Bei deiner Schilderung zur Aufbereitung der Vokabeln für die blinde Schülerin bin ich etwas stutzig geworden. Da ich selbst über Sehbehinderten- und Blindenschulen (als Schüler und jetzt als Elternteil) und Berufsbildungseinrichtungen für Sehbehinderte – als Azubi in der Fachinformatik (wir durften u.a. in der ganzen Einrichtung immer dafür sorgen das die diverse Software sich mit den diversen Braillezeilen und Screenreadern versteht) viel Erfahrung mit dem Thema Zugänglichkeit gesammelt habe, habe ich dazu gerade mal spontan mit meiner blinden Frau diskutiert (ich selbst sehe nur schlecht und vom Blindenschrift fühlen habe ich nur theoretisch Ahnung).
Also vorweg, wir finden beide deinen Ansatz die wichtigen Vokabeln mit * zu markieren besser als alles in Großbuchstaben, wie im Buch. Das macht die Arbeit egal ob mit Zeile oder Sprachausgabe übersichtlicher – außerdem kann man danach suchen.
Aber auf der Zeile zu lesen geht mit Übung sehr schnell und es sind auch schnellere Sprünge im Text möglich. Und dann hat man natürlich den Vorteil direkt zu sehen wie es geschrieben wird.
Wenn ich das aus den bisherigen Beschreibungen der Situation richtig herausgehört habe ist die Schülerin noch nicht lange in der Situation mit Braillezeile arbeiten zu müssen?
Das macht dann nämlich die Situation immer etwas schwierig. Eigentlich wäre es sehr gut möglichst viel Erfahrung mit der Braillezeile zu bekommen, eben weil dort am Ende mehr geht.
Sprachausgabe geht halt einfach. Wenn wir morgen blind wären könnten wir da auch mit arbeiten und hätten „nur“ das beschissene Problem mit den Tools und der zum teil echt grausigen Bedienbarkeit mit Tastatur und Screenreader umgehen zu müssen. Und man nutz halt eigentlich immer erstmal das Tool was schneller zu erlernen ist, erst recht wenn der Fokus eigentlich auf was anderen Liegt. Auf der anderen Seite werden die zu bearbeitenden Dinge ja nicht weniger komplex und da hilft ein Gerät mit genauerer Anzeige schon enorm. Nur gibt es da auch wieder verdammt viel was man im Screenreader einstellen kann und auch erstmal wissen muss, was man wie braucht und was für einen selbst nützlich ist.
Nutzt ihr eigentlich an der Schule iPads dafür ? Touchscreens sind mit Screenreader gar nicht so schlecht als Abkürzung und für die Übersicht bei der Bedienung.
Das Thema ist riesig und ich finde es total großartig wie gelassen, offen und reflektiert du damit umgehst.
Ja, du triffst es genau. Die Schülerin ist erst seit kurzem „offiziell blind“. Sie hat erst dieses Jahr mit den ganzen Techniken dazu angefangen. Deswegen ist der Screenreader auch schneller. Diese Texte mit den Vokabeln sind ca. 3 Seiten im E-Buch Standard. Es ist also definitiv viel und dieses viel muss durchsucht werden, um die Aufgaben dazu zu erfüllen.
Du hast recht mit der Komplexität. Ich habe in Englisch das Glück, dass die Texte zu Leseverstehen, bei denen es also um Präzision geht, keine Formatierung haben, die über Absatzmarkierungen [[A]] etc. und Zeilenangaben hinausgehen. Die muss ich für die sehende Schülerschaft auch setzen, also kein Aufwand. (Soundso finde ich ja ne Bemessung an „Aufwand“ komplett bescheuert… Ich habs mit Menschen zu tun, die sind alle aufwändig.)
Wir haben da nur eine Schülerin, also äh, ist das alles Einzellösung. Sie hat einen Laptop mit Braillezeile und JAWS. Und in letzteres müsste ich mich wohl ma einnerden.
