Archiv der Kategorie: Chaos

HCH027 Advi liest: Thief of Time

Ich habe Zeit an den Händen und lese Thief of Time von Terry Pratchett. Und weil ich das Buch sehr mag, bespreche ich mal die, für mich, wichtigsten Inhalte, die es so in diesem Buch gibt. Es wird gespoilert, aber das Ding ist relativ alt. Wenn ihr es noch nicht gelesen habt, dann lest es lieber vorher.

Shownotes

Blogeintrag zu Moralischem Handeln

WMDEDGT Juni 2018

Es ist mal wieder soweit…

Heute ist sogar mal halbwegs spannend. Ich fiel aus dem Bett, ging mit dem Hund frühstückte erfolgreich. Dann ging es zur Schule, und zur Besprechung meiner Nachkorrektur in der nicht klar war, wer der „good cop“ und wer der „bad cop“ ist.1

Nachdem das erledigt war, ging ich dann mal meinem Berufe nach und war diesmal auch mit der Geschichtsstunde zufrieden.

Dann sprang ich ins Auto und ab zur Tätowiererin um den Rücken fertig stellen zu lassen. Ich habe da immer noch Problemchen mit der Bluterei, aber es klappte alles und ich bin endlich fertig und alle Beteiligten mit dem Ergebnis zufrieden.

Dann ging es heim und gleich darauf wieder los mit dem Tiere, das es sehr genoss im Teich zu baden und mir meine Wohnung einzunässen, in dem sich zum Schütteln extra noch einmal hereinbegeben hat. (FLOCKEEEE!!!)

Der Abend wird entspannt auf der Terrasse verbracht werden… 

  1. Technisch gesehen ist der Nachkorrektor eher der bad cop. []

HCH026 Advi liest: Jabberwocky

Ich mache mal etwas neues, weil ich das neue Equipment und Kapitelmarken testen möchte und ihr habt davon, dass ich Jabberwocky lese, etwas dazu erkläre und euch auch eine kleine Aufgabe gebe.

Im folgenden seht ihr den Jabberwock in der Originalzeichnung von John Tenniel, Deutlich erkennbar: KEIN DRACHE!

Und hier ist Humpty Dumpty’s Explanation of Jabberwocky, für diejenigen, die sich wundern und diejenigen die mir gerne etwas malen wollen.

“You seem very clever at explaining words, Sir”, said Alice. “Would you kindly tell me the meaning of the poem ‘Jabberwocky’?”

“Let’s hear it”, said Humpty Dumpty. “I can explain all the poems that ever were invented–and a good many that haven’t been invented just yet.”

This sounded very hopeful, so Alice repeated the first verse:

‘Twas brillig, and the slithy toves
Did gyre and gimble in the wabe:
All mimsy were the borogoves,
And the mome raths outgrabe.
“That’s enough to begin with”, Humpty Dumpty interrupted: “there are plenty of hard words there. ‘Brillig’ means four o’clock in the afternoon–the time when you begin broiling things for dinner.”

“That’ll do very well”, said Alice: “and ‘slithy’?”

“Well, ‘slithy’ means ‘lithe and slimy’. ‘Lithe’ is the same as ‘active’. You see it’s like a portmanteau–there are two meanings packed up into one word.”

I see it now”, Alice remarked thoughfully: “and what are ‘toves’?”

“Well, ‘toves’ are something like badgers–they’re something like lizards–and they’re something like corkscrews.”

“They must be very curious creatures.”

“They are that”, said Humpty Dumpty: “also they make their nests under sun-dials–also they live on cheese.”

“And what’s to ‘gyre’ and to ‘gimble’?”

“To ‘gyre’ is to go round and round like a gyroscope. To ‘gimble’ is to make holes like a gimlet.”

“And ‘the wabe’ is the grass plot round a sun-dial, I suppose?” said Alice, surprised at her own ingenuity.

“Of course it is. It’s called ‘wabe’, you know, because it goes a long way before it, and a long way behind it–”

“And a long way beyond it on each side”, Alice added.

