Archiv der Kategorie: Gesellschaft

Unerträglich

Puh, ich habe lange nicht mehr gebloggt. Also, so mit Inhalt und Länge und so… und dieses Mal wird es wohl persönlich.

Ich bin erst einmal weg von Twitter, und generell habe ich keine Lust mehr auf mehr als auf die Auftritte in den üblichen digitalen Audioformaten.

Ich ertrage das hier alles nicht mehr. Und das ist nicht nur, dass mir der beginnende Herbst aufs Gemüt schlägt. Die Blindheit des gesellschaftlichen Diskurses dafür, was er mit den Beteiligten, aber auch mit den Unbeteiligten macht, ist schier himmelschreiend. Ich habe in den ersten vier Wochen meines Schuljahres mehrfach gewünscht, ich hätte noch eine Schulpsychologin im Haus. Ich sehe überall verlorene und verzweifelte junge Menschen, die nicht mehr wissen, wie sie mit dieser Welt umgehen sollen und die auch keine Mittel mehr dafür haben.

Und dann? Dann schaue ich in meine Medien und sehe nur: sinnlose Konflikte, denen eine Selbstzentriertheit zu Grunde liegt, die jeden Neoliberalen glücklich macht, Wünsche nach Totalitarismus, zusammengebrochene politische Kommunikation, das ist alles normalisiert und niemand wundert sich, was es wohl bedeutet, wenn es so stattfindet und sich dadurch etabliert. Ich weiß nicht, wovor ihr so Angst habt, aber ich kann euch sagen, dass ihr davor Angst haben solltet, dass ein Großteil der jungen Menschen nicht mehr mit mir über Politik diskutieren. Es ist ihnen egal und ich kann es verstehen. Mir sind nur die Leute genauso wenig egal, wie die Regelung des Zusammenlebens und deswegen muss ich dann irgendwann erstmal aufhören zuzusehen.

Aus dem Politischen ist erst ein Schlachtfeld geworden, über dem jetzt die verbrämten Geier und Krähen kreisen, die sich an den verrotteten Resten des Gemeinwesens noch fettfressen können. Und damit sie auch genug bekommen, wird gleich die nächste Schlacht ausgerufen und am Ende fragen sich alle, wo denn die fetten Aasvögel herkommen, die wir nicht mehr loswerden.

Wenn diese Welt zu retten ist, dann geht das nur gemeinsam… und vor allem dadurch, dass wir Dinge tun. Und alles andere ertrage ich nicht mehr, so lange ich damit beschäftigt bin einen Teil dieser Dinge zu tun…

See you somewhere near a bar.

Schulvisionen – Update 2018

Vor etwas mehr als fünf Jahren habe ich diesen Blogpost dazu geschrieben, wie ich mir moderne Schule vorstelle. Ich glaube es wird Zeit, mal zu sehen, ob ich dazu etwas mehr zu sagen habe.

Weg mit Schulstunden
Die Schulstunde ist ein Relikt aus einer Zeit, in der man glaubte, dass rhythmische Arbeit sinnvoll ist. Wir leben in einer Dienstleistungsgesellschaft mit flexiblen Arbeitszeiten, also was soll das noch? Dazu sollte Schule ein Ort sein, in dem man sich frei mit Informationen und Wissen beschäftigen kann. Die frontale Schulstunde ist blödsinnige Zeitverschwendung in einer Welt in der nahezu jegliches Wissen über das Netz oder zumindest Zugang zu Büchern erhalten werden kann. Dazu kommt, dass die Didaktiker seit Jahren davon erzählen, dass man explorativ lernen soll, induktiv und handlungsorientiert. So, warum also Schulstunden? In 45 Minuten kann man doch eigentlich keine sinnvollen Zusammenhänge erforschen lassen, die Schüler an Informationen  ihr Wissen selber bilden oder sie was herstellen lassen. Also weg mit dem Blödsinn, nebenbei kann ich mich dabei um weitaus mehr Leute mit mehr Aufmerksamkeit kümmern. Warum?

Die Erfahrung der letzten Jahre hat mir gezeigt, dass das immer noch genauso wahr ist. Weg mit dem Quatsch.

Projektorientierte schülerzentrierte Aufgaben und Betreuung
Die Antwort auf die Cliffhangerfrage ist einfach, dass man Schülern mehr Freiheit im Erforschen der Welt geben sollte und sich als Lehrer mehr darauf verlegen sollte Probleme und Fragen der Schüler zu lösen. Der Lehrer ist nicht mehr der vorbereitende Mensch, der sagt was, wie, wo gelernt wird, sondern derjenige, der Format und Inhalt mit den Schülern abstimmt und sie berät. Daraus ergeben sich dann schon die nächsten Forderungen.

Auch immer noch richtig. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass ich in der beruflichen Oberschule mit hart erlernten Strategien zu kämpfen habe, die damit zu tun haben, eine Aufgabe möglichst gut ohne eigentlichen Lernerfolg zu bewältigen. Also das Erfüllen der Regeln der Aufgabe ohne den Inhalt zu erfüllen.

