Archiv der Kategorie: Chaos

Weihnachten 2017

So, es ist der 24.12.2017 also Weihnachten… ich hoffe ihr habt alle den Modus gefunden in dem ihre an den drei Feiertagen leben möchtet und findet die Ruhe oder Unruhe, die ihr für euch braucht.

Ich wünsche euch: frohe Weihnachten, ein schönes Geschenkefest, ein gutes Kwanzaa, ein schönes Yule, ein gutes Hannuka, einen schönen Dies Natis Solis Inviciti, oder was auch immer ihr feiern wollt.

Lasst es euch gut gehen.

HCH024 Unterricht mit Smartphones

Ich wurde gefragt, ob ich mal sagen kann, was ich dazu mache und es wurde ein kleiner Rundumschlag durch die Didaktik, mit einem kleinen Abstecher dahin, was ich so im Sozialkundeunterricht mache.

Shownotes

Gewohnheiten…

Ich benutze ja Zeitmanagement und ähnliches um mein Leben zu organisieren. Normalerweise mache ich das über OmniFocus. Das ist furchtbar mächtig, erstaunlich teuer und seit langem meine Waffe der Wahl wegen Sync und so weiter. 

Nun habe ich in letzter Zeit habitica ausprobiert. Das ist ein To-Do Listen Dingsbums mit einem RPG-Community Ansatz. Man bekommt also kleine Belohnungen für getane Arbeit, die sich in Ausrüstung für einen Rollenspielcharakter äußern und dann dabei helfen Quests abzuschließen. In den Quests arbeiten Leute zusammen und dann hat man auch etwas Sozialdruck. So fein so gut. Allerdings doppelt das nun mein OmniFocus und ist nicht so verlässlich. Also ging es für mich zurück zu OmniFocus, weil das einfach beruhigend gimmickfrei und verlässlich ist. Allerdings hatte Habitica die Möglichkeit Gewohnheiten einzutragen, die dann abgehakt werden können.

Nun habe ich zuerst gedacht, dass ich diese Funktion dringend brauche, und dann mal nach Ersatzapps nachgesehen und festgestellt, dass es genau eine Anwendung gibt und da nervt mich meine Apple Watch schon mit.

Und so stellt sich heraus… ich muss mich nicht mehr zu Gewohnheiten dressieren lassen, als ich das eh schon tu.

WMDEDGT – Dezember Edition

Einen wunderschönen Tag wünsche ich euch. Heute ist wieder der 5. des Monats und ich mache wieder beim Tagebuchprojekt von Fr. Brüllen mit.

Los ging es heute relativ früh, nachdem mich das Tier der Nachbarn ausm Schlaf gebellt hat. Um sechs bin ich mit meinem Tier unterwegs gewesen und bin gerade am Frühstücken. Alles ist gut, vor allem hatte ich eine Rückfall zu HIM, weil die Herzensperson auf der Abschiedtour war. Das brachte dann eine Runde „Join me in Death“ und „Wicked Game“ ((Der junge Villa Valo… *miau*))

So, jetzt geht es weiter mit der vorerst letzten Kurzarbeit dieses Jahres. Die möchte bis morgen fertig werden, aber nachdem erst um 11 das mit dem Unterricht angesagt ist, kriege ich das hin.

Kurzarbeit ist mittlerweile geschafft. Das mit dem Unterricht auch, dazu noch Leute zu Nachschriften eingeladen ((Probezeiten kommen und es ist ein Scheiß.)), eingekauft und ein Weihnachtsgeschenk abgeschickt. Dann nach Hause gestürzt und mit dem Schnuffeltier wieder in den Wald. Jetzt sitze ich mit dem Laptop am Arbeitsschreibtisch, weil ich noch Weihnachtsgeschenke mit InkScape zeichnen muss und die Software aufm Laptop und nicht dem Arbeitsrechner ist, ich aber auch ein ordentlich Unterlage dafür brauch.

