Archiv der Kategorie: Soziales

Samhain 2018

Es ist wieder Samhain, die Nacht der Toten und der Grenzen. Grenzen sind magisch und an ihnen passieren die spannenden Dinge. Denn nur an Grenzen entscheidet sich etwas und da wir gerne über viele Entscheidungen einfach hinweggehen, ohne sie wahr zu nehmen, ist so eine Grenze ein guter Punkt hinzusehen.

Veränderungen sind für viele Menschen ein Grund für Angst. Und ja, wir haben als Menschheit nicht die Langeweile erfunden, damit wir dann damit konfrontiert werden, dass die Welt inhärent unsicher ist. Veränderungen sind die großen Momente in denen diese Unsicherheit sichtbar wird. Doch Unsicherheit und Veränderung ist auch immer eine Chance, denn auch die schlechten Dinge können sicher sein. Unsicherheit ist also nicht inhärent böse, wie uns das gerne mal weiß gemacht werden möchte. Sie ist neutral, es ist eher unser Umgang mit ihr, der gefährlich ist.

Und so wünsche ich euch ein schönes Samhain und dass ihr Veränderungen annehmt und als Chance begreift. Seid ihrselbst und handelt für euch, und möge euch immer wenigstens etwas Mondlicht den weg scheinen…

Happy Samhain!

Berlin Calling

Ich hab lange nicht mehr Slice of Life gebloggt, aber das Gefühl es mal wieder tun zu müssen. Ich war in Berlin über das verlängerte Wochenende und es war sehr schön.

Ich gab die Flocke am Samstag an ihre Betreuung Johanna ab und schmiss mich in den ICE, der auch pünktlich in Berlin angekommen ist. Danach half ich Isabell und Lia beim Vorbereiten der Halloween-Party. Es gab ein furchtbar geiles veganes Buffett und ich hatte in lustiges Wolfskostüm:

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Was man nicht so gut sehen kann, sind die coolen Wolfszähne, die ich mir habe machen lassen:

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Die Party war sehr angenehm und ich glaube die Gastgeberinnen waren auch sehr zufrieden. Am nächsten Tag fehlten mir dann leider die Löffel für fast alles große und war sehr froh, dass es Isa ähnlich ging. Also haben wir den Sonntag eher langsam begonnen. Am Nachmittag waren wir in der Ausstellung nineties.berlin und ich fand diese eigentlich ganz gut. Allerdings muss ich für mich sagen, dass der Mauerfall soundso ein emotional beladenes Thema ist. Es hilft nicht, wenn man eh schon emotional etwas angeschlagen ist. Zum Glück hatte ich ja mit Isabell eine Begleitung bei der ich nicht professionell alles zusammenhalten muss.1 Danach waren wir im SOY, einem sehr geilen veganen Asiaten. Sieht das nicht schon geil aus?

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Es war auch so lecker, wie es aussah. Relativ viel Tofu und Seitan, aber auch absolut tolle Würzung, also wirklich, wirklich gut. Danach stürzten wir total entlöffelt und müde heim und schauten Life of Brian, weil warum nicht.

Montag ging es wieder zurück, aber vorher ins Alexa, weil Isa sich ein Septum Piercing stechen lassen wollte. Und weil ich das ja eh schon länger vor hatte, habe ich das gleich mitgemacht.

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Das ist das einzige Bild, das es davon für einige Zeit geben wird, weil das Piercing aus Arbeitsgründen eingeklappt ist. Arbeitsgründe heißt hierbei: ich habe keine Lust mir das Gelaber zu geben. Nachdem aber Piercings beim Heilen nicht bewegt werden sollten, bleibt es halt eingeklappt.