“Exactly so. Well then, ‘mimsy’ is ‘flimsy and miserable’ (there’s another portmanteau for you). And a ‘borogove’ is a thin shabby-looking bird with its feathers sticking out all round–something like a live mop.”

“And then ‘mome raths’?” said Alice. “If I’m not giving you too much trouble.”

“Well a ‘rath’ is a sort of green pig, but ‘mome’ I’m not certain about. I think it’s sort for ‘from home’–meaning that they’d lost their way, you know.”

“And what does ‘outgrabe’ mean?”

“Well, ‘outgribing’ is something between bellowing an whistling, with a kind of sneeze in the middle: however, you’ll hear it done, maybe–down in the wood yonder–and when you’ve once heard it, you’ll be quite content. Who’s been repeating all that hard stuff to you?”

“I read it in a book”, said Alice.

–Through The Looking Glass, Lewis Carroll

WMDEDGT – April 2018

Ich habs fast vergessen, aber Zeit, also hier der Rundown des Tages. Ich habe Ferien, da ist das alles so putzig unstrukturiert.

Es fing mit Kieser Training an. Ich arbeitete mich schon gegen 8 Uhr durch mein Programm, um dann am Schreibtisch zu landen und mich offiziellem Kram und Korrekturen. Für letztere war ich nicht wirklich motiviert, was sich durch die eher durchwachsene Leistung der Schülerschaft nicht besserte. Ich habe also schnell aufgegeben.

Nach dem Tütenmittagessen ging ich mit dem Hund durchn Wald und genoss den frühlingshaften Sonne-Nieselregen Cocktail, der mir da geboten wurde, während ich mich durch größere Mengen Pagan Folk hörte. Ich stellte dann fest, dass ich genug Zeit hatte, die Lektüre für die Vorklasse abzuholen. Es gehört zu den besonderen Weihen der Lehrkraft mit einem großen Karton voller Comics durch die Stadt zu laufen. Danach habe ich noch schnell eine Folge Lernfragen aufgenommen.

Dann spielte ich etwas verloren Baseball auf der Playse und sitze nun im Jugendtreff… all is well… Ferien halt. Ich fühle mich zwar ohne Struktur immer leicht verloren, aber es geht noch…

WMDEDGT – 5.2.2018

So, heute ist wieder Tagebuchblogposttag und diesmal habt ihr den Jackpot erwischt. Montag ist lang.

6:55 – Ich bin vor zehn Minuten ausm Bett gefallen und gehe gleich mit dem herzallerliebsten Schnuffeltier die Morgenrunde. 

8:15 – Um 7:35 klingelte die Armbanduhr auf der Hunderunde und eröffnete mir in der Stimme des stellvertretenden Stundenplaners, dass ich auch die erste Stunde unterrichten sollte. Das würde dann 9 Stunden am Band am Montag machen.1 Das ist dann eigentlich schon scheißegal. Also versorgte ich das Tier und sattelte das Pferd. Pünktlich zehn Minuten vor Unterrichtsbeginn schnippte ich in das Lehrerzimmer, nur damit mir der Stundenplanerchef sagte, dass 9 Stunden dann etwas unzumutbar wären und mir Nachmittagsstunden dafür gestrichen werden. Das ist nicht so einfach, weil die Klasse aus der ich das hier gerade schreibe ist nicht meine letzte am Tag. Ich bin gespannt, mache aber auch die 9 Stunden, wenn ich dann Donnerstag erst zur 5. habe. PS: Diese Verlängerung meiner Stunden verdanke ich einem eher unzuverlässigen Kollegen, der auch gern strategisch an Klassenkonferenzen krank ist.

12:00 – So, mittlerweile sind drei Sozialkundestunden rum. In zweien haben wir uns über die Vorstellungen der Schülerschaft zur Zukunft der EU unterhalten, und einmal den Gesetzgebungsprozess nachgespielt. In der Englischstunde gab es die Schulaufgabe zurück und eine Predigt zur weiteren Schullaufbahngestaltung aus der Sicht der Person, die es unterrichtet. Jetzt sitze ich im Englischunterricht und lasse die Schülerschaft eine beschissene Grafik beschreiben, weil ich die schönen dank Zeitdruck heute morgen nicht kopieren konnte. Dafür habe ich den Nachmittag auf eine Stunde heruntergekürzt bekommen. Wenn die Schülerschaft fertig mit der Beschreibung ist werden sie eine möglichst gute zusammenschreiben und dann schaue ich die für alle unter der Dokumentenkamera2 an.