Ich will ein Büro! Mit Couch!
Die Schule voller Klassenräume ist ein Raum in dem kreatives Lernen schwer möglich ist. Sie ist primär eine Präsentationsbühne für die Lehrkraft und kein Raum zum kollaborativen Arbeiten. Wir brauchen Schulen mit offenen Plätzen, weiten Räumen, schnellem WLAN, Einzelarbeitsplätzen und Konferenzräumen und damit auch mit Büros für die Lehrkräfte. Da gehört dann neben einem Arbeitsplatz auch eine Couch, eine Tafel und sowas rein, denn die Schüler sollen auch die Möglichkeit haben, jederzeit als Gruppe oder allein die Lehrkraft aufzusuchen und um Hilfe zu bitten. Je weniger desto besser, aber es ist viel effektiver Menschen bei ihren Problemen zu helfen als ihnen zu sagen, was sie wie zu denken oder zu bearbeiten haben. Dabei können wir dann sogar mehr Schüler in der gegebenen Zeit intensiver betreuen. Damit das dann auch erzieherisch klappt, brauchen wir dazu auch:

Mehr Sozialarbeiter und Erzieher
Denn ernsthaft, wir Lehrer sind Experten im Inhalte vermitteln, wir sind nicht unbedingt perfekt geschult für das Erzieherische und wir haben eine andere Autorität als ein Sozialarbeiter hat. Wir haben hoheitliche Aufgaben und Befugnisse, aber wir sind auch andere Leute als diejenigen, die dir zuhören und mit denen du über deine privaten Probleme redest. Damit beschäftigt sich implizit auch die nächste Forderung, aber gerade die intellektuelle Seite bei der Lehrerschaft ist glaube ich sehr glücklich, eher intellektuell zu sein. Doch uns steht noch eine andere Problematik im Weg, die den Lehrer in seiner neuen Aufgabe als Berater und Mentor einschränkt.

Beides immer noch richtig. Letzteres ist noch wichtiger geworden.

Zentrale kompetenzorientierte Leistungstests
Eines der größten Probleme, die man systembedingt als Lehrkraft hat, ist, dass die Leistungsmessung in der selben Hand wie die Leistungsvermittlung liegt. Dazu kommt, dass einem nicht vorgeschrieben wird, welche Kompetenzen der Schüler erlernen soll, sondern welche Spiegelstriche einer Liste mit Informationen man ihnen ins Hirn prügeln soll. Das ist eine Weisheit der modernen Pädagogik und Didaktik, die da beide Recht haben. Um aber die oben genannte Freiheit in der Betreuung der Schüler zu haben, sollte die eigentliche Leistungsmessung nicht mehr von der selben Person durchgeführt werden, die auch den Unterricht gestaltet. Da kann man ansonsten weder überprüfen, ob die Leistungsvermittlung effektiv und zielgerichtet ist und man öffnet Manipulationen Tür und Tor. Das ist einer der Hauptgründe, warum Schulzeugnisse eigentlich kaum das Papier wert sind auf dem sie stehen und als institutionalisiertes kulturelles Kapital auch immer weniger ernst genommen werden.

Wären die entsprechenden Tests standardisiert und von einer dritten Partei durchgeführt, dann könnte man garantieren, dass ein erreichtes Level auch eine Wert hat. Konsequenterweise kann man anhand der erreichten Niveaustufen eines Schülers diesen besser betreuen und fördern als ihn dumm eine Jahrgangsstufe wiederholen zu lassen. Anhand dieser Kompetenzstufen kann dann auch eine sinnvolle Selektion für die Universität oder Wirtschaft stattfinden. Diese wird auch den individuellen Stärken und Schwächen des Einzelnen mehr gerecht als diese eindimensionale Bewertung, die wir da jetzt so haben und bei der nicht einmal die Skala passt. Das braucht man halt in nachvollziehbar und definiert und evaluierbar.

Und als Synthese mit dem vorhergehenden Punkt: Lehrer sein, sollte sich auf bilden und Fürsorge konzentrieren, nicht auf das Messen von Leistung. Die Menge an jungen Menschen, die im System, mit sich oder mit ihrem Umfeld verloren und Spielball der Gesellschaft sind, steigt von Jahr zu Jahr. Dabei ist egal, ob es sich um diejenigen handelt, die blind der heiligen Religion des Neoliberalismus folgen, oder denjenigen, die mit sich nicht klar kommen, mit den unsichtbaren, den zu sichtbaren oder denjenigen, die sich verstecken, während sie sich dringend zeigen müssen. LehrerInnen müssen für sie alle da sein, zusammen mit den Sozialarbeitern und Schulpsychologen. Der Fokus von Bildung kann eben nicht nur das Wissen und die Selektion sein. 

We also need to care for people.

HCH028 Advi liest: Charles Stross - Halting State

Ich habe Halting State von Charles Stross gelesen und spreche mal darüber. Wie immer, eher sprechendes Denken anhand eines Werkes.