Nach 3 Stunden Zugfahrt mit dem Aufholen des World Series Siegs der Boston Red Sox,2 kam ich wieder in Bamberg an, nur um festzustellen, dass Flocke meine Abwesenheit mit einer Lache Urin im Wohnzimmer quittiert hat. Ich begann sofort das Wohnzimmer zu putzen und bereue das jetzt sehr, weil ich dafür nicht, wie ich mir das eigentlich vorgenommen habe, alte Klamotten genommen habe. Der Hygienereiniger ist sehr scharf mit Bleiche und ich Depp habe eines meiner Lieblingsshirts und die schon absolut geliebte neue grüne Goahose mit Bleicheflecken versaut und kann es diesmal nicht ertragen, dass ich die nicht mehr in ausgehfähig habe. Also erstmal alles neu bestellen… nuja… Lehrgeld. Ich habe jetzt halt Goahosen für „Alltag und Fuck you wie ich aussehe“ und welche für „Ich möchte gerne irgendwo hingehen, wo mir die Kleidung wichtig ist.“ 

So… und nun als Abschluss… das Bild mit Isabells Katzenmütze… sie wollte sie mir nicht überlassen!3

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  1. Ich war mit der Schule im Tränenpalast. Das war… intense. []
  2. RED SOX GO! []
  3. Das Septum ist nicht echt… []

wmdedgt September 2018

Ich mache mal wieder mit bei Frau Brüllens wmdedgt (was machst du eigentlich den ganzen Tag?)

Heute fing früh an mit sechs Stunden Schule. Die letzten habe ich mir etwas gespart, weil ich das selbst entscheiden kann. Es ist noch Anfang des Schuljahres, aber es zeigen sich schon wieder bedenkliche Muster… krank in die Schule kommen, weil Leistungsnachweise angeblich wichtiger sind, Themen den Lehrern geben, weil man mehr Stoff haben möchte. Ich bin etwas konsterniert. 

Danach ging es heim und auf eine kleine Wanderung auf die Altenburg hier in Bamberg mit den Kindern vom Kidstreff. Es war geiles Wetter, sonnig aber frisch. Hier ein paar Impressionen…

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Und nun schaue ich Baseball. 🙂

WMDEDGT – Juli 2018

Ja, ich laufe dem ganzen etwas nach mit einem Blogpost am nächsten Morgen, aber ihr werdet gleich sehen, warum das so ist. Der 5. Juli 2018 war nämlich einer dieser Tage, die nur selten im Jahr stattfinden und deswegen ist das eher speziell.

Ich fiel gegen 6 Uhr aus dem Bett und bewegte Flocke in den sonnigen Morgen hinein. Nach dem Frühstück ging es los Richtung Schule, um zwei Workshops zum Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten mit Word und LibreOffice zu halten. (Tagline: wenn du so, wie du Word benutzt Auto fährst, dann bist nur im ersten Gang mit Vollgas unterwegs.)

Dann stürzte ich aus der Schule heraus und nach Hause, um mit Flocke durch die Hitze zu gehen. Das arme Tier hatte gestern sehr wenig von mir und dafür aber etwas mehr Beschäftigung durch eine Freundin. Nach einem schnellen Mittagessen, stieg ich in meinen Anzug1 und fuhr zum Friseur, um mich für die Abifeier aufhübschen zu lassen. Dabei kam dann dieses Kunstwerk heraus:

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Ja, das ist ein hellrotes Hemd. Es steht mir erstaunlich gut. Nachdem das schon mal hübsch war, ging es weiter zu Veranstaltungshalle. Die Schule feiert aus Menschenmassengründen in einer großen Basketballhalle.2 Die professionelle Technik baute gerade auf und die Schülerschaft hatte schon dekoriert. Dann kam es zum einen oder anderen technischen Problem und kleinen Unfällen mit der Deko, die dazu führten, dass wir irgendwie nun auch noch Menschen von Nervenzusammenbrüchen beschützen mussten und irgendwie dieses Ding über die Bühne musste. Wir haben es hinbekommen. Alle Absolventen waren glücklich, die Eltern auch, die Schulleitung auch. Alles toll.3

Dann ging es heim, aus den komischen Klamotten, in denen ich mich verkleidet fühle, in die komischen Klamotten, in denen ich mich wohl fühle, und dann erst einmal im Jugendtreff eine Stunde runterkommen. Mit dem besten Beerencider, den ich kenne:IMG 0835

Gegen 22 Uhr in die Bar, in der die Schülerschaft mich haben wollte. Da ein paar gute Drinks getrunken und festgestellt, dass ich noch nicht weiß, ob ich diese Lokalität der üblichen Bar vorziehe.4 Dann zur Partylocation der Schülerschaft und noch etwas mit Leuten geredet. Es gab immer noch Menschen, die on-edge waren, wegen allem… schwierig. Und dann fiel ich irgendwann gegen 2 aus dem Taxi in mein Bett.