So, die Weihnachtsgeschenke, in Form von Namensschildern für die Kinderzimmer, sind großflächig fertig gestellt und ich habe zwei Jungs aus dem Jugendtreff mal mit in den Space genommen und ihnen das Nerdwunderland gezeigt.

Und dann bin ich daheim durch die Tür gestürzt mit dem kuschelbedürftigen Hund unterwegs gewesen und schreibe diese Zeilen hier…

Über Handlungsfähigkeit…

Nachdem es beim letzten Mal um Skills und die Idee ging, dass Inhalte Skills erst wertvoll machen, muss ich auch über eine zweite soziale Dimension reden, die mich da umtreibt. Fähigkeiten und Inhalte sind nämlich leider nur soviel wert, wie sich die einzelne Person zutraut. Und da beobachte ich eine Veränderung in die Richtung, dass immer weniger Leute ihre eigene Handlungsfähigkeit (Agency) und Selbstwirksamkeit in der Welt wahrnehmen. Darauf gestoßen haben mich die Geschichten von Menschen um mich herum, bei denen es sehr viel um Körperbestimmung geht. Fangen wir mal da an, und werden dann irgendwie allgemein.

Es ist dein Körper…

Die Geschichten, die ich hierzu kenne, sind weniger meine eigenen. Ich bin zwar volltätowiert, aber halt auch ein großer weißer hetero- und cis-gelesener Mann. Leute finden mich eigenartig, aber halten generell den Mund. Anders ist das bei meinem weiblichen Umfeld. Da das aber für sich selbst sprechen kann ((Und ja nichts dem Feminismus mehr hilft, als wenn Männer für Frauen sprechen…)), werde ich das nur grob umreißen. Das weibliche Umfeld hat sich nämlich zum einen großflächige Tätowierungen in „unweiblich“ ((Fragt mich, bitte, bitte nicht, was das ist. Es wurde mir berichtet. Ich dachte weiblich sei das mit den Brüsten und der Vulva, und davon gerne auch was optional.)) stechen lassen oder vor der Frage gestanden ((Und die anscheinend im Sinne dieses Textes beantwortet.)), ob es sich ein Piercing stechen lässt. Das führt zu allerlei Einlassungen von außen, die irgendwelche Bilder an das Umfeld herantragen, seien es dezidierte Machtaussagen von Menschen, die glauben, dass romantische Beziehungen Machtbeziehungen sind ((Bitte hören Sie hierzu unser soziologisches Kaffeekränzchen zu Liebe)), oder aber antiquierte Vorstellungen von Schönheit. ((Hören Sie hierzu das passende Kaffeekränzchen über Schönheit.)) Dabei ist natürlich klar, dass entgegen dem gesellschaftlichen Mythos die Person selbst erst einmal Hoheit über ihren Körper hat. Auch, und eigentlich dann insbesondere, wenn sie diese nicht vollständig ausüben kann. Ich habe komische Tattoos und das ist mein Ding. Dasselbe gilt für sexuelle Präferenzen und so weiter. Egal wie sehr konservative Politiker und ähnliche Instanzen da hereinreden wollen, ist es grundsätzlich so, dass der Körper zur Person gehört.