Shownotes

Über Kleidung, Persönlichkeit und Identität

Nachdem ich letztens schon etwas garstig über Authentizität in der Kommunikation geschrieben habe, und wir uns im soziologischen Kaffeekränzchen über Identität unterhalten haben, möchte ich da eine weitere Dimension aufmachen. Wir hatten es auch in der Sendung über Identität, dass das viel mit Kleidung zu tun hat. Und an der Stelle möchte ich mal etwas abtauchen, vor allem auch, weil die Karnevalssaison vor der Tür steht und damit eine zweite Dimension.

Da ich ja der Typ mit den Texten und der Literatur bin, fange ich mit einer meiner Lieblingsstellen aus einem Podcastbuch ever an. Es ist die Podcastversion von Nathan Lowell’s Trader’s Tales in the Age of the Solar Clipper. Im zweiten Buch Half Share, wird der Protagonist Ishmael zu einem Nobelschneider geschleppt, um sich neu einzukleiden. Die ganze Szene ist eher so ein Coming-of-Age Moment und die entscheidende Szene ist die, in der Ishmael in Unterhosen vor dem Spiegel des Schneiders steht und dieser fragt: „Who do you think, you are?“. In der Folge finden sie gemeinsam einen Kleidungsstil, der Ishmael als Person entspricht.1 Das ist der zentrale Punkt, um den sich dieser Text drehen soll.

Kleidung ist eines der hauptsächlichen Zeichen, die wir an die Welt senden und es generiert damit in der Welt einen großes Teil des Bildes, das wir von uns senden wollen, und auf das die anderen Menschen da draußen reagieren. Das bedeutet, dass Kleidung Identität für uns und gegenüber der Welt generiert. Diese Identität ist das Ergebnis einer Sozialisation2 und das bedeutet natürlich auch, dass die Analyse des Kleidungsstils Rückschlüsse auf die Sozialisation und damit die Identität zulässt, auf der das alles aufbaut. Menschen tragen also ihre Einstellungen, Sichtweisen und auch ihre Funktionen am Körper. Letzteres ist natürlich im wirtschaftlichen und beruflichen Kontext klar, und deswegen etwas, über das ich mich mal getrennt auslassen. Menschen sehen also Kleidung und äußerliche Erscheinung als Zeichen ihrer Persönlichkeit und Identität. Ich sehe so aus, wie ich aussehe, weil ich das möchte. Das bedeutet nicht, dass ich nicht Kleidungsstile annehme, die von verschiedenen sozialen Gruppen generiert werden, aber die Wahl obliegt erst einmal mir. Vor allem auch, die Entscheidung, wie sehr ich diese Kleidungsstile adaptiere oder nicht. Ich nehme mich mal als Beispiel. 

Wer mich auf Großveranstaltungen wie dem Congress getroffen hat, weiß, dass ich eigentlich immer in schlapprigen „Goa-Hosen“ rumrenne. Die sind halt total bequem und gleichzeitig ungewöhnlich. Dazu trage ich meist irgendwelche Nerdshirts und eine Jacke im Paganstil oben drüber.3 Das sind Klamotten, die mir gefallen in denen ich der bin, von dem ich denke, ich bin ich. Bedeutet das, dass ich arabische Kleidungsstile kulturell appropriiere? Nein, allein schon weil dieser Stil der Hose eigentlich auf der ganzen Welt verbreitet war. Sackartige Schnitte sind halt einfach zu gestalten. Es ist halt bequem und nicht normal und das gefällt mir irgendwie. Es ist mehr „ich“ als mich in enge Jeans zu zwängen oder aber Hemden und Unterbauchhosen anzuziehen, die ich nur im Übergrößenhandel shoppen kann. Stattdessen nehme ich die Gestaltung meines Wahrgenommenwerdens in die eigene Hand und zähle öfter mal die Leute, die mich blöde auf der Straße ansehen.

Diese Wahl der eigenen Kleidung ist grundsätzlich von Verkleidungen zu unterscheiden, auch wenn das anscheinend vielen Menschen schwer fällt, die glauben, dass alles was nicht dem modischen Mainstream entspricht eine „Verkleidung“ ist. Dabei funktionieren Verkleidungen nur im Kontrast zu einem „normalen” Kleidungsverhalten. Ich selbst fühle mich im Anzug zur Abiturfeier verkleidet und obwohl ich etwas dafür tue, dass da immer noch Persönlichkeit durchscheint, finde ich diese Kleidung als überhaupt nicht meinem Bild von mir entsprechend. Dadurch wird eine Verkleidung. Wenn diese Verkleidung mit Kleidung verglichen wird, verwechselt man Identitätsebenen. Bei Verkleidungen wird die eigene Identität durch den Kontrast mit dem hergestellt, dass normalerweise der Identitätsgenerierung dient. Wenn du ein Langweiler in Jeans und Polohemd ist, dann ist das Tragen meiner Klamotten ein Kommentar darüber, dass du immer noch ein Langweiler in einer Goa-Hose bist. Der Kontrast macht Verkleidung wirksam. Erst von aus der Verkleidung die Kleidung wird, dann dreht sich die Identitätsgenerierung um.