So… ja… das mache einmal im Jahr den ganzen Tag. Und nun werde ich mit Flocke in einen trüben Morgen gehen, etwas frühstücken und dann rekonvaleszent in die Sauna gehen. Gehabt’s euch wohl!

  1. Ja, ich habe sowas… []
  2. Wir haben insgesamt über 1000 Menschen in dem Raum. Alle anderen Säle, die das fassen sind der große Saal der Bamberger Symphoniker und die Brose Arena des örtlichen Mehrfach-Basketballmeisters. []
  3. Wie war das bei Terry Pratchett Opera happens because a large number if things amazingly fail to go wrong. []
  4. Sie liegt näher, aber hm… weniger coole Drinks… Dafür noch mehr Hipsterfeeling… []

HCH027 Advi liest: Thief of Time

Ich habe Zeit an den Händen und lese Thief of Time von Terry Pratchett. Und weil ich das Buch sehr mag, bespreche ich mal die, für mich, wichtigsten Inhalte, die es so in diesem Buch gibt. Es wird gespoilert, aber das Ding ist relativ alt. Wenn ihr es noch nicht gelesen habt, dann lest es lieber vorher.

Shownotes

Blogeintrag zu Moralischem Handeln

WMDEDGT Juni 2018

Es ist mal wieder soweit…

Heute ist sogar mal halbwegs spannend. Ich fiel aus dem Bett, ging mit dem Hund frühstückte erfolgreich. Dann ging es zur Schule, und zur Besprechung meiner Nachkorrektur in der nicht klar war, wer der „good cop“ und wer der „bad cop“ ist.1

Nachdem das erledigt war, ging ich dann mal meinem Berufe nach und war diesmal auch mit der Geschichtsstunde zufrieden.

Dann sprang ich ins Auto und ab zur Tätowiererin um den Rücken fertig stellen zu lassen. Ich habe da immer noch Problemchen mit der Bluterei, aber es klappte alles und ich bin endlich fertig und alle Beteiligten mit dem Ergebnis zufrieden.

Dann ging es heim und gleich darauf wieder los mit dem Tiere, das es sehr genoss im Teich zu baden und mir meine Wohnung einzunässen, in dem sich zum Schütteln extra noch einmal hereinbegeben hat. (FLOCKEEEE!!!)

Der Abend wird entspannt auf der Terrasse verbracht werden… 

  1. Technisch gesehen ist der Nachkorrektor eher der bad cop. []

Ein Blick in den Rollenspielschrank

Mir kam gerade der Gedanke, dass ich ja mal über den Rollenspielschrank schreiben könnte, den ich so besitze.

Rollenspiel? Wasn das?

Rollenspiel, auch RPG1, ist eine Art von Spiel, bei der mehrere Menschen im Dialog gemeinsam ein Abenteuer erleben. Dabei füllen die SpielerInnen die Rollen von Charakteren aus, und die SpieleiterIn, stellt das Universum dar und hat eine Idee wohin sich die Geschichte, die sich da im Dialog entwickelt gehen soll, wie sich andere Figuren (NPCs)2 verhalten. Diese Spiele finden immer in bestimmten Welten statt und haben meist ein Spielsystem, das relative Erfolgswahrscheinlichkeiten von Handlungen abbildet, um Willkür der SpielerInnen vorzubeugen. Wie das geschieht, wieviel Freiheiten es da gibt und so weiter hängt direkt vom System ab.

Der Schrank

Ich habe über die Jahre des aktiveren Spielens das eine oder andere Rollenspiel angesammelt und werde die mal alle vorstellen. Dazu werde ich sie nach Genre sortieren…

Fantasy

Das Fantasy Genre hat grundsätzlich einen historischen Anstrich. Es gibt meist Magie und keine moderne Technologie. Die Standardvorstellung basiert auf Tolkiens Herr der Ringe, aber da gibt es natürlich viel mehr, vor allem auch außerhalb Europas.