Agency

Nach dem eher dogmatischen Statement geht es jetzt um die Frage, was das denn eigentlich bedeutet. Die Konstruktionsmacht der Person durch die Gesellschaft ist stark und wird immer wieder sozial reproduziert. Dabei geht sehr oft die Handlungsfähigkeit der Person im wahrgenommenen Druck der Gesellschaft unter. Die Konformitätsdrohung münzt sich in der individuellen Erfahrung in Gefühle von Ungeliebtheit und damit soziale Erwünschbarkeit um. Du wirst nur geliebt und bist nur wertvoll, wenn du dich richtig verhältst, also mit dem was du tust nicht den Rahmen dessen verlässt, was allgemein als gutes Verhalten konstruiert wird. Also bitte keine großen Bodymods, bitte über sexuelle Gewalterfahrungen durch Machtkonstruktionen schweigen, bitte immer so tun, als wäre jeder Stress willkommen und soundso kein Problem oder bitte immer perfekte Eltern sein und zwar nach allen sich-widersprechenden Elternratgebern gleichzeitig. Dieser Druck nimmt der einzelnen Person die Möglichkeit im Rahmen ihrer Beziehungen und in Bezug auf sich kompetent und eigenständig zu handeln. Individuelle Handlungsfähigkeit und das Nutzen alle Möglichkeiten, die einer Person zur Verfügung stehen sind aber integral für das Selbsterlebnis als eigenständiges Individuum, und das unbenommen von Sozialisation.

Dieses Phänomen wird mit dem Blick in niedrigere soziale Statusgruppen noch deutlicher. Hier wird ja nicht nur sozialer, sondern auch ökonomischer Konformitätsdruck ausgeübt. Die EmpfängerInnen von ALG II und ähnlichen Transferleistungen müssen sich in ihre Leben und damit ihre Handlungsfähigkeit in einem Maße hineinredenlassen, die vielen modernen Pseudopädagogen bei Kindern sofort die Zornesröte ins Gesicht steigen ließe. Die Unwürdigkeit, die da gegenüber Kindern reklamiert wird, ist dann bei Erwachsenen Menschen, die aus ihrer unabhängigen Handlungsfähigkeit viel Identität ziehen umso schlimmer.

Die sozialen Konstrukte, die benutzt werden um Menschen davon zu überzeugen, dass sie gegenüber sich selbst nicht handlungsfähig sind und keine Selbstwirksamkeit mehr haben, sind zutiefst schädlich und normal.

Und nu?

Hilft eigentlich nur etwas dagegen zu tun. Weil der einfache Ratschlag „Dann mach doch, was du willst.“ ist zwar richtig, aber auch zynisch. Denn Menschen, die immer wieder die Erfahrung gemacht haben, dass ihre eigene Handlungsfähigkeit in Frage gestellt wird, egal wie wohlmeinend das getan wurde ((Ich als Lehrer und total wohlmeinender Mensch muss auch aufpassen, dass ich das nicht tu… Es ist eben nicht einfach.)), trauen sich irgendwann selbst nicht mehr zu das Richtige zu tun, obwohl das nicht existiert. ((Hier kann man dann auch endlich mal von Gaslighting sprechen…)) Also braucht es die wohlmeinende Hilfe von außen, die Menschen immer wieder darauf zurückführt, dass sie ihre Entscheidungen selbst treffen müssen. Man kann eine Meinung äußern, aber diese Meinung als für die andere Person als wichtig oder gar richtig aufzufassen ist übergriffig. Es ist nett zu wissen, was die anderen denken. Das bedeutet nicht, dass das auch nur im geringsten eine Richtlinie ist. 

WMDEDGT – 5.11.2017

So… dann schaue ich mal, ob ich das heute wieder hinkriege. Erstmal vorneweg: Sonntage sind bei mir Arbeitstage. Ich habe so ne Art rollende Woche, bei der Freitag nachmittag und Samstag frei ist und Sonntag morgen am Schreibtisch stattfindet. Aber schauen wir mal…

5:30 Uhr

Viel zu früh wach. Aber gut, anziehen und eine blinkende Flocke durch die noch existierende Nacht führen. Zu Glück habe ich mir die Party gestern Nacht gespart. Zwischendrin den Herzmenschen auf Instagram gesehen und gleich mal wieder festgestellt, wie sehr ich mich darüber freuen kann, dass sie so viel Spaß hat.

