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	Kommentare zu: Einfach mal die Fresse halten und machen&#8230;	</title>
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		<title>
		Von: advi		</title>
		<link>https://www.advdiaboli.de/2016/11/10/einfach-mal-die-fresse-halten-und-machen/#comment-165</link>

		<dc:creator><![CDATA[advi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Nov 2016 18:11:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://www.advdiaboli.de/2016/11/10/einfach-mal-die-fresse-halten-und-machen/#comment-164&quot;&gt;Fabian&lt;/a&gt;.

&lt;blockquote&gt;Wenn aber gerade das nicht geduldet oder rechtlich nicht möglich ist?
Im besagten Beispiel trifft letzteres nicht zu. Aber was ist, wenn es zwei homosexuelle Menschen oder gar Elternteile sind?
Wie hätte man das lösen sollen, als das noch unter Strafe stand?&lt;/blockquote&gt;

Das stand meines Wissens nie unter Strafe. Adoptionen sind nicht möglich und die Verwaltungen werden grün, wenn man mit sowas kommt. Aber da muss sich halt die Verwaltung irgendwann einfach anpassen. Stattfinden tut es ja soundso.

&lt;blockquote&gt;Wie kann ich Marihuana kaufen, besitzen und konsumieren, wenn das unter Strafe steht und ich so durch Mangel an Normativität keine Fakten schaffen kann? Das ist nur ein Beispiel für vieles andere. Du diskutierst ja auf der Metaebene.&lt;/blockquote&gt;

Stimmt. Und meines Wissens ist es gerade in Berlin relativ einfach Marihuana zu kaufen, zu besitzen und zu konsumieren. Der Hauptpunkt der Legalisierungskampagne ist ja auch, dass man damit Polizei und Gerichte entlasten könnte, während wir nicht sicherstellen können, dass das Marihuana a) nicht mit irgendwas gestreckt ist und b) Menschen, die mit dem Konsum in Probleme geraten, geholfen werden kann. Drogen gehören entkriminalisiert, weil Drogensucht ein gesellschaftliches Problem ist, dass nicht weggeht, wenn man die Drogen verbietet.

&lt;blockquote&gt;Wie kann ich Marihuana kaufen, besitzen und konsumieren, wenn das unter Strafe steht und ich so durch Mangel an Normativität keine Fakten schaffen kann? Das ist nur ein Beispiel für vieles andere. Du diskutierst ja auf der Metaebene.&lt;/blockquote&gt;

Das ist ja genau der Punkt. Die weißen Cis-Personen &quot;brüllen mit&quot;, wenn sie erleben, dass Menschen, die in homosexuellen Beziehungen leben, schlicht in nix anderes tun als Menschen, die anderen Beziehungen leben. Die Idee setzt dabei an, dass alternative Lebensformen gezeigt werden und dadurch alltäglich werden. Je mehr Leute diese als alltäglich wahrnehmen, desto weniger Gegenwehr gibt es dagegen. Das &quot;Fremde&quot; wird normal. Ich habe das als Mensch mit DDR Hintergrund (und damit einem weißen Arbeitermilieu) mittlerweile so oft erlebt, dass ich es nicht mehr zählen kann. Lebenskonzepte, die selbst für mein ostdeutsches 18jähriges Ich maximal denkbar waren sind mir begegnet und ich habe immer nur festgestellt: &quot;joa, und? Sind halt auch nur nette Leute.&quot; Diese Erfahrung ist profund dafür, dass ich mich für Pluralismus einsetze. Sie hat nix mit akademischer Bildung zu tun und funktioniert halt nur, wenn Leute versuchen ihr Leben für sich zu leben.

&lt;blockquote&gt;Ich wüsste nicht, dass Familien mit heterosexuellen Eltern, bei dem der Vater arbeiten geht und die Mutter zu hause bleibt und die Kinder erzieht je kritisiert wurden seinen. Dennoch wird die Diskussion so geführt als ob.&lt;/blockquote&gt;

Von wem? Mir?
Ich kann dir allerdings eine Gruppe von Menschen verraten, die dieses Familienmodell scharf kritisiert: Ostdeutsche Mütter mittleren Alters. Deren Realitätsvorstellung war immer, dass eine gute Mutter arbeitet und den Haushalt schmeißt. Da gibt es das Ressentiment, dass die westdeutsche Hausfrau unemanzipiert und faul ist.

