Schulvisionen – Update 2018

Vor etwas mehr als fünf Jahren habe ich diesen Blogpost dazu geschrieben, wie ich mir moderne Schule vorstelle. Ich glaube es wird Zeit, mal zu sehen, ob ich dazu etwas mehr zu sagen habe.

Weg mit Schulstunden
Die Schulstunde ist ein Relikt aus einer Zeit, in der man glaubte, dass rhythmische Arbeit sinnvoll ist. Wir leben in einer Dienstleistungsgesellschaft mit flexiblen Arbeitszeiten, also was soll das noch? Dazu sollte Schule ein Ort sein, in dem man sich frei mit Informationen und Wissen beschäftigen kann. Die frontale Schulstunde ist blödsinnige Zeitverschwendung in einer Welt in der nahezu jegliches Wissen über das Netz oder zumindest Zugang zu Büchern erhalten werden kann. Dazu kommt, dass die Didaktiker seit Jahren davon erzählen, dass man explorativ lernen soll, induktiv und handlungsorientiert. So, warum also Schulstunden? In 45 Minuten kann man doch eigentlich keine sinnvollen Zusammenhänge erforschen lassen, die Schüler an Informationen  ihr Wissen selber bilden oder sie was herstellen lassen. Also weg mit dem Blödsinn, nebenbei kann ich mich dabei um weitaus mehr Leute mit mehr Aufmerksamkeit kümmern. Warum?

Die Erfahrung der letzten Jahre hat mir gezeigt, dass das immer noch genauso wahr ist. Weg mit dem Quatsch.

Projektorientierte schülerzentrierte Aufgaben und Betreuung
Die Antwort auf die Cliffhangerfrage ist einfach, dass man Schülern mehr Freiheit im Erforschen der Welt geben sollte und sich als Lehrer mehr darauf verlegen sollte Probleme und Fragen der Schüler zu lösen. Der Lehrer ist nicht mehr der vorbereitende Mensch, der sagt was, wie, wo gelernt wird, sondern derjenige, der Format und Inhalt mit den Schülern abstimmt und sie berät. Daraus ergeben sich dann schon die nächsten Forderungen.

Auch immer noch richtig. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass ich in der beruflichen Oberschule mit hart erlernten Strategien zu kämpfen habe, die damit zu tun haben, eine Aufgabe möglichst gut ohne eigentlichen Lernerfolg zu bewältigen. Also das Erfüllen der Regeln der Aufgabe ohne den Inhalt zu erfüllen.

Ich will ein Büro! Mit Couch!
Die Schule voller Klassenräume ist ein Raum in dem kreatives Lernen schwer möglich ist. Sie ist primär eine Präsentationsbühne für die Lehrkraft und kein Raum zum kollaborativen Arbeiten. Wir brauchen Schulen mit offenen Plätzen, weiten Räumen, schnellem WLAN, Einzelarbeitsplätzen und Konferenzräumen und damit auch mit Büros für die Lehrkräfte. Da gehört dann neben einem Arbeitsplatz auch eine Couch, eine Tafel und sowas rein, denn die Schüler sollen auch die Möglichkeit haben, jederzeit als Gruppe oder allein die Lehrkraft aufzusuchen und um Hilfe zu bitten. Je weniger desto besser, aber es ist viel effektiver Menschen bei ihren Problemen zu helfen als ihnen zu sagen, was sie wie zu denken oder zu bearbeiten haben. Dabei können wir dann sogar mehr Schüler in der gegebenen Zeit intensiver betreuen. Damit das dann auch erzieherisch klappt, brauchen wir dazu auch:

Mehr Sozialarbeiter und Erzieher
Denn ernsthaft, wir Lehrer sind Experten im Inhalte vermitteln, wir sind nicht unbedingt perfekt geschult für das Erzieherische und wir haben eine andere Autorität als ein Sozialarbeiter hat. Wir haben hoheitliche Aufgaben und Befugnisse, aber wir sind auch andere Leute als diejenigen, die dir zuhören und mit denen du über deine privaten Probleme redest. Damit beschäftigt sich implizit auch die nächste Forderung, aber gerade die intellektuelle Seite bei der Lehrerschaft ist glaube ich sehr glücklich, eher intellektuell zu sein. Doch uns steht noch eine andere Problematik im Weg, die den Lehrer in seiner neuen Aufgabe als Berater und Mentor einschränkt.