6:45 Uhr

Die To-Do Liste für den Haushalt sagt Treppenhaus wischen und Küche und Bad also wird das nach dem Frühstück gemacht und der Keller gleich dazu, weil ich mit „Hausordnung“ dran bin. 😉

7:45 Uhr

Eine Blutdruckmessung später diesen Blogpost angefangen. Auf der Liste stehen: 3 Kurzarbeiten erstellen und ca. 25 Aufsätze lesen. Letztere sind so halb auf Freitag verschoben, weil vorher die Kurzarbeiten geschrieben werden wollen. Ich fange dann also wohl mit den Kurzarbeiten an.

Okay, Prokrastination ist ja was tolles, und ich hab dann mal noch kurz Wäsche in die angeschmissen und erstmal die Wochenplanung gemacht.

9:20 Uhr

Kurzarbeit 1 nimmt langsam Form an. Nebenbei prokrastiniere ich damit rum einen Direktposter für mein Blog auf Twitter zu finden, nachdem IFTTT irgendwie stinkt. Kann sein, dass dieser Post schon anders beworben wird. Update 9:49 Uhr: Die Kurzarbeit ist halbfertig, aber dafür habe ich jetzt direkte Crossposts von meinem WordPress. Die Podcasts stelle ich wahrscheinlich die Tage um. Ich mach da mal ein To-Do…

10:00 Uhr

Wäsche aufgegangen und die erste Kurzarbeit ist fertig. ((Hoch lebe das Archiv!)) Die Aufsätze sind auf Dienstag/Mittwoch verschoben. Onwards!

10:45 Uhr

Die nächste Arbeit ist fertig. Noch eine weiter… die ist jetzt die schwierigste, weil ich die Thematiken der anderen etwas umdrehen muss, um noch genug Fragenvielfalt zu haben.

11:02 Uhr

Das ging jetzt fix. Ich hab alle Kurzarbeiten fertig und werde jetzt noch schnell eine neue Seite für die Schulhomepage bauen. Zum Glück brauche ich heute kein Mealprep zu machen, weil die tolle rote Linsensuppe schon auftaut für morgen.

14:35 Uhr

Ich sitze halb-nass auf der Couch. Vor mir Flocke ungefähr 1/4 nass. Ich war zwischenzeitlich schwimmen (1000m – 35 min), habe Mittag gemacht und war danach noch ne Dreiviertelstunde bei beschissenstem Wetter mit dem enthusiastischen Tier im Wald. Die Heizung ist an, die Jacke am Trocknen und ich komme erstmal runter. Perspektivisch gibt es noch einen Eintrag und dann ist das fertig. 😉

17:00 Uhr

Ich sitze im Jugendtreff und warte auf die junge Dame, die mir nochmal ihre Seminararbeit zeigen wollte. Gegen 18:30 geht es mit blinkendem Hund nach Hause, dann ins Auto und zu Hagen Rether! \o/

Sondierungen als postmodernes Drama

Stefan Schulz vom Aufwachen Podcast hat sich in Folge 247 gewünscht, dass sich jemand mit literaturwissenschaftlichen oder theaterwissenschaftlichem Hintergrund mit den Sondierungsgesprächen von CDU/CSU, FDP und Grünen zu beschäftigen.

Ich bin jetzt kein Theatermensch, also beschäftige ich mich etwas weniger mit der Inszenierung. Dafür fiel mir eines dieser postmodernen Theaterstücke ein, die ich im Studium allein dafür genossen habe, weil sie ein Publikum komplett kirre machen. ((Das sei bitte nicht mit dieser prätentiösen Scheiße verwechselt, wie man sie z.B bei diesem Trump Theaterstück findet. Dramatische Mittel müssen immer einen Sinn verfolgen, der den Zuschauer transzendieren lässt.)) Ich stelle erst einmal das Stück vor und dann ziehe dann Parallelen.