&lt;blockquote&gt;Ist es nicht so, dass genau das gerade passiert und sich ein Großteil unserer Gesellschaft dagegen wehr und für einen Backlash kämpft?&lt;/blockquote&gt;

Jein. Ein Großteil unserer Gesellschaft ist alt und je älter Menschen werden, desto konservativer werden sie. Aber alte Menschen sind auf junge Menschen angewiesen und mit ihnen familiär verbunden. Das bedeutet, dass sie sich immer wieder den Herausforderungen alternativer Lebensformen stellen müssen, weil junge Menschen sie leben. Dabei können diese Menschen Lebensformen als normal kennen lernen, die sie vorher nicht kannten. Wenn in dem Argument etwas fehlt, dann dass man den großen Generationengraben besser überwinden sollte. Aber allein die Herausforderungen, die passieren, wenn man mit Menschen im Alltag offen kommuniziert ist, reichen.

Ich weiß nicht, wie oft mir das schon passiert ist... ein älteres Ehepaar, dass mich in der Therme auf meine Tattoos anspricht, eine alte Dame, die mich auf meine lustigen Paganklamotten anspricht, alltägliche Unterhaltungen mit den verschiedensten Leuten auf der Straße über alles Mögliche, bei denen immer wieder klar wird: die Leute sind offen, ehrlich und menschlich, wenn du vor ihnen stehst. Der ganze Backlash kommt von diffusen Ängsten, diffusen Ansprüchen und zu viel indirekter Kommunikation. Ich habe eine Flüchtlingsklasse unterrichtet, das einzige was ich daraus gelernt habe ist: sind auch nur Schüler. Diese Erfahrung ist die Basis von gesellschaftlicher Veränderung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://www.advdiaboli.de/2016/11/10/einfach-mal-die-fresse-halten-und-machen/#comment-164">Fabian</a>.</p>
<blockquote><p>Wenn aber gerade das nicht geduldet oder rechtlich nicht möglich ist?<br />
Im besagten Beispiel trifft letzteres nicht zu. Aber was ist, wenn es zwei homosexuelle Menschen oder gar Elternteile sind?<br />
Wie hätte man das lösen sollen, als das noch unter Strafe stand?</p></blockquote>
<p>Das stand meines Wissens nie unter Strafe. Adoptionen sind nicht möglich und die Verwaltungen werden grün, wenn man mit sowas kommt. Aber da muss sich halt die Verwaltung irgendwann einfach anpassen. Stattfinden tut es ja soundso.</p>
<blockquote><p>Wie kann ich Marihuana kaufen, besitzen und konsumieren, wenn das unter Strafe steht und ich so durch Mangel an Normativität keine Fakten schaffen kann? Das ist nur ein Beispiel für vieles andere. Du diskutierst ja auf der Metaebene.</p></blockquote>
<p>Stimmt. Und meines Wissens ist es gerade in Berlin relativ einfach Marihuana zu kaufen, zu besitzen und zu konsumieren. Der Hauptpunkt der Legalisierungskampagne ist ja auch, dass man damit Polizei und Gerichte entlasten könnte, während wir nicht sicherstellen können, dass das Marihuana a) nicht mit irgendwas gestreckt ist und b) Menschen, die mit dem Konsum in Probleme geraten, geholfen werden kann. Drogen gehören entkriminalisiert, weil Drogensucht ein gesellschaftliches Problem ist, dass nicht weggeht, wenn man die Drogen verbietet.</p>
<blockquote><p>Wie kann ich Marihuana kaufen, besitzen und konsumieren, wenn das unter Strafe steht und ich so durch Mangel an Normativität keine Fakten schaffen kann? Das ist nur ein Beispiel für vieles andere. Du diskutierst ja auf der Metaebene.</p></blockquote>