Beides immer noch richtig. Letzteres ist noch wichtiger geworden.

Zentrale kompetenzorientierte Leistungstests
Eines der größten Probleme, die man systembedingt als Lehrkraft hat, ist, dass die Leistungsmessung in der selben Hand wie die Leistungsvermittlung liegt. Dazu kommt, dass einem nicht vorgeschrieben wird, welche Kompetenzen der Schüler erlernen soll, sondern welche Spiegelstriche einer Liste mit Informationen man ihnen ins Hirn prügeln soll. Das ist eine Weisheit der modernen Pädagogik und Didaktik, die da beide Recht haben. Um aber die oben genannte Freiheit in der Betreuung der Schüler zu haben, sollte die eigentliche Leistungsmessung nicht mehr von der selben Person durchgeführt werden, die auch den Unterricht gestaltet. Da kann man ansonsten weder überprüfen, ob die Leistungsvermittlung effektiv und zielgerichtet ist und man öffnet Manipulationen Tür und Tor. Das ist einer der Hauptgründe, warum Schulzeugnisse eigentlich kaum das Papier wert sind auf dem sie stehen und als institutionalisiertes kulturelles Kapital auch immer weniger ernst genommen werden.

Wären die entsprechenden Tests standardisiert und von einer dritten Partei durchgeführt, dann könnte man garantieren, dass ein erreichtes Level auch eine Wert hat. Konsequenterweise kann man anhand der erreichten Niveaustufen eines Schülers diesen besser betreuen und fördern als ihn dumm eine Jahrgangsstufe wiederholen zu lassen. Anhand dieser Kompetenzstufen kann dann auch eine sinnvolle Selektion für die Universität oder Wirtschaft stattfinden. Diese wird auch den individuellen Stärken und Schwächen des Einzelnen mehr gerecht als diese eindimensionale Bewertung, die wir da jetzt so haben und bei der nicht einmal die Skala passt. Das braucht man halt in nachvollziehbar und definiert und evaluierbar.

Und als Synthese mit dem vorhergehenden Punkt: Lehrer sein, sollte sich auf bilden und Fürsorge konzentrieren, nicht auf das Messen von Leistung. Die Menge an jungen Menschen, die im System, mit sich oder mit ihrem Umfeld verloren und Spielball der Gesellschaft sind, steigt von Jahr zu Jahr. Dabei ist egal, ob es sich um diejenigen handelt, die blind der heiligen Religion des Neoliberalismus folgen, oder denjenigen, die mit sich nicht klar kommen, mit den unsichtbaren, den zu sichtbaren oder denjenigen, die sich verstecken, während sie sich dringend zeigen müssen. LehrerInnen müssen für sie alle da sein, zusammen mit den Sozialarbeitern und Schulpsychologen. Der Fokus von Bildung kann eben nicht nur das Wissen und die Selektion sein. 

We also need to care for people.

HCH029 Advi liest: Neil Gaiman - The Sandman

So, diesmal lese ich das gerade gar nicht aktuell, sondern spreche schlicht aus dem Kopf über das Werk, das ich wohl am intimsten kenne. The Sandman war Thema meiner Zulassungsarbeit zum Staatsexamen und ist immer noch eines meiner Lieblingswerke. Ich spreche etwas über den Inhalt, ein paar literaturwissenschaftlich interessante Themen zum Werk und die Welt, die Gaiman baut. Sandman hat eine stehende Leseempfehlung von mir.

Shownotes

WMDEDGT – Juli 2018

Ja, ich laufe dem ganzen etwas nach mit einem Blogpost am nächsten Morgen, aber ihr werdet gleich sehen, warum das so ist. Der 5. Juli 2018 war nämlich einer dieser Tage, die nur selten im Jahr stattfinden und deswegen ist das eher speziell.