Synopse: Tom Stoppard – The Real Inspector Hound

Das Stück, das sich auf der einen Seite an den Sherlock Holmes Klassiker The Hound of Baskervilles anlehnt und auf der anderen ein Kommentar über journalistische Theaterkritiker. Zum Bühnenbild gehört die Tribüne, auf der die zwei Kritiker Moon und Birdboot sitzen, die sich ein eher lahmes Whodunnit Stück ansehen. Moon ist eigentlich nur da, weil der Oberkritiker Higgs nicht kann und Birdboot findet die Schauspielerin von Felicity ziemlich nett, obwohl er verheiratet ist. Er scheint hauptsächlich daran interessiert zu sein junge Schauspielerinnen gegen sexuelle Gefallen hochzuschreiben.

Der Plot des Stück-im-Stück ist einfach zusammen gefasst: in einem Herrenhaus am Arsch der Welt liegt ne Leiche rum. ((Übrigens seit Anfang des Stückes, die aber freundlich ignoriert wird, bis sie wichtig wird. Postmoderne FTW!)) Es wird per Holzhammerexposition bekannt gegeben, dass ein Wahnsinniger in den Sümpfen um das Herrenhaus unterwegs ist. Dazu kommt ein doppelbödige Liebesgeschichte, bei der Cynthia, eine der Personen im Stück im Stück, das Interesse zweier männlicher Charaktere geweckt hat, während Birdboot gleichzeitig anfängt sich mehr für ihre Schuspielerin zu entscheiden. Während sich Moon und Birdboot über das eher dröge Stück unterhalten klingelt auf der Bühne das Telefon. Moon geht ran und Birdboots Frau ist dran. Das führt dazu, dass Birdboot auf der Bühne ist, während das Stück wieder losgeht und prompt aus dem Off erschossen wird, nachdem er die Leiche als Oberkritiker Higgs erkennt. Moon wird zum Inspector Hound und dann als der falsche erkannt und auch erschossen. Woraufhin in einer dreifachen Enthüllung herauskommt, dass der Täter der drittrangige Kritiker ist, der Moon, Birdboot und Higgs ausm Weg haben wollte. 

Sondierung als postmodernes Drama

Nun, die aktuellen Sondierungsgespräche sind aus meiner Sicht auf vielen Ebenen ähnlich. Wir haben einmal ein lock-room-mystery bei dem sich keine der Personengruppen gegenseitig trauen können und dazu eine Gruppe der Zuschauer, die Teil des Stücks sind und sich doch gleichzeitig für distanziert halten. Wie in Stoppards Stück geht es eigentlich überhaupt nicht um das angebliche Kriminalstück auf der Bühne, sondern um die Zuschauer, die sich die echte Bühne teilen. Ihre Befindlichkeiten, wie die von Moon und Birdboot, sind am Ende wichtig. Das gilt für die Balkonfotos, wie die politischen Kommentatoren, die sich darüber aufregen, dass Sondierungspapiere vertwittert werden. Wir lernen als Beobachter des gesamten Dramas eigentlich hauptsächlich etwas über die professionellen Zuschauer, die das Geschehen auf der Bühne beurteilen sollen.

Und so sind es auch bei den Sondierungen die Fragen, die uns Beobachter umtreiben. Was treibt die Kommentatoren an? Warum stehen da jeden Tag Fotografen sinnlos im Regen um Angela Merkels Gesäß an einen Sims gelehnt zu fotografieren? Die wirtschaftliche Verzweiflung und gleichzeitig arrogante Blasiertheit von Moon und Birdboot scheint eine gute Parallele darzustellen. Auch diese sind da, weil sie da sein müssen und ihre Motive haben nichts mit dem Inhalt des Stückes zu tun.

Was sagt uns das über die Protagonisten, die sich unbeobachtet für Beobachter und Bewerter halten? Birdboot, der entscheidet, welche junge Schauspielerin hochgeschrieben wird, je nachdem ob sie sich mit ihm ins Bett legt, scheint eine einfache Parallele zu Boulevardpresse wie aber auch seriöserer Medien zu sein. Die Selbstimportanz der politischen Kommentatoren ohne Einblick ist faszinierend.