<p>Das ist ja genau der Punkt. Die weißen Cis-Personen &#8222;brüllen mit&#8220;, wenn sie erleben, dass Menschen, die in homosexuellen Beziehungen leben, schlicht in nix anderes tun als Menschen, die anderen Beziehungen leben. Die Idee setzt dabei an, dass alternative Lebensformen gezeigt werden und dadurch alltäglich werden. Je mehr Leute diese als alltäglich wahrnehmen, desto weniger Gegenwehr gibt es dagegen. Das &#8222;Fremde&#8220; wird normal. Ich habe das als Mensch mit DDR Hintergrund (und damit einem weißen Arbeitermilieu) mittlerweile so oft erlebt, dass ich es nicht mehr zählen kann. Lebenskonzepte, die selbst für mein ostdeutsches 18jähriges Ich maximal denkbar waren sind mir begegnet und ich habe immer nur festgestellt: &#8222;joa, und? Sind halt auch nur nette Leute.&#8220; Diese Erfahrung ist profund dafür, dass ich mich für Pluralismus einsetze. Sie hat nix mit akademischer Bildung zu tun und funktioniert halt nur, wenn Leute versuchen ihr Leben für sich zu leben.</p>
<blockquote><p>Ich wüsste nicht, dass Familien mit heterosexuellen Eltern, bei dem der Vater arbeiten geht und die Mutter zu hause bleibt und die Kinder erzieht je kritisiert wurden seinen. Dennoch wird die Diskussion so geführt als ob.</p></blockquote>
<p>Von wem? Mir?<br />
Ich kann dir allerdings eine Gruppe von Menschen verraten, die dieses Familienmodell scharf kritisiert: Ostdeutsche Mütter mittleren Alters. Deren Realitätsvorstellung war immer, dass eine gute Mutter arbeitet und den Haushalt schmeißt. Da gibt es das Ressentiment, dass die westdeutsche Hausfrau unemanzipiert und faul ist.</p>
<blockquote><p>Ist es nicht so, dass genau das gerade passiert und sich ein Großteil unserer Gesellschaft dagegen wehr und für einen Backlash kämpft?</p></blockquote>
<p>Jein. Ein Großteil unserer Gesellschaft ist alt und je älter Menschen werden, desto konservativer werden sie. Aber alte Menschen sind auf junge Menschen angewiesen und mit ihnen familiär verbunden. Das bedeutet, dass sie sich immer wieder den Herausforderungen alternativer Lebensformen stellen müssen, weil junge Menschen sie leben. Dabei können diese Menschen Lebensformen als normal kennen lernen, die sie vorher nicht kannten. Wenn in dem Argument etwas fehlt, dann dass man den großen Generationengraben besser überwinden sollte. Aber allein die Herausforderungen, die passieren, wenn man mit Menschen im Alltag offen kommuniziert ist, reichen.</p>
<p>Ich weiß nicht, wie oft mir das schon passiert ist&#8230; ein älteres Ehepaar, dass mich in der Therme auf meine Tattoos anspricht, eine alte Dame, die mich auf meine lustigen Paganklamotten anspricht, alltägliche Unterhaltungen mit den verschiedensten Leuten auf der Straße über alles Mögliche, bei denen immer wieder klar wird: die Leute sind offen, ehrlich und menschlich, wenn du vor ihnen stehst. Der ganze Backlash kommt von diffusen Ängsten, diffusen Ansprüchen und zu viel indirekter Kommunikation. Ich habe eine Flüchtlingsklasse unterrichtet, das einzige was ich daraus gelernt habe ist: sind auch nur Schüler. Diese Erfahrung ist die Basis von gesellschaftlicher Veränderung.</p>
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		<title>
		Von: Fabian		</title>
		<link>https://www.advdiaboli.de/2016/11/10/einfach-mal-die-fresse-halten-und-machen/#comment-164</link>

		<dc:creator><![CDATA[Fabian]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Nov 2016 17:00:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&quot;eigenen Realität gut dazu eignet&quot;
&quot;Will heißen,...&quot; Besser &quot;Soll heißen,...&quot; oder &quot;Will sagen,...&quot;

Ich habe da noch ein paar Nachfragen Thomas.
&quot;Will heiße, wenn eine Familie aus mehreren Elternteilen (2+) bestehen möchte, dann sollte sie das.&quot;
Wenn aber gerade das nicht geduldet oder rechtlich nicht möglich ist?
Im besagten Beispiel trifft letzteres nicht zu. Aber was ist, wenn es zwei homosexuelle Menschen oder gar Elternteile sind?
Wie hätte man das lösen sollen, als das noch unter Strafe stand?
Wie kann ich Marihuana kaufen, besitzen und konsumieren, wenn das unter Strafe steht und ich so durch Mangel an Normativität keine Fakten schaffen kann? Das ist nur ein Beispiel für vieles andere. Du diskutierst ja auf der Metaebene.