Arcane Codex

Arcane Codex begann als eine Art Fanprojekt und ich war damals dabei. Deswegen bin ich im Besitz der ersten Edition mit dem brachialen Spielleiterband. Es gibt mittlerweile die dritte Edition des Werkes, aber ich denke das Prinzip ist dasselbe: einmal alles, was sich so in Fantasy vorgestellt werden kann, auf einen Kontinent, viele Regeln mit viel Flexibilität und los geht’s. Wenn jemand tatsächlich mal klassische Fantasy mit mir spielen wollen würde, wäre dies meine einzige Option und ich müsste den Kram erstmal wieder lesen.

Legends of the 5 Rings

Es war immer ein Traum von mir dieses Spiel zu besitzen. Legends of the 5 Rings ist eines der herausragendsten Rollenspiele. In einer Fantasyvariante des historischen Japans (Rokugan) spielt man einen Samurai. Neben den politischen Intrigen und den Dämonen, muss vor allem das tägliche Leben nach dem Bushi Kodex überlebt werden. Denn wenn der Charakter entehrt wird, heißt es Seppuku und neu anfangen. L5R ist legendär für sein unheimlich tödliches Kampfsystem, das schnelle Kämpfe dank schnellsterbender Figuren garantiert.

Qin – The Warring States

Im antiken China angelegt ähnelt sich Qin etwas L5R. Allerdings wird hier mehr wert auf die Wuxia Techniken gelegt. Das Würfelsystem ist verspielt und die Charaktere sterben einem nicht die ganze Zeit durch rituellen Selbstmord dahin. Dafür ist das China der Warring States eine wirklich harte Welt. Angelehnt ist Qin am Ende an Filme wie Crouching Tiger, Hidden Dragon und Hero. Das Spielsystem gibt dann auch genau diese Kampfstile her. Es ist durchaus spaßig, wenn ich es auch zuwenig spiele.

Steampunk und Ähnliches

In Steampunkwelten existiert keine Elektrizität und damit werden alle industriellen Anwendungen primär durch Dampf angetrieben. In diesen Bereich fallen bei mir auch generell Rollenspiele, die einen viktorianischen Anstrich haben.

Opus Anima

Ach… Opus Anima. Was gibt es da nicht zu lieben an diesem Buch. Der Hintergrund ist unheimlich spannend, die Welt toll und erstaunlich. Es werden Aliens mit einer zerbrochenen Welt und seelenbestohlenen Charakteren kombiniert. Es klingt alles so toll, und sieht noch toller aus. Und dann versuchst du eine Runde zu spielen und stellst fest, dass eigentlich nur das brachiale Konstruieren von Situationen dazu führt, dass da was passiert. Es ist ein sehr schönes Buch, ein unheimlich gute Idee und ein Spiel, das bisher nicht für mich funktioniert hat.

Unhallowed Metropolis

Unhallowed Metropolis wiederum… tut so viel mehr. Die Zombies kriechen zur Zeit des Viktorianismus aus den Gräbern und 300 Jahre später ist alles irgendwie immer noch viktorianisch, voller Ruß, Dreck und allem was im Horroralmanach so steht. Das wird kombiniert mit jungen Frauen mit Kampfkorsage, Gasmaske und Flammenwerfer. Man kann einmal durch jeden klassischen Horror in einer frischen Sicht durchspielen. Ein Spiel mit viel Potential, dass ich auch immer mal wieder gerne spiele.

Science Fiction und Space Opera

Science Fiction spielt irgendwo in der Zukunft und unterscheidet sich von Space Opera dadurch, dass generell versucht wird, Technologien glaubwürdig darzustellen. Space Opera nimmt es da nicht ganz so wichtig, dafür werden hier die großen Geschichten erzählt.

NOVA

Ich lernte den Autor von NOVA auf der Leipziger Spielemesse persönlich kennen und habe glaube ich sogar eine Edition ohne ISBN hier rumliegen. Das Spiel bietet innovative Aliens, sehr viel System um wirklich alles zu gestalten und eine riesige Welt. Es ist für mich immer noch das ideale Sci-Fi Spiel, wenn man Science Fiction richtig ernst meint. Okay, und die kommunistischen Echsenmenschen sind halt auch echt der Brüller.

Serenity – RPG

Ich hoffe für euch, dass ihr Serenity oder Firefly kennt, eine sehr kurzlebige, aber sehr gute Fernsehserie von Joss Whedon. Es ist Western im Weltall und damit eher Space Opera. Die Charaktere sind quirky, die Welten auch, sogar Spielsystem ist strange. Ich habe es noch nie gespielt, aber würde auch mal gerne.