Wir sind also, was wir tragen wollen und tragen. Doch wir sind auch, die Person, die sich in anderen Sachen unwohl fühlt. To be who we think we are, has a lot to do with what we wear…

  1. Hört den Rest der Szene, weil nunja, er ist sehr schön menschlich… []
  2. Wir sind überrascht… []
  3. Wer genauer das genauer wissen will. Es gibt da einen Blogpost. Es fehlt meine Winter- und meine Übergangsjacke, aber ansonsten ist das vollständig. []

Authentische Kommunikation und Social Media

Ich habe mich vor einiger Zeit mal kurz darüber geäußert, warum formularische SEO-Bullshit Tweets und ähnliches soziales Vernetzungsgebaren auf sozialen Netzwerken soziologisch gesehen peinlich und kontraproduktiv ist. Und weil ich zu gesteigerter Eristik neige, erkläre ich jetzt mal warum das alles Quark und nicht ernstzunehmen ist. Dabei mache ich mich natürlich über alle Vertreter dieser Religion lustig. Doch, wie immer, für die Lernfreudigen etwas Grundlagen.

Aufmerksamkeitsökonomie

Wir sind ja auf dem besten Weg zu Post-Scarcity, jedenfalls wenn es um die Phantasien verschiedenster Wirtschaftler und Utopisten geht. Ob das so wird, oder nur Full-Scarcity ist noch nicht raus. Sicher ist allerdings, dass die Herstellung von Produkten durch menschliche Arbeitskraft wohl immer mehr abnimmt. Wir sind jetzt schon in sogenannten Dienstleistungsgesellschaften und mit den sozialen Medien hat sich eine komplette virtuelle Wirtschaftswelt entwickelt. Seit Bitcoin wissen wir, dass eine Menge von Nullen und Einsen den Wert sehr vieler physischer Produkte übersteigen kann. In dieser tollen neuen virtuellen Wirtschaftswelt gibt es allerdings eine Kategorie, über die wirtschaftlicher Wert generiert wird: Aufmerksamkeit. Nachdem nur noch zählt, wer was zu sehen bekommt, ist Aufmerksamkeit die einzige Währung, die wirklich zählt. Wer wahrgenommen wird, hat Wert und wer nicht, der nicht. Das können wir jetzt schon bei Youtube Stars und Influencern1 sehen.

Die Frage ist jedoch, wie generiert man nun als wirtschaftlich orientiertes Wesen Aufmerksamkeit und damit Geld in dieser Art von Ökonomie?

Kundschaft und Plattform

Die Antwort auf diese Frage hat zwei grundlegende Dimensionen, die der Kunden und die der Plattformen. Beide haben miteinander zu tun, aber in unterschiedlicher Ausprägung. Die Kunden sind der einfachste Ansatz, aber interessanterweise auch das, was am meisten falsch verstanden wird. Es wird zwar immer behauptet, dass die User also die normalen Menschen da draußen diejenigen sind, die in der Aufmerksamkeitswirtschaft die bezahlenden Kunden sind, aber das stimmt großflächig nicht. Zwar gibt es Angebote, die von direkten Spenden ihrer Zuhörer und Abos leben können, diese sind jedoch in der Unterzahl und das meiste davon wird mittlerweile auch über Plattformen abgewickelt, die dann wiederum zumindest zum sekundären Kunden werden, der auch immer mit befriedigt werden muss. Das bedeutet, dass die Adressaten zwar das eigentliche Publikum sind, das die Aufmerksamkeit spendet, aber nicht die Gruppe, die am Ende das Geld generiert und diese Gruppe ist die eigentlich wichtige.

Die Übersetzung von Aufmerksamkeit in Geld findet derzeit hauptsächlich über die verschiedenen Spielarten von Werbung statt, die wiederum primär durch die Plattformen mit den Inhalteanbietern verbunden werden. Damit ändert sich dann, wie oben gezeigt, aber der Kunde des Anbietenden. Die Werbetreibenden werden zum primären Kunden des Anbieters und die Plattformen werden zum Mittelsmann zwischen beiden. Um also die generierte Aufmerksamkeit in Geld zu übersetzen scheint derzeit der Königsweg zu sein, sich über eine Plattform oder direkt an die Werbewirtschaft zu verkaufen. Dabei bestimmt diese dann langfristig auch den Inhalt und beschränkt die eigene Freiheit, da sie nur Botschaften haben möchte, die bestmöglich mit der vordefinierten Zielgruppe resoniert2. Die Plattformen sind hierbei die Regulierungsinstanzen, die von vorneherein versuchen werbefreundliche Produkte zu bevorzugen. Das bedeutet, dass Inhalte hauptsächlich den Plattformen und Werbetreibenden gefallen müssen und die Aufmerksamkeit nur dafür generiert wird.

