfungen im Lande und damit fängt wieder einmal der archaischste Leistungstest an, den wir im Bildungssystem zu bieten haben. Alles bitte handschriftlich, in ewig langer Zeit aufgeschrieben, streng reglementiert. Wäre nicht bewiesen, dass Schulabschlüsse an sich immer wertloser werden, man könnte dem Ritual fast glauben.

Dazu gehört auch, dass natürlich alle digitalen Geräte verboten sind. Dieselben Schülerinnen und Schüler, die die moderne Didaktik mit Webquests, produkt- und handlungsorientierten Methoden total eigenständig, aber komplett geplant, lernen lassen möchte, sitzen am Ende ihrer Schullaufbahn in Reihen und schreiben aus dem Kopf Wissen auf toten Baum. Da wird dann natürlich das Smartphone verboten, man könnte sich ja AM WISSEN DER FUCKING WELT BEDIENEN ANSTATT ES FÜR VIER STUNDEN NUTZLOS IM HIRN RUMZUTRAGEN! Und jetzt kommen die Smartwatches! Und die müssen auch verboten werden.

ODER: Wir könnten auch einfach aufgeben…

Und mal was Neues(™) machen. Zum Beispiel mal die großen Fragen stellen… wie es Sugata Mitra vormacht und damit zeigt, dass Kinder mit Computern nicht dümmer, sondern emanzipierter werden. Wir könnten einfach mal Abiturfragen stellen, für die wir selbst keine vorgefertigten Antworten haben und wir könnten den Prozess bewerten, mit dem Schülerinnen und Schüler dort ankommen.

Die Abschottung der Schule gegenüber dem Digitalen hat schon Jöran Muuß-Merholz in seinem Talk auf dem 28c3 thematisiert. Das war vor 5 Jahren! Da hat sich nix geändert, aber vieles verschlechtert. Wenn wir jetzt einfach aufgeben und sagen:“Okay, diese Computer und dieses Internet geht nicht weg.“ ((Total unbeliebt, man frage mal die Medienleute oder Politiker…)), dann könnten wir wieder das machen, was da draußen an den Schulen und Universitäten dransteht: Bildung.

Also, wie wäre es, wenn wir da einfach aufgeben… es tut nicht weh…