Cyberpunk

Im Gegensatz zum Steampunk geht es im Cyberpunk ohne Elektrizität gar nicht. Globale Großkonzerne haben hier die Herrschaft über eine meist eher kaputte Welt voller modifizierter Straßencowboys und anderer abgewrackter Gestalten. Alle kämpfen gegeneinander ums Überleben, während die wenigen Reichen alle Strippen ziehen.

Cyberpunk 2020

Das Spiel, das wie das Genre heißt. Die Referenzimplementation sozusagen und sie hält, was sie verspricht. Es ist alles am Arsch, man kann sich zum Roboter umstylen lassen oder zum lebendigen Sexspielzeug. Konzerne jagen sich gegenseitig mit bewaffneten Truppen wichtige Angestellte ab. Fast wie heutzutage, nur mit lustigen Computern, die 1980 noch krass klangen.

Shadowrun

Shadowrun, das DSA und D&D der Zukunft. Eines der beliebtesten Systeme, das es so gibt. Und warum auch nicht, immerhin vereinigt es die abgefuckte Grittyness einer Cyberpunkzukunft mit Magie, Orcs, Trollen und Drachen. Eine verwegene Mischung aus Fantasyelementen und kaputter Cyberpunkzukunft tut es vielen Leuten positiv an und auch ich habe da immer meinen Spaß dabei.

Gegenwartshorror

Obwohl die Spiele, die unter Steampunk stehen, auch dem Horrorgenre zugerechnet werden, stehen auch alternative Zeiten im Vordergrund. Aber es gibt auch in unserer Gegenwart Horror und das ist der Fokus dieser Spiele.

Werewolf: The Apocalypse

Das einzige System von dem ich mehr als ein Regalfach voll habe, war es mein Start ins Rollenspiel. Das Schwestersystem zu Vampire: The Masquerade ist Werewolf kampfbezogener und spiritueller. Es hat mir immer mehr gesagt, als Vampire.

Unknown Armies

Wohl eines der mindfuckigsten Rollenspiele da draußen. Unknown Armies hat die Prämisse, dass alle Verschwörungstheorien stimmen und mehr. Es gibt Magier, die aus den Widersprüchen und Konstrukten der modernen Welt ihre Macht ziehen, und irgendwo dazwischen sind die SpielerInnen in einem Strudel aus Wahnsinn. Unknown Armies Runden machen die SpielerInnen meist komplett kirre und das ist mein persönlicher Spaß.

Postapokalypse

Das letzte große Genre ist dasjenige, das sich mit der Frage beschäftigt, was eigentlich kommt, wenn das hier alles durch Katastrophen vorn Sack geht.

Degenesis

Degenesis ist auch eines dieser Spiele, bei denen ich die erste Edition habe. Das Ende kommt hier durch mehrere Meteorite die Europa den Garaus machen. Dadurch wird Afrika zur dominierenden Kultur, während Europa in der Steinzeit rumsitzt und irgendwie durchdreht. Es gibt eine neue komplett überarbeitete Edition, die unheimlich schön aussieht. Allein es ist jetzt kein System, das ich dringend kaufen muss.

Engel

Oh, Engel… dieses Spiel hat vieles umgekrempelt. Hauptsächlich was Spielsysteme angeht. Würfel komplett wegzulassen und alles über das Erzählen mit Impulsen zu machen, ist fantastisch. Die Welt ist dazu noch sehr verführerisch. Die katholische Kirche hat wieder anständig die Macht in Europa und die SpielerInnen sind ihre Engel. Ja, echte Engel, mit flammenden Schwertern, die gegen riesige Insekten kämpfen. Ein sehr spannendes Spiel.

Die Kategorie für Dinge die nicht in Kategorien passen.

Plüsch, Power und Plunder

Das Plüschtierrollenspiel… die Plüschtiere sind mitzubringen und die Hauptcharaktere. Klingt bekloppt? Ist es nicht, es ist auf der einen Seite sehr süß auf der anderen Seite erstaunlich ernst. Ein wunderbares Spiel.