Ich fiel gegen 6 Uhr aus dem Bett und bewegte Flocke in den sonnigen Morgen hinein. Nach dem Frühstück ging es los Richtung Schule, um zwei Workshops zum Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten mit Word und LibreOffice zu halten. (Tagline: wenn du so, wie du Word benutzt Auto fährst, dann bist nur im ersten Gang mit Vollgas unterwegs.)

Dann stürzte ich aus der Schule heraus und nach Hause, um mit Flocke durch die Hitze zu gehen. Das arme Tier hatte gestern sehr wenig von mir und dafür aber etwas mehr Beschäftigung durch eine Freundin. Nach einem schnellen Mittagessen, stieg ich in meinen Anzug1 und fuhr zum Friseur, um mich für die Abifeier aufhübschen zu lassen. Dabei kam dann dieses Kunstwerk heraus:

IMG 0832

Ja, das ist ein hellrotes Hemd. Es steht mir erstaunlich gut. Nachdem das schon mal hübsch war, ging es weiter zu Veranstaltungshalle. Die Schule feiert aus Menschenmassengründen in einer großen Basketballhalle.2 Die professionelle Technik baute gerade auf und die Schülerschaft hatte schon dekoriert. Dann kam es zum einen oder anderen technischen Problem und kleinen Unfällen mit der Deko, die dazu führten, dass wir irgendwie nun auch noch Menschen von Nervenzusammenbrüchen beschützen mussten und irgendwie dieses Ding über die Bühne musste. Wir haben es hinbekommen. Alle Absolventen waren glücklich, die Eltern auch, die Schulleitung auch. Alles toll.3

Dann ging es heim, aus den komischen Klamotten, in denen ich mich verkleidet fühle, in die komischen Klamotten, in denen ich mich wohl fühle, und dann erst einmal im Jugendtreff eine Stunde runterkommen. Mit dem besten Beerencider, den ich kenne:IMG 0835

Gegen 22 Uhr in die Bar, in der die Schülerschaft mich haben wollte. Da ein paar gute Drinks getrunken und festgestellt, dass ich noch nicht weiß, ob ich diese Lokalität der üblichen Bar vorziehe.4 Dann zur Partylocation der Schülerschaft und noch etwas mit Leuten geredet. Es gab immer noch Menschen, die on-edge waren, wegen allem… schwierig. Und dann fiel ich irgendwann gegen 2 aus dem Taxi in mein Bett.

So… ja… das mache einmal im Jahr den ganzen Tag. Und nun werde ich mit Flocke in einen trüben Morgen gehen, etwas frühstücken und dann rekonvaleszent in die Sauna gehen. Gehabt’s euch wohl!

  1. Ja, ich habe sowas… []
  2. Wir haben insgesamt über 1000 Menschen in dem Raum. Alle anderen Säle, die das fassen sind der große Saal der Bamberger Symphoniker und die Brose Arena des örtlichen Mehrfach-Basketballmeisters. []
  3. Wie war das bei Terry Pratchett Opera happens because a large number if things amazingly fail to go wrong. []
  4. Sie liegt näher, aber hm… weniger coole Drinks… Dafür noch mehr Hipsterfeeling… []

HCH028 Advi liest: Charles Stross - Halting State

Ich habe Halting State von Charles Stross gelesen und spreche mal darüber. Wie immer, eher sprechendes Denken anhand eines Werkes.

Shownotes

HCH027 Advi liest: Thief of Time

Ich habe Zeit an den Händen und lese Thief of Time von Terry Pratchett. Und weil ich das Buch sehr mag, bespreche ich mal die, für mich, wichtigsten Inhalte, die es so in diesem Buch gibt. Es wird gespoilert, aber das Ding ist relativ alt. Wenn ihr es noch nicht gelesen habt, dann lest es lieber vorher.