13:00 – Ich sitze im Lehrerzimmer und mampfe erst den Opportunitätshamburger vom Hausmeister und dann etwas harte Sushi und dann das Hipster Popcorn. Dann hole ich noch schnell das Paket vom Drop-Off Point in der Nähe der Schule und dann in die letzte Stunde für heute.

15:30 – Ich bin dann mal schon gegen 15 Uhr daheim gewesen, nachdem die Stundenplanung meinte: „Du arbeitest nicht 9 Stunden durch!“ Dafür hat dpd schon das zweite Mal ein Paket für mich nicht geliefert. Nach einem Gespräch mit einer netten Dame an der Hotline stellte sich heraus, dass es zweimal nicht ins Auto geladen wurde. Ich bin verwundert.

18:15 – Ich konnte etwas abruhen und bin jetzt irgendwie wieder halbwegs zugänglich, Entspannungskopfschmerz nervt und ich mache heute nix mehr, außer diesen Blogpost veröffentlichen. Okay, ich sitze noch bis 21 Uhr im Jugendtreff rum. Hoffentlich mit wenig Kundschaft…

  1. Nur so: ich hab 23 Wochenstunden. Das ist also mehr als ein Drittel. []
  2. Neudeutsch: Visualizer []

Authentische Kommunikation und Social Media

Ich habe mich vor einiger Zeit mal kurz darüber geäußert, warum formularische SEO-Bullshit Tweets und ähnliches soziales Vernetzungsgebaren auf sozialen Netzwerken soziologisch gesehen peinlich und kontraproduktiv ist. Und weil ich zu gesteigerter Eristik neige, erkläre ich jetzt mal warum das alles Quark und nicht ernstzunehmen ist. Dabei mache ich mich natürlich über alle Vertreter dieser Religion lustig. Doch, wie immer, für die Lernfreudigen etwas Grundlagen.

Aufmerksamkeitsökonomie

Wir sind ja auf dem besten Weg zu Post-Scarcity, jedenfalls wenn es um die Phantasien verschiedenster Wirtschaftler und Utopisten geht. Ob das so wird, oder nur Full-Scarcity ist noch nicht raus. Sicher ist allerdings, dass die Herstellung von Produkten durch menschliche Arbeitskraft wohl immer mehr abnimmt. Wir sind jetzt schon in sogenannten Dienstleistungsgesellschaften und mit den sozialen Medien hat sich eine komplette virtuelle Wirtschaftswelt entwickelt. Seit Bitcoin wissen wir, dass eine Menge von Nullen und Einsen den Wert sehr vieler physischer Produkte übersteigen kann. In dieser tollen neuen virtuellen Wirtschaftswelt gibt es allerdings eine Kategorie, über die wirtschaftlicher Wert generiert wird: Aufmerksamkeit. Nachdem nur noch zählt, wer was zu sehen bekommt, ist Aufmerksamkeit die einzige Währung, die wirklich zählt. Wer wahrgenommen wird, hat Wert und wer nicht, der nicht. Das können wir jetzt schon bei Youtube Stars und Influencern1 sehen.

Die Frage ist jedoch, wie generiert man nun als wirtschaftlich orientiertes Wesen Aufmerksamkeit und damit Geld in dieser Art von Ökonomie?