Feng Shui

Das Actionfilm Rollenspiel stellt alle Regeln normalen Spielens auf den Kopf. Es gibt Regeln für alles, auch bodenlose Magazine und es geht nur darum möglichst effektvoll und spannend Kämpfe zu erzählen, während der Grund für diese Kämpfe eigentlich egal ist. Ein wunderbares Spiel, um mal richtig die Sau rauszulassen.

Deliria

Oh, mein Lieblingssystem… Deliria ist nicht mehr erhältlich und eine Besonderheit darin, dass es nicht so sehr um Konflikte der Charaktere mit der Welt geht, sondern um ihr Wachsen als Menschen. Das Ziel hier ist ein Märchen und damit eine Heldenreise mit den eigenen Charakteren zu erzählen. Dabei stehen der SpielleiterIn alle möglichen Wesen des Feenwelt zur Verfügung. Es gibt sogar Magie, die auf Technoparties basiert. Das Spiel mit dem ich dringend mal eine Kampagne spielen würde.

IDEE

Von Daniela Festi, einer guten Bekannten, designt ist IDEE ein kartenbasiertes Universalsystem, das die grundlegenden Ideen von Arcana erweitert und verfeinert. Meine Standardwaffe um schnell eine Runde zu erstellen oder klobige Würfelsysteme zu ersetzen.

  1. Für Roleplay-Game… also Rollenspielspiel. []
  2. Nichtspielercharaktere – Non-Playercharacters []

Advi testet: Kingdom Death Monster 1.5

Ich habe letztes Jahr Kingdom Death Monster 1.5 mitgekickstartet und es im November irgendwann bekommen. Nun, im April habe ich endlich das Gefühl ein halbwegs belastbares Review schreiben zu können.

Grundlegendes über das Spiel

Kingdom Death Monster ist ein Horrorbrettspiel mit taktischen und strategischen Phasen. Es dreht sich um eine Gruppe von Überlebenden, die in einer dunklen Albtraumwelt voller Monster um ihr Leben kämpfen müssen. Dabei müssen sie diese Monster jagen, ihre Siedlung aufbauen und bevorzugt nicht zu schnell sterben.

Das Spiel besteht aus einer riesigen Kiste, über 40 Plastikminiaturen teilweise erstaunlicher Größe, einem riesigen Spielfeld plus zwei sekundäre Spielfelder und jede Menge Karten und Kärtchen. Es ist durchaus beeindruckend und ich habe bisher noch keinen Platz gefunden, wo ich es sinnvoll verstauen kann.

Spielphasen

Das Spiel beginnt immer mit der First Story, die neue SpielerInnen leicht geskriptet durch sämtliche Spielphasen führt. Diese sind eine Jagdphase, in der die Überlebenden das auserwählte Monster jagen und dabei Unbillen und Abenteuer erleben, eine Showdown-Phase, in der die Überlebenden mit dem Monster kämpfen und eine Siedlungsphase in der die Siedlung der Überlebenden weiterentwickelt wird.

Die Jagdphase und die Siedlungsphase finden auf einem kleineren Spielbrett an, da sie hauptsächlich aus dem Ziehen und Legen von Karten sowie dem passenden Würfeln besteht. Die Showdown-Phase findet auf einem großen begitterten Spielplan statt, In jeder der Phasen werden Miniaturen benutzt um die Überlebenden und das Monster zu symbolisieren.

In der Jagdphase decken die Überlebenden abwechselnd Karten mit Ereignissen auf, die sie positiv und negativ auf der Jagd nach dem Monster beeinflussen.

Die Showdown-Phase ist ein rundenbasierter Kampf, bei dem die SpielerInnen die Aktionen des Monsters mitspielen. Dabei wird ein AI Deck benutzt, das für jedes Monster speziell zusammengestellt wird. Die Kämpfe werden mit einem einfachen System gelöst, das auf modifizierten W10 Würfen beruht. Dieses gilt für die Monster, wie die Überlebenden. Allerdings werden für Treffer an den Überlebenden besondere Trefferzonenwürfel gewürfelt, während die Monster detaillierte Trefferzonenkarten besitzen. Auf diesen interagieren sie dann mit den Angreifern und manchmal auch dem schön gestalteten Terrain.