Shownotes

Blogeintrag zu Moralischem Handeln

WMDEDGT Juni 2018

Es ist mal wieder soweit…

Heute ist sogar mal halbwegs spannend. Ich fiel aus dem Bett, ging mit dem Hund frühstückte erfolgreich. Dann ging es zur Schule, und zur Besprechung meiner Nachkorrektur in der nicht klar war, wer der „good cop“ und wer der „bad cop“ ist.1

Nachdem das erledigt war, ging ich dann mal meinem Berufe nach und war diesmal auch mit der Geschichtsstunde zufrieden.

Dann sprang ich ins Auto und ab zur Tätowiererin um den Rücken fertig stellen zu lassen. Ich habe da immer noch Problemchen mit der Bluterei, aber es klappte alles und ich bin endlich fertig und alle Beteiligten mit dem Ergebnis zufrieden.

Dann ging es heim und gleich darauf wieder los mit dem Tiere, das es sehr genoss im Teich zu baden und mir meine Wohnung einzunässen, in dem sich zum Schütteln extra noch einmal hereinbegeben hat. (FLOCKEEEE!!!)

Der Abend wird entspannt auf der Terrasse verbracht werden… 

  1. Technisch gesehen ist der Nachkorrektor eher der bad cop. []

Ein Blick in den Rollenspielschrank

Mir kam gerade der Gedanke, dass ich ja mal über den Rollenspielschrank schreiben könnte, den ich so besitze.

Rollenspiel? Wasn das?

Rollenspiel, auch RPG1, ist eine Art von Spiel, bei der mehrere Menschen im Dialog gemeinsam ein Abenteuer erleben. Dabei füllen die SpielerInnen die Rollen von Charakteren aus, und die SpieleiterIn, stellt das Universum dar und hat eine Idee wohin sich die Geschichte, die sich da im Dialog entwickelt gehen soll, wie sich andere Figuren (NPCs)2 verhalten. Diese Spiele finden immer in bestimmten Welten statt und haben meist ein Spielsystem, das relative Erfolgswahrscheinlichkeiten von Handlungen abbildet, um Willkür der SpielerInnen vorzubeugen. Wie das geschieht, wieviel Freiheiten es da gibt und so weiter hängt direkt vom System ab.

Der Schrank

Ich habe über die Jahre des aktiveren Spielens das eine oder andere Rollenspiel angesammelt und werde die mal alle vorstellen. Dazu werde ich sie nach Genre sortieren…

Fantasy

Das Fantasy Genre hat grundsätzlich einen historischen Anstrich. Es gibt meist Magie und keine moderne Technologie. Die Standardvorstellung basiert auf Tolkiens Herr der Ringe, aber da gibt es natürlich viel mehr, vor allem auch außerhalb Europas.

Arcane Codex

Arcane Codex begann als eine Art Fanprojekt und ich war damals dabei. Deswegen bin ich im Besitz der ersten Edition mit dem brachialen Spielleiterband. Es gibt mittlerweile die dritte Edition des Werkes, aber ich denke das Prinzip ist dasselbe: einmal alles, was sich so in Fantasy vorgestellt werden kann, auf einen Kontinent, viele Regeln mit viel Flexibilität und los geht’s. Wenn jemand tatsächlich mal klassische Fantasy mit mir spielen wollen würde, wäre dies meine einzige Option und ich müsste den Kram erstmal wieder lesen.

Legends of the 5 Rings

Es war immer ein Traum von mir dieses Spiel zu besitzen. Legends of the 5 Rings ist eines der herausragendsten Rollenspiele. In einer Fantasyvariante des historischen Japans (Rokugan) spielt man einen Samurai. Neben den politischen Intrigen und den Dämonen, muss vor allem das tägliche Leben nach dem Bushi Kodex überlebt werden. Denn wenn der Charakter entehrt wird, heißt es Seppuku und neu anfangen. L5R ist legendär für sein unheimlich tödliches Kampfsystem, das schnelle Kämpfe dank schnellsterbender Figuren garantiert.