Die Rolle der Plattformen ist dabei besonders perfide, können sie doch den Aufmerksamkeitsstrom und die Werbungsverteilung regulieren. Das wird von Google, Facebook und so weiter schon in großem Umfang getan und das Geweine, das darauf folgt führt dann zum nächsten Problemfeld, das viel mit dem Missverstehen von social media und den sozialen Konstrukten, die da in den entsprechenden Benutzerkreisen gelten, zu tun.

Social Media Marketing-Schwachsinn für 1000

Über den Umgang mit social media gibt es unterschiedliche Ansichten. Die zwei großen Strömungen können grob in die Fraktion der authentisch kommunizierenden Menschen und die Strömung der Social Media Marketing Professionellen unterteilt werden.

Erstere sind relativ einfach abzuhaken. Menschen benutzen social media um mit anderen Menschen authentisch zu kommunizieren. Dabei geht es darum Beziehungen aufrecht zu erhalten und zu gestalten. Sehr oft sind hier auch Beziehungen im echten Leben gemeint. Social Media in diesem Sinne schafft ein Profil der Person, das meist eine hohe Kongruenz mit dem Profil in der realen Welt zu tun hat. Dadurch schaffen sich auch Beziehungen und die Aufmerksamkeitsökonomie ist am stärksten, nämlich durch das Empfehlen von Bekannten, denen die Personen vertrauen. Das ist auch das, was Facebook mit seiner aktuellen Kampagne wieder möchte, bei der private Nachrichten wieder im Feed hochgewichtet werden. Nur diese eigentlich belanglose private und authentische Kommunikation hält nämlich Menschen auf Facebook und damit das Engagement hoch. Die selbe Logik gilt auch für Instagram, wo wir zeitnah sehen werden, dass die ganzen Influencer an der Fakeheit ihrer Kommunikation scheitern werden. Denn das ist die andere Art mit Social Media umzugehen.

Diese besteht aus der Idee, dass es Kommunikationsregeln gibt, die auf jeden Fall Erfolg auf Social Media bedeuten. Und die Grundregel hier ist Vernetzung.3 Deswegen ist es nicht wichtig, dass die Kommunikation authentisch ist, sondern möglichst viel Botschaft mit möglichst vielen Multiplikatoren enthält. Denn wenn ich die Aufmerksamkeit von diesen erhalte, dann gibt das irgendwie mehr Erfolg. Die Logik dahinter ist dieselbe wie oben genannt: ich verwechsele die Leute, die mir Geld geben mit den Leuten, wegen denen mir Geld gegeben wird. Das Problem ist, dass diese Art von Kommunikation vergisst, dass social media das Verbreitungsmedium ist und nicht das Beschaffungsmedium. Ich kann zwar in spezifischen professionellen Kreisen Aufmerksamkeit für mich generieren, aber eigentlich sollte ich direkt mit der Zielgruppe interagieren. Die ganze Social Media Marketing Strategie zielt allerdings darauf ab, möglichst unauthentische und manipulierte Botschaften zu senden, von denen man denkt, dass sie definitiven Erfolg haben. Das stimmt, allerdings nur bei den Kreisen, die denselben Cargo-Culten anhängen.

Wir beten alle mal, damit wieder ein Flugzeug landet.

Obwohl alles, was oben gesagt wurde länglich bekannt ist, und gerade wir Podcastnasen das auch immer wieder beweisen,4 wird an vielen Stellen der Industrie immer noch der Cargo Cult der gesteuerten Social Media Kommunikation gebetet. Das wird dann auch allen jungen professionellen Anfängern in dem Bereich beigebracht, gern an Unis gelehrt und resultiert darin, dass alle sich gegenseitig vorbeten, dass es gut funktioniert, weil der Rest genauso auf die Gebete handelt, wie man selbst. Allein, die echte Zielgruppe, diese Menschen, die irgendwie die Texte lesen, die Videos schauen und damit die Werbung konsumieren sollen, die werden nicht angesprochen. Stattdessen wird ein autonom arbeitendes System von Medienschaffenden kreiert, für die Chartbeat und Social Media Esoterik einen Erfolg garantieren sollen, den sie nur mit zweifelhaften Daten messen können.

Daran ist besonders interessant, dass es in der PR-Branche eigentlich bekannt ist, wie am besten Engagement hergestellt wird, nämlich durch die oben genannte Authentizität und Relevanz. Allerdings scheint es da auch noch Experten aus dem Bereich der Leute zu geben, die das gerne irgendwie betriebswirtschaftlich plan- und abrechenbar mit Erfolgsgarantie hätten. Also werden werden dämliche Kochrezepte in Gebetskreisen zum social media Erfolg herbeigebetet, die von freischaffenden Priestern geleitet werden, die nix von dem glauben, was sie erzählen, aber gut Rechnungen schreiben. Gerne führt das dann auch noch dazu, das immer mehr Geld auf disfunktionale Interaktion geworfen wird, weil ja die Strategie nicht falsch sein kann, sondern nur die Anstrengung fehlt.