Kundschaft und Plattform

Die Antwort auf diese Frage hat zwei grundlegende Dimensionen, die der Kunden und die der Plattformen. Beide haben miteinander zu tun, aber in unterschiedlicher Ausprägung. Die Kunden sind der einfachste Ansatz, aber interessanterweise auch das, was am meisten falsch verstanden wird. Es wird zwar immer behauptet, dass die User also die normalen Menschen da draußen diejenigen sind, die in der Aufmerksamkeitswirtschaft die bezahlenden Kunden sind, aber das stimmt großflächig nicht. Zwar gibt es Angebote, die von direkten Spenden ihrer Zuhörer und Abos leben können, diese sind jedoch in der Unterzahl und das meiste davon wird mittlerweile auch über Plattformen abgewickelt, die dann wiederum zumindest zum sekundären Kunden werden, der auch immer mit befriedigt werden muss. Das bedeutet, dass die Adressaten zwar das eigentliche Publikum sind, das die Aufmerksamkeit spendet, aber nicht die Gruppe, die am Ende das Geld generiert und diese Gruppe ist die eigentlich wichtige.

Die Übersetzung von Aufmerksamkeit in Geld findet derzeit hauptsächlich über die verschiedenen Spielarten von Werbung statt, die wiederum primär durch die Plattformen mit den Inhalteanbietern verbunden werden. Damit ändert sich dann, wie oben gezeigt, aber der Kunde des Anbietenden. Die Werbetreibenden werden zum primären Kunden des Anbieters und die Plattformen werden zum Mittelsmann zwischen beiden. Um also die generierte Aufmerksamkeit in Geld zu übersetzen scheint derzeit der Königsweg zu sein, sich über eine Plattform oder direkt an die Werbewirtschaft zu verkaufen. Dabei bestimmt diese dann langfristig auch den Inhalt und beschränkt die eigene Freiheit, da sie nur Botschaften haben möchte, die bestmöglich mit der vordefinierten Zielgruppe resoniert2. Die Plattformen sind hierbei die Regulierungsinstanzen, die von vorneherein versuchen werbefreundliche Produkte zu bevorzugen. Das bedeutet, dass Inhalte hauptsächlich den Plattformen und Werbetreibenden gefallen müssen und die Aufmerksamkeit nur dafür generiert wird.

Die Rolle der Plattformen ist dabei besonders perfide, können sie doch den Aufmerksamkeitsstrom und die Werbungsverteilung regulieren. Das wird von Google, Facebook und so weiter schon in großem Umfang getan und das Geweine, das darauf folgt führt dann zum nächsten Problemfeld, das viel mit dem Missverstehen von social media und den sozialen Konstrukten, die da in den entsprechenden Benutzerkreisen gelten, zu tun.

Social Media Marketing-Schwachsinn für 1000

Über den Umgang mit social media gibt es unterschiedliche Ansichten. Die zwei großen Strömungen können grob in die Fraktion der authentisch kommunizierenden Menschen und die Strömung der Social Media Marketing Professionellen unterteilt werden.

Erstere sind relativ einfach abzuhaken. Menschen benutzen social media um mit anderen Menschen authentisch zu kommunizieren. Dabei geht es darum Beziehungen aufrecht zu erhalten und zu gestalten. Sehr oft sind hier auch Beziehungen im echten Leben gemeint. Social Media in diesem Sinne schafft ein Profil der Person, das meist eine hohe Kongruenz mit dem Profil in der realen Welt zu tun hat. Dadurch schaffen sich auch Beziehungen und die Aufmerksamkeitsökonomie ist am stärksten, nämlich durch das Empfehlen von Bekannten, denen die Personen vertrauen. Das ist auch das, was Facebook mit seiner aktuellen Kampagne wieder möchte, bei der private Nachrichten wieder im Feed hochgewichtet werden. Nur diese eigentlich belanglose private und authentische Kommunikation hält nämlich Menschen auf Facebook und damit das Engagement hoch. Die selbe Logik gilt auch für Instagram, wo wir zeitnah sehen werden, dass die ganzen Influencer an der Fakeheit ihrer Kommunikation scheitern werden. Denn das ist die andere Art mit Social Media umzugehen.