Qin – The Warring States

Im antiken China angelegt ähnelt sich Qin etwas L5R. Allerdings wird hier mehr wert auf die Wuxia Techniken gelegt. Das Würfelsystem ist verspielt und die Charaktere sterben einem nicht die ganze Zeit durch rituellen Selbstmord dahin. Dafür ist das China der Warring States eine wirklich harte Welt. Angelehnt ist Qin am Ende an Filme wie Crouching Tiger, Hidden Dragon und Hero. Das Spielsystem gibt dann auch genau diese Kampfstile her. Es ist durchaus spaßig, wenn ich es auch zuwenig spiele.

Steampunk und Ähnliches

In Steampunkwelten existiert keine Elektrizität und damit werden alle industriellen Anwendungen primär durch Dampf angetrieben. In diesen Bereich fallen bei mir auch generell Rollenspiele, die einen viktorianischen Anstrich haben.

Opus Anima

Ach… Opus Anima. Was gibt es da nicht zu lieben an diesem Buch. Der Hintergrund ist unheimlich spannend, die Welt toll und erstaunlich. Es werden Aliens mit einer zerbrochenen Welt und seelenbestohlenen Charakteren kombiniert. Es klingt alles so toll, und sieht noch toller aus. Und dann versuchst du eine Runde zu spielen und stellst fest, dass eigentlich nur das brachiale Konstruieren von Situationen dazu führt, dass da was passiert. Es ist ein sehr schönes Buch, ein unheimlich gute Idee und ein Spiel, das bisher nicht für mich funktioniert hat.

Unhallowed Metropolis

Unhallowed Metropolis wiederum… tut so viel mehr. Die Zombies kriechen zur Zeit des Viktorianismus aus den Gräbern und 300 Jahre später ist alles irgendwie immer noch viktorianisch, voller Ruß, Dreck und allem was im Horroralmanach so steht. Das wird kombiniert mit jungen Frauen mit Kampfkorsage, Gasmaske und Flammenwerfer. Man kann einmal durch jeden klassischen Horror in einer frischen Sicht durchspielen. Ein Spiel mit viel Potential, dass ich auch immer mal wieder gerne spiele.

Science Fiction und Space Opera

Science Fiction spielt irgendwo in der Zukunft und unterscheidet sich von Space Opera dadurch, dass generell versucht wird, Technologien glaubwürdig darzustellen. Space Opera nimmt es da nicht ganz so wichtig, dafür werden hier die großen Geschichten erzählt.

NOVA

Ich lernte den Autor von NOVA auf der Leipziger Spielemesse persönlich kennen und habe glaube ich sogar eine Edition ohne ISBN hier rumliegen. Das Spiel bietet innovative Aliens, sehr viel System um wirklich alles zu gestalten und eine riesige Welt. Es ist für mich immer noch das ideale Sci-Fi Spiel, wenn man Science Fiction richtig ernst meint. Okay, und die kommunistischen Echsenmenschen sind halt auch echt der Brüller.

Serenity – RPG

Ich hoffe für euch, dass ihr Serenity oder Firefly kennt, eine sehr kurzlebige, aber sehr gute Fernsehserie von Joss Whedon. Es ist Western im Weltall und damit eher Space Opera. Die Charaktere sind quirky, die Welten auch, sogar Spielsystem ist strange. Ich habe es noch nie gespielt, aber würde auch mal gerne.

Cyberpunk

Im Gegensatz zum Steampunk geht es im Cyberpunk ohne Elektrizität gar nicht. Globale Großkonzerne haben hier die Herrschaft über eine meist eher kaputte Welt voller modifizierter Straßencowboys und anderer abgewrackter Gestalten. Alle kämpfen gegeneinander ums Überleben, während die wenigen Reichen alle Strippen ziehen.

Cyberpunk 2020

Das Spiel, das wie das Genre heißt. Die Referenzimplementation sozusagen und sie hält, was sie verspricht. Es ist alles am Arsch, man kann sich zum Roboter umstylen lassen oder zum lebendigen Sexspielzeug. Konzerne jagen sich gegenseitig mit bewaffneten Truppen wichtige Angestellte ab. Fast wie heutzutage, nur mit lustigen Computern, die 1980 noch krass klangen.