Die Überlebenden, die neben ihrer Miniatur durch einen Charakterbogen und das Ausrüstungsfeld dargestellt werden, haben dafür jede Menge Ausrüstung dabei und können sich gegen das Monster koordinieren. Dazu können die SpielerInnen gemeinsam die Monsteraktionen auch gegen das Monster wenden, was durchaus manchmal notwendig ist.

Ist das Monster besiegt kommt die Gruppe heim in die Siedlung, die durch als eine Art eigener Charakter durch einen großen Bogen dargestellt wird und in der Kultur entwickelt, aus den erbeuteten Ressourcen Ausrüstung und neue Innovationen hergestellt und dabei hoffentlich nicht gestorben wird. In dieser Phase können auch Monster die Behausung überfallen und ähnliche Katastrophen passieren. Das alles wird die ganze Zeit durch verschiedene Storyevents geleitet, die in einem wunderschön gestalteten Regelbuch zu finden sind.

Fazit

Kingdom Death Monster sieht anfangs wie ein rundenbasiertes Tabletop aus, erhält seine Besonderheit aber aus dem Universum, in dem es spielt, und dem Siedlungsbau, der bei jeder Entscheidung mitschwingt. Das Spiel ist für langfristiges Spielen ausgelegt und meine monatliche Spielrunde schafft derzeit einen Durchgang in drei Stunden. Das Spielsystem ist dabei so schlank und gradlinig, dass die Komplexität der Entscheidungen nicht durch komplexe Mechaniken behindert wird. Für erfahrenere Spielegruppen ist es definitiv empfohlen und bietet durch die Komplexität und mehrere Erweiterungen einen hohen Wiederspielwert. 

WMDEDGT – April 2018

Ich habs fast vergessen, aber Zeit, also hier der Rundown des Tages. Ich habe Ferien, da ist das alles so putzig unstrukturiert.

Es fing mit Kieser Training an. Ich arbeitete mich schon gegen 8 Uhr durch mein Programm, um dann am Schreibtisch zu landen und mich offiziellem Kram und Korrekturen. Für letztere war ich nicht wirklich motiviert, was sich durch die eher durchwachsene Leistung der Schülerschaft nicht besserte. Ich habe also schnell aufgegeben.

Nach dem Tütenmittagessen ging ich mit dem Hund durchn Wald und genoss den frühlingshaften Sonne-Nieselregen Cocktail, der mir da geboten wurde, während ich mich durch größere Mengen Pagan Folk hörte. Ich stellte dann fest, dass ich genug Zeit hatte, die Lektüre für die Vorklasse abzuholen. Es gehört zu den besonderen Weihen der Lehrkraft mit einem großen Karton voller Comics durch die Stadt zu laufen. Danach habe ich noch schnell eine Folge Lernfragen aufgenommen.

Dann spielte ich etwas verloren Baseball auf der Playse und sitze nun im Jugendtreff… all is well… Ferien halt. Ich fühle mich zwar ohne Struktur immer leicht verloren, aber es geht noch…

Über Kleidung, Persönlichkeit und Identität

Nachdem ich letztens schon etwas garstig über Authentizität in der Kommunikation geschrieben habe, und wir uns im soziologischen Kaffeekränzchen über Identität unterhalten haben, möchte ich da eine weitere Dimension aufmachen. Wir hatten es auch in der Sendung über Identität, dass das viel mit Kleidung zu tun hat. Und an der Stelle möchte ich mal etwas abtauchen, vor allem auch, weil die Karnevalssaison vor der Tür steht und damit eine zweite Dimension.

Da ich ja der Typ mit den Texten und der Literatur bin, fange ich mit einer meiner Lieblingsstellen aus einem Podcastbuch ever an. Es ist die Podcastversion von Nathan Lowell’s Trader’s Tales in the Age of the Solar Clipper. Im zweiten Buch Half Share, wird der Protagonist Ishmael zu einem Nobelschneider geschleppt, um sich neu einzukleiden. Die ganze Szene ist eher so ein Coming-of-Age Moment und die entscheidende Szene ist die, in der Ishmael in Unterhosen vor dem Spiegel des Schneiders steht und dieser fragt: „Who do you think, you are?“. In der Folge finden sie gemeinsam einen Kleidungsstil, der Ishmael als Person entspricht.1 Das ist der zentrale Punkt, um den sich dieser Text drehen soll.