Sei du selbst…

Das ist alles hochgradig amüsant, würde es nicht so viel Geld kosten und gleichzeitig strukturell diejenigen Stimmen unterdrücken, die tatsächlich einen Mehrwert für die Gesellschaft und nicht nur für ein scheiternde Medienwelt haben. Diese anderen Stimmen haben oft keinen schnellen Erfolg, aber dafür meist den nachhaltigeren.

  1. Allein das Wort ist schon peinlich… []
  2. Also bitte nicht solche Texte hier… []
  3. Ja, da kommen noch mehr Bullshitvokabeln, keine Sorge. []
  4. Ja, die Monetarisierung ist noch nicht so gut… []

HCH024 Unterricht mit Smartphones

Ich wurde gefragt, ob ich mal sagen kann, was ich dazu mache und es wurde ein kleiner Rundumschlag durch die Didaktik, mit einem kleinen Abstecher dahin, was ich so im Sozialkundeunterricht mache.

Shownotes

Über Handlungsfähigkeit…

Nachdem es beim letzten Mal um Skills und die Idee ging, dass Inhalte Skills erst wertvoll machen, muss ich auch über eine zweite soziale Dimension reden, die mich da umtreibt. Fähigkeiten und Inhalte sind nämlich leider nur soviel wert, wie sich die einzelne Person zutraut. Und da beobachte ich eine Veränderung in die Richtung, dass immer weniger Leute ihre eigene Handlungsfähigkeit (Agency) und Selbstwirksamkeit in der Welt wahrnehmen. Darauf gestoßen haben mich die Geschichten von Menschen um mich herum, bei denen es sehr viel um Körperbestimmung geht. Fangen wir mal da an, und werden dann irgendwie allgemein.

Es ist dein Körper…

Die Geschichten, die ich hierzu kenne, sind weniger meine eigenen. Ich bin zwar volltätowiert, aber halt auch ein großer weißer hetero- und cis-gelesener Mann. Leute finden mich eigenartig, aber halten generell den Mund. Anders ist das bei meinem weiblichen Umfeld. Da das aber für sich selbst sprechen kann1, werde ich das nur grob umreißen. Das weibliche Umfeld hat sich nämlich zum einen großflächige Tätowierungen in „unweiblich“2 stechen lassen oder vor der Frage gestanden3, ob es sich ein Piercing stechen lässt. Das führt zu allerlei Einlassungen von außen, die irgendwelche Bilder an das Umfeld herantragen, seien es dezidierte Machtaussagen von Menschen, die glauben, dass romantische Beziehungen Machtbeziehungen sind4, oder aber antiquierte Vorstellungen von Schönheit.5 Dabei ist natürlich klar, dass entgegen dem gesellschaftlichen Mythos die Person selbst erst einmal Hoheit über ihren Körper hat. Auch, und eigentlich dann insbesondere, wenn sie diese nicht vollständig ausüben kann. Ich habe komische Tattoos und das ist mein Ding. Dasselbe gilt für sexuelle Präferenzen und so weiter. Egal wie sehr konservative Politiker und ähnliche Instanzen da hereinreden wollen, ist es grundsätzlich so, dass der Körper zur Person gehört.

Agency

Nach dem eher dogmatischen Statement geht es jetzt um die Frage, was das denn eigentlich bedeutet. Die Konstruktionsmacht der Person durch die Gesellschaft ist stark und wird immer wieder sozial reproduziert. Dabei geht sehr oft die Handlungsfähigkeit der Person im wahrgenommenen Druck der Gesellschaft unter. Die Konformitätsdrohung münzt sich in der individuellen Erfahrung in Gefühle von Ungeliebtheit und damit soziale Erwünschbarkeit um. Du wirst nur geliebt und bist nur wertvoll, wenn du dich richtig verhältst, also mit dem was du tust nicht den Rahmen dessen verlässt, was allgemein als gutes Verhalten konstruiert wird. Also bitte keine großen Bodymods, bitte über sexuelle Gewalterfahrungen durch Machtkonstruktionen schweigen, bitte immer so tun, als wäre jeder Stress willkommen und soundso kein Problem oder bitte immer perfekte Eltern sein und zwar nach allen sich-widersprechenden Elternratgebern gleichzeitig. Dieser Druck nimmt der einzelnen Person die Möglichkeit im Rahmen ihrer Beziehungen und in Bezug auf sich kompetent und eigenständig zu handeln. Individuelle Handlungsfähigkeit und das Nutzen alle Möglichkeiten, die einer Person zur Verfügung stehen sind aber integral für das Selbsterlebnis als eigenständiges Individuum, und das unbenommen von Sozialisation.

Dieses Phänomen wird mit dem Blick in niedrigere soziale Statusgruppen noch deutlicher. Hier wird ja nicht nur sozialer, sondern auch ökonomischer Konformitätsdruck ausgeübt. Die EmpfängerInnen von ALG II und ähnlichen Transferleistungen müssen sich in ihre Leben und damit ihre Handlungsfähigkeit in einem Maße hineinredenlassen, die vielen modernen Pseudopädagogen bei Kindern sofort die Zornesröte ins Gesicht steigen ließe. Die Unwürdigkeit, die da gegenüber Kindern reklamiert wird, ist dann bei Erwachsenen Menschen, die aus ihrer unabhängigen Handlungsfähigkeit viel Identität ziehen umso schlimmer.