Shadowrun

Shadowrun, das DSA und D&D der Zukunft. Eines der beliebtesten Systeme, das es so gibt. Und warum auch nicht, immerhin vereinigt es die abgefuckte Grittyness einer Cyberpunkzukunft mit Magie, Orcs, Trollen und Drachen. Eine verwegene Mischung aus Fantasyelementen und kaputter Cyberpunkzukunft tut es vielen Leuten positiv an und auch ich habe da immer meinen Spaß dabei.

Gegenwartshorror

Obwohl die Spiele, die unter Steampunk stehen, auch dem Horrorgenre zugerechnet werden, stehen auch alternative Zeiten im Vordergrund. Aber es gibt auch in unserer Gegenwart Horror und das ist der Fokus dieser Spiele.

Werewolf: The Apocalypse

Das einzige System von dem ich mehr als ein Regalfach voll habe, war es mein Start ins Rollenspiel. Das Schwestersystem zu Vampire: The Masquerade ist Werewolf kampfbezogener und spiritueller. Es hat mir immer mehr gesagt, als Vampire.

Unknown Armies

Wohl eines der mindfuckigsten Rollenspiele da draußen. Unknown Armies hat die Prämisse, dass alle Verschwörungstheorien stimmen und mehr. Es gibt Magier, die aus den Widersprüchen und Konstrukten der modernen Welt ihre Macht ziehen, und irgendwo dazwischen sind die SpielerInnen in einem Strudel aus Wahnsinn. Unknown Armies Runden machen die SpielerInnen meist komplett kirre und das ist mein persönlicher Spaß.

Postapokalypse

Das letzte große Genre ist dasjenige, das sich mit der Frage beschäftigt, was eigentlich kommt, wenn das hier alles durch Katastrophen vorn Sack geht.

Degenesis

Degenesis ist auch eines dieser Spiele, bei denen ich die erste Edition habe. Das Ende kommt hier durch mehrere Meteorite die Europa den Garaus machen. Dadurch wird Afrika zur dominierenden Kultur, während Europa in der Steinzeit rumsitzt und irgendwie durchdreht. Es gibt eine neue komplett überarbeitete Edition, die unheimlich schön aussieht. Allein es ist jetzt kein System, das ich dringend kaufen muss.

Engel

Oh, Engel… dieses Spiel hat vieles umgekrempelt. Hauptsächlich was Spielsysteme angeht. Würfel komplett wegzulassen und alles über das Erzählen mit Impulsen zu machen, ist fantastisch. Die Welt ist dazu noch sehr verführerisch. Die katholische Kirche hat wieder anständig die Macht in Europa und die SpielerInnen sind ihre Engel. Ja, echte Engel, mit flammenden Schwertern, die gegen riesige Insekten kämpfen. Ein sehr spannendes Spiel.

Die Kategorie für Dinge die nicht in Kategorien passen.

Plüsch, Power und Plunder

Das Plüschtierrollenspiel… die Plüschtiere sind mitzubringen und die Hauptcharaktere. Klingt bekloppt? Ist es nicht, es ist auf der einen Seite sehr süß auf der anderen Seite erstaunlich ernst. Ein wunderbares Spiel.

Feng Shui

Das Actionfilm Rollenspiel stellt alle Regeln normalen Spielens auf den Kopf. Es gibt Regeln für alles, auch bodenlose Magazine und es geht nur darum möglichst effektvoll und spannend Kämpfe zu erzählen, während der Grund für diese Kämpfe eigentlich egal ist. Ein wunderbares Spiel, um mal richtig die Sau rauszulassen.

Deliria

Oh, mein Lieblingssystem… Deliria ist nicht mehr erhältlich und eine Besonderheit darin, dass es nicht so sehr um Konflikte der Charaktere mit der Welt geht, sondern um ihr Wachsen als Menschen. Das Ziel hier ist ein Märchen und damit eine Heldenreise mit den eigenen Charakteren zu erzählen. Dabei stehen der SpielleiterIn alle möglichen Wesen des Feenwelt zur Verfügung. Es gibt sogar Magie, die auf Technoparties basiert. Das Spiel mit dem ich dringend mal eine Kampagne spielen würde.