Diese besteht aus der Idee, dass es Kommunikationsregeln gibt, die auf jeden Fall Erfolg auf Social Media bedeuten. Und die Grundregel hier ist Vernetzung.3 Deswegen ist es nicht wichtig, dass die Kommunikation authentisch ist, sondern möglichst viel Botschaft mit möglichst vielen Multiplikatoren enthält. Denn wenn ich die Aufmerksamkeit von diesen erhalte, dann gibt das irgendwie mehr Erfolg. Die Logik dahinter ist dieselbe wie oben genannt: ich verwechsele die Leute, die mir Geld geben mit den Leuten, wegen denen mir Geld gegeben wird. Das Problem ist, dass diese Art von Kommunikation vergisst, dass social media das Verbreitungsmedium ist und nicht das Beschaffungsmedium. Ich kann zwar in spezifischen professionellen Kreisen Aufmerksamkeit für mich generieren, aber eigentlich sollte ich direkt mit der Zielgruppe interagieren. Die ganze Social Media Marketing Strategie zielt allerdings darauf ab, möglichst unauthentische und manipulierte Botschaften zu senden, von denen man denkt, dass sie definitiven Erfolg haben. Das stimmt, allerdings nur bei den Kreisen, die denselben Cargo-Culten anhängen.

Wir beten alle mal, damit wieder ein Flugzeug landet.

Obwohl alles, was oben gesagt wurde länglich bekannt ist, und gerade wir Podcastnasen das auch immer wieder beweisen,4 wird an vielen Stellen der Industrie immer noch der Cargo Cult der gesteuerten Social Media Kommunikation gebetet. Das wird dann auch allen jungen professionellen Anfängern in dem Bereich beigebracht, gern an Unis gelehrt und resultiert darin, dass alle sich gegenseitig vorbeten, dass es gut funktioniert, weil der Rest genauso auf die Gebete handelt, wie man selbst. Allein, die echte Zielgruppe, diese Menschen, die irgendwie die Texte lesen, die Videos schauen und damit die Werbung konsumieren sollen, die werden nicht angesprochen. Stattdessen wird ein autonom arbeitendes System von Medienschaffenden kreiert, für die Chartbeat und Social Media Esoterik einen Erfolg garantieren sollen, den sie nur mit zweifelhaften Daten messen können.

Daran ist besonders interessant, dass es in der PR-Branche eigentlich bekannt ist, wie am besten Engagement hergestellt wird, nämlich durch die oben genannte Authentizität und Relevanz. Allerdings scheint es da auch noch Experten aus dem Bereich der Leute zu geben, die das gerne irgendwie betriebswirtschaftlich plan- und abrechenbar mit Erfolgsgarantie hätten. Also werden werden dämliche Kochrezepte in Gebetskreisen zum social media Erfolg herbeigebetet, die von freischaffenden Priestern geleitet werden, die nix von dem glauben, was sie erzählen, aber gut Rechnungen schreiben. Gerne führt das dann auch noch dazu, das immer mehr Geld auf disfunktionale Interaktion geworfen wird, weil ja die Strategie nicht falsch sein kann, sondern nur die Anstrengung fehlt.

Sei du selbst…

Das ist alles hochgradig amüsant, würde es nicht so viel Geld kosten und gleichzeitig strukturell diejenigen Stimmen unterdrücken, die tatsächlich einen Mehrwert für die Gesellschaft und nicht nur für ein scheiternde Medienwelt haben. Diese anderen Stimmen haben oft keinen schnellen Erfolg, aber dafür meist den nachhaltigeren.

  1. Allein das Wort ist schon peinlich… []
  2. Also bitte nicht solche Texte hier… []
  3. Ja, da kommen noch mehr Bullshitvokabeln, keine Sorge. []
  4. Ja, die Monetarisierung ist noch nicht so gut… []

WMDEDGT – 5.1.2018

Die heute Folge von wmdedgt ist eine klassische Ferienfolge. Ich komme gerade aus dem Rest der Ferien zurück und alles erscheint irgendwie noch im Limbo. Das einzig Beständige ist dann Flocke. Heute ist wenigstens ein bisschen interessant…

Ich war mit Flocke unterwegs und beschloss dann schon am Morgen frühstücken und zum Kiesertraining zu fahren. Ersteres ist nicht so gut, aber weiteres war sehr gut, weil ich eine neue App habe, die tatsächlich mal alles tut, was ich von einer digitalen Trainingsbegleitung wünsche. Danach bin ich spontan zur Tätowieren gefahren um einen Termin für den Rücken zu kriegen, der derzeit noch unvollständig ist. Wir haben kurz gequatscht und dann bin ich mäandernd heim gefahren, habe etwas einkauft (Limo!) und mich dann an die Korrektur der Kurzarbeit gesetzt. Die war irgendwie meh.