Bei deiner Schilderung zur Aufbereitung der Vokabeln für die blinde Schülerin bin ich etwas stutzig geworden. Da ich selbst über Sehbehinderten- und Blindenschulen (als Schüler und jetzt als Elternteil) und Berufsbildungseinrichtungen für Sehbehinderte – als Azubi in der Fachinformatik (wir durften u.a. in der ganzen Einrichtung immer dafür sorgen das die diverse Software sich mit den diversen Braillezeilen und Screenreadern versteht) viel Erfahrung mit dem Thema Zugänglichkeit gesammelt habe, habe ich dazu gerade mal spontan mit meiner blinden Frau diskutiert (ich selbst sehe nur schlecht und vom Blindenschrift fühlen habe ich nur theoretisch Ahnung).
Also vorweg, wir finden beide deinen Ansatz die wichtigen Vokabeln mit * zu markieren besser als alles in Großbuchstaben, wie im Buch. Das macht die Arbeit egal ob mit Zeile oder Sprachausgabe übersichtlicher – außerdem kann man danach suchen.
Aber auf der Zeile zu lesen geht mit Übung sehr schnell und es sind auch schnellere Sprünge im Text möglich. Und dann hat man natürlich den Vorteil direkt zu sehen wie es geschrieben wird.
Wenn ich das aus den bisherigen Beschreibungen der Situation richtig herausgehört habe ist die Schülerin noch nicht lange in der Situation mit Braillezeile arbeiten zu müssen?
Das macht dann nämlich die Situation immer etwas schwierig. Eigentlich wäre es sehr gut möglichst viel Erfahrung mit der Braillezeile zu bekommen, eben weil dort am Ende mehr geht.
Sprachausgabe geht halt einfach. Wenn wir morgen blind wären könnten wir da auch mit arbeiten und hätten „nur“ das beschissene Problem mit den Tools und der zum teil echt grausigen Bedienbarkeit mit Tastatur und Screenreader umgehen zu müssen. Und man nutz halt eigentlich immer erstmal das Tool was schneller zu erlernen ist, erst recht wenn der Fokus eigentlich auf was anderen Liegt. Auf der anderen Seite werden die zu bearbeitenden Dinge ja nicht weniger komplex und da hilft ein Gerät mit genauerer Anzeige schon enorm. Nur gibt es da auch wieder verdammt viel was man im Screenreader einstellen kann und auch erstmal wissen muss, was man wie braucht und was für einen selbst nützlich ist.
Nutzt ihr eigentlich an der Schule iPads dafür ? Touchscreens sind mit Screenreader gar nicht so schlecht als Abkürzung und für die Übersicht bei der Bedienung.
Das Thema ist riesig und ich finde es total großartig wie gelassen, offen und reflektiert du damit umgehst.
Ja, du triffst es genau. Die Schülerin ist erst seit kurzem „offiziell blind“. Sie hat erst dieses Jahr mit den ganzen Techniken dazu angefangen. Deswegen ist der Screenreader auch schneller. Diese Texte mit den Vokabeln sind ca. 3 Seiten im E-Buch Standard. Es ist also definitiv viel und dieses viel muss durchsucht werden, um die Aufgaben dazu zu erfüllen.
Du hast recht mit der Komplexität. Ich habe in Englisch das Glück, dass die Texte zu Leseverstehen, bei denen es also um Präzision geht, keine Formatierung haben, die über Absatzmarkierungen [[A]] etc. und Zeilenangaben hinausgehen. Die muss ich für die sehende Schülerschaft auch setzen, also kein Aufwand. (Soundso finde ich ja ne Bemessung an „Aufwand“ komplett bescheuert… Ich habs mit Menschen zu tun, die sind alle aufwändig.)
Wir haben da nur eine Schülerin, also äh, ist das alles Einzellösung. Sie hat einen Laptop mit Braillezeile und JAWS. Und in letzteres müsste ich mich wohl ma einnerden.