&quot;Die Gesellschaft ändert sich hier schon durch die neuen Lebensformen, die einfach gelebt werden.&quot;
Hmmm, man taxt die homosexuellen in unserer Gesellschaft je nach Schätzung auf 3%-7%.
Davon geht weit weniger eine dauerhafte Beziehung ein als bei heterosexuellen Paaren. (Ursachen sind verschiedener Natur.)
Wie sollen diese dann also alleine die Normativität ändern, wenn nicht auch weiße, heterosexuelle Cis-Personen mitbrüllen?
Vorleben können sie es ja nicht.

&quot;genauso wie es keinen Grund gibt, andere für deren Version anzugehen.&quot;
Ich wüsste nicht, dass Familien mit heterosexuellen Eltern, bei dem der Vater arbeiten geht und die Mutter zu hause bleibt und die Kinder erzieht je kritisiert wurden seinen.
Dennoch wird die Diskussion so geführt als ob. 

&quot;doch je mehr Dinge als alltäglich gelebt werden desto weniger können diese Regeln in alternative Lebensmodelle hineinpfuschen.&quot;
Ist es nicht so, dass genau das gerade passiert und sich ein Großteil unserer Gesellschaft dagegen wehr und für einen Backlash kämpft?

Gruß
Fabian]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;eigenen Realität gut dazu eignet&#8220;<br />
&#8222;Will heißen,&#8230;&#8220; Besser &#8222;Soll heißen,&#8230;&#8220; oder &#8222;Will sagen,&#8230;&#8220;</p>
<p>Ich habe da noch ein paar Nachfragen Thomas.<br />
&#8222;Will heiße, wenn eine Familie aus mehreren Elternteilen (2+) bestehen möchte, dann sollte sie das.&#8220;<br />
Wenn aber gerade das nicht geduldet oder rechtlich nicht möglich ist?<br />
Im besagten Beispiel trifft letzteres nicht zu. Aber was ist, wenn es zwei homosexuelle Menschen oder gar Elternteile sind?<br />
Wie hätte man das lösen sollen, als das noch unter Strafe stand?<br />
Wie kann ich Marihuana kaufen, besitzen und konsumieren, wenn das unter Strafe steht und ich so durch Mangel an Normativität keine Fakten schaffen kann? Das ist nur ein Beispiel für vieles andere. Du diskutierst ja auf der Metaebene.</p>
<p>&#8222;Die Gesellschaft ändert sich hier schon durch die neuen Lebensformen, die einfach gelebt werden.&#8220;<br />
Hmmm, man taxt die homosexuellen in unserer Gesellschaft je nach Schätzung auf 3%-7%.<br />
Davon geht weit weniger eine dauerhafte Beziehung ein als bei heterosexuellen Paaren. (Ursachen sind verschiedener Natur.)<br />
Wie sollen diese dann also alleine die Normativität ändern, wenn nicht auch weiße, heterosexuelle Cis-Personen mitbrüllen?<br />
Vorleben können sie es ja nicht.</p>
<p>&#8222;genauso wie es keinen Grund gibt, andere für deren Version anzugehen.&#8220;<br />
Ich wüsste nicht, dass Familien mit heterosexuellen Eltern, bei dem der Vater arbeiten geht und die Mutter zu hause bleibt und die Kinder erzieht je kritisiert wurden seinen.<br />
Dennoch wird die Diskussion so geführt als ob. </p>
<p>&#8222;doch je mehr Dinge als alltäglich gelebt werden desto weniger können diese Regeln in alternative Lebensmodelle hineinpfuschen.&#8220;<br />
Ist es nicht so, dass genau das gerade passiert und sich ein Großteil unserer Gesellschaft dagegen wehr und für einen Backlash kämpft?</p>
<p>Gruß<br />
Fabian</p>
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