Mir gehen irgendwie die letzte Woche Congress noch durch den Kopf. Ich habe da viel Zeit mit einer sehr lieben Freundin verbracht und es war sehr schön, aber irgendwie hängt mir das noch nach.1 Mein Hirn ist blöde: wenn ich nicht ausgelastet bin, ist es wie eine Zunge, die immer wieder die Zähne entlangfährt um zu schauen, ob die Kronen halten und sich einbildet, dass die eine locker ist. Es beschäftigt sich also mit fiktiven Problemen und versucht eine Welt zu durchdenken, die nicht durchdenkbar ist. Ich muss gegen sowas tatsächlich aktiv kämpfen, weil es so ein Hauptgrund für Stress ist. Ich überlege auch gerade wieder, ob ich mir so eine Ökokiste zulege und generell ist das ungefähr die Höhe, die dieser Tag erhalten wird, bis ich von der Hunderunde zurück bin.

Ich bin von der Hunderunde zurück und die Abendunterhaltung verschiebt sich auf morgen in vielleicht sogar ausgedehnter. Dafür bin ich heute Abend dann wieder mit Flocke allein und am Netflix schauen und musste kurz panisch einkaufen, weil morgen in Bayern einer der Feiertage ist, die ich immer mal wieder gern vergesse. Aber irgendwie erscheint wieder ein Großteil der restlichen Welt in meiner Welt und es geht alles weiter.

Irgendwie ist das hier jetzt schon ein sehr seelenstrippiger Eintrag, aber dann: der muss auch mal sein. 

  1. Nicht negativ, aber es war… bedeutungsvoll. []

Drei Worte und ein Halleluja

Ich habe gerade den Fehler begangen auf twitter nach Stichworten zu fragen, weil ich mich langweile. Also schreibe ich jetzt mal kurze Geschichten zu drei Sätzen Stichworte, die mir so gegeben wurden. Es waren genug damit es mehrere kurze Vignetten werden. Wer komischen Kram angibt ist für komische Geschichten verantwortlich. Los geht’s!

Starbuck Reihe Mais

Ein Venti Latte musste es jetzt sein! Marie-Luise Müllers Tag war eine Katastrophe! Alles fing mit den absolut indiskutablen kindischen Essenwünschen von Günther an! Maiskolben, wie in der Jugend! Mit Butter! Weiß er überhaupt, wie viel Fett da drin ist? Und dann der Wochenmarkt! So viele Menschen, warum hat sie nicht einfach Magdalena geschickt? Nein, sie musste ja versprechen ein „Familienessen“ mit allen „Lieblingsgerichten“ zu kochen. Das war alles zu viel! Jetzt stand sie endlich in der Reihe um ihren verdienten Kaffee zu kriegen. Wenn der Typ vor ihr doch nur wüsste, was er will!

Wunderkerze Nase Gullideckel

Silvester war wieder so schön! Die knisternde Kälte unter dem klaren Winterhimmel versprach einen Jahresübergang, an den sich viele Menschen liebevoll romantisch erinnern. Frierend mit einer Wunderkerze in der einen und einem Glas etwas zu schlechtem Sekt in der anderen Hand das neue Jahr begrüßen, macht viele Menschen glücklich, auch wenn sie die nächsten zwei Wochen verrotzte Nasen und Keuchhusten vom ganzen Feinstaub haben, der die Straßen vernebelt bis man nur noch die Gullideckel sehen kann. Und so standen sie auch diesmal wieder auf der Straße, um das Jahr zu verabschieden und zu begrüßen.