IDEE

Von Daniela Festi, einer guten Bekannten, designt ist IDEE ein kartenbasiertes Universalsystem, das die grundlegenden Ideen von Arcana erweitert und verfeinert. Meine Standardwaffe um schnell eine Runde zu erstellen oder klobige Würfelsysteme zu ersetzen.

  1. Für Roleplay-Game… also Rollenspielspiel. []
  2. Nichtspielercharaktere – Non-Playercharacters []

HCH026 Advi liest: Jabberwocky

Ich mache mal etwas neues, weil ich das neue Equipment und Kapitelmarken testen möchte und ihr habt davon, dass ich Jabberwocky lese, etwas dazu erkläre und euch auch eine kleine Aufgabe gebe.

Im folgenden seht ihr den Jabberwock in der Originalzeichnung von John Tenniel, Deutlich erkennbar: KEIN DRACHE!

Und hier ist Humpty Dumpty’s Explanation of Jabberwocky, für diejenigen, die sich wundern und diejenigen die mir gerne etwas malen wollen.

“You seem very clever at explaining words, Sir”, said Alice. “Would you kindly tell me the meaning of the poem ‘Jabberwocky’?”

“Let’s hear it”, said Humpty Dumpty. “I can explain all the poems that ever were invented–and a good many that haven’t been invented just yet.”

This sounded very hopeful, so Alice repeated the first verse:

‘Twas brillig, and the slithy toves
Did gyre and gimble in the wabe:
All mimsy were the borogoves,
And the mome raths outgrabe.
“That’s enough to begin with”, Humpty Dumpty interrupted: “there are plenty of hard words there. ‘Brillig’ means four o’clock in the afternoon–the time when you begin broiling things for dinner.”

“That’ll do very well”, said Alice: “and ‘slithy’?”

“Well, ‘slithy’ means ‘lithe and slimy’. ‘Lithe’ is the same as ‘active’. You see it’s like a portmanteau–there are two meanings packed up into one word.”

I see it now”, Alice remarked thoughfully: “and what are ‘toves’?”

“Well, ‘toves’ are something like badgers–they’re something like lizards–and they’re something like corkscrews.”

“They must be very curious creatures.”

“They are that”, said Humpty Dumpty: “also they make their nests under sun-dials–also they live on cheese.”

“And what’s to ‘gyre’ and to ‘gimble’?”

“To ‘gyre’ is to go round and round like a gyroscope. To ‘gimble’ is to make holes like a gimlet.”

“And ‘the wabe’ is the grass plot round a sun-dial, I suppose?” said Alice, surprised at her own ingenuity.

“Of course it is. It’s called ‘wabe’, you know, because it goes a long way before it, and a long way behind it–”

“And a long way beyond it on each side”, Alice added.

“Exactly so. Well then, ‘mimsy’ is ‘flimsy and miserable’ (there’s another portmanteau for you). And a ‘borogove’ is a thin shabby-looking bird with its feathers sticking out all round–something like a live mop.”

“And then ‘mome raths’?” said Alice. “If I’m not giving you too much trouble.”

“Well a ‘rath’ is a sort of green pig, but ‘mome’ I’m not certain about. I think it’s sort for ‘from home’–meaning that they’d lost their way, you know.”

“And what does ‘outgrabe’ mean?”

“Well, ‘outgribing’ is something between bellowing an whistling, with a kind of sneeze in the middle: however, you’ll hear it done, maybe–down in the wood yonder–and when you’ve once heard it, you’ll be quite content. Who’s been repeating all that hard stuff to you?”

“I read it in a book”, said Alice.

–Through The Looking Glass, Lewis Carroll

HCH025 Über Bundeswehr und Diskurs mit Jenny

Aus aktuellem Anlass rede ich mit Jenny vom Politik Betreuung Podcast über die Bundeswehr, ihre gesellschaftliche Rolle, den Umgang mit ihr von ziviler Sicht und was das alles über den Diskurs in unserem Lande sagt.

Wer den Anlass verpasst hat, findet hier einen Bericht.