Die sozialen Konstrukte, die benutzt werden um Menschen davon zu überzeugen, dass sie gegenüber sich selbst nicht handlungsfähig sind und keine Selbstwirksamkeit mehr haben, sind zutiefst schädlich und normal.

Und nu?

Hilft eigentlich nur etwas dagegen zu tun. Weil der einfache Ratschlag „Dann mach doch, was du willst.“ ist zwar richtig, aber auch zynisch. Denn Menschen, die immer wieder die Erfahrung gemacht haben, dass ihre eigene Handlungsfähigkeit in Frage gestellt wird, egal wie wohlmeinend das getan wurde6, trauen sich irgendwann selbst nicht mehr zu das Richtige zu tun, obwohl das nicht existiert.7 Also braucht es die wohlmeinende Hilfe von außen, die Menschen immer wieder darauf zurückführt, dass sie ihre Entscheidungen selbst treffen müssen. Man kann eine Meinung äußern, aber diese Meinung als für die andere Person als wichtig oder gar richtig aufzufassen ist übergriffig. Es ist nett zu wissen, was die anderen denken. Das bedeutet nicht, dass das auch nur im geringsten eine Richtlinie ist. 

  1. Und ja nichts dem Feminismus mehr hilft, als wenn Männer für Frauen sprechen… []
  2. Fragt mich, bitte, bitte nicht, was das ist. Es wurde mir berichtet. Ich dachte weiblich sei das mit den Brüsten und der Vulva, und davon gerne auch was optional. []
  3. Und die anscheinend im Sinne dieses Textes beantwortet. []
  4. Bitte hören Sie hierzu unser soziologisches Kaffeekränzchen zu Liebe []
  5. Hören Sie hierzu das passende Kaffeekränzchen über Schönheit. []
  6. Ich als Lehrer und total wohlmeinender Mensch muss auch aufpassen, dass ich das nicht tu… Es ist eben nicht einfach. []
  7. Hier kann man dann auch endlich mal von Gaslighting sprechen… []

Bitte nicht beim Skill stehen bleiben…

Ich habe ja viel mit Bildung und so Kram zu tun, immerhin arbeite ich da ja, und eine Sache, die mir immer wieder auffällt, ist wie wenig eigentlich darauf geachtet wird, dass die jungen Menschen mit den ganzen tollen Kompetenzen und Fähigkeiten, die sie so von uns beigebracht (bekommen sollen)1 eigentlich nichts anfangen können. Warum das so ist, versuche ich hier mal zu erklären.

Theorie und Praxis

Theorie und Praxis stehen sich im Verständnis vieler Menschen immer antagonistisch gegenüber. Theorie ist grundsätzlich so komisches Rumgedenke, dass in Schulen und Unis gemacht wird und da als Grundlage von hohem Sozialstatus gilt.2 Praxis hingegen ist das was in der Realtität wichtig ist. Der Theoretiker ist als schlauer als der Praktiker, der wiederum weiß, wie es wirklich geht.

Beide Vorstellungen sind natürlich totaler Käse. Theorie informiert Praxis und Praxis informiert Theorie. Nur im Wechselspiel zwischen beiden kann irgendetwas entstehen. Es hilft halt nicht, eine Schraube anziehen zu können, wenn ich nicht weiß, welchen Zweck diese Schraube im Großen und Ganzen so hat. Der Ingenieur ist halt ohne den Naturwissenschaftler, der Neues erforscht, gelangweilt und aufgeschmissen, wie der Naturwissenschaftler ohne den Ingenieur nicht forschen kann. Soziale Theorien sind nur so gut, wie sie empirischen Erkenntnissen entsprechen.

Theorie und Praxis befinden sich also nicht in einem Kampf, sondern eher in einem Tanz um die gemeinsamen Probleme.

Der Unterschied zwischen den Mitteln und den Inhalten

In den letzten Jahren hat im Bildungssystem ein steter Trend weg von Inhalten hin zu Skills stattgefunden. Die vielbeschworenen Kompetenzen haben da den Weg geebnet und die Konstruktion der „Wissenskompetenzen“ zeigt auch, wie kaputt der Kompetenzbegriff hier schon ist. Kompetenz sollte eigentlich bedeuten, dass eine Person Probleme eigenständig lösen kann und das auch bei ähnlichen Problemen, die diese Person nicht vorher mal eingeübt hat. Aussehen tut es dann so, dass immer mehr hochformalisierte Skills ohne große Freiheitsgrade gelehrt werden. Es ist halt einfacher eine Musterlösung auswendig lernen zu lassen, als Menschen die Unsicherheit zuzumuten einfach einen Text zu produzieren. Das ist natürlich ein komplett unnötiger Skill, aber selbst wenn wir sowas wie Integralrechnung nehmen, dann wird es auch nicht besser, wenn die Relevanz für die Lebenswelt fehlt. Nun werden die Mathematiker sagen, es geht hier um die Schulung des logischen Denkens und der Punkt ist in Ordnung, allerdings wäre das auch einfacher vermittelbar, wenn es da mal Inhalte gäbe.3 