Und natürlich: Wer ist der/die wahre Kanzler(in)? und: Welche der Personen in den Sondierungen wird am Ende die Kritiker erschießen? ((Ich tippe da auf Christian Lindner…)) 

Samhain 2017

Es ist wieder Samhain, die Nacht der Toten und der Grenzen… heute ist wieder eine dieser Grenzen. 

Letztes Jahr ging es im Text Neuanfänge und ich sprach darüber, dass Samhain ein Ort der Grenzen und damit ein Symbol des Neuanfangs ist. Auf der anderen Seite gibt es in der Philosophie des Jahreskreises keine wirklichen Enden. Es endet der Zyklus, aber nicht der Kreis. Und deswegen geht es dieses Jahr darum weiterzugehen.

Also, geht weiter auf euren Wegen… und seht euch um, mit wem ihr geht. Nehmt die Menschen in eurer Nähe an die Hand und geht gemeinsam. Die Welt ist dunkel, insbesondere heute Nacht. Tragt eure Lampen gemeinsam und findet eure Wege…

Happy Samhain!

Übergänge

Übergänge

Die Straßenbeleuchtung hat noch halb die Augen geschlossen
Ein blaues Blinken fliegt durch die Dunkelheit des Parks
Das orangene Licht wirft willkürliche Schatten an den Hauswänden entlang
In der S-Bahn legt sich ein müder Kopf auf eine müde Schulter
Der Geruch der durchtanzten Nacht mischt sich mit frischem Kaffee To Go

Das Blinken wird zum Hund
Das Licht führt nach Hause
Der Ofen offenbart warme Brötchen
Eine Tür öffnet sich, eine andere schließt sich.

Wir sind hier
Aus der Welt, in der Welt
Im Nirgendwo des Morgens

WMDEDGT – Versuch

Die Vrouwelin hat ihren ersten WMDEDGT ((Was machst du eigentlich den ganzen Tag?)) Eintrag veröffentlicht und weil ich manchmal ein Herdentier bin, mache ich zumindest heute mal mit. Ich verspreche nicht, dass das irgendwie dauerhaft wird…

Die Woche ist ja an sich schon etwas wonky und fürn Arsch, weil der Feiertag mir den Rhythmus raubte. Heute war dann alles irgendwie normal, aber etwas früh. Nach dem Aufstehen habe ich festgestellt, dass die aktuelle Stimmung etwas MBSR brauchen könnte.

Also, wie aktuell üblich gegen halb sechs ausm Bett gefallen, den morgenmuffeligen Hund in die windig-laue Herbstnacht herausgeführt und dann sollte es eigentlich Frühstück geben. Ich war aber total neben der Mütze und zu hungrig und bin zum Bäcker gefahren, um da zu frühstücken.

Kurz vor sieben in der Schule aufgeschlagen und einen schönen großen Stapel Arbeitsanweisungen für das neue Sozialkundethemengebiet kopiert, noch mit dem jungen Kollegen verabredet, wo wir die Klassenfotos machen und dann ab in den Unterrichtsalltag. Bis zur 5. Stunde dreimal das selbe Spiel, dazwischen endlich alle Termine für große Leistungsnachweise eingetragen und etwas mit Kollegen geredet. Dazu den Kuchen der vergeburtstagten Kollegin gemampft.

Statt die ausgefallene sechste Stunde zu nutzen, sie mit ner Kollegin verquatscht, dann zum Schreibwarenladen, auf Schulrechnung Zeug für den Workshop morgen gekauft, wieder schlecht gegessen und heim zum Hund.

Jetzt kommt der coole Teil: nix ist schöner als mit Flocke im Sturm über Wiese zu latschen, dann noch mit meiner Mutter telefoniert, während ich abspannen wollte und jetzt Ehrenamt.

Später: mit wunderbaren Menschen telefonieren…