Kleidung ist eines der hauptsächlichen Zeichen, die wir an die Welt senden und es generiert damit in der Welt einen großes Teil des Bildes, das wir von uns senden wollen, und auf das die anderen Menschen da draußen reagieren. Das bedeutet, dass Kleidung Identität für uns und gegenüber der Welt generiert. Diese Identität ist das Ergebnis einer Sozialisation2 und das bedeutet natürlich auch, dass die Analyse des Kleidungsstils Rückschlüsse auf die Sozialisation und damit die Identität zulässt, auf der das alles aufbaut. Menschen tragen also ihre Einstellungen, Sichtweisen und auch ihre Funktionen am Körper. Letzteres ist natürlich im wirtschaftlichen und beruflichen Kontext klar, und deswegen etwas, über das ich mich mal getrennt auslassen. Menschen sehen also Kleidung und äußerliche Erscheinung als Zeichen ihrer Persönlichkeit und Identität. Ich sehe so aus, wie ich aussehe, weil ich das möchte. Das bedeutet nicht, dass ich nicht Kleidungsstile annehme, die von verschiedenen sozialen Gruppen generiert werden, aber die Wahl obliegt erst einmal mir. Vor allem auch, die Entscheidung, wie sehr ich diese Kleidungsstile adaptiere oder nicht. Ich nehme mich mal als Beispiel. 

Wer mich auf Großveranstaltungen wie dem Congress getroffen hat, weiß, dass ich eigentlich immer in schlapprigen „Goa-Hosen“ rumrenne. Die sind halt total bequem und gleichzeitig ungewöhnlich. Dazu trage ich meist irgendwelche Nerdshirts und eine Jacke im Paganstil oben drüber.3 Das sind Klamotten, die mir gefallen in denen ich der bin, von dem ich denke, ich bin ich. Bedeutet das, dass ich arabische Kleidungsstile kulturell appropriiere? Nein, allein schon weil dieser Stil der Hose eigentlich auf der ganzen Welt verbreitet war. Sackartige Schnitte sind halt einfach zu gestalten. Es ist halt bequem und nicht normal und das gefällt mir irgendwie. Es ist mehr „ich“ als mich in enge Jeans zu zwängen oder aber Hemden und Unterbauchhosen anzuziehen, die ich nur im Übergrößenhandel shoppen kann. Stattdessen nehme ich die Gestaltung meines Wahrgenommenwerdens in die eigene Hand und zähle öfter mal die Leute, die mich blöde auf der Straße ansehen.

Diese Wahl der eigenen Kleidung ist grundsätzlich von Verkleidungen zu unterscheiden, auch wenn das anscheinend vielen Menschen schwer fällt, die glauben, dass alles was nicht dem modischen Mainstream entspricht eine „Verkleidung“ ist. Dabei funktionieren Verkleidungen nur im Kontrast zu einem „normalen” Kleidungsverhalten. Ich selbst fühle mich im Anzug zur Abiturfeier verkleidet und obwohl ich etwas dafür tue, dass da immer noch Persönlichkeit durchscheint, finde ich diese Kleidung als überhaupt nicht meinem Bild von mir entsprechend. Dadurch wird eine Verkleidung. Wenn diese Verkleidung mit Kleidung verglichen wird, verwechselt man Identitätsebenen. Bei Verkleidungen wird die eigene Identität durch den Kontrast mit dem hergestellt, dass normalerweise der Identitätsgenerierung dient. Wenn du ein Langweiler in Jeans und Polohemd ist, dann ist das Tragen meiner Klamotten ein Kommentar darüber, dass du immer noch ein Langweiler in einer Goa-Hose bist. Der Kontrast macht Verkleidung wirksam. Erst von aus der Verkleidung die Kleidung wird, dann dreht sich die Identitätsgenerierung um.

Wir sind also, was wir tragen wollen und tragen. Doch wir sind auch, die Person, die sich in anderen Sachen unwohl fühlt. To be who we think we are, has a lot to do with what we wear…

  1. Hört den Rest der Szene, weil nunja, er ist sehr schön menschlich… []
  2. Wir sind überrascht… []
  3. Wer genauer das genauer wissen will. Es gibt da einen Blogpost. Es fehlt meine Winter- und meine Übergangsjacke, aber ansonsten ist das vollständig. []