Skills sind also ohne Inhalte sinnlos. Trotzdem gibt es einen festen Glauben, dass die Fähigkeit eine komplexe Handlung auszuführen an sich schon eine Qualifikation bedeutet. Das erkennt man unter anderem in der Lehrerbildung. Ist die Person im Referendariat in der Lage einen Stundenablauf zusammenzulügen und eine Überschrift an die Tafel zu malen, kann sie auf Kinder losgelassen werden. Menschliche Eignung spielt eine eher untergeordnete Rolle, wenn nicht gerade Unterordnung in eine Hierarchie gemeint ist. Dass dann am Ende irgendwie wichtig ist, was da so erzählt wird, dass inhaltliche Kompetenz und vor allem auch intellektuelle Kompetenz eine immanente Rolle spielen, wird halt gerne vergessen, wenn der Stundenablauf gut aussieht.

Der wahre Skill ist halt genau da, wo ihn keiner vermutet und informiert von Inhalten, die auch gewusst und verstanden sein wollen.

In die Zukunft…

Nachdem ich öfter von jungen Menschen gefragt werde, was sie denn mit ihrer Zukunft anfangen sollen, möchte ich meine Perspektive geben.4 Zum einen ist formale Bildung heutzutage nur noch wertvoll, weil sie Zettel generiert, die Sozialstatus bedeuten. Das ist großflächig ein Cargo Cult der Moderne: Ich habe einen Zettel und kann auf einmal was. Auf dem Weg zu dem Zettel kann Bildung stattfinden, aber das ist nicht verpflichtend und auch nicht so häufig wie gedacht wird. Deswegen gibt es immer mehr Bereiche in denen formaler Bildung misstraut wird und in der die formularische Ausbildung sogar kontraproduktiv sind. Das ist vor allem in kreativen und künstlerischen Berufen der Fall. Die haben einen handwerklichen Anteil, aber die wahre Bildung ist das, was die Menschen beim Ausprobieren des Handwerks an Erfahrungen sammeln. Das ist auch ein Kontrapunkt zum immer verschulteren Hochschulwesen, das Ausbildungen, in denen Dinge getan werden, durch Studiengänge ersetzt, in denen hauptsächlich Dinge gelernt werden. Dazu kommt, dass formale Ausbildungen den Blick unheimlich einschränken. Oder wie es Neil Gaiman in dieser Commencement Speech so schön sagt:

First of all: When you start out on a career in the arts you have no idea what you are doing.

This is great. People who know what they are doing know the rules, and know what is possible and impossible. You do not. And you should not. The rules on what is possible and impossible in the arts were made by people who had not tested the bounds of the possible by going beyond them. And you can.

If you don’t know it’s impossible it’s easier to do. And because nobody’s done it before, they haven’t made up rules to stop anyone doing that again, yet.

Oder wie ich als Lehrer gerne sage: „Wenn wir SchülerInnen nicht sagen, dass etwas zu schwer ist, dann merken die das nicht und tun es einfach.“ Formale Bildung tut das aber die ganze Zeit und die Reaktion der Schülerschaft auf Freiheitsgrade in Aufgaben ist oft die von Angst und Unsicherheit und selten die von Freude. 

Das Unterscheidungsmerkmal für gute Arbeit wird also immer mehr der Inhalt und die Anwendung der Skills, die es zweifelsohne braucht. Und das ist auf jedem Level wahr… und manchmal sogar wahrer für die „kleinen“ Jobs wie Handwerker als für die tollen akademischen Berufe, die sehr oft nur glorifizierte Bürojobs sind.

Es ist halt wichtig, nicht zu glauben, dass irgendetwas gut zu können, ein Garant für Erfolg oder Anerkennung oder auch nur ein Wert ist. Das wird alles erst wertvoll, wenn es mit Inhalten, Menschlichkeit und Authentizität gefüllt wird. Also bitte nicht beim Skill stehen bleiben… 

  1. Glaubt das jemand ernsthaft, dass das so funktioniert? o.O []
  2. Herr Bourdieu an die Infotheke bitte! []
  3. Das wird dann mit absolut peinlichen „lebensweltlichen“ Aufgaben probiert, die primär zeigen, dass die Menschen, die sie erstellt haben, in ihrer Lebenswelt keine Notwendigkeit für diese Inhalte haben. []
  4. Achtung: ich bin so hoch privilegiert was das alles angeht, dass es total ironisch ist, dass ich das tue. Es ist mir bekannt, dass ich lebenszeitverbeamtet bin und mir überhaupt keine Mühe geben muss… entsprechende Einlassungen darf man sich klemmen. []