Homebanking Holunder Schilddrüsenüberfunktion

Die Holunderschorle schmeckte vorzüglich zum warmen Sonnenschein, der auf die hölzerne Terrasse fiel. Es war ein langsamer Tag für Johnny Malone, der in Jeans und Unterhemd in seinem Korbstuhl saß und müde das Drama im Homebanking ansah. Wenn er nicht bald einen neuen Auftrag an Land ziehen konnte, dann musste er wieder Bohnen aus der Dose essen. Das war immer so ein Drama, weil er dann noch mehr abnahm. Seine Schilddrüsenüberfunktion machte ihn so schon sehr dünn und während er zitternd die Zigarette zum Mund führte, ärgerte er sich jetzt schon, obwohl er sicherlich noch für zwei Wochen genug Geld zum Leben ohne Dosenbohne hatte. Während Johnny in der Erwartung schlechten Essens gefangen weiter an der Zigarette zog, verdunkelte sich auf einmal die Sonne. Er drehte sich dem Schatten zu, der von einem Mann in einem langen Staubmantel geworfen wurde. Als er in das vernarbte Gesicht sah, wurden die Bohnen auf einmal wieder sehr attraktiv. Aber Johnny konnte noch nie dem Unheil widerstehen, also zeigte er rauchend auf den Stuhl vor seinem Tisch. Der Fremde setzte sich und schaute Johnny lange mit herausfordernder Ruhe an, bevor er zu sprechen begann.

So, mehr gibt’s nicht. Die Übung war schon schön genug. Ich danke für alle Stichworte!

Projektabrechnung 2017

So, ich hatte ja auch 2017 wieder Projekte. Dann schauen wir mal, was aus denen so geworden ist.

Fotografie

Der Workshop war gut und schön, und bescherte mir ein LED Striplight. Ich hatte dieses Jahr mehr Spaß am Gerät und auch etwas mehr Bandbreite. Ich bin da sehr zufrieden.

Infinity

Ich habe mehr gespielt und bin da besser geworden. Ich hab da auch das eine oder andere Spielzeug dazu gecrowdfunded. Mit Aristeia! ist ein weiteres Spiel, das ich da dauerhaft spielen werde. Der Infinity Manga war auch cool. Ich habe auch neue Spieler kriegen können, weswegen wir jetzt perspektivisch tatsächlich eine zweite Spielplatte brauchen.

Rollenspielerei

Ging absolut nix dieses Jahr, wurde aber gegen eine hoffentlich halbwegs regelmäßige Runde Kingdom Death Monster ersetzt. Mal sehen, ob das besser läuft. Dadurch, dass da die Spielmaterialien großflächig vorbereitet sind, gibt es halt weniger Vorbereitung.

Die Küche

Wurde eingebaut und hat meine Lebensqualität stark erhöht. Dazu kommt das mit dem Mealprep.

Podcasterei

Schulsprecher ging weiter, dazu kam das soziologische Kaffeekränzchen und spontan Lernfragen. Es ist schon relativ viel los da… mir gefällt durchaus der Impact, den wir haben, auch wenn er noch klein ist.

Jahreswechsel 2017/18

Grenzen sind magisch. An Ihnen entscheiden sich Dinge, Entscheidungen werden zu Wirklichkeit und Realitäten ändern sich. Der Jahreswechsel ist eine rein sozial definierte Grenze, aber sie ist genauso real wie alles, was wir uns vorstellen können.

Für viele war 2017 ein scheußliches Jahr, für mich nicht. Während die Welt ihr bestes getan hat so zu tun, als würde sie untergehen und während immer mehr Menschen das zum Anlass für katatonisches Stillhalten oder aber hysterisches Agitieren nehmen, bleibt doch der Ausgleich zurück…

Ich möchte mich noch schnell bei allen bedanken, die mir auf irgendeine Art gefolgt sind und die mir Zuwendung entgegen gebracht haben. Insbesondere gilt das für die wunderbare Isabell, Claudia und Melli vom Jugendtreff, den sanen Teil meiner Kollegenschaft, Christiane, Mareike, meine Eltern, Jennifer und Christoph vom soziologischen Kaffekränzchen, Christoph vom Schulsprecher Podcast und alle anderen, die ich jetzt gerade vergesse.

Kommt alle gut über diese Grenze und nehmt das Gute mit! Die Welt wird uns auch 2018 brauchen.