Gerufene Geister – diesmal Frauke Petry

Die AfD hat Frauke Petry zur neuen Vorsitzenden der Partei gewählt. Damit setzen sich die nationalistischen Strömungen in der AfD durch. Der Parteigründer und nun ehemalige Vorsitzende Lucke steht vor den Trümmern seiner Parteikarriere und wird nun von Leuten abgelöst, die man veritabel als rechts-außen bezeichnen kann.

Und das sind die Geister, die Lucke selbst gerufen hat. Seine angebliche neoliberale Agenda und der Protest gegen den Euro fußten doch genau auf zwei Prinzipien: Verachtung des jeweils anderen und unterlegenen und einem bürgerlich-verbrämten Nationalismus. Lucke war doch der, der immer jede Meinung gelten lassen wollte, weil er ja auch dringend Sachen sagen wollte, die mal gesagt werden mussten. Nun hat er die Menschen, die diese sagen. Die NPD tut das auch. Nur die AfD Petrys ist die AfD, die nicht wie die NPD hetzt, sondern die ihren Nationalismus hinter ihrer kleinbürgerlichen Fassade versteckt. Hier wird versucht so zu tun als würde man bei der WM Fähnchen schwenken, dabei ist man schon so weit, dass der Hass auf das ausreichend Fremde1 ein wichtiger Teil der Selbstlüge ist mit der man sich als bürgerliche Mittelschicht wähnt, obwohl man von der Agenda der Luckes und Henkels dieser Welt schon als entsorgungswürdiger Schmarotzerteil der Gesellschaft gebrandmarkt wurde und deswegen nun besser auf den Ausländer schimpft, denn der steht unter einem und kann damit noch getreten werden.

Herr Lucke hat sich seine Ablösung nicht nur ins Haus geholt, er und andere Vertreter seiner marktliberalen Denkrichtung haben auch deren Unterstützer produziert. Ich frage mich, ob er Angst hatte, als der Mob ihn dafür ausbuhte, dass er PEGIDA nicht gut findet. Ob er erkannt hat, dass hier die Angst und die Wut derjenigen brodelt, die sein Denken über Wirtschaft in der Praxis komplett marginalisiert und vor Existenzängste gestellt hat. Die AfD Luckes hat die Unterschicht immer unterschätzt und verachtet. Jetzt hat die Unterschicht sie unter einer demagogischen Führerin übernommen, die sie genauso verachtet, aber besser darin ist, den richtigen Strohmann hinzuhalten.

  1. Und ausreichend fremd sind in Sachsen manchmal schon Menschen, die akzentfrei sprechen können. []

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